Finca Leukeña
Lecker, gesund und nachhaltig: Avocados, Papayas, Bananen, Chayote und einiges mehr aus Permakultur-Anbau
Hier findest du Informationen über ein erfolgreiches Permakultur-Experiment an der Costa del Sol, durch das eine Monokultur-Plantage in einen fruchtbaren und lebenswerten Waldgarten verwandelt wurde. Konkret geht es um die Umstellung der ehemaligen Avocado-Monokultur auf Permakultur, die Arbeiten zur Bodenverbesserung, die Ergebnisse und um die akute Bedrohung der Finca (und aller anderen drumherum) durch den Großgrundbesitzer Larios.
Wie es begann
2015 begann mit der Übernahme des Geländes die Umstellung auf Permakultur. Der größere Teil der jetztigen Fläche kam 2017 dazu. Zuvor war das Gelände eine reine Avocadoplantage, die konventionell mit Kunstdüngern und Pestiziden bewirtschaftet wurde. Der Boden war von der Sonne steinhart, kahl, fast ohne Bewuchs, mit vielen Steinen. Die Avocadobäume trugen nur wenige Früchte. Die Umstellung erfolgte nach den Ideen von Bill Mollison und David Holmgren, die weltweit als Väter der Permakultur gelten, sowie von Sepp Holzer, dem Visionär und Experten für natürliche Landwirtschaft und Renaturierung des Bodens. Weiterlesen auf wilado.de
Bodenaufbau
Die wichtigsten Methoden für die Wiederbelebung des Bodens und den Aufbau einer neuen Humusschicht werden im vorigen Text beschrieben. Für die Konferenz Living Knowledge 10, 2024 in Girona wurden sie übersichtlich auf einem Poster zusammengefasst (Abstract (englisch)).
Die englischsprachige Version:
Fruchtbarer Boden, üppige Pflanzenvielfalt
Anders als bei konventioneller Landwirtschaft geht es hier nicht nur um die vom Menschen genutzten Pflanzen.
Zur Förderung der Fruchtbarkeit durch Stickstofffixierug, Aufbau von Biomasse, Verbesserung des Mikroklimas, Speicherung von Kohlenstoff etc. gibt es auf der Finca viele Hilfspflanzen.
Ein damit aufgebauter, fruchtbarer Boden ist aber nicht nur für die vom Menschen genutzten Pflanzen gut.
Auch viele andere Pflanzen siedeln sich an.
Manche sind sehr willkommen, einige wenige (stachelige) eher gar nicht.
Mit der Hendi-App Flora-Incognita können Pflanzen einfach bestimmt werden.
Mit deren Hilfe wurden auf der Finca Leukeña bisher 160 Pflanzenarten (fast alle samt Fotos) entdeckt.
Vertrieb und Qualitätskontrolle
Nachdem die ganze Arbeit dann endlich fruchtet, müssen diese Früchte auch noch unter die Leute gebracht werden.
Die Finca Leukeña beteiligt sich deshalb an der BAM (Bio Agricultura Maro), einem lokalen Verbund von ökologisch wirtschaftenden Fincas.
Ein Bio-Siegel zu erhalten ist teuer und aufwändig.
Deshalb wird bei der BAM das „Sistema Participativo de Garantía (SPG)“ angewendet.
Dabei kontrollieren sich die Mitglieder gegenseitig.
Über die Inspektion der Finca Leukeña vom 9. April 2025 gibt es einen Bericht auf der Webseite der BAM (spanisch, aber mit vielen Fotos).
Und jetzt droht das Aus
Bereits 2025 kursierten Gerüchte, dass die Pachtverträge nicht mehr verlängert würden.
Dies bestätigte ein Vertreter der Eigentümerin bei einer Versammlung Anfang Dezember ’25 den Pächterinnen und Pächtern.
Davon ist auch die Finca Leukeña betroffen, deren Pachtvertrag Ende April 2026 endete.
Anfang 2026 hat das Unternehmen eindrücklich demonstriert, dass es die Menschen nach Auslaufen des jeweiligen Pachtvertrags nicht mehr auf dem Land duldet.
Am Freitag, dem 16. Januar wurde das von einer Pächterin mitgemietete Haus ohne Vorankündigung abgerissen.
Die Pächterin hatte keinerlei Gelegenheit ihr Eigentum zuvor aus dem Gebäude zu räumen.
Weiterlesen auf wilado.de: Luxustourismus statt Permakultur
Widerstand gegen die Vertreibung
Etliche Pächterinnen und Pächter haben ihr Gelände bereits geräumt oder beabsichtigen das zu tun.
Auf verlassenen Geländen werden umgehend sämtliche Gebäude abgerissen.
Es gibt aber auch viele, die der Räumungsaufforderung widersprochen haben, so auch die Finca Leukeña.
Diese müssen jetzt mit Strafanzeigen rechnen.
Es läuft also erst einmal auf einen Rechtsstreit hinaus.
Immerhin kann aufgrund von geänderten Umweltgesetzen ein Golfplatz nicht wie geplant gebaut werden.
Wenn Larios jetzt ankündigt, dass zukünftig auf dem Gelände "professionell" Landwirtschaft betrieben werden soll, ist das kein Versprechen, sondern eine Drohung mit industrieller Monokultur.
Als Reaktion auf diese Situation haben die Pächter und betroffenen lokalen Vereinigungen die Bürgerplattform A.M.A (Acción por Maro y su Agricultura) gegründet.
Ihr Ziel ist es das Gebiet, die Landwirtschaft und das soziale Gefüge, das von diesen Ländereien abhängt, zu verteidigen.
Mehr Infos: Accion por Maro
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