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TEXTE

Das Gepäck

Am Bahnhof patrouillieren blaue Fliegen,
Die Penner liegen längst noch unter Deck,
Eine Rolltreppe schleift mich zu den Zügen,
Denn außer mir habī ich kein Gepäck.

Der Bahnsteig gähnt und dreht sich auf die Seite.
Es ist noch früh, ich habe ihn geweckt.
Ich lehnī mich an und starre in die Weite,
An der der kalte Regen gierig leckt.

Denn außer mir habī ich kein Gepäck,
Denn außer mir habī ich kein Gepäck,
Denn außer mir habī ich kein Gepäck
Und vielleicht
Vielleicht schmeißī ich das auch noch weg.

Dann wieder diese altbekannte Strecke.
Die Bauruinen zählī ich schon nicht mehr.
Ich brauche keine Heizung, keine Decke,
Ich friere mehr vom innīren Raume her.

In meinen Träumen bin ich schon zuhause,
Da, wo mein Zuhause nicht mehr ist.
Der Zug gönnt mir nicht eine Atempause,
Und ich spürī, wie jeder Meter an mir frisst.

Denn außer mir...

(Da Capo)

Text/Musik: M. Baxmeyer



Der Einzelfall

Von Einzelfall zu Einzelfall,
Weiter bis zum großen Knall.
Von Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall:
Böse Buben überall.
Ich kenne längst die Schuldigen.
Es sind die Braven und Geduldigen.
Die Fresse voll, der Schädel leer:
"Kein Leben ohne Bundeswehr!"
Und unter der Decke dann dem Führer huldigen.

Wir sind ein wunderbarer Staat,
Für den wird jeder gern Soldat,
Und darf dann, einmal im Leben,
Negern richtig Zunder geben:
Blaue Bohnen, frischer Fleischsalat.

Es ist sehr deutsch in diesem Land.
Unterīm Stiefel knirscht Verstand.
Bist Du auch schon requiriert?
Denn bald wird wieder aufmarschiert -
Tritt den Rest der Menschheit in den Sand!

Da, wo er hingehört...

Von Einzelfall zu Einzelfall,
Weiter bis zum großen Knall.
Von Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall:
Böse Buben überall.
Ich kenne längst die Schuldigen.
Es sind die Braven und Geduldigen.
Die Fresse voll, der Schädel leer:
"Kein Leben ohne Bundeswehr!"
Und unter der Decke dann dem Führer huldigen.

Es ist schon heute ziemlich schwer,
Auf einmal so humanitär.
Der eine schießt den andren um
Im Wirtschaftsministerium,
Hautpsache, es bleibt noch Militär.

Die halbe Erde ist vermint,
Der deutsche Mann hat gut verdient.
Für ein paar hundert Millionen,
Wozu da Zivilisten schonen?
Ein abgresissīnes Bein ist schnell geschient.

Wenn manīs noch wiederfindet...

Von Einzelfall zu Einzelfall,
Weiter bis zum großen Knall.
Von Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall zu Einzelfall:
Tod dem Militär, und zwar
Überall.

Text/Musik: M. Baxmeyer



Das Lied vom Schlachtenbummler

Ach, ich kann mich einfach nicht entscheiden,
Wo ich diesen Sommerurlaub bleiben mag.
Ich kann doch so viele Länder leiden,
Weil ich die Gesellschaften ja eh verklagī.

In England ist es immer nur am regnen,
Und in Frankreich, da wird nur gestreikt.
Ich lasse mich in Rom auch nicht mehr segnen,
Wenn der Papst mit seinem Finger auf mich zeigt.
Ach nein, ach nein, ach nein...

Ooooh!
Mutter, lassī und doch nach Kurdistan fahīn,
Das ist doch fast wie Robinson mit Achterbahn:
Sonne, weißer Strand und Blut und Blei,
Das gibtīs nur in der Türkei.

Ich hoffe ja, dass sie noch auf uns warten
Mit dem Terroristenliquidierīn.
Hoffentlich gibtīs fürīs Gericht noch Karten,
Oder muß man etwa reservierīn?

Die Dörfer in den Bergen, die sind niedlich,
Ich habī es neulich im Prospkt gesehīn.
Nirgends auf der Welt ist es so friedlich -
Weil die Dörfer nicht mehr stehīn.
Ach nein? Ach nein? Ach nein?


Ooooh!
Mutter, lassī uns doch nach Kurdistan fahīn,
Hinein in den Rassismus und den Völkerwahn.
Bei uns zuhause istīs ja leider - fast - vorbei,
Jetzt gibtīs das in der Türkei.

Mutter, mach doch jetzt nicht groß Palaver,
Was soll uns da unten schon passierīn?
Vielleicht finden wir einen Kadaver -
Den darfst Du fotografierīn.

Hast Du etwa Angst vor Attentaten?
Oder gar vor deutschen Nervengas?
Kommī mir nicht mit Demos und Plakaten,
Die verderben nur den Spaß.
Ach nein! Ach nein! Ach nein!


Ooooh!
Also schön, dann lassī uns nicht nach Kurdistan fahīn,
Sondern nach Ruanda oder Kasachstan.
Wo gemetzelt wird ist einerlei:
Hauptsache, wir haben frei.

Text/Musik: M. Baxmeyer

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