Meldungen aus den autonomen Gemeinden

Hier finden sich Meldungen der zivilen Selbstverwaltungsräte der zapatistischen Bewegung (Juntas der Guten Regierung)

15.12.2006
Zapatistas weisen Vertreibungsdrohungen der OPDDIC zurück
Quelle: Junta der Guten Regierung MORELIA



3.8.2006
Zapatistische Gemeinde in Nordchiapas gewaltsam von Polizei geräumt
Quelle: Enlace Civil - http://www.enlacecivil.org.mx



14.10.2005
Denuncia über den geplanten Angriff auf den autonomen Landkreis Olga Isabel
Quelle: Enlace Civil - http://www.enlacecivil.org.mx



1.9.2004
Räumungsdrohung in den Montes Azules u.a.
Mitteilung der Junta der Guten Regierung von La Realidad
Quelle: Enlace Civil - http://www.enlacecivil.org.mx





Untersuchung des Rates der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zaptistas vor der Welt" im Caracol 2, Oventic, Autonomer Landkreis San Andrés Sakamchén de los Pobres, zu der Aggression gegen UnterstützerInnen der EZLN.

April 2004

An die Bevölkerung Mexikos und der Welt:
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft:
An die nationale und internationale Presse:
An alle Schwestern und Brüder:

Dieser Rat der Guten Regierung gibt bekannt, dass der Krieg, der von den schlechten Regierungen mit ihren lokalen Kaziken, den Landkreispräsidenten und ihren Paramilitärs, geplant wurde, jeden Tag wächst. Ebenso steigt die Zahl ihrer Drohungen und Angriffe gegen die Gemeinden im Widerstand und ihre autonomen Autoritäten. Als klares Beispiel das Folgende:

Wir haben die Gemeinden Jech'vó, Elambó Alto und Elambó Bajo des Landkreises Zinacantán befragt, denen seit Dezember 2003 das Recht auf Wasserversorgung genommen wurde. Ihnen wurden die in den genannten Dörfern vorhandenen Wasserschläuche abgetrennt, der Zugang zu ihren Brunnen und Wasserlöchern wurde ihnen verwährt. Bis zum heutigen Tage verschärft sich das Problem. Die zapatistischen Unterstützungsbasen bleiben noch immer ohne Recht auf ihr Wasser, denn die PRDistischen Landkreisautoritäten, ihre Landkreispolizei und ihre lokalen Kaziken verbieten ihnen den Zugang zum Wasser. Diese verhindern zudem, dass jenen Familien Wasser gebracht wird, und dies wegen des einzigen "Deliktes", Zapatistas zu sein, für ihre Rechte zu kämpfen, im Widerstand zu sein, keine Brotkrümel der schlechten Regierung anzunehmen und keiner politischen Partei anzugehören. Der Rat der Guten Regierung des Caracols 2 richtete einen Brief an den Präsidenten jenes Landkreises, in welchem sie ihm sagten, er solle das Problem auf gute Art und Weise lösen und den zapatistischen UnterstützerInnen das Recht auf Wasser geben. Aber der Landkreispräsident antwortete nicht positiv.

Deshalb entsandte der Rat der Guten Regierung am 12. Februar eine Kommission der Autonomen Landkreise der Altos von Chiapas, um tausende Liter Wasser zu den betroffen Familien zu bringen. Auch, um den Gemeinden und ihrem Landkreispräsident zu sagen, dass sie den Zapatistas das Recht auf Wasser nicht vorenthalten sollten und sich die Brüder und Schwestern derselben Dörfer nicht untereinander streiten sollten. Sie sollten sich trotz ihrer Differenzen in den Ideen, der Organisation, der Partei oder Religion respektieren. Wenn es ein Problem gibt, kann es auf gute Weise gelöst werden, ohne dass es zu Zusammenstössen zwischen Brüdern des gleichen Landkreises kommen muss.

Zudem nahm dieser Rat der Guten Regierung an einem Treffen teil, womit sie auf eine Einladung des - vermutlich mit dem Willen zum Dialog bereiten - Landkreispräsidenten antwortete. Das Treffen, welches am 15. März stattfand, nützte überhaupt nichts, denn der Landkreis-Präsident und seine Leute beharrten auf einer radikalen Position. Nach dieser sollten die Zapatistas Ämter bekleiden, von denen mehrere Plänen und Erfordernissen des Bundesstaates entsprechen (z.B. agente municipal, Landkreispolizei, Vertreter von Arbeiten, etc.). Ohne die Bekleidung dieser Ämter haben die Unterstützungsbasen kein Recht auf Wasser.

Aus diesem Grund wurde für den 10. April dieses Jahres eine friedliche Mobilisierung mit dem Ziel organisiert, den in Jech'vó betroffenen Familien tausende Liter Wasser zu bringen, an der mehr als 4.000 Zapatistas teilnahmen. Bevor diese die genannte Gemeinde erreichten, hielten sie vor dem Landkreis-Gebäude (cabecera municipal) von Zinacantán eine Kundgebung ab. Damit wollten sie den Landkreis-Präsidenten und die BewohnerInnen des Ortes wissen lassen, dass die Zapatistas Dörfer im Widerstand sind, dass sie gegen die Ungerechtigkeit, Erniedrigung und Unterwerfung kämpfen. Deswegen werden sie sich den Plänen und Anordnungen weder irgendeines Landkreis-Präsidenten noch des Staates beugen. So sollen die indigenen Brüder, die nicht mit uns zusammen kämpfen wollen, wenigstens den Widerstand und Kampf der Zapatistas respektieren.

Nach der Kundgebung begab sich die Karawane nach Jech'vó, um den betroffenen Familien 45.000 Liter Wasser zu übergeben. Vor Erreichen dieser Gemeinde muss jedoch das Dorf Pasté durchquert werden. Auf dem Hinweg wurde diese Gemeinde ohne Probleme passiert, und so kamen sie gut nach Jech'vó. Die Menschen versammelten sich im Zentrum des Dorfes, wo der kleine politische Akt begann. Die KoordinatorInnen richteten ihr Wort an die PRDistischen BewohnerInnen des Dorfes, um ihnen zu sagen, dass sich die zapatistischen Unterstützungsbasen dieses Landkreises an keine Anordnungen des Landkreispräsidenten noch irgendeiner Partei mehr halten werden. Denn sie sind Gemeinden, die für ihre Autonomie sowie für das Wohl der indigenen und nicht-indigenen Bevölkerung Mexikos und der Welt kämpfen, weswegen ihr Widerstand und ihr Kampf respektiert werden sollte.

Kaum hatten sie ihre Worte gesprochen, wurden die Fahrer und andere Compaņeros angegriffen, die bei den letzten Wagen geblieben waren. Als einige Chauffeure geschlagen wurden, begannen andere Compaņeros über Funk mit den KoordinatorInnen der Veranstaltung zu kommunizieren. Noch in jenem Moment wurden ihnen die Funkgeräte weggenommen und einige Aggressoren begannen, ihre Pistolen zu zeigen und die Compaņeros zu bedrohen.

Die KoordinatorInnen gaben die Anweisung, die Veranstaltung zu beenden und es wurde mit dem Rückzug begonnen. Aber der Weg wurde schon am Eingang von Pasté blockiert, auf langer Strecke schleppten die PRDistas Steine und Stöcke (im Original steht noch "trozos", was auf dt. soviel wie Stücke heißt – Anm. d. Übersetzers/-in) auf die Straße. Die zapatistischen DemonstrantInnen begannen mit der Beseitigung der Blockade, damit die Karawane weiterkommen konnte. Zu diesem Zeitpunkt begannen die PRDistas den Angriff mit Haufen von Steinen, Stöcken, Knallkörpern und Kristallflaschen, während die Karawane weiter versuchte voranzukommen. Dies war ihnen jedoch unmöglich, denn nun kamen drei Autos, ein ziviles und zwei Patrouillen der Landkreispolizei von Zinacantán, von denen eines vom Polizeikommandanten José López González gefahren wurde. Die Autos stellten sich quer auf die Straße, um so ein Weiterkommen zu verhindern. Die Compaņeros der Karawane versuchten, auf einer Seite an diesen Wagen vorbeizukommen, und nun begannen noch mehr Attacken mit Steinen, Knallkörpern, Stöckern und Kristallflaschen. Zudem wurden Schüsse aus Waffen verschiedener Kaliber abgefeuert und so kam die Karawane nicht mehr voran. Die Compaņer@s verließen die Wagen und die Frauen und Männer flüchteten unter Stein- und Schusshagel. Viele erfassten die Steine und Kugeln, so dass einige der Compaņeros begannen, sich mit den Steinen zu wehren, die gerade noch auf sie geworfen worden waren, die PRDistas griffen jedoch noch stärker an. So wurden viele Compaņeros und Compaņeras geschlagen und verletzt, einige davon schwer. Als konkretes Resultat dieser feigen Aggression und Attacke der friedlichen Karawane der Zapatistas wurden folgende Personen verletzt: [hier folgt die Aufzählung der Verletzten – s. öffentliche Anzeige weiter unten!]

Auch an den Fahrzeugen, mit denen die tausende Compaņeros transportiert wurden, wurde beträchtlicher Schaden angerichtet.

Neben den 35 Compaņeros, die schwer verletzt wurden, gibt es noch viele Compaņeros und Compaņeras mit leichten Verletzungen. Noch am Tage des Angriffs auf die Karawane mussten die Zapatistas der Dörfer Jech'vó, Elambó Alto und Elambó Bajo sowie anderer Gemeinden ihre Orte verlassen, aus Angst von den bewaffneten PRDistas angegriffen oder massakriert zu werden.

Und diese Compaņeros irrten sich nicht, denn einige Stunden nach dem Angriff auf die Karawane gingen die PRDistischen Angreifer ins Dorf Jech'vó, um einige der Häuser unserer Compaņeros zu zerstören und die 45.000 Liter Wasser zu verschütten, welche die zapatistische Karawane von ihren verschiedenen Regionen und Landkreisen gebracht hatte. Sie zerstörten auch die Wasserdepots der betroffenen Familien und überfielen mehrere Läden, die den zapatistischen UnterstützerInnen gehören.

Obwohl in diesem Moment die gesamten Schäden dieser Aggression nicht exakt bestimmt werden kann, wissen wir jedoch, dass es gerade 109 vertriebene Familien (484 Personen) gibt, die nicht in ihre Dörfer zurück können.

Als intellektuelle und beteiligte Autoren dieser feigen Aggression machen wir folgende Personen verantwortlich : Martín Sánchez Hernández, PRDistischer Präsident des Landkreises Zinacantán; Mateo Pérez Sánchez, erster konstitutioneller Ratsherr von Zinacantán; José López González, Kommandant der Landkreispolizei von Zinacantán, ursprünglich aus Elambó Bajo, und José Pérez Conde, Leiter der PRD von Zinacantán.

Verdächtige Beteiligte aus Elambó Bajo: Marcos López López, erster agente municipal von Elambó Bajo; Mariano López González, stellvertretender agente derselben Gemeinde; Manuel Sánchez López, Repräsentant von Elambó Bajo; Martín López González, Beteiligter an der Attacke, und Mariano Alejandro López Pérez, patronato de obras. Anführer der Aggression aus Elambó Alto: Juan Montejo López, erster agente municipal der Gemeinde; Andrés Pérez T'anjol, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Pérez, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Hernández, Polizist der Gemeinde; Manuel Margarito López Pérez, am Angriff Beteiligter; Domingo Montejo López, integrante de la autoridad de bienes comunales, und Mariano López Hernández, an der Attacke Beteiligter.

Anführer der Aggression aus Pasté: Martín Méndez Vázquez, agente municipal von Pasté; Mariano López Vázquez, Richter (juez rural) von Pasté; Antonio Martínez Hernández, stellvertretender agente von Pasté; Mariano Méndez López, stellvertretender Richter (juez rural) von Pasté; José Méndez Méndez, an der Attacke Beteiligter; Mariano Vázquez López, an der Attacke Beteiligter; Mariano López Pérez, an der Attacke Beteiligter; Juan Martínez López, an der Attacke Beteiligter; Antonio Martínez López, an der Attacke Beteiligter; Mariano Jiménez Pérez, Repräsentant der Gemeinde; Juan Hernández López, consejo de vigilancia del comisariado, und Agustín López Hernández, an der Attacke Beteiligter.

Anführer der Aggression aus Jech'vó: Mariano Gómez de la Torre, erster agente municipal; Martín López Gómez, zweiter agente municipal; Pedro Hernández Pérez, dritter agente municipal; Mariano López Hernández, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Pérez, an der Attacke Beteiligter; Mateo Martínez Pérez, dritter stellvertretender Ratsherr des Landkreises; Manuel López Gómez, an der Attacke Beteiligter; Antonio López Martínez, an der Attacke Beteiligter; Pedro Sergio Hernández Vázquez, an der Attacke Beteiligter; Mariano Ambrosio Gómez Martínez, an der Attacke Beteiligter; Miguel Rafael Pérez Pérez, Präsident des Kommittes für Bildung; Pedro Pérez Pérez, primer principal de Jech'vó; Manuel López López, patronato de agua; Domingo Gómez de la Torre, secretario del patronato de agua; Mariano Gómez de la Torre, an der Attacke Beteiligter, und Mariano Javier Vázquez González. Wir hoffen, dass die Regierung Gerechtigkeit walten lassen wird, sowie die Angreifer der friedlichen Demonstration der zapatistischen Unterstützungsbasen und jene bestrafen wird, welche seit Monaten die zapatistischen Gemeinden des Landkreises Zinacantán bedroht und angegriffen haben. Wir hoffen auch, dass gegenüber den zapatistischen Gemeinden die Verweigerung ihres Rechts auf Wasser nicht weiter zugelassen wird, denn sie kämpfen nur für ihre Rechte und für Gerechtigkeit für Alle.

Der Rat der Guten Regierung wird mit einer Untersuchung fortfahren, um die Namen derer zu erfahren, die zusammen mit dem Landkreispräsidenten, der PRD und der Landkreispolizei die Compaņeros der Unterstützungsbasen der EZLN angegriffen hat. Und wenn es keine Gerechtigkeit gibt, reicht der Rat der Guten Regierung die Untersuchung an die Generalkommandantur der EZLN weiter.

Hochachtungsvoll

Rat der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zapatisten vor der Welt", Oventic, Caracol "Widerstand und Rebellion für die Menschheit".

15. April 2004.

Quelle: http://www.jornada.unam.mx/023n1pol.php?origen=politica.php&fly=2


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Öffentliche Anzeige des Rates der Guten Regierung aus dem Caracol Oventic zu den Vorfällen in Zinacantán

15. April 2004

An die nationale und internationale Zivilgesellschaft
An die nationale und internationale Presse

Brüder und Schwestern,

nachdem die Situation mit Ruhe untersucht wurde, gibt diese Junta der
Guten Regierung Ihnen folgendes bekannt:

1. Die Partei der Demokratischen Revolution (PRD) hat sich dem Krieg angeschlossen,
den die schlechte Regierung gegen die zapatistischen Indígenas durchführt.
Durch ihre Landkreispräsidenten und die mit ihrer Partei verbundenen Kaziken
ging die PRD von Drohungen gegen unsere Compaņeros und Compaņeras bis zu den
Attacken mit Schusswaffen. Die PRD interessiert nicht das Wohl der Bevölkerung,
sie will die Posten lediglich haben, um Geld zu machen. Deswegen macht sie sich
zum Freund von Kaziken und Paramilitärs, um das Volk auszubeuten, wie die PRI
und die PAN. Der einzige Unterschied ist, dass die PRDistas in Video-Filmen auftauchen.
2. Die Partei PRD sagt, dass es kein politisches, sondern ein soziales Problem
ist, und das stimmt nicht. Es ist klar, dass es sich um ein politisches Problem
handelt. Es ist ein Problem zwischen denen, die wie die PRD die Politik nur als
Geschäft betrachten und zu Verbrechen bereit sind, um zu gewinnen, und jenen,
die wirklich die Anerkennung der indigenen Rechte und Kultur in Mexiko suchen.

3. Es ist nicht nur ein Problem der PRD von Zinacantán, sondern der gesamten
PRD auf nationaler Ebene. Seit Monaten wurden in der nationalen Presse die
Menschenrechtsverletzungen in Zinacantán publiziert, die der Abtrennung des
Wassers und der Drohungen. Und die bundesstaatliche und nationale PRD sagte
nichts und fuhr fort, die schlechten Regierungen und Kaziken, die in der Partei
sind, zu unterstützen. Die PRD tut nur so, als würde sie sich korrigieren, wenn
ein Video im Fernsehen auftaucht und wenn es Wahlen gibt, aber in Wirklichkeit
ist ihr die Bevölkerung egal.

4. Bei der Arbeit der Juntas der Guten Regierung geht es nicht darum, Geld zu
verdienen, Geschäfte zu machen oder Menschenrechtsverletzungen zu begehen,
sondern eine Lösung durch einen Dialog zu finden, wenn es Schwierigkeiten
zwischen Zapatistas und Nicht-Zapatistas oder Autonomen Landkreisen und
Regierungslandkreisen gibt.

5. Dem Weg eines respektvollen Dialogs folgend, bemühte sich die Junta der
Guten Regierung der Altos [Hochland] deshalb darum, von Beginn des Problems an
ein ziviles und friedliches Abkommen mit den offiziellen Autoritäten des
chiapanekischen Landkreises von Zinacantán zu finden. Doch der
PRD-Landkreispräsident von Zinacantán, der erste Gemeinderat, der Kommandant der
Landkreispolizei, der Anführer der PRD und die Militanten [=AktivistInnen] der
Partei der Demokratischen Revolution des genannten Landkreises, haben sich
geweigert, zu einem Vertrag zu kommen und machten damit weiter, unsere Compaņeros
und Compaņeras zu belästigen und ihre Menschenrechte zu verletzen. All das, weil
die Zapatistas nicht Teil der Geschäfte und des Raubes der PRDistas sein wollen.
Die schlechten PRDistischen Regierungen machten sich immer lustig, wenn die Junta
der Guten Regierung sie zum Dialog einlud.

6. Immer danach suchend, eine gewaltsame Konfrontation zu vermeiden, mobilisierten
wir - die Junta der Guten Regierung der Altos und die Zapatistas - uns, um unseren
Compaņeros Wasser zu bringen. Danach, am 12. Februar, insistierte man, ein Abkommen
über einen Dialog zu finden, aber die PRD-Autoritäten fuhren damit fort, sich zu
weigern und setzten ihre Drohungen fort.

7. Am 10. April diesen Jahres organisierten wir mit mehr als 4.000 UnterstützerInnen
der EZLN eine friedliche Mobilisierung, um den betroffenen zapatistischen Familien
45.000 Liter Wasser zu übergeben und wir demonstrierten friedlich in der
Landkreishauptstadt Zinacantán. 8. Von diesem Moment an begannen die PRDistas, die Zapatistas zu belästigen und
zeigten ihre Pistolen. Um ein Problem zu vermeiden, wurde der Akt beendet und
wir begannen uns zurückzuziehen. Aber das war nicht möglich, da die
Landkreispolizei den Weg mit ihren Patrouillenfahrzeugen sowie Steinen und
Baumstämmen blockiert hatte. Als wir uns Durchgang verschafften, wurden wir mit
Schusswaffen, Steinen und Stöcken angegriffen. Über das, was geschehen ist, gibt
es Fotos und Videos, die belegen, was passiert ist.

9. Als Resultat der Attacke wurden 35 Compaņeros verletzt, 18 durch Schusswaffen
und 17 mit Steinen, Stöcken und Macheten. Zwei Compaņeros befinden sich noch
immer in einem sehr schwierigen Zustand.

Die Namen der Verletzten sind:

- durch Schusswaffen -

1-ISIDRO RUIZ DIAZ mit einer Schussverletzung im Brustkorb
2-GUADALUPE DIAZ HERNANDEZ mit eine Verletzung im Rücken, Beinen und Händen durch ein Gewehr
3-FRANCISCO JAVIER CRUZ DIAZ mit einer Schussverletzung in der linken Brustwarze
4-LORENZO PEREZ DIAZ mit Schussverletzung
5-JOSE PEREZ PEREZ mit einer Schussverletzung im linken Knöchel
6- DANIEL RUIZ CURA mit einer Schussverletzung im linken Oberschenkel
7-ABELARDO GUTIERREZ ARIAS mit einer Schussverletzung im linken Bein
8-RULFO GUTIERREZ DIAZ mit einer Schussverletzung im Bein
9-HERMENEGILDO HERNANDEZ NUŅEZ Schuss in der linken Wange
10-MARIO SANCHEZ HERNANDEZ CON HERIDA DE BALA EN CEDAL EN EL MIEMBRO INFERIOR IZQUIERDO
11-CARMELO GONZALEZ SANCHEZ mit Schussverletzung im linken Ohr
12- PASCUALA SANTIZ PEREZ mit einer Schussverletzung im Oberschenkel
13-FELIPE HERNANDEZ PEREZ mit Beinverletzungen durch Schläge und Schüsse
14- JOSE ANTONIO RUIZ GOMEZ mit Schlag- und Schussverletzungen im rechten Arm
15-VICENTE RUIZ HERNANDEZ mit Schlag- und Schussverletzungen in der linken Schulter
16-RUFINO HERNANDEZ LOPEZ mit Schlag- und Schussverletzungen
17-LORENZO PEREZ GOMEZ mit Schussverletzungen im rechten Arm
18-RUFINO HERNANDEZ LOPEZ mit Schussverletzungen im Gesäßmuskel
19-JOSE MANUEL GOMEZ ESPINOZA mit diversen Schlag- und Schussverletzungen im Gesicht


- mit Steinen, Stöcken und Macheten -

1-MODESTO HERNANDEZ JIMENEZ CON GOLPES MULTIPLES EN LA CABEZA Y EN EL OJO, POR PIEDRAS.
2- JUAN DIAZ DIAZ CON GOLPES MULTIPLES POR BLOK Y PIEDRAS.
3-MAXIMILIANO BAUTISTA DIAZ CON GOLPES MULTIPLES POR PIEDRAS Y FRACTURA EN EL ANTEBRAZO IZQUIERDO.
4-MIGUEL NUŅEZ RUIZ CON GOLPES EN LA ESPALDA POR PIEDRAS.
5-HILARIO CRUZ CON GOLPES EN EL BRAZO IZQUIERDO POR PIEDRAS Y PALOS.
6-EDMUNDO DIAZ GOMEZ CON GOLPES EN LA FRENTE.
7-VICTORIO RUIZ JIMENEZ CON HERIDA EN LA PIERNA POR PIEDRAS.
8-LORENZO MENDEZ RUIZ CON HERIDA POR PIEDRA EN LA FRENTE.
9-MANUEL RUIZ GOMEZ CON HERIDA EN LA CABEZA POR PIEDRA.
10-HERNESTO DIAZ DIAZ CON HERIDA POR PIEDRAS EN LA CABEZA
11-ARNULFO LOPEZ GOMEZ CON HERIDA CORTANTE EN LA CABEZA Y GOLPES MULTIPLES.
12-MARIANO LOPEZ PEREZ CON HERIDAS EN LA CABEZA, ESPALDA, FRENTE Y PIERNA, CON PIEDRAS Y PALOS.
13-MARCOS PEREZ HERNANDEZ CON HERIDA POR APIEDRAS Y PALO EN LA CARA Y HOMBRO IZQUIERDO.
14-JOSE DIAZ HERNANDEZ CON GOLPES EN LA CABEZA Y TORAX POR PIEDRAS.
15-AMPARO ALVAREZ SOLIS CON GOLPES EN LA CABEZA Y ROSTRO POR PIEDRAS.
16-MARTHA MARTINEZ LOPEZ CON GOLPES EN EL BRAZO Y CABEZA POR PIEDRAS.

Darüber hinaus wurden diverse Fahrzeuge aus zapatistischen Dörfern beschädigt.

10.- Aus Angst, ein weiteres Mal den Aggressionen der PRDistas ausgesetzt zu sein,
flüchteten zapatistische UnterstützerInnen aus den Gemeinden Jechbo, Elambo Alto
und Elambo Bajo. Es sind 109 Familien (insgesamt 484 Personen, Männer, Frauen,
Kinder und Alte), die nicht in ihre Ursprungsgemeinden zurückkehren können.
Ihre Häuser wurden von den PRDistas ausgeplündert und zerstört. Sie zerstörten
ihre Vorratsbehälter für Wasser und stahlen in den Läden.

11.- Die wichtigsten Urheber diese feigen Aggression sind:

MARTIN SANCHEZ HERNANDEZ, Landkreispräsident
MATEO PEREZ SANCHEZ, erster Gemeinderat
JOSE LOPEZ GONZALEZ, Chef der Landkreispolizei
JOSE PEREZ CONDE, Anführer der PRD von Zinacantán

12.- Wir hoffen, dass Gerechtigkeit hergestellt und dass man die Angreifer
unserer friedlichen zapatistischen Demonstration bestrafen wird, die seit Monaten
die Zapatistas von Zinacantán belästigt und angegriffen haben. Anstatt blödsinnige
Erklärungen abzugeben - wie die des Sekretärs der Regierung des Bundesstaates
Chiapas - sollten die Autoritäten die Aggressoren festnehmen.

13.- Die Junta der Guten Regierung der Altos von Chiapas wird mit ihren
Nachforschungen fortfahren, um die Namen derjenigen herauszufinden, die gemeinsam
mit dem PRD-Präsidenten von Zinacantán, der Landkreispolizei und der PRD die
Compaņeros der Unterstützungsbasen der EZLN angegriffen haben. Wenn es keine
Gerechtigkeit gibt, wird die Junta der Guten Regierung der Altos von Chiapas
die Ergebnisse der Nachforschungen an die Generalkommandantur der EZLN
weiterreichen und die Aggressoren als Paramilitärs beschuldigen, die die
zapatistischen Gemeinschaften angegriffen haben.

14.- Die Junta der Guten Regierung der Altos von Chiapas ruft die nationale und
internationale Zivilgesellschaft dazu auf, sich zu mobilisieren, um Strafen für
die Aggressoren zu fordern, sowie Bedingungen für die Rückkehr der Vertrieben zu
ihren Gemeinden, und diejenigen, die aus der Politik ein Geschäft machen, abzulehnen.

Hochachtungsvoll.

Aus dem Caracol II "Widerstand und Rebellion für die Menschheit"

Junta der Guten Regierung der Altos von Chiapas
"Zentrales Herz der Zapatistas vor der Welt"

Oventik, Chiapas, Mexiko.
April 2004.

_______________________________
Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

Quelle: Enlace Civil 16.4.2004

Die Originale der Schreiben können im JPG-Format eingesehen werden unter:
http://www.enlacecivil.org.mx/denuncias/zinacantan2004abril10
Jedes Dokument umfasst etwa 130 Kb.


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Öffentliche Anzeige des Rates der Guten Regierung "Hacia La Esperanza"

La Realidad, Chiapas, Mexiko, 17. April 2004

An die nationale und internationale Presse
An die NGOs für Menschenrechte
An die ehrlichen Intellektuellen
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft

Brüder und Schwestern.

Eine Gruppe von BewohnerInnen der Stadt Motozintla, Chiapas, aus Calzada
las Canoas, Barrio San Antonio, offizieller Bezirk Motozintla, suchte heute
das Büro dieses Rates der Guten Regierung "Hacia la Esperanza" im Caracol
von La Realidad auf, um ihre Probleme darzulegen, mit denen sie schon seit
Monaten konfrontiert sind, während sie gleichzeitig nach einer friedlichen
Lösung mit den Regierungsinstanzen suchen, obwohl es dieselben Behörden sind,
die das Problem verursachen. Aus diesem Grund geben wir folgendes bekannt:

Öffentliche Anzeige:

ERSTENS: Am 27. Oktober 2003, unter dem Vorwand, das Leben der BewohnerInnen
von Calzada las Canoas, Barrio San Antonio, Motozintla, durch die Pflasterung
der Strasse verbessern zu wollen, zerstörte der Bezirkspräsident dieses Bezirkes,
Oscar René González Galindo, alles: die Wasserleitung, Kanalisation und Gehsteige,
ohne die BewohnerInnen zu konsultieren oder eine vorherige Warnung auszusprechen.
Die Bevölkerung demonstrierte vor dem Bezirksrathaus und beklagte die Zerstörungen
und forderte eine Reparation gemäß den Vorgaben der Bevölkerung, aber niemand
nahm sich ihrer Sache an. Später drohte der Bezirksstaatsanwalt, Andel de Jesus
Flores Chávez, seine Waffe auf Mitglieder des Komitees für Bürgerbeteiligung
abzufeuern, als diese ein Treffen zum Fall Calzada las Canoas verließen.
Die Drohung wurde vor der zuständigen Behörde / Gericht angezeigt (gemäß
Verordnung 254 des Büros der staatlichen Generalstaatsanwaltschaft in Motozintla),
wurde aber bis heute nicht geahndet.

ZWEITENS: Seit dem Zeitpunkt der Zerstörung bis heute, ist Calzada las Canoas
ein Ort der Seuche durch verschmutztes Wasser, und die Gesundheit der Bevölkerung
ist täglich immer größeren Gefahren ausgesetzt, vor allem die der Kinder.

DRITTENS: Das Komitee für Bürgerbeteiligung von Calzada las Canoas und seine
RepräsentantInnen wurden mit Versprechungen überhäuft, mit Dokumenten, die vom
Bezirkspräsidenten, dem Staatsgouverneur und von Vertretern der Bundesregierung
sowie dem Bundesabgeordneten des Distriktes unterzeichnet wurden, aber bis heute
haben sie nichts getan. Alles was sie zustande brachten war, etwas zu zerstören,
nicht zu errichten. Aber da dies nicht vor der Haustür von Seņor Fox oder
Mendiguchia oder irgendeines Mitglieds der Bezirks-, Staats- und Bundesregierungen
geschehen ist, kann es mehrere Monate lang warten.

VIERTENS: In diesem Fall, auch wenn die Regierung sagt, sie würde Ämter gegen
die Korruption einrichten, und auch wenn zur Verbesserung der Lebensbedingungen
des Volkes noch mehr Namen für andere Ämter erfunden werden, auch wenn sie
jemanden schicken, um noch einen Arbeitsentwurf zu formulieren, um zu schlichten
und zum Schweigen zu bringen, und auch wenn sie irgendeinen Kandidaten sagen
lassen, dass jetzt die Lebensbedingungen verbessert werden, sind es die Bezirks-,
Staats- und Bundesregierungen, die das Volk zum bewaffneten Aufstand zwingen.
Es gibt keine andere Möglichkeit. Was kann man tun?

Wenn etwas gut funktioniert, kommt die eigene Regierung, um es zu zerstören;
und wenn etwas schlecht funktioniert, sagen sie einem, sie würden es reparieren
und tun es nicht, und außerdem drohen sie einen umzubringen, und wenn man sich
verteidigen will, hetzen sie einem die Armee auf den Hals. Und dann?
Sie behandeln die Menschen auf eine gefährlich heikle Weise.

Aus diesem Grund fordern wir, dass die Reparation und der Aufbau gemäß den
Forderungen der EinwohnerInnen von Calzada las Canoas umgehend ausgeführt wird.
Es ist nicht möglich oder gerecht, dass ihr Wassersystem, ihre Kanalisation
und ihre Gehsteige zerstört worden sind und man sie zum Schweigen bringen will,
wie es der Regierung passt.

Hochachtungsvoll

Gehorchend regieren

Rat der Guten Regierung "Hacia la Esperanza"

Quelle:
ENLACE CIVIL, A. C.
20 de Noviembre no. 36
Barrio de Mexicanos
C.P. 29240 San Cristobal de las Casas, Chiapas

Telefon/Fax: (967) 6782104
enlacecivil@laneta.apc.org
http://www.enlacecivil.org.mx
Enlacecivil-Mailingliste: Enlacecivil-l@mailman.laneta.org
http://mailman.laneta.org/mailman/listinfo/enlacecivil-l

_________________
Übersetzung: Dana


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Mord an zwei UnterstützerInnen der Zapatistas in Simojovel

An die öffentliche Meinung
An die nationale und internationale Presse
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft

Wir wenden uns an Sie, um die folgenden Fakten zu melden, die sich im Landkreis Simojovel zugetragen haben. Am 10. Februar 2004 verließen Herr Antonio Girón Gómez, seine Frau Isabela Pérez Gutiérez und seine Tochter María Elena Girón Pérez, die allesamt den Zapatistas nahestehen, ihr Haus in Joltealal, Landkreis von Chalchihuitán, um Medikamente im Landkreis El Bosque zu kaufen. Bei der Rückkehr zu ihrem Haus, an der Seilbrücke, die zwischen Las Limas und San Antonio Naranjal liegt, traf sie ein Unbekannter auf dem Weg und griff sie ohne irgendein Motiv mit einem Messer und einer Machete an.

Herr Antonio Girón erlitt sieben Messerstiche in den Körper und einen Machetenschlag in den Kopf, so dass er noch auf dem Weg starb. Frau Isabela Pérez Gutiérrez blieb schwer verletzt mit einer Wunde am Bein und im Magen zurück und wurde daher in das regionale Krankenhaus von Tuxtla Gutiérrez transportiert, wo sie am 12. Februar starb. Glücklicherweise passierte dem Mädchen María Elena nichts, da es vor dem Angreifer fliehen konnte.

Der Mord an diesen zwei Personen ist äußerst schwerwiegend und darf nicht straflos bleiben. Deshalb fordern wir die offiziellen Landkreisautoritäten von Chalchihuitán und Simojovel auf, dass sie die Gründe für dieses Verbrechen untersuchen und den Mörder bestrafen. Des weiteren ist es notwendig, dass dieselben Autoritäten die betroffene Familie entschädigen, denn die Mordopfer hinterließen vier Minderjährige als Waisen und Verlassene.

Die Autoritäten von Chalchihuitán und Simojovel müssen diesen Mord aufklären und den Verantwortlichen bestrafen, denn wenn sie die Straflosigkeit in dieser Zone von Chiapas aufrechterhalten, werden sie zu Komplizen dieses schweren Verbrechens.

DEMOKRATIE, FREIHEIT UND GERECHTIGKEIT

Junta der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zapatistas vor der Welt" [Oventik]
15. Februar 2004

______________________________
Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

[Quelle: www.fzln.org.mx, 20.2.2004]


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Anzeige des Netzes der kommunalen Verteidiger der Menschenrechte, Chiapas

 

 

Compaņer@s:

 

Seit der chirurgischen Räumung der kleinen Ch'ol-Gemeinde Nuevo San Rafael am 22. Januar dieses Jahres hat die mexikanische Armee die Anzahl der Militärkontrollposten auf der Strecke von Teopisca (nahe San Cristóbal de las Casas) nach Benemérito de las Américas (südöstliche Grenze mit Guatemala) stark erhöht. Ebenfalls gestiegen sind seitdem die Patrouillen von Militär-Schnellbooten auf den Flüssen Jataté, Lacantún, Tsendales und Lancanjá, alle im südlichen Teil (des sogenannten Biosphärenreservats – Anmerkung der homepage-Redaktion) von Montes Azules. Die Kontrollen an jedem dieser Militärposten (von denen wir auf unserer letzten Fahrt auf der o.g. Strecke NEUN gezählt haben) sind viel gründlicher als gewöhnlich, bis hin zu der Aufforderung, den Inhalt der Hosentaschen zu zeigen. Speziell an den Kontrollposten nahe Flor de Café, Rio Ixcán und Boca de Chajul fragen die Militärs, ob mensch weiß, "wo sich San Isidro oder 8 de Febrero befindet". Berücksichtigt mensch, welche Eile bei der Vertreibung der indigenen Dörfer gezeigt wurde, welche Interessen auf die südliche Region des Biosphärenreservats als ihr Grundstück privaten Pseudo-Umweltschutzes (Espacios Naturales: Carabias de la Maza, Ford Motors Company) schauen und dass die Räumung von zwei indigenen Gemeinden (Arroyo San Pablo und Nuevo San Rafael) schon erreicht wurde, wird klar, dass ihnen die Räumung der Tzotzil-Siedlung San Isidro (Anm. des Übersetzers: eigentlich Nuevo San Isidro) noch fehlt.

Selbiges Dorf feierte vor kurzem den 2. Jahrestag ihrer Ansiedlung mit einer Feier, an der laut Aussagen von PressevertreterInnen dutzende Indígenas aus anderen zapatistischen Gemeinden desselben Reservats teilnahmen und bei der, als besonderer Akt, Schilder entlang des Flusses Lacantún aufgestellt wurden, auf denen ein großer roter Stern und die Aufschrift "E.Z.L.N. - Zutritt für Funktionäre verboten" zu sehen sind.

Wenn wir all diese Vorkommnisse im Kontext der Militärstrategie analysieren, die - in Übereinstimmung mit der vor kurzem von CAPISE veröffentlichten Studie - von den bewaffneten Streitkräften in der Region entwickelt wird, erscheint es nicht abwegig anzunehmen, dass eine bevorstehende gewaltsame Räumung von San Isidro vorbereitet wird. Dies würde eine klare Provokation und unverantwortliche Maßnahme darstellen, die das Gesetz des Dialoges (Ley del Diálogo) verletzen würde und an den kürzlich gegebenen Empfehlungen sowohl des Speziellen Beauftragten für indigene Völker als auch des Hohen Kommissars für die Menschenrechte (beide UNO) vorbei in eine sehr ungleiche, bewaffnete Konfrontation und Massaker an der indigenen Bevölkerung münden könnte.

 

Wir fordern hiermit in einem Eilaufruf dazu auf, diese Informationen weiterzuverbreiten und auf verschiedenste Weise Eure/Ihre Ablehnung dieser von der Bundesregierung durchgeführten Manöver auszudrücken, die in Komplizenschaft mit der Regierung des Bundesstaates Chiapas - durch Unterlassungen - geschehen.

 

La Red de Defensores Comunitarios por los Derechos Humanos (RDCDH), San Cristóbal de las Casas, Chiapas

México, 14.02.2004

 

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Übersetzung: Thomas


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Menschenrechtszentrum Fray Bartolome de las Casas
23. Januar 2004

23 Häuser bei Räumung einer Gemeinde in den Montes Azules niedergebrannt

Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolome de las Casas sendet diese Anzeige, die gestern am 22. Januar 2004 empfangen wurde, über das Niederbrennen von Häusern und die Festnahme des Bürgers Josué Jiménez Cruz in der Gemeinde Nuevo San Rafael, im Biosphärenreservat Montes Azules gelegen. Heute reisten Angehörige dieses Zentrums dorthin, um die Fakten zu dokumentieren, konnten aber nicht bis Nuevo San Rafael kommen, weil die PROFEPA den Bootsführer der Gemeinde von Ixcán die Zufahrt über den Lacantún Fluss untersagt hat. Deshalb sind die Bedingungen, in denen sich die Bewohner von Nuevo San Rafael befinden, unbekannt. Den Aussagen zufolge, die dieses Zentrum erhalten konnte, wurden 23 Häuser der Gemeinde niedergebrannt, und im Augenblick halten sich 40 Marinesoldaten und Polizisten in Nuevo San Rafael auf. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Bewohner dieser Gemeinde indigene Chol-Vertriebene aus Calvario aus dem Bezirk Sabanilla sind.

In den vergangenen Tagen registrierte die lokale Presse die Ankunft Dutzender Militärs in der Zone, was bei den Anwohnern Furcht verursachte angesichts der Drohungen mit einer bevorstehenden Räumung durch die Bundesbehörden.

Dieses Zentrum verurteilt aufs energischste die Kommunikationssperre, der die Gemeinden unterliegen, und die Verletzung der Reisefreiheit im Gebiet der Montes Azules. Es ist außerordentlich besorgniserregend, dass die Bundesbehörden die Gemeinde Nuevo San Rafael vollständig isoliert haben und damit die verfassungsrechtlichen Garantien auf Reisefreiheit und freie Kommunikation verletzten. Dieses Zentrum fordert sie daher auf, ihre Pflicht zu erfüllen hinsichtlich der Einhaltung und des Schutzes der individuellen und kollektiven Menschenrechte der indigenen Gemeinden im Gebiet Montes Azules.

San Cristóbal de Las Casas, 23. Januar 2004



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Übersetzung: Dana Aldea


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Ultimatum im Ejido Emiliano Zapata läuft aus
San Cristóbal de las Casas, 21. Januar 2004.

Pressekommuniqué von diversen Menschenrechtsorganisationen

Die unterzeichnenden Organisationen geben öffentlich bekannt, dass am 22. Januar 2004 eine Delegation zur Menschenrechtsbeobachtung in die Gemeinde Emiliano Zapata, Bezirk Tila, entsandt werden wird, um die Einhaltung der Menschenrechte während des friedlichen Marsches zu beobachten, den die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Gemeinde durchführen werden, um den Rückzug der mexikanischen Bundesarmee zu fordern, die seit 1995 ein Grundstück in diesem Ejido besetzt hält.

In Anbetracht dessen, dass

- im Verlauf der letzten friedlichen Demonstration, die Einwohner von Emiliano Zapata sowie einige Menschenrechtsbeobachter und Angehörige der Presse, von Familien, die von den Diensten profitieren, die sie an die Soldaten leisten, mit Holzstöcke und Steine angegriffen worden sind;

- die Autoritäten von Emiliano Zapata in den letzten Tagen Drohungen von der Armee erhalten haben, um den Kampf für die Räumung des Militärcamps aufzugeben;

- die Geschichte der Paramilitarisierung in dieser Region bereits Dutzende von Toten gefordert hat;

ersuchen wir die zuständigen Instanzen, die physische und moralische Integrität der EinwohnerInnen der Gemeinde Emiliano Zapata, der Mitglieder der Menschenrechtsdelegation und der Angehörigen der nationalen und internationalen Presse zu garantieren.

Hochachtungsvoll,

CIEPAC, CAPISE, CORECO, Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte, Indymedia Chiapas, Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas, Haus für Kommunikation und Volkskunst Parejo sīcotol, SIPAZ, CIAM, Luisa Yannini, Mittelamerikanisches Netzwerk für Menschenrechte, CEMAS.


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Übersetzung: Dana

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MENSCHENRECHTSZENTRUM FRAY BARTOLOMÉ DE LAS CASAS,A.C.
SAN CRISTÓBAL DE LAS CASAS, CHIAPAS, 15. JANUAR 2004

PRESSEERKLÄRUNG - EJIDO EMILIANO ZAPATA

Am 8. Januar 2004 besuchten Mitglieder des Menschenrechtszentrums gemeinsam mit dem Netzwerk der Gemeindeverteidiger, SIPAZ und mehreren Journalisten das Ejido (=Dorfgemeinschaft – Anmerkung der homepage-Redaktion) Emiliano Zapata im Bezirk Tila auf Ersuchen von 27 der 48 BewohnerInnen dieses Ejidos, die verschiedenen politischen Organisationen angehören, darunter UCIAF, PRI und zapatistische SympathisantInnen.

Die Beobachterbrigade wurde von etwa 70 Personen begleitet, darunter Frauen, Kinder und Männer, die öffentlich fordern wollten, dass das Militärlager der 39. Militärzone sich von ihrem Ejidoland zurückzieht. Es wurden drei Versammlungsbeschlüsse vom 10. Dezember 2003 vorgelesen; diese Dokumente waren vom Besitzer der Parzelle unterzeichnet, auf dem sich diese Armeeabteilung befindet, und der angab, dass man ihm mit Gefängnis gedroht hatte, falls er seine Unzufriedenheit öffentlich machen würde.

Die Ejidatarios forderten den Rückzug der Armee aus ihrer Gemeinde, wo sie eine Operationsbasis unterhält, die seit 1995 5000 qm Gemeindeland besetzt hält. Die Ejidobehörden setzten ein Ultimatum von 15. Tagen für die Räumung des Militärlagers mit dem Namen "Regimiento Garcia" fest. Die Ejidobewohner bestätigten, dass sie am 22. Januar zurückkehren würden, um zu überprüfen, ob das Ejido geräumt worden ist, denn der Schaden, den die Anwesenheit der Bundesarmee in der Sozialstruktur der Gemeinden verursacht, sei bereits irreparabel und ein Verstoß gegen die Menschenrechte der Dorfbewohner. Folgende Beschwerden wurden gemacht:

- Alle 15 Tage kommen Prostituierte. Die Soldaten unterhalten mit ihnen Beziehungen an öffentlichen Plätzen, in voller Sicht der Leute, der Kinder und Frauen, ausserdem befindet sich die Schule nahe des Militärlagers.

-·Einige Familien von Paz y Justicia (einer paramilitärischen Terrororganisation, die schon diverse Morde gegen Zapatistas und ihrer SympathisantInnen verübt hat und in Diensten des Militärs und von lokal Mächtigen sowie letztendlich auch in Diensten der Regierung steht – Anmerkung der homepage-Redaktion) vermieten Zimmer an Frauen, die von den Soldaten gebracht werden.

-·In der Gemeinde gab es vorher keinen Alkoholverkauf. Das ist etwas, das unsere Autoritäten bekämpft haben. Aber jetzt wird in den Läden der PRIistas Alkohol verkauft, und die Soldaten betrinken sich mit ihren Frauen.

-·Die Soldaten rauchen auch Marijuana in Anwesenheit unserer Kinder. Viele Einwohner haben gemerkt, dass sie vielen Kindern Marijuana gegeben haben und sie zwangen, sexuelle Beziehungen mit den Prostituierten zu haben.

Obwohl die Demonstranten friedlich vorgingen, wurde das Lager von einer Sicherheitskette aus 20 Militärpolizisten in voller Kampfmontur geschützt, während sich ganz in der Nähe weitere bewaffnete Soldaten befanden. Beim Abschluss der Veranstaltung wurden die Demonstranten von Frauen angegriffen, die zu Paz y Justicia gehören und Steine und Holzstöcke einsetzten. Dies führte zu großen Spannungen, denn mehrere DemonstrantInnen wurden verletzt. Trotz der Verspottung und der Gewalttätigkeit gegen die Ejidobewohner, antworteten diese nicht auf die Angriffe.

Die Situation verschärfte sich zusätzlich, da seit dem 12. Januar 2004 laut Presseinformationen, zwei Panzerfahrzeuge der Bundesarmee, ein Patrouille der örtlichen Polizei und eine andere des Staatlichen Ermittlungsamtes in der Gemeinde angekommen sind. Die Polizisten weigerten sich, ihre Namen zu preiszugeben. Sie wurden angeführt vom Leutnant der Operationsbasis und vom Kommandanten des Hauptquartiers in Tuxtla Gutiérrez, die den Ejidoautoritäten sagten: "Das Militär wird das Grundstück nicht verlassen. Sie dürfen ihre Demonstrationen nicht weiterführen, denn dann werden im Gegenteil noch zwei oder drei weitere Lager eingerichtet, und das an jedem beliebigen Ort."

Das Menschenrechtszentrum ruft die Bundes- und Staatlichen Behörden auf:

- den Gesuchen der Ejidobewohner unter völliger Achtung ihrer Menschenrechte nachzugehen;

- das im Artikel 14 des Agrarischen Gesetzes festgelegte Recht zu achten, das den Ejidobewohnern den Gebrauch und die Nutzung ihrer Parzellen zusichert;

- die Versammlung als höchstes Organ des Ejidos anzuerkennen, wie in Artikel 22 des gleichen Gesetzes festgelegt.

- Es ist von grösster Wichtigkeit, dass die zuständigen Behörden alle Handlungen revidieren und untersuchen, die in den drei Ejidobeschlüssen beanstandet werden, in dem Sinne, dass die Anwesenheit der Bundesarmee ein Angriff auf die Sicherheit der Gemeinden darstellt.

- Wir ersuchen auch darum, die Beteiligung, Gewalttätigkeit und Drohungen von Mitgliedern der Gruppe Paz y Justicia gegen die Ejidobewohner zu klären, da eine Vernachlässigung durch die Behörden schwere Konsequenzen für die ganze Region nach sich ziehen könnte.

- Wir fordern erneut die Entwaffnung und Auflösung der paramilitärischen Gruppen, und die Bundesgeneralstaatsanwaltschaft detailliert über die Ermittlungen und Maßnahmen berichtet, die sie hinsichtlich der paramilitärischen Gruppen unternommen hat.

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Übersetzung: Dana

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Das Menschenrechtszentrum Fray Barolomé de las Casas, San Cristóbal de las Casas, Chiapas

20.12.2003

PRESSEMITTEILUNG – erneute paramilitärische Übergriffe

Dieses Menschenrechtszentrum informiert die Öffentliche Meinung darüber, dass wir im Laufe dieser Woche verschiedene Anzeigen zu einschüchternden Aggressionen und Bewegungen von als paramilitärisch identifizierten Gruppen erhalten haben. Diese haben Comunidades der chiapanekischen Gebiete Norte, Altos und Selva bedroht und eingeschüchtert.

In Unión Hidalgo, Gemeinde Sabanilla, bedrohten Mitglieder von Paz y Justicia eine Gruppe Indigener, sie am 8. Dezember 2003 zu vertreiben. Selbst wenn die Vertreibung nicht stattgefunden hat, so haben die Aggressoren doch das Gesundheitszentrum und den Laden der Kooperative zerstört.

In Chulum Juárez, Gemeinde Tila, drohte Paz y Justicia 80 Familien, die sich im Widerstand befinden, sie möglicherweise am 24. oder 31. Dezember zu vertreiben. Es ist wichtig, bekannt zu machen, dass die Aggressionen gegen diese Familien in den letzten Monaten stattgefunden haben, so wie die Zerstörung des Drahtzaunes, der die Kiesbank, die den Angegriffenen gehört, schützte.

55 Bauernfamilien der Siedlung Nueva Revolución, Gemeinde Tila, wurden von Familien, die mit der Regularisierung des Landes einverstanden sind, mit Vertreibung bedroht.

Die autonome Gemeinde San Manuel hat Drohungen von PRI-Gruppen dahingehend erhalten, dass sie sich am 20. Dezember oder 1. Januar 2004 mobilisieren würden, um das Land zu besetzen, auf dem sich diese autonome Gemeinde befindet.

Im Gebiet Altos in San Andrés Larrainzar wurden Bewegungen von Paramilitärs bekannt, insbesondere in den Comunidades von Magdalena de la Paz, Potobtic, Cotsilnam, Aldama und Tepeyac, wo man sogar sagt, dass diese bewaffneten Gruppen nachts üben. Siedler von Cotsilam und Aldama berichteten uns, dass es ihnen nicht möglich gewesen sei, aufgrund von Wegsperren, die von den Paramilitärs errichtet wurden, zum Dorffest zu gehen. Auch Diakone dieser Gegend erhielten anonyme Morddrohungen.

Das Menschenrechtszentrum ruft die Bundes- und Landesbehörden dringend dazu auf, die Drohungen und Einschüchterungen, die die Sicherheit, Unversehrtheit und Freiheit der Siedler dieser Gebiete bedrohen, nicht zu unterschätzen. Wir fordern ebenso, dass die entsprechenden Präventivmaßnahmen ergriffen werden.


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Übersetzung: Gabriele Jahn


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Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas, San Cristóbal de las Casas, Chiapas

19.12.2003

PRESSEMITTEILUNG – sechs Jahre nach dem Massaker in Acteal


Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas äußert seine Sorge wegen der Verzögerung in der rechtlichen Verfolgung des Massakers von Acteal, das am 22. Dezember 1997 begangen wurde und bei dem 45 Tzotziles, 15 Kinder, 21 Frauen, vier von ihnen schwanger zwischen der 10. Woche und dem 5. Monat, sowie 9 Männer massakriert sowie 25 Personen verletzt wurden, ohne dass die Policía de Seguridad Pública (Öffentliche Sicherheitspolizei), deren Kasernen kaum 200 Meter entfernt lagen, ihnen zu Hilfe gekommen wäre.

Die Bundes- und Landesregierungen haben sich geweigert, die Beweise anzuerkennen, nach welchen es sich bei dem Massaker um eine Kriegsaktion handelte. Dadurch konnte die Verteidigung der Beschuldigten die öffentliche Meinung über die echten Motive des Gemetzels hinwegtäuschen und bekanntgeben, dass es sich um ein religiöses Problem handelte. Als Teil ihrer Strategie, die Beschuldigten zu schützen, haben sie Gesetzeslücken genutzt, denn so lange es keine Reformen gibt, die eine Strafe speziell für paramilitärische Gruppen vorsehen, werden weiterhin Begriffe wie ‚bewaffnete zivile Gruppen‘ verwendet werden , wodurch der Aufstandsbekämpfungscharakter dieser Organisationen minimiert wird.

Außerdem erschweren unserer Meinung nach die separaten Verhöre der Beschuldigten die Verkettung der Tatbestände - die dem Massaker vorausgegangenen Verbrechen, die verschiedenen Versammlungen der Aggressoren, um die Leute unter Druck zu setzen und von ihnen Mittel für Waffenkäufe zu fordern, Schutz der Zivilbevölkerung durch Polizisten, wie es in Erklärungen auf Ministerebene heißt. Hier hat der Unteroffizier Felipe Vázquez Espinosa seinen Vorgesetzten, den Ersten Offizier Absalón Gordillo mit einbezogen, und gesagt, dass er ihnen den Befehl gegeben habe, die Paramilitärs zu schützen.

Das Rechtsorgan hat die grundlegenden Prinzipien der Gerechtigkeit nicht erfüllt: das Recht auf Wahrheit, einen gerechten Prozess, Wiedergutmachung des Schadens (kein einziges Urteil, das aufrechterhalten wurde, beinhaltete eine Schadensersatzzahlung) und genauso wenig wurde garantiert, dass sich ein solcher Akt nicht wiederholt.

Zunächst wurden 13 vorläufige Ermittlungen gestartet, die zu den jeweiligen Strafverfahren geführt haben. Nur einige wurden zusammengefasst, womit einzig 11 Verfahren übrig blieben.  Es war aber die Aufgabe des Rechtsorgans, alle Verfahren, die direkt mit dem Massaker im Zusammenhang stehen, zu einem einzigen zusammenzufassen, da die begangenen kriminellen Handlungen in einem einzigen Akt stattgefunden haben.

All dem müssen wir hinzufügen, dass durch den Widerruf des Haftbeschlusses aufgrund des wahrscheinlichen Delikts einer kriminellen Vereinigung, eine Fragmentierung der Tatsachen und Umstände erreicht wurde. Nur 15 Beamten auf unterer Ebene wurde der Prozess gemacht. Völlig straffrei blieben die Beteiligung und Verantwortlichkeit von Ernesto Zedillo Ponce de León, Präsident der Republik, Emilio Chuayffet, Innenminister, Julio César Ruiz Ferro, Gouverneur des Staates (der auf angemessene Art über die Situation informiert worden war und nicht gehandelt hat, um das Massaker zu verhindern) und anderen. Und das, obwohl die Delikte Beamtenverschwörung, unrechtmäßige Ausübung Öffentlichen Dienstes und Delikte der Justizverwaltung offensichtlich mit den jeweiligen Amtsverpflichtungen im Zusammenhang stehen.

So haben Zeugen bestätigt, dass Staatsbeamte damit einverstanden gewesen wären, dass Zivilisten Waffen tragen, die ausschließlich für die Armee bestimmt sind, sowie Fahrzeuge und staatliches Eigentum benutzen, um bewaffnete Zivilisten zu transportieren.

Der Staat begünstigte die Auflösung der Spezialstaatsanwaltschaft, die am 1. April 1998 geschaffen worden war, minimierte und verzögerte damit die Rechtsprechung und reduzierte diese Instanz auf einen einfachen Bereich, der von der ‚Unterabteilung Strafverfahren „A“‘ der Abteilung des Obersten Gerichtshofs der Republik in Chiapas abhängig ist. Verantwortlich ist der dem zweiten Gerichtsbezirk des Distrikts zugewiesene MP, wo derzeit 2 offene Strafverfahren gegen Zivilisten laufen.

Das genannte Zentrum ruft die Bundes- und Landesbehörden dringend dazu auf, sich schnellstens im Dienste der Wahrheit und Gerechtigkeit um diese Unregelmäßigkeiten, die den Rechtsprozess gelähmt haben, zu kümmern. Andernfalls wird das Argument der Verteidigung der Beschuldigten bezüglich des religiösen Hintergrundes als Motiv des Massakers die öffentliche Meinung weiterhin irreführen und im schlimmsten Fall zu einem politischen Druckmittel werden, das den Rechtsprozess noch mehr vom richtigen Wege abbringt.

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Übersetzung: Gabriele Jahn


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Anzeige der Vorfälle im Bezirk Olga Isabel


27. Oktober 2003
Caracol Torbellino de Nuestras Palabras
(Caracol Schneckenwindung unserer Worte)


An die nationale und internationale Presse
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft
An die ehrlichen Menschenrechtsverteidiger von Mexiko
An die sozialen Nichtregierungsorganisationen

Die Autoritäten der Junta der Guten Regierung "Corazón del Arcoiris de Nuestra esperanza" ("Herz des Regenbogens unserer Hoffnung") machen folgende Vorfälle in der Gemeinde Kīan Akil, Autonomer Bezirk in Rebellion Olga Isabel, Chiapas, Mexiko, bekannt.
Wir werden ein wenig über die Geschichte der Situation erzählen, in der die Einwohner der Gemeinde Kīan Akil leben, nahe der Region, in der eine kleine Gruppe bewaffneter Männer operieren, die als die Aguilares bekannt sind, die unschuldige Menschen ermordet haben und die Zivilbevölkerung der Region seit vielen Jahren bedrohen, ohne dass jemand aufmerksam geworden wäre oder irgendetwas getan hätte um Gerechtigkeit zu üben.

Am 15. Oktober 2003 gegen 12:30 Uhr wurden Schüsse aus Hochleistungswaffen abgefeuert. Am 28. Oktober 2003 gegen 12:00 Uhr tauchten sie auf der Strasse dieser Region auf, um zu provozieren und zu erschrecken, sie sperrten den Pfad zu dem Bach ab, an dem die Frauen ihre Wäsche waschen und baden müssen, weil es der einzige Ort ist, den sie benutzen können.

Der Autonome Bezirk Olga Isabel hat auf nationaler Ebene viel über das, was sie erleiden denunziert und gemeldet, nicht nur die Menschen, die sich autonom organisieren, sondern auch jene, die nicht Mitglieder des Autonomen Bezirks sind, die auch ihre Klagen, bei den Regierungsinstitutionen eingereicht haben, aber diese haben nichts getan.

Jetzt misshandelt diese Gruppe der Aguilares weiterhin die Menschen und bedrohen alle umliegenden Gemeinden unter dem Schutz der Regierungsbehörden.

Die sozialen Nichtregierungsorganisationen wissen das sehr gut, wir denken, dass sie ausreichende Beweise über die angerichteten Schäden oder über frühere Vorfälle in dieser Region haben, einschließlich der Ermordung unseres Compaņero Antonio Mejía Vásquez, der am 26. August 2002 in der Gemeinde K'an Akil auf der Strasse aus einem Hinterhalt angegriffen wurde. Seit diesem Zeitpunkt haben sich die Drohungen gegen die Angehörigen des Autonomen Bezirkes verschärft, weil sie die Wahrheit sagen über das, was in der Vergangenheit geschehen ist, und am meisten hat die Mejía Familie zu leiden, die Söhne und Töchter des verstorbenen Antonio Mejía Vázquez.

Als Autonomer Bezirk werden nicht aufhören, die Taten dieser Gruppe von Verbrechern und ihre Feindseligkeiten gegen die Bevölkerung anzuklagen, und genauso wenig werden wir erlauben, dass unsere Compaņeros weiterhin darunter leiden müssen.

Hochachtungsvoll,

Der Autonome Rat des Bezirkes Olga Isabel

Junta de Buen Gobierno "Corazón del Arcoiris de nuestra Esperanza" ("Herz des Regenbogens unserer Hoffnung")

Unterschriften und Siegel



Quelle:
ENLACE CIVIL, A. C.
20 de Noviembre no. 36
Barrio de Mexicanos
C.P. 29240
San Cristobal de las Casas, Chiapas

teléfono/fax:           (967) 6782104

enlacecivil@laneta.apc.org

Te invitamos a visitar nuestra página web!!
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Übersetzung: Dana


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16. Oktober 2003
Anzeige der Gemeinden Tzacucum und Jolitontic, Bezirk Chalchihuitán, Chiapas, Mexiko.

An die Öffentliche Meinung
An die Nationalen und Internationalen Medien
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft

Brüder und Schwestern,

die Unterzeichnenden dieser Anzeige sind die lokalen Autoritäten und Repräsentanten der Gemeinden Tzacucum und Jolitontic aus dem Hochland von Chiapas. Wir möchten klären, wie sich die Vorfälle vom Montag, dem 13. Oktober 2003, wirklich zugetragen haben, als die Soldaten in die genannten Gemeinden eingedrungen sind.

Die ersten 35 Bundessoldaten betraten Tzacucum gegen 18.30 Uhr. Die Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung lehnten die Anwesenheit der Soldaten sofort ab und ersuchten sie auf friedliche Weise, die Gemeinde zu verlassen. Sie blieben für einige Minuten und fuhren dann weiter nach Jolitontic, das sie gegen 19.30 Uhr erreichten. Dort errichteten die Soldaten ein Lager vor der Schule von Jolitontic und verteilten sich auf die ganze Ortschaft, um die Gemeinde zu kontrollieren.

Die Repräsentanten der Gemeinden Tzacucum und Jolitontic fragten die Soldaten, wer sie autorisiert habe, die Gemeinden zu betreten. Die Soldaten sagten zuerst, dass der Bezirkspräsident von Chalchihuitán sie angefordert habe, aber später sagten sie, sie hätten sich unterwegs verirrt. Die Soldaten kampierten die ganze Nacht vor der Schule von Jolitontic.

Dienstag morgen gegen 5.00 Uhr ersuchten die Repräsentanten der Gemeinden die Soldaten, zu gehen, aber als die Soldaten nicht weggingen, schickten ihnen die Menschen ein zweites Gesuch. Die Soldaten verließen die Gemeinde von Jolitontic erst gegen 10.00 Uhr vormittags.

Mit diesen Tatsachen wollen wir demonstrieren, dass der Bezirksbeauftragte von Tzacucum, Mariano Díaz Pérez, lügt, wenn er fälschlicherweise erklärt, dass die zapatistischen Basen die Soldaten 10 Stunden lang gefangengehalten hätten und man 10 Stunden lang über ihre Freilassung verhandeln musste. Mariano Díaz Pérez und einige seiner Compaņeros sind als Provokateure bekannt.

Darüber hinaus möchten die zapatistischen Basen den PRIistas der Gemeinden von Chalchihuitán sagen, dass sie den Lügen nicht glauben sollen, und dass wir weder Probleme noch Streit mit irgendjemanden suchen. Im Gegenteil, wir wünschen uns gegenseitigen Respekt, gleichgültig welcher Organisation oder Religion man anhängt.

Die Repräsentanten von Tzacucum und Jolitontic

JUNTA DER GUTEN REGIERUNG "ZENTRALES HERZ DER ZAPATISTEN VOR DER WELT" (JUNTA DE BUEN GOBIERNO CORAZÓN CÉNTRICO DE LOS ZAPATISTAS DELANTE DEL MUNDO)


Quelle:
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Übersetzung von Dana


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LA JORNADA vom 13.10.2003
Junta der Guten Regierung läßt Festgenommenen frei
Tuxtla Gutiérrez hat bezahlt

von ELIO HENRIQUEZ

Der Anführer der Unabhängigen Landarbeiter- und Bauernzentrale (CIOAC-Oficial), Miguel Angel Vázquez Hernández, teilte mit, dass die Junta der Guten Regierung "Hacia la Esperanza" ("auf die Hoffnung zu") diesen Sonntag Armín Morales Jiménez freigelassen hat, der seit dem 2. September unter der Beschuldigung des angeblichen Deliktes des Vertrauensmissbrauchs festgenommen war.

Am Telefon sagte der Anführer der Tojolabales, dass sein Compaņero um 17 Uhr freigelassen wurde, angeblich nachdem die Regierung des Bundesstaates Chiapas die 80.000 Pesos bezahlt hatte, die der Autonome Rat von San Pedro de Michoacán als Zahlung für einen Lieferwagen gefordert hatte, der Gilberto Hernández, Unterstützer der EZLN, gehörte, und den Armín Moralez an eine andere Person widerrechtlich verkauft hatte.

Er fügte hinzu, dass die CIOAC-Oficial "nicht damit einverstanden  ist, dass die Regierung die 80.000 Pesos bezahlt hat, weil es ein schlechter Präzedenzfall ist, und wenn sich Fälle wie dieser wiederholen, werden sie ebenfalls Geld fordern. Wir sind definitiv nicht damit einverstanden, aber die Regierung hat es ja schon so gemacht".

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Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

Anmerkung: Das ist meiner Meinung nach noch keine "runde" Darstellung der Sachlage, auch wenn es La Jornada ist. Mal sehen, was die Menschenrechtsorganisationen und die Zapatistas selbst dazu sagen werden.

Luz

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Autonomer Bezirk Santa Catarina, Chiapas, Mexiko
11.
Oktober 2003

An die Öffentliche Meinung
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft
An die nationale und internationale Presse


Brüder und Schwestern,

wir möchten Sie darüber informieren, was sich am 9. Oktober 2003 im Ejido San Francisco El Triunfo, Autonomer Bezirk Santa Catarina, zugetragen hat.

Gegen 11.00 Uhr vormittags trafen auf Veranlassung des Friedensbeauftragten Luis H. Alvarez der Bezirkspräsident und der offizielle Bezirksrichter von Pantelhó zusammen mit zwei Anwälten im Ejido ein. Sie wurden ebenfalls von vier Beamten der öffentlichen Sicherheitspolizei begleitet, die die Straße überwachten. Als sie die Gemeinde erreichten, fingen der Bezirksbeauftragte und der Überwachungsrat an, über die Lautsprecheranlage die Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung aufzufordern, zu einem Treffen zu erscheinen. Sie riefen sie dreimal aus, aber die Compaņeros leisteten nicht Folge. Daraufhin gingen ein Anwalt und der Überwachungsrat dazu über, die Compaņeros persönlich aufzurufen. Die Compaņeros sagten dem Anwalt, dass sie weder Provokationen noch Probleme mit den PRIistas haben wollten und deshalb nicht zu diesem Treffen mit den PRIistas gehen wollten.

Danach versammelten sich die Beamten in der Schule, wo sie mit den PRIistas ein vier Stunden langes Treffen abhielten, und danach verließen sie die Gemeinde.

Daraufhin begann der PRIistische Bezirksbeauftragte, die PRIistischen Männer und Frauen zusammenzurufen, und sie kamen überein, Probleme zu verursachen, denn vier Stunden später gingen sie dazu über, die Kapelle zu zerstören, da, wie sie sagten, die Zapatisten von dort ihre Ideen hernehmen würden.

Die Kapelle gehört hauptsächlich den zapatistischen Compaņeros, denn nur sechs PRIistas sind katholisch. Die meisten PRIistas gehören einer anderen Glaubensrichtung an; 12 Personen sind presbyterianisch und sieben gehören der Pfingstbewegung an. Sie stahlen die Dachabdeckungen und die Aluminiumplatten der Kapelle und nahmen sie mit nach Hause. Die Heiligenbilder blieben ohne Dach. Zudem zerstörten sie eine alte Kapelle vollständig und hackten die Dachstützen mit der Axt durch.

Die PRIistas, die all diese Probleme verursachten, sagten, dass sie der Anordnung des Bezirkspräsidenten folgten, deshalb sagen die PRIistas, dass sie keine Angst hätten, und dass wir Zapatistas nichts wert seien. Beiliegend sind die Namen der PRIistas, die diese Probleme verursachen.

Katholiken:
1. Juan Jiménez Guzmán
2.
Alonso Jiménez Gómez
3. Pedro Jiménez Gómez
4.
Mariano Sántiz Pérez
5.
Antonio Jiménez Pérez
6. Agustín Jiménez Méndez

Pfingstler:
1. Juan Méndez Gómez
2. Juan Méndez Cruz
3. Pablo Méndez Cruz
4. Manuel Méndez Cruz
5.
Antonio Méndez Cepeda
6. Antonio Méndez Cruz
7.
Juan Méndez Jiménez

Presbyteraner:
1.
Antonio Gómez Pérez
2. Sebastián Gómez Torres
3. Manuel Gómez Torres
4. Antonio Gómez Torres
5.
Lorenzo Gómez Pérez
6. Juan Gómez López
7. Manuel Gómez Martínez
8.
Lorenzo Mendoza Gómez
9. Manuel Mendoza López
10.
Miguel Mendoza López

Dies sind alle Personen, und jetzt sagen und drohen sie an, andere Häuser der Compaņeros niederzubrennen. Wenn diese Handlungen nicht aufhören, werden wir nicht schweigen.

Hochachtungsvoll

Autonomer Bezirksrat Santa Catarina
Junta der Guten Regierung 'Zentrales Herz der Zapatisten vor der Welt' (Corazón Céntrico de los Zapatistas Delante del Mundo)

Quelle:
ENLACE CIVIL, A. C. 20 de Noviembre no. 36 Barrio de Mexicanos C.P. 29240 San Cristobal de las Casas, Chiapas
teléfono/fax:  (967) 6782104
enlacecivil@laneta.apc.org
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___________________
Übersetzung von Dana



  
  
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  CIOAC OFICIAL verschleppt zwei Zapatisten (14.9.2003)


JUNTA DER GUTEN REGIERUNG "HACIA LA ESPERANZA"

MUTTERCARACOL DER CARACOLES VON "SEE UNSERER TRÄUME".

LA REALIDAD, CHIAPAS, MEXIKO, 14. SEPTEMBER 2003.

AN DIE NATIONALE UND INTERNATIONALE PRESSE
AN DIE MEXIKANISCHE BEVÖLKERUNG
AN DIE VÖLKER DER WELT

BRÜDER UND SCHWESTERN.

WIR ZEIGEN FOLGENDES AN:

1.- DIE JUNTA DER GUTEN REGIERUNG "HACIA LA ESPERANZA" lehnt aufs schärfste die Aktionen und Pläne der Leiter von CIOAC OFICIAL ab, angeführt von den Abgeordenten Luis Hernández Cruz, Antonio Hernández Cruz, José Antonio Vázquez Hernández, Miguel Ángel Vázquez Hernández, Cesar Morales Jiménez, dem Leiter der Bezirkspolizei Roberto Alfaro Velasco, und Jorge Luis Escandón Hernández, vorgeblicher Bezirkspräsident von Las Margaritas.

2.- Sie sind die Verantwortlichen, die die Entführung unserer Compaņeros José Luis Solís López und Oscar Lorenzo Méndez organisiert haben sowie den Raub des Lastwagens aus den Beständen der Junta der Guten Regierung (JGR).

3.- Am 13. September, wendete sich eine Kommission der JGR an das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas und das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte, um etwas über den physischen und psychischen Zustand unserer Compaņeros in Erfahrung zu bringen, die bereits am 10. September gegen 8:00 Uhr in der Gemeinde Ignacio Zaragoza gewaltsam verschleppt wurden, und über die wir bis heute nichts in Erfahrung bringen konnten.

4.- Die drei Kommissionen reisten in die Gemeinde Saltillo, wo unsere Compaņeros angeblich gefangengehalten wurden, aber wir fanden sie hier nicht, wir trafen nur die Tochter eines Kommissars an, die uns sagte: "Ich hörte meinen Papa sagen, dass sie heute morgen woanders hingebracht worden sind". Wir fragten sie, wohin, aber sie sagte, sie wüsste es nicht.

5.- Die Überstellung unserer Compaņeros an einen unbekannten Ort zeigt klar, dass es sich hier um das Verbrechen einer Entführung handelt.

6.- Wir bitten die Bevölkerung von Chiapas und von ganz Mexiko, uns dabei zu helfen, unsere Compaņeros zu lokaliseren, die Opfer einer Entführerbande geworden sind, die sich als Leiter von CIOAC OFICIAL bezeichnen und Komplizen der Räubermafia sind. Wir fordern ebenfalls, dass diese Leiter öffentlich aufklären, welche Gründe und Motive sie hatten, unsere Compaņeros zu entführen. TÖTEN, BERAUBEN, VERGEWALTIGEN ODER WAS?

7.- Wir möchten klarstellen, dass es uns schmerzt, dass die armen Unterstützungsbasen von CIOAC OFICIAL geschickt manipuliert und mobilisiert wurden, um diese Niedertracht zu verteidigen. Die Leiter von CIOAC drohen ihnen damit, ihnen keinen Schutz zu gewähren, wenn sie sich nicht mobilisieren. Aber wenn sie sich weiterhin mobilisieren, werden sie zu Komplizen der Räubermafia.

8.- Wir machen den Bezirkspräsidenten, den Bezirksleiter der Polizei, den Lokalabgeordneten und die CIOAC Leiter für die physische und psychische Integrität unserer Compaņeros verantwortlich sowie für den Zustand unseres LKWs.

9.- Wir lehnen ab, geben zur Kenntnis und streiten entschieden ab, dass Sr. Armin Morales in der Gemeinde von San José del Río von Milizen mit Schusswaffen gewaltsam in Gewahrsam genommen worden sei, wie öffentlich behauptet wurde.

10.- Am 2. September 2003 kamen die Seņores Armín Morales, Absalón Morales, Rigoberto Pi, Eduardo Cristiani und Salomón Álvarez vor den Bezirksautoritäten von San Pedro de Michoacán, mit Sitz in La Realidad Trinidad, zu folgender Übereinkunft:

- Sr. Absalón Morales verpflichtete sich freiwillig, innerhalb von 4 Tagen eine Summe von 80.000 Pesos an Sr. Rigoberto Pi zu zahlen, die dem Wert des Lastwagens entspricht. Als Zeugen stehen Sr. Eduardo Cristiani und Sr. Salomón Álvarez zur Verfügung. Sr. Armín Morales blieb nur zurück, bis sein Vater Absalon Morales mit den 80.000 Pesos zurückkehrte, um für den gestohlenen Lastwagen zu zahlen.

11.- Volk von Mexiko, um wahre Gerechtigkeit zu erhalten, zahlen wir mit der Entführung unserer Compaņeros. Aus diesem Grund FORDERN wir die sofortige und bedingungslose Freilassung unserer Compaņeros und die Aushändigung unseres Fahrzeugs. Was ist an diesem Verbrechen nicht zu verstehen? Was ist daran nicht zu verstehen, dass sie unsere Compaņeros unrechtmäßig verschleppt haben und ohne Kontakt zu ihren Familien gefangenhalten? Was muss siegen, die Vernunft oder die Ahnungslosigkeit, das Einvernehmen oder die Taubheit, der klare Blick oder die Blindheit?

Sagen Sie uns das, Volk von Mexiko.

HOCHACHTUNGSVOLL

DIE JUNTA DER GUTEN REGIERUNG "HACIA LA ESPERANZA"

(Siegel und Unterschriften)


(übersetzt von Dana)

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Belästigungen in Santa Catarina, Chiapas (9.9.2003)

 Junta der Guten Regierung, Corazón Céntrico de los Zapatistas Delante del Mundo' (Zentrales Herz der Zapatisten der ganzen Welt)

Caracol Tzobombail Yu'un Lekil J'amteletik Ta O'lol Yo'on Zapatista Ta Stuk'il Sat Yelob Sjunul Balumil

9. September 2003.

- Anzeige -

An die Öffentliche Meinung
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft
An die Nationale und Internationale Presse

Brüder und Schwestern

Die Unterzeichnenden, die Junta der Guten Regierung von Los Altos, Chiapas, Mexiko, möchten durch diese Anzeige auf die Probleme in der Gemeinde San Francisco del Triunfo, Autonomer Bezirk Santa Catarina, ehemaliges Pantelhó, aufmerksam machen. Wir erklären folgendes

1. - Das Problem in der besagten Gemeinde begann am 18. August 2003, als eine allgemeine Registrierung für Bildungszwecke durchgeführt wurde. Die EZLN-Unterstützungsbasen kamen überein, ihre Kinder nicht mehr einzuschreiben, weil sie gesehen hatten, dass es ein Problem mit den Forderungen für die Annahme der Hilfsleistungen für das Essen der Studenten gab. Die PRIistas wurden darüber wütend und beschwerten sich bei ihrem Bezirkspräsidenten in Pantelhó, wo sie die Polizei und die Armee anforderten, um die Compaņeros in den Unterstützungsbasen einzuschüchtern. Sie beschweren sich auch bei anderen Institutionen und fordern vom Bezirkspräsidenten Waffen.

2. - Am 7. September gegen 22:00 Uhr fingen sie an, ihre Waffen Kaliber 22 einzusammeln. In der gleichen Nacht fingen sie an, die Häuser mit Steinen zu bewerfen, und danach feuerten sie ihre Waffen ab, um die zapatistischen Brüder und Schwestern zu erschrecken. Die PRIistas sagen, die Zapatisten hätten weder Kraft noch Mut, und dass sie keine Autorität hätten.

Wir, der Autonome Rat der Junta der Guten Regierung, gemeinsam mit unseren Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, wollen, dass die Rechte unserer Compaņeros respektiert werden, genauso wie jene, die keine Unterstützungsbasen sind, es verdienen, von allen respektiert zu werden. Wir wollen nicht, dass es hier Probleme zwischen armen Indigenas gibt, denn wir verdienen es alle, in Frieden zu leben.

Unsere Compaņeros, die belästigt werden, befinden sich in Rebellion und gehören zum Autonomen Bezirk Santa Catarina.

Wir hoffen, dass diese Anzeige ihren Weg zu Ihnen gefunden hat, damit Sie etwas über die Probleme erfahren, die sich innerhalb unserer Gemeinden in Rebellion zutragen, damit wir uns alle gegenseitig dabei helfen können, vorwärts zu kommen.

Respektvoll

Die Junta der Guten Regierung

Fredi Juárez Pérez
Abraham Sánchez Pérez
[Unterschriften und Siegel]


Autonomer Bezirk Santa Catarina

Mariano Sánchez López
[Unterschrift und Siegel]


(übersetzt von Dana)

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Von: Enlace Civil enlacecivil@laneta.apc.org
Samstag, 6.
September, 2003


Caracol, Torbellino de Nuestras Palabras
5.
September, 2003.

An die nationale und internationale Zivilgesellschaft:
An die nationale und internationale Presse:

Brüder und Schwestern:

Auf diese Weise möchten wir die Vorfälle melden, die sich in dem Autonomen Bezirk Miguel Hidalgo zugetragen haben.

Gestern, am 4. September, 2003, gegen 11:00 Uhr, wurden zwei Compaņeros unseres Bezirkes, Seņor Juan Sántiz Gómez und sein Sohn, Fernando Sántiz Pérez, von den Öffentlichen Sicherheitskräfte von Teopisca festgenommen. Sie wurden eingesperrt, und ihr Laster, mit dem sie Feuerholz für den Eigengebrauch transportierten, wurde ihnen weggenommen.

Die Compaņeros wurden auf dem Straßenabschnitt zwischen Amatenango und Teopisca festgenommen, zusammen mit zwei andere Lastwagen, die Bretter und Kohle transportierten. Man sagte ihnen, sie wären festgenommen worden, weil sie keine Zulassungen mitgeführt hätten, aber ein Laster wurde freigelassen, nachdem sie der Öffentlichen Sicherheitspolizei Geld bezahlt hatten.

Als Antwort auf diese Vorfälle erklären wir:
1. Unsere Compaņeros brachen dieses Feuerholz um zu überleben, und man beschuldigt sie zu Unrecht Ressourcen illegal zu nutzen.

2. Die Regierung belästigt arme Indigenas, die auf ihrem Land arbeiten. Sie fordern, dass sie um Erlaubnis bitten, und sie nehmen ihnen noch das wenige weg, mit dem sie überleben müssen. Gleichzeitig erlauben sie den großen Holzunternehmen und den wahren Ausbeuter, die tatsächlich Tausende Bäume fällen, weiterzumachen, und in den meisten Fällen sind sie große illegale Holzhändler.

Angesichts dieser großen Ungerechtigkeiten, fordern wir, dass unsere zwei Compaņeros mit ihrem Laster freigelassen werden, und dass die Werkzeuge, die sich darin befanden ihnen zurückerstattet werden.

Als eine Junta der Guten Regierung, und als Autonome Bezirke, sind wir nicht länger bereit weitere Ungerechtigkeiten gegen Indigenas und arme Campesinos hinzunehmen.

Aufrichtig,

Die Junta der Guten Regierung Corazón del Arcoíris de Nuestra Esperanza

[Siegel]


* * *

(übs. von Dana)


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Von: Enlace Civil enlacecivil@laneta.apc.org
Sonntag, 7. September 2003

Junta der Guten Regierung Corazón Céntrico de los Zapatistas Delante del Mundo

Caracol Tzobombail Yu'un Lekil J'amteletik
Ta O'lol Yo'on Zapatista Ta Stuk'il Sat Yelob Sjunul Balumil

6.
September, 2003.

Anzeige

An die Öffentliche Meinung
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft
An die Nationale und Internationale Presse

Brüder und Schwestern:

Die Unterzeichnenden, die Junta der Guten Regierung von Los Altos, Chiapas, Mexiko, erklären folgendes, um mit dieser Anzeige auf die Probleme aufmerksam zu machen, die sich in den Gemeinden San Antonio Nuevo León, Zacatón Santa Teresa und Guadalupe Tepeyac, Autonomer Bezirk 16 de Febrero, früheres Simojovel, und dem Ejido San Andrés Duraznal zutragen:

1. Die erwähnten Gemeinden werden gezwungen Hilfsleistungen von der Regierung anzunehmen, und Dokumente zu unterzeichnen, ohne zu wissen, worum es sich dabei handelt. Wenn sie die Hilfsleistungen nicht akzeptieren oder die Dokumente nicht unterzeichnen, die sie sich weigern anzuerkennen, werden sie belästigt, und die PRIistas drohen ihnen sie von ihrem Land zu jagen und aus der Gemeinde zu vertreiben.

2. Im Ejido Duraznal werden die Compaņeros und Compaņeras EZLN Unterstützungsbasen von den dortigen PRIistas belästigt und bedroht.

Wir, in der Junta der Guten Regierung, Autonomer Bezirksrat, gemeinsam mit unseren Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung, wollen, dass die Rechte unserer Compaņeros respektiert werden, genau wie die Rechte all derer, die keine Unterstützungsbasen sind. Wir alle verdienen Respekt.

Wir wollen nicht, dass zwischen arme indigene Personen Probleme bestehen, denn wir verdienen es alle in Frieden zu leben.

Unsere Compaņeros, die belästigt werden, befinden sich im Widerstand, und< sie gehören zum autonomen bezirk 16 de febrero.

Wir hoffen, dass unsere Anzeige ihren Weg zu Ihnen gefunden hat, damit Sie
von den Problemen erfahren können, die sich in unsere Gemeinden im Widerstand zutragen, und dass wir uns alle gegenseitig dabei helfen können,
vorwärts zu kommen.

[Unterschriften und Siegel]

Hochachtungsvoll,

Junta der Guten Regierung
Autonomer Bezirksrat 16 de Febrero

Caracol Resistencia y Rebeldía por la Humanidad.
Ta Tzikel Vocolil Xchiuc Jtoybail Cventa Slekilal Sjunul Balumil

Demokratie.
Freiheit.
Gerechtigkeit.

* * *
(übs. von Dana)

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Von: Enlace Civil enlacecivil@laneta.apc.org
Freitag, 5.
September, 2003


San Juan Apóstol Cancuc
Chiapas, Mexiko
4.
September, 2003.


An die Öffentliche Meinung
An die Nationale und Internationale Presse
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft
Durch diese öffentliche Anzeige möchten wir auf Folgendes aufmerksam machen:

2. September, 2003.
Zwei Gerichtspolizisten in Begleitung von Seņor Vicente Pérez Guzmán, Vizebezirksbeauftragter der Gemeinde San José Chacte, Bezirk San Juan Cancuc, Chiapas.

Die Gerichtspolizisten und Seņor Vicente Pérez Guzmán versuchten eine Compaņera von der EZLN Unterstützungsbasis verschleppen, die an der Strasse parkte. Als sie die Compaņera sahen, näherten sie sich ihr um sie anzusprechen, entlang des Straßenrandes von wo aus ein Pfad zum Haus der Compaņera hinaufführt. Die Gerichtspolizisten und Seņor Vicente Pérez Guzmán zwangen die Compaņera der EZLN Unterstützungsbasis in den roten Kleinlaster zu steigen, der dem Büro des Bezirkspräsidenten von San Juan Cancuc gehört. Aber als sie die Compaņera dazu zwangen erschien ein Nachbar. Er sah, dass sie die Compaņera in den Laster brachten, und der Nachbar unterstützte die Compaņera von der EZLN Unterstützungsbasis. Darauf ließen die Gerichtspolizisten und Seņor Vicente Pérez Guzmán die EZLN Unterstützerin frei. Der Nachbar der Compaņera brachte sie zu seinem Haus, und sie blieb in Freiheit.

19. August, 2003.
Die Gerichtspolizei in Begleitung von Seņor Diego Gomez Jiménez, offizieller Stadtrat der Gemeinde Yaxnail, Bezirk San Juan Cancuc, Chiapas. Und Seņor Juan Gomez Guzmán, Bezirkspolizist aus San Juan Ancuc.

Die Gerichtspolizei und Seņor Diego Gomez Jiménez, zusammen mit Seņor Juan Gomez Guzmán, kamen um unsere EZLN Unterstützungsbasen in ihre Häuser zu suchen, in der Gemeinde von San José Chacte, die zum Autonomen Bezirk San Juan Apóstol Cancuc, Chiapas, Mexiko gehört. Die Gerichtspolizei und Bezirkspolizisten sprachen die Compaņera an und fragten sie wo die Compaņeros wären, und sie boten ihr sogar Geld an, das sie mit dabei hatten, im Austausch für die Information wo die Compaņeros wären. Als die Compaņera sich weigerte es anzunehmen, oder sie darüber zu informieren wer die Compaņeros wären, bedrohten sie die Compaņera von der EZLN Unterstützungsbasis.

Aber wir, als Unterstützungsbasis der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung möchten Ihnen sagen, dass falls zu irgendeinem Zeitpunkt unsere EZLN Unterstützungsbasen verschwunden werden, die Verantwortung dafür bei Seņor Miguel Castellano Terat liegt, der offizielle Bezirkspräsident von San Juan Cancuc, Chiapas.

Wir möchten ebenfalls unseren indigenen Brüdern und Schwestern bitten zu verstehen, dass wir nicht gegen sie sind. Wir verteidigen unsere Rechte für alle, damit Millionen indigene und nicht-indigene Personen, alle berücksichtigt werden können. Deshalb fordern wir unsere Rechte.

Demokratie.
Freiheit.
Gerechtigkeit.

Aufrichtig,

Der Zapatistische Autonome Bezirk in Rebellion San Juan Apóstol Cancuc,
Chiapas, Mexiko.

Die Junta der Guten Regierung Corazón Céntrico de los Zapatistas Delante del
Mundo. Region Los Altos, Chiapas, Mexiko.

Caracol: Resistencia y Rebeldía por la Humanidad.

[Siegel]


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NGO's zeigen militärische und paramilitärische Übergriffe auf die Caracoles an

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, Méxiko. 24 August 2003.

An die Öffentlichkeit
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft
An die nationale und internationale Solidarität

Die unterzeichnenden Organisationen protestieren aufs schärfste, dass die Bereitschaft der EZLN - die Kontrollposten auf ihrem Territorium zu räumen, die Juntas der Guten Regierung zu errichten, den nicht-zapatistischen Organisationen, die auf ihrem Territorium leben, Respekt zu erweisen und die bestehenden Probleme durch Dialog und friedliche Mittel zu lösen - seitens der mexikanischen Armee und der Bundes- und Staatsregierungen mit der Reaktivierung der paramilitärischen Gruppen gegen einige Caracoles beantwortet wurde. Dies ist der Fall in Roberto Barrios, wo der Bezirkspräsident von Palenque, gemeinsam mit den PRIistas und den Paramilitärs dieser Gemeinde seit dem 16. August begonnen haben, eine Straße wiederherzustellen, um ein Projekt für Ökotourismus an den Wasserfällen nahe der Gemeinde voranzutreiben, ohne die Gemeinde zu konsultieren, während sie gleichzeitig die PRIistas stärkten, was als eine Provokation gegen die EZLN verstanden wird. Die Paramilitärs belästigen die Personen, die in dem Caracol arbeiten; nachts feuern sie ihre Waffen ab und haben kürzlich gedroht, den Caracol zu zerstören und die zapatistischen Unterstützungsbasen zu vertreiben.

In diesem Zusammenhang wurde am 6. August in der Gemeinde El Vergel, Bezirk Las Margaritas, ein neues Militärlager installiert, in der Nähe des Caracols von La Realidad. Am gleichen Tag und während des ganzen Festes zur Einweihung der Juntas der Guten Regierung in Oventik, erhielten wir eine Reihe von Anzeigen über die Zunahme der Patrouillen und die Reaktivierung der militärischen Kontrollposten, unter anderem in den Bezirken Simojovel, Huitiupán, Ocosingo, Las Margaritas, Chenalhó, La Trinitaria, Altamirano und Palenque. Gleichzeitig meldete die zivile Organisation "Las Abejas" in den Gemeinden von Chenalhó weiter, dass die Paramilitärs nachts Gewehrsalven abfeuern. Trotz alldem weigert sich die Regierung nicht nur, die Rechte der indigenen Völker verfassungsrechtlich anzuerkennen, sondern auch die Bedingungen zu erfüllen, die von der EZLN für die Wiederaufnahme des Dialoges gesetzt worden sind, und hat sich stattdessen entschieden, die militärische und paramilitärische Umklammerung zu verstärken, um die zapatistische Bewegung zu vernichten.

Aus diesem Grund fordern wir von den Bundes- und Staatsregierungen die Einstellung der Militärpatrouillen, den Rückzug der mexikanischen Armee aus den Gemeinden in die Baracken; die Auflösung und Bestrafung der paramilitärischen Gruppen, deren Mitglieder der Regierung namentlich bekannt sind, da es genug Anzeigen gegen sie gab; die Respektierung der Caracoles und der Juntas der Guten Regierung; die Beendigung der Repressionen in Chiapas und in ganz Mexiko. Wir ersuchen um Respekt für die Menschenrechte und die freie Selbstbestimmung der indigenen Völker.

Wir ersuchen unsere Brüder und Schwestern von der nationalen und internationalen Solidarität um ihre Präsenz für die Begleitung und Stärkung der zivilen Friedenscamps, besonders in Roberto Barrios.

Hochachtungsvoll

Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte, Menschenrechtszentrum "Fray Bartolomé de Las Casas", CIEPAC, CAPISE, Promedios, Estación Libre, Indymedia Chiapas

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(übs. von Dana)

Quelle: Indymedia Chiapas http://chiapas.mediosindependientes.org/

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Gespannte Ruhe in Roberto Barrios

Auf Indymedia Chiapas ist auch der Bericht der BeobachterInnen-Delegation dokumentiert, die am 24. und 25.
August in Roberto Barrios war.

Quintessenz des Berichtes ist die Feststellung, dass die verbalen Attacken und Drohungen der Paramilitärs seit Sonntag, 25.8., aufgehört haben, "was die autonomen Behörden der schnellen Verbreitung der Anzeigen und der darauffolgenden Antwort der Zivilgesellschaft zuschreiben". In gespannter Ruhe arbeiten rund 30 Personen der zapatistischen Unterstützungsbasis weiter an der Errichtung des neuen autonomen Regierungsgebäudes der Zona Norte.

Den vollständigen Bericht sowie ein ausführliches Interview mit den autonomen Behörden der Region siehe:

http://chiapas.mediosindependientes.org/display.php3?article_id=105893

Informe de la Delegación que fue a Roberto Barrios ante la amenaza de desalojo de paramilitares contra esta comunidad:
Direkte Solidarität mit Chiapas, Postfach 8616, 8036 Zürich, SUIZA

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Von: Enlace Civil, A. C. enlacecivil@laneta.apc.org
Datum: Mittwoch, 20. August 2003


19 August, 2003.

Caracol 'Que Habla Para Todos', Roberto Barrios


An die Öffentliche Meinung
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft
An das Netzwerke der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte


Wir zeigen an:

Am Samstag, 16. August 2003, inaugurierte der Bezirkspräsident von Palenque, Chiapas, im Beisein von PRIistas aus dem besagten Ejido, die kürzlich durchgeführte Straßenbesserungsarbeiten. Dies wurde auf allen Radiostationen, die von der schlechten Regierung kontrolliert werden, verkündet, wobei sie die indigene Bevölkerung belogen, und ihnen erzählten, dass die Strasse zu ihrem Nutzen repariert worden wäre, um ihnen das Projekt "Feste Erde" leichter schicken zu können, wie Seņor Alfredo Cruz Guzmán erwähnte. Stattdessen brachte es mehr Feindseligkeiten und Provokationen, und die PRIistas fühlen sich mutiger, wie die Vorfälle der letzten Tage beweisen. Am Freitag, dem 15. August 2003, kassierten PRIistas aus dieser Gemeinde - genauer, ein Pastor der Pfingstkirche, Pascual Gómez Pérez - von einem Lastwagen des Autonomen Bezirkes 50 Pesos, um das Ejido passieren zu dürfen. In den vergangenen Tagen haben sie auch den Fahrer eines anderen autonomen Wagens beleidigt, und forderten ihn auf ihnen alkoholische Getränke zu bringen.

Wir möchten ebenfalls anzeigen, dass die lokalen FM Radiostationen verbreiten, es gäbe in Roberto Barrios keine Zapatisten mehr. Wir fragen uns, wie viel der Bezirkspräsident von Palenque den Reporter zahlen muss, damit sie diese Lügen erzählen.

Die Junta der Guten Regierung und die autonomen Gemeinden in Rebellion erklären, dass alles was in den Medien veröffentlicht wurde Lügen sind, um die Gemeinden zu kontrollieren. Wir haben seit dem Tag der Inauguration die Ankunft von Fahrzeugen mit Personen beobachtet, die an den Bau eines Touristenzentrums an den Rio Bascán Wasserfällen interessiert sind. Wir wissen auch, dass sie bereits einen Ausschnitt geöffnet haben, und dass auch bereits ein Termin für den Beginn der Bauarbeiten für die Straße feststeht, die vom Puyipá Ejido bis zu den besagten Wasserfällen führen soll. Es wird der 1. September sein. Die Straße wird vom Ministerium für öffentliche Arbeiten der Bezirkspräsidentschaft von Palenque gebaut werden. Ebenfalls an dem Touristenprojekt beteiligt, sind die Regierungsinstitutionen, die wir bereits am 21. Juni, 2003 denunziert haben: INI, SEDESOL, SRA, SEMARNAP und das Ministerium für Tourismus.

Wir warnen Vicente Fox und Pablo Salazar, dass wir ihnen nicht gestatten werden, weiterhin unsere Rechte als indigene Völker zu ignorieren, wie das Recht auf freie Selbstbestimmung für das Land, das wir bewohnen, und das Recht über Pläne, die sie für unser Land haben konsultiert zu werden.

Wie wir bereits in unsere Anzeige vom 21. Juni 2003 erklärt haben, werden die zapatistischen Unterstützungsbasen und die autonomen Gemeinden in Rebellion zu Mitteln greifen, die über die Anzeiges hinausgehen, wenn die Regierung weiterhin darauf besteht, dieses Touristenzentrum zu bauen.

Wir möchten ebenfalls die neuesten Vorfälle von militärischen Belästigungen melden, die in dem Autonomen Bezirk Trabajo Rebel stattgefunden haben:

11. August, 2003: Gegen 19:20 Uhr abends drang ein Armeekonvoi in das Ejido Belisario Domínguez ein. Sie kreisten 30 oder 40 Minuten lang durch die gesamte Gemeinde, und sogar durch das Zentrum. Eine Person aus dem Ejido fragte sie, was sie dort machten, und die Soldaten sagten, sie würden nach einer Person namens Cristóbal suchen. Sie verließen die Gemeinde ohne mit irgendjemanden sonst zu sprechen.

Wir möchten ebenfalls die neuesten Vorfälle von militärischen Belästigungen melden, die in dem Zapatistischen Autonomen Bezirk Vicente Guerrero stattgefunden haben:

10. August, 2003: Gegen 11:00 Uhr vormittags, kam ein Lastwagen mit 20 Soldaten in die Gemeinde von Francisco Villa an, die viele Personen befragten. Ein paar Minuten später betraten sie die Gärten und forderten die jungen Leute zum Spielen auf.

10. August, 2003: Ein militärischer Kontrollposten mit sechs Soldaten wurde auf halber Strecke vom Ejido San José Usumacinta errichtet. Sie fragten einen Herren, ob Migranten dort durchkommen würden, und wer vorbeilief. Sie sagten ihm auch, dass sie wiederkommen, und dann Essen und Bier mitbringen würden, damit sie eine nette Unterhaltung führen könnten.

10. August, 2003: Gegen 11:00 Uhr vormittags erreichte ein Fahrzeug mit 20 Bundessoldaten die Gemeinde Arroyo Granizo, die zum Landeplatz unterwegs waren um diesen zu fotografieren, aber keine Erlaubnis dafür erhielten. Sie wollten wissen, wer die Ejido Autoritäten wären, aber diese Information erhielten sie nicht. Sie sagten sie würden wiederkommen.

11. August, 2003: Nach der Rückkehr der Autonomen Autoritäten von der Fiesta im Caracol II, Oventik, kursierten während des Nachmittags und eines Teils der Nacht, zwei Soldaten durch die Gemeinden San Pedro, Portaceli, La Caoba, San Francisco Palenque und Cuahutemoc Chanacalá. Dieser Akt der Militärpräsenz und des Eindringens in unsere Gemeinden, zeigen deutlich, dass unsere verfassungsrechtlich anerkannten Menschenrechte jederzeit verletzt werden können.

11. August, 2003: Gegen 12:00 Uhr nachmittags kamen 20 Soldaten in einem großen Lastwagen in das Ejido Nueva Betania, und fragten ob es dort EZLN Unterstützungsbasen gäbe, aber man erteilte ihnen keine Informationen.

11. August, 2003: Gegen 20:00 Uhr abends erschienen zwei Fahrzeuge mit Soldaten in die Gemeinde Boca Chanacalá, eins davon machte auf der Hauptstrasse halt, und das andere fuhr bis zur Hängebrücke. Sie fragten ob die Strasse dort endete oder weiterginge, denn sie sagten, sie hätten einen Compaņero verloren und würden nach ihm suchen.

13. August, 2003: Gegen 10:00 Uhr vormittags, wurde eine Gruppe Soldaten beim Fischen im Fluß El Azufre gesichtet, auf halben Weg vom Ejido Pueblo Nuevo Usumacinta. Als einige Personen an ihnen vorbeigingen, stellten sie ihnen verschiedene Fragen. Sie sagten ihnen, wenn es dort Zapatisten gäbe, würden sie ihnen Geld bringen, weil es das ist was sie wollten. Einige Leute sagten ihnen, dass es welche gäbe, im Ejido von Las Delicias, und hier in San José.

14. August, 2003: Gegen 16:00 Uhr nachmittags erreichte ein Lastwagen mit Soldaten das Ejido Albino Corzo, Sektion 1. Sie parkten ihr Fahrzeug und sechs Soldaten stiegen aus. Drei von ihnen gingen in ein verlassenes Haus um dort Karten zu spielen, und die anderen drei liefen durch die Gärten, während die anderen im Lastwagen blieben.

Militärische Einfälle finden ebenfalls in den Gemeinden Francisco León, Ejido Río San Diego und Arroyo Jerusalén.

Diese Vorfälle gegen unsere Gemeinden ereigneten sich am 7., 8., 9., 10., 11., 12. und 13. August 2003, nach der Rückkehr unserer autonomen Autoritäten aus dem Caracol II, Oventik, Chiapas.

Aus diesem Grund machen wir diese Vorfälle bekannt, da sie unternommen werden, um unsere zapatistischen Brüder zu verfolgen und einzusperren.

Wir fordern die Staats- und Bundesregierungen auf, die Armee aus unsere Gemeinden zurückzuziehen, und uns so zu respektieren wie wir sind, denn sie versuchen den Frieden zu zerstören, und es besteht nicht der leiseste Zweifel, dass sie unsere individuellen und kollektiven Rechte verletzten würden.

19. August, 2003.


Aus der Junta der Guten Regierung "Semilla Que Va a Producir"


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(übs. von Dana)


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ANZEIGE des Aguascalientes Roberto Barrios

20 Juni 2003
Ejido Roberto Barrios, Autonomer Bezirk El Trabajo

An die öffentliche Meinung
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft

Wir zeigen an:

Am 13 Juni dieses Jahres wurden die Wasserfälle des Flusses Bascán in diesem Ejido unter anderem von Vertreter der Regierungsinstitutionen INI, SEDESOL, SRA, SEMARNAP, des Ministeriums für Tourismus und der Bezirksregierung von Palenque aufgesucht. Sie kamen in Begleitung von Personen aus dem benachbarten Ejido Puyita - einige darunter gehörten der paramilitärischen Gruppe Paz y Justicia an, und andere zur Transportgewerkschaft "Brisen der Wasserfälle des Río Bascán" - und dem Ejidokommissaren des besagten Ejidos.
Diese Personen kamen um das Grundstück für die Eröffnung eines Touristenzentrums am Rand der Wasserfälle zu begutachten und festzulegen.

Die Ejidobewohner EZLN Unterstützungsbasen analysierten die Situation und erkannten, dass der Bau dieses Touristenzentrums der Gemeinde keinen Nutzen bringt, sondern vielmehr ökologische Probleme an einem Ort verursachen wird, das bis jetzt sehr gut geschützt war. Desgleichen wird das Touristenzentrum soziale Probleme in der Gemeinde schaffen, da nicht alle von dem Zentrum finanziell profitieren werden und die Ungleichheit steigen wird, wie es auch andernorts geschehen ist, wie an den Wasserfällen von Agua Azul und Misol-ha, wo es aus diesem Grund zu interne Gemeindekonflikte gekommen ist.

Da es sich hierbei um eine Provokation der schlechten Regierung gegenüber diese Gemeinde handelt, die zum Rebellengebiet gehört, und in der sich das EZLN Kulturzentrum Aguascalientes V befindet; sowie Teil der Strategie der Regierung zur Destabilisierung der zapatistischen Gemeinden in Widerstand im Rahmen des neoliberalen "Puebla-Panama Planes" ist, erklären die zapatistischen Unterstützungsbasen, dass sie den Bau dieses Touristenzentrums nicht gestatten werden. Wenn die Regierung darauf besteht dieses Zentrum in Betrieb zu nehmen, werden die EZLN Unterstützungsbasen zu allen Maßnahmen greifen, die über eine Anzeige hinausgehen. Die Gemeinden um Roberto Barrios haben bekannt geben, dass sie die Compaņeros und Compaņeras dieser Gemeinde unterstützen werden.

Das Ejido-Kommissariat
Vertreter des Netzwerkes der Gemeindeverteidiger

(Unterschriften und Siegel)

(übs. von Dana)

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Quelle:
ENLACE CIVIL, A. C.
20 de Noviembre no. 36
Barrio de Mexicanos
C.P. 29240
San Cristobal de las Casas, Chiapas

enlacecivil@laneta.apc.org

Te invitamos a visitar nuestra página web!!
http://www.enlacecivil.org.mx

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ANZEIGE aus Tila

San Cristóbal de las Casas, 21 Juni 2003.

ÖFFENTLICHE ANZEIGE

Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte denunziert die Zusetzungen der mexikanischen Armee gegen die Einwohner des Ejido Emiliano Zapata, Bezirk Tila, Chiapas. Diese Vorfälle wurden bereits der staatlichen Regierung gemeldet, ohne bis heute irgendeine Antwort erhalten zu haben, während die Zusetzungen weiterhin anhalten.

DIE VORFÄLLE:

1. Am 13. Mai dieses Jahres, gegen 18:00 Uhr, begann ein Unterleutnant der im Ejido Emiliano Zapata, Bezirk Tila, stationierten Abteilung, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unkontrolliert sein Gewehr abzufeuern, und gefährdete das Leben der Einwohner dieser Gemeinde. Diese Handlungen der Armee haben für die Einwohner ein Zustand der ständigen Spannung und Unsicherheit geschaffen, da die Soldaten die Frauen der Gemeinde nicht respektieren und die Zusetzungen nicht abbrechen.

2. Am 17. Mai, gegen 4:00 Uhr morgens, begann der gleiche Unterleutnant erneut seine Waffe abzufeuern. Angesichts dieser Vorfälle meldete die Gemeindeversammlung am 29. Mai diese Handlungen dem Gouverneuren von Chiapas, Pablo Salazar Mendiguchia, und ersuchte um den sofortigen Abzug des Militärs aus dem Ejido. Die Meldung erfolgte über ein Büro und erreichte die Polizeidienststelle von Tila. Die Anzeige der Gemeinde wurde ignoriert und die Militärs sind weiterhin im Ejido stationiert.

3. Angesichts der fehlenden Antwort der zuständigen Autoritäten an die Einwohner von Emiliano Zapata, beschlossen diese in der Gemeindeversammlung die ständigen Zusetzungen erneut dem zweiten Regierungsminister der Region VI Selva, Yajalon, Chiapas, zu melden, und den unverzüglichen Abzug der Armee zu fordern. Die Meldung erfolgte am 13. Juni dieses Jahres.

Bis heute belästigt die mexikanische Armee weiterhin ständig die Gemeinde, und verletzt das Recht der Gemeinde in Frieden zu leben. Außer der Belästigung durch Gewehrsalven, bringen sie alle vier Tage Prostituierte mit und führen sich ungehörig in voller Sicht der Schüler und Schülerinnen auf, denn die Abteilung ist auf einem Grundstück nahe der Schule stationiert, wo die Soldaten die Schüler belästigen und mit ihren Aktivitäten den Alltag der Einwohner stören, die deshalb in ein Klima der Unsicherheit leben.

Angesichts dieser erwähnten Vorfälle, fordert das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte die Staatsregierung auf, sich der Lösung des ernsten Problems der Militarisierung in den indigenen Gemeinden zu widmen. Desgleichen fordern wir die Bundesregierung auf die Armee sofort abzuziehen, in Erfüllung einer der Bedingungen für die Wiederaufnahme des Dialoges mit der EZLN. Die ständigen Anzeiges der indigenen Gemeinden über die Zusetzungen des Militärs offenbaren aber das fehlende Interesse der Bundesregierung an einer friedlichen Lösung des Konfliktes in Chiapas.

Hochachtungsvoll,
Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte

Quelle: ENLACE CIVIL, A. C.

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Übersetzung von Dana