Schwarze Katze Jahresrückblick 2004

2004 - ein ereignisreiches Jahr. Unser Jahresrückblick:

- 07.01.04 Demo in Bünde (Westfalen): Die Häuser denen, die sie brauchen! Demoaufruf

- Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! ist der Name der neuen "Dschungelshow", mit der die vom Sozialraub betroffenen Menschen im Januar von den wirklichen Problemen abgelenkt werden sollen.

- Bayern verbietet am 22.01.04 die Nazi-Gruppe Fränkische Aktionsfront. Nazi-Verbote bringen nichts, die braune Gesinnung bleibt und sie machen woanders weiter. Das gesellschaftliche Klima zu ändern ist schon etwas schwieriger...

- Am 17.02.04 findet eine Schwarze Katze Veranstaltung zum Befreiungskampf in Chiapas statt. Dieselbe Veranstaltung gab es vorher in Halver und Lüdenscheid - also insgesamt in drei Städten des Märkischen Kreises. Menschenrechtsbeobachter berichteten über die Situation und zeigten über Beamer Bilder.

- Haitis Präsident Jean-Bertrand Aristide muss nach einem bewaffneten Aufstand und nach monatelangen Protesten im In- und Ausland zurücktreten. Angeblich wollte er sich am Anfang für die Armen einsetzen. Dann fand er Gefallen an der Regierung. Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut.

- Am 03.03.04 befindet das Bundesverfassungsgericht den Grossen Lauschangriff in Teilen für verfassungswidrig, lässt ihn aber in gewissen Fällen zu. Fazit: Es wird weiter abgehört.

- Die Schwarze Katze beteiligte sich am 20.03.04 mit Antifa- und Friedensgruppen in Iserlohn an einer Demo gegen rassistische Polizeigewalt. In Iserlohn benahm sich die Polizei mal wieder daneben. Sie stürmten unter dem Vorwand des Drogenhandels mit 160 Polizisten (!) das Asylbewerberheim. Der Einsatzleiter gab später zu, der Einsatz mit Hubschraubern und Hunden wäre nötig gewesen, um zu zeigen, "wer Herr im Hause ist". Es wurden kaum Drogen gefunden. Ausführliche Infos auf der Schwarze Katze Sonderseite zur Iserlohner Antira-Demo.

- Die Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro pro Arztbesuch und Quartal sorgt für einen Rückgang von Arztbesuchen besonders bei Armen. Die gesetzlichen Krankenkassen machen im ersten Quartal einen Gewinn von 950 Millionen Euro - von Beitragssenkungen hören wir aber wenig, die goldenen Kloschüsseln der Vorstandsmitglieder, die oft abgehalfterte Politiker sind, kosten ja auch einiges...

- Am 29. März hinterlegen die Regierungschefs von Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowenien und der Slowakei ihre Beitrittsurkunden für die NATO in Washington. Die NATO wird noch mächtiger.

- Die Schwarze Katze beteiligt zusammen mit anderen sozialen Gruppen an Montagsdemos. Diese beginnen am 26.07.04 und werden immer grösser, bis der Höhepunkt im September mit 150.000 Menschen überschritten ist. Durch die bundesweiten Proteste gegen Sozialklau sieht sich die Bundesregierung gezwungen, Zugeständnisse zu machen: Am 24.06.04 beschliesst sie aufgrund des Drucks der Strasse, dass Langzeitarbeitslose das neue Arbeitslosengeld II bereits Anfang Januar 2005 statt am Monatsende erhalten.

- Riesendemo mit mehr als einer halben Mio. Demonstranten in Berlin, Köln und Stuttgart gegen Hartz IV.

- Am 07.04.04 werden zwei GSG 9-Beamte im Irak erschossen. Was haben sie da verloren?

- Islamistische Fanatiker köpfen im Irak mehrere Geiseln. Sie nehmen den Raub des Öls, die Besetzung des Landes und die Folterungen der US-Soldaten als Vorwand um ihren religiösen Fanatismus als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. In Wirklichkeit wollen sie einen menschenfeindlichen Gottesstaat statt der bestehenden Marionettenregierung von Gnaden des Weissen Hauses errichten. Einige verblendete deutsche "Oppositionelle" meinen, es wäre nötig, sich entweder auf die Seite der Islamisten oder der USA zu schlagen. So sammeln deutsche Hardcore-Antiimps "10 Euro für den irakischen Widerstand" bewusst auch für Sadam-Anhänger und Islamisten - während deutsche "Antideutsche" mit USA-Fahnen auf Demos rumwedeln. Beide unterstützen somit antiemanzipatorische Ziele und sind sich ähnlicher als sie denken...

- Kriegslügen der USA im Irakkrieg werden aufgedeckt. Am 03.04.04 gesteht US-Aussenminister Colin Powell ein, dass die angeblichen Beweise für die Existenz mobiler Chemiewaffenlaboratorien fragwürdig waren.

- Am 19.04.04 entscheidet der Bundesgerichtshof, dass das Versenden von Spam-Mails wettbewerbswidrig ist. Das kümmert deutsche Nazis aber nicht. Sie liessen massenhaft rassistische mails verschicken. Dadurch wurden sie bei Computernutzern, deren e-mail Postfach überschwemmt wurde, sicher nicht beliebter...

- 28.04.04: Der US-Fernsehsender zeigt erste Fotos zu Misshandlungen von Kriegsgefangenen im Gefängnis Abu Ghareib. Angeblich sollte der Irak ja befreit werden. Stimmt auch: Vom Öl...

- 29.04.04: Unser geliebter Bundeskanzler kam zur Eröffnung der Kurzfilmtage nach Oberhausen. Einige Chaoten wollten ab 18 Uhr gegen ihn demonstrieren!!! Schlimm sowas... Statt dankbar für die sozialen Reformen um die Agenda2010 zu sein und die Notwendigkeit von Menschenrechts-Kriegen wie in Jugoslawien oder Afghanistan einzusehen, wollten die bösen linksextremistischen Randalierer die Schröder-Veranstaltung durch sinnloses demonstrieren stören. Dabei hat unser aller Kanzler sein Haar doch gar nicht gefärbt! Wo soll das noch enden???

- Am 29.04.04 beschliesst rot-grün im Bundestag, dass ab 01.01.05 schrittweise die Renten besteuert werden. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr, der Verfassungsschutz und die fetten Abgeordnetendiäten müssen ja irgendwie bezahlt werden...

- Am 01.05.04 treten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Malta und Süd-Zypern der Europäischen Union bei. Mit ihren jetzt 25 Staaten entwickelt sich die EU immer mehr zum konkurrierenden imperialistischen Zentrum gegenüber den USA. In der EU-Verfassung, die am 01.11.06 in Kraft tritt, wird Aufrüstung und neoliberale kapitalistische "Ordnung" festgeschrieben.

- Die SPD kauft am 04.05.04 90% der Frankfurter Rundschau. Durch ihre asoziale Politik steht sie in der Öffentlichkeit nicht gut da und da kommt eine weitere Zeitung zu ihrem Medienimperium gerade recht...

- Am 18.05.04 ohrfeigt in Mannheim ein arbeitsloser Lehrer bei einer Wahlpropagandaveranstaltung der SPD Bundeskanzler Schröder wegen dessen Sozialraubkurs.

- Die EU-Kommission unterzeichnet am 28.05.04 ein Abkommen mit den USA. Darin wird festgelegt, dass persönliche Daten bei Transatlantikflügen angeblich zum Schutz vor Terror weitergegeben werden dürfen. Nun gibt es auch den gläsernen Bürger in der Luft.

- 05.06.04 Demo gegen den Papst. Mehr...

- 12.06.04 Mehrere AntifaschistInnen liessen die NPD in Menden im Regen stehen.

- 28.-29.06.04 Zu Anti-NATO Protesten wurde in die Türkei eingeladen. Es war auch ein Schwarzer Block geplant.

- Am 03.07.04 wird von SPD-Abweichlern und Gewerkschaftern, die ihre Felle bei den Neosozis wegschwimmen sehen, die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit gegründet. Wahrscheinlich ist, dass die Partei, wie alle anderen Parteien, ihre Wähler für ein Linsengericht ans Kapital verraten wird. Eine Aufgabe der Wahlalternative ist es, protestierende Arbeitslose wieder in den Schoss des Parlamentarismus und des Systems zu bringen.

- Am 13.07.04 wird Holger Pfahls, der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes nach 5jähriger Flucht festgenommen. Er soll in Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien und in die CDU-Spendenaffäre verwickelt sein. Vor wem muss die Verfassung eigentlich geschützt werden?

- Papst Johannes Paul XXI. ernennt am 20.07.04 Klaus Küng zum Apostolischen Visitator für die Diözese St. Pölten. Dieser wird auch Nachfolger vom erzkonservativen Bischof Kurt Krenn. Auf den Computern des Priesterseminars fanden sich tausende Pornobilder auch mit Kindern. Auch von Zungeküssen und homosexuellen Annäherungen zwischen den angehenden katholischen Priestern war die Rede. Wer seine Sexualität durch Zölibat und religiösen Fanatismus verdrängt, braucht sich nicht wundern, wenn sie wieder hervorkommt. Etwas gutes hat das ganze: 10 % der österreichischen Katholiken erwägen einen Kirchenaustritt.

- Der Untersuchungsgericht des US-Heeres macht am 19.08.04 vor allem Soldaten der unteren Hierarchieebene für die Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghoreib verantwortlich. Dem Verdacht, dass die Schandtaten von ganz oben angeordnet wurden, wird nicht in ausreichendem Masse nachgegangen. Zwei Tage später gibt ein Bericht des Pentagon der politischen und militärischen US-Führung Mitschuld an den Misshandlungen im Militärgefängnis Abu Ghoreib im Irak.

- Am 16.09.04 beschliesst das Bundesverfassungsgericht endgültig, dass die CDU wegen ihrer hessischen Schwarzgeld-Affäre 21 Millionen Euro Strafe zahlen muss. Die Schuld dafür wird in der Öffentlichkeit Manfred Kanther, dem Anhänger von Law and Order und dem ehemaligen BRD-Innenminister angelastet. Besonders widerlich: Die hessische CDU versuchte sich mit angeblichen in Wahrheit inexistenten jüdischen Vermächtnissen rauszureden. Damit schürte die CDU unsere Meinung nach Antisemitismus, weil das Bild des reichen Juden der die Politik schmiert verbreitet wurde. Es ist bis heute noch nicht klar, ob die vielen Millionen aus der Flick-Affäre stammen. Der CDU-Saubermann Kanther schweigt beharrlich.

- 19.09.04: Bei den Landtagswahlen in Sachsen kommt die NPD mit 9,2 % und in Brandenburg die DVU mit 6,2 % ins Parlament. Beide Parteien vereinbaren kurz darauf ein Bündnis für die Bundestags- und Europawahlen.

- 24.09.04: Der Bundestag beschliesst das sogenannte Luftsicherungsgesetz. Danach können gekaperte Passagierflugzeuge mitsamt Urlaubern abgeschossen werden.

- 25.09.04 Bunte und kreative Anti-Castor Demo in Kamen.

- Ende Oktober war viel organisatorische Arbeit nötig, um ein Bewegungsarchiv vor der Vernichtung zu bewahren. Es hat geklappt. Mehr...

- 30.10.04 Antifa-Demo in Altena. Infolge der Medienberichterstattung zur Demo wird das NPD-Zentrum in Altena-Evingsen geschlossen.

- Am 02.11.04 wird George W. Bush erneut zum Präsidenten der USA gewählt. Für Ende Februar 05 kündigt er seinen Besuch in Deutschland an. Die Schwarze Katze wird 2005 mit vielen anderen antimilitaristischen und antiautoritären Gruppen gegen den Besuch des Kriegstreibers und fundamentalistischen Christen protestieren. Wir demonstrieren wie schon 2002 dagegen, wofür er steht.

- Am 02.11.04 kündigt "Verteidigungs"minister Struck die Schliessung etlicher Kasernen, darunter auch der Blücherkaserne in Hemer an. Die Bundeswehr soll künftig verstärkt auf weltweite "Friedens"einsätze trainiert werden. Dafür werden weniger, aber dafür besser trainierte Soldaten benötigt. Auch ist bereits vereinzelt im Gespräch die Bundeswehr gegen unzufriedene Arbeitslose einzusetzen. Die CDU/CSU fordert schon länger den Einsatz der Bundeswehr im Inneren.

- 07.11.04: Beim Castor-Transport 2004 kommt der Atomkraftgegner Sébastien Briat unter tragischen Umständen ums Leben.

- Am 18.11.04 beschliesst das Unterhaus, dass die Fuchsjagd in England und Wales ab Februar 05 verboten ist. Ein Erfolg der britischen Tierrechtsbewegung, die mittlerweile grösser ist, als die traditionelle Tierschutzbewegung.

- Am 22.11.04 beschliessen die EU-Verteidigungsminister bis 2007 die Aufstellung von 13 Battle Groups, Einheiten von jeweils etwa 1500 Soldaten. Diese können in wenigen Tagen mobilisiert werden. Langsam aber sicher möchten die EU-Bonzen mit den USA mitziehen und selber Weltpolizist spielen.

- Dezember 04: Flutkatastrophe in Asien. Ein Atomkraftwerk wird überflutet.

Schwarze Katze Aktivitäten 2004

Durch einen gekauften und einen gespendeten Videorekorder können wir wieder Filme aus unserem Archiv für andere Basisgruppen kopieren. Wir haben einer anarchistischen Gruppe aus Thüringen Filme über den zapatistischen Befreiungskampf kopiert und einer aus Hessen was über Überwachung und staatliche Repression. Diese Filme wurden in Veranstaltungen gezeigt. Am 20.03.04 beteiligten wir uns an der Iserlohner Demonstration gegen Polizeigewalt und erstellten dazu eine Radiosendung, die als Audio-CD gegen Spende über uns bezogen werden kann.

Beim Friedensfest 2004 wird die Schwarze Katze mit Venceremos Halver! und der FAU einen gemeinsamen Infostand anbieten. In einer mehrstündigen Aktion fotografierten wir am ersten Aprilwochenende 04 einen Grossteil unserer Vertriebsmaterialien und setzten die Bilder auf die Schwarze Katze Vertriebsseite online.

wenig Platz für Hennen in Breckerfeld

Tag der offenen Tür - nur nicht für Hühner
Landwirt Baumeister aus Breckerfeld hält 100.000 Hühner in Käfighaltung. Am 10.04.04 veranstaltete er einen Tag der offenen Tür.

Baumeister hatte letztes Jahr laute Musik angestellt, damit sich niemand mit den DemonstrantInnen unterhalten konnte. Dieses Jahr liess er Flugblätter verteilen, in denen mit fadenscheinigen "Argumenten" Käfighaltung gerechtfertigt wurde. Mit dummen Propagandasprüchen bemalte Plakate warben ebenfalls für Käfighaltung. Auf der anderen Strassenseite machten wir mit Transparenten und Flugblättern auf das Leid der Legehennen aufmerksam.

Wir waren mit anderen Tierfreunden auch da und verteilten Flugblätter. Nachfolgend ein Auszug aus dem von uns verteilten Tierbefreier-Flugblatt "Eier, das Leiden der Hühner":


83% der Eier, die in Deutschland konsumiert werden, stammen aus Legebatterien. In dieser Form der Massenhaltung sind bis zu 5 Hennen in winzigen Käfigen eingesperrt, jede Henne hat ungefähr die Grösse eines Din-A-4-Blattes als "Lebensraum". Für die äusserst bewegungsfreudigen Tiere eine unvorstellbare Belastung. Viele sterben schon vor dem Abtransport zum Schlachthof durch Stress oder Krankheiten, die durch die qualvolle Haltungsform hervorgerufen werden.

In Freiheit legen Hühner nur so viele Eier, wie sie auch ausbrüten können. Durch künstliches Licht und vielfache zuchtbedingte Manipulationen legen die Hennen in der industriellen Tierhaltung ca. alle 30 Stunden ein Ei, eine Belastung, die die Körper der Hennen bis zur völligen Erschöpfung ausmergeln lässt.

Da die Hennen versuchen ihre Eier auszubrüten, sind die Käfigböden schräg. Die Eier rollen sofort auf ein Fliessband. Damit die Henne nicht versucht das Ei zurückzuholen, wurde in vielen Legebatterien ein Elektrodraht installiert.


die jüngste Demonstrantin


Kundgebung gegen Käfighaltung am 10.04.04 in Breckerfeld - Bilder: Schwarze Katze

früh übt sich...

Keine Käfigeier!

Aufklärung

Gebäude zur Käfighaltung

kleine Küken

Eierfärbemaschine

Banner von Venceremos

dummer Propagandaspruch

Eier, Eier, Eier...

Antirassistische Demo in Iserlohn, 20.03.04
Schwarze Katze Demobericht

Wir haben uns von der Schwarzen Katze etwas früher getroffen um noch Pizza in den Ofen zu schieben, damit wir nicht hungrig zur antirassistischen Demo in die Nachbarstadt fahren. Pizza hat gut geschmeckt. Wir lassen uns ja von der Polizei nicht den Appetit verderben...

Worum geht´s eigentlich? Kurzgefasst steht es im Schwarze Katze Demoaufruf:
In Iserlohn benahm sich die Polizei mal wieder daneben. Sie stürmten unter dem Vorwand des Drogenhandels mit 160 Polizisten (!) das Asylbewerberheim. Der Einsatzleiter gab später zu, der Einsatz mit Hubschraubern und Hunden wäre nötig gewesen, um zu zeigen, "wer Herr im Hause ist". Es wurden kaum Drogen gefunden. Deswegen findet in Iserlohn am 20.03.04 eine Demo der Antifa Iserlohn gegen Polizeigewalt und staatlichen Rassismus statt. Kommt!

Kurz nach der Polizeirazzia besuchten am 13.03.04 einige Antifas das Iserlohner Asylbewerberheim an der Wallstraße. Die AntifaschistInnen bekundeten den Bewohnern ihre Solidarität und verurteilten die Hausdurchsuchung der Polizei. Obwohl die Flüchtlinge durch den Polizeiübergriff sehr eingeschüchtert waren, zeigten sie den Antifas die von der Polizei angerichteten Schäden und begrüßten die geplante Demo. Die Antira-Demo wurde von folgenden Gruppen unterstützt: Friedensplenum Iserlohn, Jugendantifa Lippstadt, Antifaschistische Aktion Hamm, Antifa UNited (Kreis Unna), Food not bombs Bochum, SchülerInneninitative gegen Abschiebung Kierspe, Antifa Hemer, Schwarze Katze AG Antifa, Antifa Hagen, Junge Linke Lippstadt, Venceremos! Halver.

Das Iserlohner Friedensplenum erklärt am 13.03.04 in deutlichen Worten ihr Unbehagen an der Polizeiaktion:
Man stelle sich das einmal vor: Offenbar ohne konkreten Verdacht gegen zuvor namentlich bekannte Personen stürmt die Polizei mit einem Großaufgebot von 160 Beamten, Hundeführern und Hubschraubern ein Haus, in dem mehr als 20 Menschen leben, fesselt ohne Unterschied alle Bewohner und verwüstet sämtliche Wohnräume. Vage Beschuldigungen durch Politiker und Nachbarn, das möglicherweise einige Bewohner des Hauses mit Drogen handeln, reichen aus, alle Menschen, die dort unfreiwilliger Weise zusammenleben, wie Kriminelle zu behandeln. Wäre ein solches Vorgehen auch in einem nur von Deutschen bewohnten Mehrfamilienhaus denkbar? Natürlich nicht. Wir alle wären uns einig, dass ein derartiger Einsatz unverhältnismäßig und mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren wäre. Was aber unterscheidet die Bewohner des Hauses in der Wallstraße von anderen Iserlohner Bürgern? Sie sind Flüchtlinge, deren Anwesenheit erwähnten Politikern und Nachbarn seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Neu ist allerdings, dass sich die Polizeiführung anscheinend bereitwillig zum verlängerten Arm der latent in der Gesellschaft vorhandenen Ausländerfeindlichkeit machen lässt.

zerstörte Türen und eingetretene Wand vom Iserlohner Asylbewerberheim
Wallstrasse nach dem Polizeinsatz - klick auf die Bilder, dann werden sie grösser

Bei der Demo selber hat die Schwarze Katze die recht gelungenen Redebeiträge aufgenommen und Interviews für eine Radiosendung geführt. Ausserdem probierten wir unsere neue Digi-Cam aus. Wir hätten noch mehr Bilder machen können, aber uns fehlt die Speicherkarte. Danke an die Person, die uns ihre Digi-Cam - leider ebenfalls ohne Speicherkarte - ausgeliehen hat, so dass wir mit beiden Kameras doch noch genügend Fotos schiessen konnten. Momentan arbeiten wir intensiv an der Beschaffung notwendiger Infrastruktur, da noch viel fehlt. Fördermitglieder sind uns daher willkommen.

In ihrem Demoaufruf vom 17.03.04 stellt die Antifa Iserlohn fest:
Die pauschale und äußerst brutale Durchsuchung des gesamten AsylbewerberInnenheims lässt den Eindruck enstehen alle Flüchtlinge seien Kriminelle. Dies schürt rassistische Vorurteile, zumal sich hier beim rassistischen Klischee vom schwarzen Drogendealer bedient werden kann. Dem soll die Demonstration entgegentreten.

Im IKZ-Zeitungsartikel "Plenum klagt Polizei an" vom 13.03.04 beschwert sich das Friedensplenum über die Polizei, was diese sogleich abstritt:
Ohne Ankündigung wurde ich zu Boden geworfen, niedergehalten und mit Plastikfesseln brutal gefesselt", berichtet der Mann aus dem Niger, der seit elf Jahren in Iserlohn lebt. Ihm sei eine Stoffmütze über das Gesicht gezogen worden, und seine Arme seien taub geworden: "Ich vermute, dass ich betäubt wurde, um mich ruhig zu stellen."

Etwa 150 Menschen liessen sich vom regnerischen Wetter nicht abhalten in Iserlohn gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Positiv hervorzuheben ist, dass darunter viele aus anderen Städten kamen, um ihre Solidarität mit den Flüchtlingen auszudrücken.

Teilweise waren die Redebeiträge weiter hinten schlecht zu verstehen, da ein Generator ausfiel. Ein Megaphon tat stattdessen mehr schlecht als recht seinen Dienst. Nachher klappte es doch noch mit der Technik. In den Redebeiträgen ging es um die Polizeirazzia am 08.03.04 in der Wallstrasse. Die Polizisten beschädigten Türen. Staatliches Eigentum wird von Staatsdienern zerstört. Die Kosten bleiben natürlich wieder beim Steuerzahler hängen. Ein Redner kritisierte, dass durch solch ein Vorgehen Asylbewerber pauschal als Kriminelle und Drogenhändler dargestellt werden.

Das Iserlohner Friedensplenum gebrauchte deutliche Worte in ihrer Pressemitteilung vom 11.03.04:
Ein wirklich voller Erfolg! 160 Beamte im Einsatz - zwei Stunden lang werden ganze Straßenzüge abgesperrt - in Unkenntnis gelassene Bewohner der betroffenen Straßen in Angst und Schrecken versetzt - und das Ganze um zu zeigen, "Wer Herr im Hause" ist. Hut ab. Dümmer als die Polizei erlaubt geht es anscheinend tatsächlich nicht mehr.

Wie weit hat sich die Polizei des Märkischen Kreises eigentlich schon von den Bürgern entfernt, um eine solch arrogante, völlig überzogene und im Ergebnis lächerliche Großaktion als "vollen Erfolg" zu verkaufen? Entweder es wird mit Drogen gehandelt und dann wird auch was gefunden oder es wird nicht mit Drogen gehandelt. Entweder es gibt konkrete Verdächtige und dann kann man von der Polizei ein entsprechendes Vorgehen erwarten oder hier wird ein Generalverdacht gegen Asylbewerber ausgesprochen. (...) Zahlreiche Gruppierungen, Privatpersonen und Organisationen beschäftigen sich mit Asylbewerbern und deren Schicksal, welches sie nach Deutschland gebracht hat. Insofern wäre ein differenzierterer Umgang mehr als wünschenswert. Es gibt nicht "den" -drogendealenden- Asylbewerber. Jeder Mann, jede Frau und auch jedes Kind, welches hier einen Asylantrag gestellt hat, hat eine individuelle Lebensgeschichte. Das Vorgehen der Polizei in diesem Zusammenhang ist völlig unerträglich.

Doch nun zurück zur Demo:
Bei der Auftaktrede am Mahnmal für die Opfer des Faschismus wurde Klartext gesprochen:
Wir sind heute hier um gegen den Polizeiübergriff auf das AsylbewerberInnenheim an der Wallstraße zu demonstrieren. In einem für Iserlohn beispiellosen Großeinsatz durchsuchten 160 PolizistInnen alle 25 Räume des Heims. Dabei stellten sie alle 21 BewohnerInnen und BesucherInnen unter Generalverdacht. Während des gesamten Einsatzes zeichnete sich die Polizei durch extreme Brutalität aus. Offiziell wurde der Einsatz zunächst als Schlag gegen den Drogenhandel dargestellt, gefunden wurden jedoch nur geringe Mengen an Drogen. Bereits am nächsten Tag gab der Einsatzleiter zu, dass es nicht Ziel war Drogen zu finden, sondern zu zeigen "wer Herr im Hause ist". Uns geht es nicht darum Drogenhandel zu verteidigen, sondern aufzuzeigen, dass hier gemäß einem rassistischen Klischee ein ebenso rassistisches Feindbild konstruiert wird.

Vor dem Asylbewerberheim, wo Nachbarn interessiert aus dem Fenster schauten, wurde dreisprachig in deutsch, englisch und französisch Position für die drangsalierten Flüchtlinge bezogen:
Wir befinden uns hier in der Wallstrasse vor dem Iserlohner Asylbewerberheim. Am Abend des 8. März wurde dieses zum Schauplatz der mit 160 Polizisten bisher größten Polizeiaktion in Iserlohn. Bei der Razzia, die sich nach Angaben der Polizei gegen den Drogenhandel richtete, wurde das komplette Gebäude gestürmt und die Türen fast aller Wohnräume eingetreten. Angetroffene Menschen wurden so brutal gefesselt, dass die Spuren der Kabelbinder auch eine Woche nach dem Überfall noch deutlich an ihren Armen sichtbar waren. Gefunden haben die Freunde und Helfer trotz martialischem Aufgebot, trotz Straßensperren, trotz massiven Zerstörungen und trotz des brutalen Vorgehens gegen die Asylbewerber herzlich wenig.

Der Redner von der SchülerInneninitiative gegen Abschiebung Kierspe ging im Abschlussredebeitrag am Alten Rathausplatz ebenfalls auf die Polizeirazzia ein:
Deutschland bei Nacht, das sind prügelnde mordende Nazi Schläger, das sind nationalistische Stammtischparolen, das sind heimliche Träume vom großdeutschen Reich, das sind Polizei Razzien und Abschiebungen von MigrantInnen deren einziges Verbrechen es ist wegen der Hoffnung auf ein sicheres Leben hierhin geflüchtet zu sein. Ein solches "Verbrechen" in Anführungszeichen scheinen wohl auch die rund 21 Bewohner des Flüchtlingsheims in Iserlohn begangen zu haben. Am Achten Dritten stürmten über 160 Polizisten das ihnen zugeteilte Flüchtlingsheim, fesselten Bewohner und richteten nich unerheblichen Sachschaden an. Es ging den Beamten nicht darum, wie sie vorgaben, nach Drogen zu suchen, vielmehr ist das Ziel solcher Maßnahmen MigrantInnen zu diskriminieren, zu kriminalisieren und ihnen von vorne herein klarzumachen, das Deutschland an ihnen als Menschen in keinster Weise interessiert ist.

Schwarze Katze Bilder der Antira Demo am 20.03.04 in Iserlohn


kraftvolle Demo


Schön, dass so viele da waren...


Zuschauer


Food not Bombs Bochum mag kein Vaterland


Die Antifa Hamm war auch da


Die Antifa-Fahne flattert im Wind


Junge Linke Lippstadt am Start


interessierte Zuschauer


Zuschauer auf der Karstadt-Brücke


Wallstrasse


Das Iserlohner Friedensplenum war vertreten


Gegen Polizeigewalt!


No Pasaran!


Transpi der Schülerini gegen Abschiebung


Die Demo stiess bei Anwohnern auf Interesse


Abschlussrede auf dem Alten Rathausplatz
sorgte für Recht und Ordnung...
Freund & Helfer?


Redner bei Antira-Demo

Der Staatsschutz Hagen war bei der friedlich ablaufenden Demo dabei. Ebenso wie 90 Polizisten und ein Zug der Duisburger Bereitschaftspolizei, der im Hintergrund für den Fall des Falles bereitstand. Ein Antifa-Redner fragte in Richtung der Polizei, wo sie denn in Rostock-Lichtenhagen waren, als der deutsche Volksmob brennende Mollis auf das Sonnenblumenhaus geworfen hatten. Es gab auf diese Frage keine Antwort... Derselbe Redner zitierte zustimmend - bei allen Differenzen mit der zitierten Person - Karl Liebknechts Aussage, dass der Hauptfeind im eigenen Land steht. Nachfolgend ergänzte er richtigerweise: "Das gilt auch für Israel und Palästina. Das gilt auch für die USA."

Der Iserlohner Kreisanzeiger zitierte in seiner Montagsausgabe drei Demosprüche:
Nie wieder Deutschland!
Nazis morden, der Staat schiebt ab, das ist das gleiche Rassistenpack
BRD Bullenstaat (wir haben dich zum Kotzen satt!)

Daneben gabs noch "Klassiker" zu hören:
Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord, Bleiberecht für alle, jetzt sofort!
Um Europa keine Mauer - Bleiberecht für alle, jetzt auf Dauer!

Die Antifa Iserlohn zieht als Demo-Organisatorin ein positives Fazit: "Die Demonstration war ein voller Erfolg! Es ist uns gelungen ein Zeichen gegen die rassistische Hetze zu setzen und klarzumachen, dass wir sie nicht länger hinnehmen werden!", so die Pressesprecherin der Iserlohner Antifa.

Ein älteres deutsches Ehepaar als Vertreterin des deutschen Volksmobs machte aus ihrer Abneigung gegen die schwarz und bunt gekleideten mehrheitlich jungen DemonstrantInnen keinen Hehl: "Die sollte man alle erschlagen" war ihre kurze und eindeutige Stellungnahme.

Dieter Gütting, der erfolglos versuchte, die rechts-populistische Schill-Partei im Märkischen Kreis aufzubauen, mäkelte in einem Leserbrief an den IKZ, der am 23.03.04 abgedruckt wurde, an der antirassistischen Demonstration herum:
Die typisch deutschen Diffamierungen gegen unsere Polizei und Politiker sind nur schwer zu ertragen. Übersoziale Bürger und ähnliche Gutmenschen verstehen einfach nicht, dass der innere Friede einer Gesellschaft das wichtigste Gut ist. Das verteidigen wir mit aller Macht. Dabei hilft uns, Gott sei Dank, unsere Polizei. Wer das nicht versteht, ist undankbar, uneinsichtig und dumm. Schluss mit dem Gezeter. Unsere Demokratie darf sich nicht länger selbst im Weg stehen. Unsere Interessen sollen allein im Vordergrund stehen. Nur so ist unser innerer Friede auf Dauer zu sichern. Auch wenn schon mal bei der Polizei etwas schief läuft oder hätte besser gemacht werden können, so darf und soll das gewiss kritisiert werden können. Das darf aber nicht an unseren Grundfesten rütteln.

Die Schwarze Katze sieht es anders: Kritik sollte ruhig mehr geäussert werden, auch wenn es an den Grundfesten des patriarchal-kapitalistischen Systems rüttelt. Der innere Friede des herrschenden Systems ist für uns keinesfalls das höchste Gut, sondern soziale, ökologische und menschliche Werte stehen für die Schwarze Katze im Vordergrund. Unsere Interessen als Ausgebeutete, Flüchtlinge, Schwule, Lesben, Unterdrückte, ArbeiterInnen, Diskriminierte, Erwerbslose, vom Patriarchat geknechtete Frauen und Kinder - kurz gesagt der Menschen, die unter diesem System leiden - sollten im Vordergrund stehen und nicht die Interessen derjenigen, die von Ausbeutung und Unterdrückung profitieren. Mal wieder eine schöne schwarz-bunte, kraftvolle Demo im verschlafenen Iserlohn. Mehr davon! Weiter gegen staatlichen Rassismus und Polizeigewalt!

Das wäre schön, wenn die Leute hier auch so viel aufeinander achtgeben...
Schwarze Katze Interview zur
Chiapas-Veranstaltung

Land und Freiheit

Schwarze Katze: Am 18.12.2003 fand eine Veranstaltung von Venceremos Halver und der Schwarzen Katze über den zapatistischen Befreiungskampf statt. Ich spreche jetzt mit einer Teilnehmerin der Veranstaltung. Hallo!

Tine: Hallo!

Schwarze Katze: Du warst ja da. Wie hast du die Veranstaltung empfunden?

Tine: Ich fand's unheimlich spannend, denn es war ein sehr gut gemachter multimedialer Vortrag mit tollen Bildern, Musik und spannenden Erlebnisberichten.

Schwarze Katze: Wie lange hat das ganze gedauert?

Tine: Das Manko - es hat sehr lange gedauert. Um 7 sollte es anfangen, es fing um 8 an, und um 20 vor 12 bin ich dann gegangen, aber ein paar Leute haben sich noch weiter unterhalten.

Schwarze Katze: Wie viele Leute waren da?

Tine: Es war ziemlich gut besucht. Wir waren mehr als 30 Leute, wovon drei selbst in Mexiko gewesen sind. Ich fand es eine sehr beeindruckende Veranstaltung, weil ich viel gesehen habe.

Schwarze Katze: Wie leben denn die Menschen in Chiapas?

Tine: Das Leben dort ist von harter Arbeit und Armut geprägt. Die Leute sind wirklich sehr arm, die leben hauptsächlich in Hütten. Es gibt auch Gemeinden, die etwas mehr Geld haben. Da werden dann Versammlungsräume oder Krankenhäuser, die wirklich sehr klein sind, schon aus Stein gebaut. Es herrscht "Krieg niederer Intensität", so nennt sich das. Militär ist überall präsent.

Schwarze Katze: Was bedeutet "Krieg niederer Intensität"?

Tine: Wenn der Staat dort Strassen baut, geschieht das, damit Militärs und Paramilitärs besser patrouillieren können. Ich weiss von zwei Übergriffen, wo richtig mies ganz viele Leute abgeschlachtet wurden. Einmal sind sie in eine Kirche gestürmt und haben 45 Frauen und Kinder umgebracht. Ein anderes Mal haben sie eine Gemeinde überfallen und haben 5 Männer auch einfach umgebracht. Die Bevölkerung ist dadurch regelrecht traumatisiert. Das wird dann allerdings nicht von den Militärs selbst gemacht, sondern meistens von den Paramilitärs, die allerdings nachweisbar auch mit dem Staat in Verbindung stehen.

Schwarze Katze: Wie wehren sich die Menschen in Chiapas denn dagegen?

Tine: Sie benutzen keine Waffen. Es ist ein Waffenstillstand. Sie organisieren sich sehr gut, es ist ein dichtes soziales Netz dort. Wichtig ist auch, dass sie staatliche Hilfe komplett ablehnen. Das gehört zu ihrem Kampf um Autonomie dazu. Das geht sogar so weit, dass, als sie einmal eine schlechte Ernte hatten, und jemand vom Staat Maissäcke angekarrt hat, sie diese nicht angenommen haben, weil sie das eben nicht wollten. Dann helfen Gemeinden sich untereinander.

Schwarze Katze: Wenn die Gemeinden sich untereinander helfen, ist das doch ein praktiziertes Zeichen der Solidarität?

Tine: Ja, die sind sicher sehr solidarisch.

Schwarze Katze: Wäre das mit der Solidarität auch ein Beispiel für den Kampf hier?

Tine: Ja, das wäre schön, wenn die Leute hier auch so viel aufeinander achtgeben und sich helfen würden und so vieles miteinander besprechen und durchsprechen würden, um dann danach zu handeln.

Schwarze Katze: Apropos alles gemeinsam durchsprechen: Da kommen wir jetzt zum Punkt der Organisation. Wie organisieren sich die Zapatisten?

Tine: Es gibt verschiedene Ämter, die von den Leuten auch als Bürde, als Aufgabe gesehen werden. Da wächst man rein, wenn man irgendwie dafür begabt ist. Dafür werden die Menschen von der Gemeinde gewählt. Das nennen sie "befehlend gehorchen", die Menschen bekommen ein "imperatives Mandat" für ihre Aufgaben, sie führen also nur das aus, was ihnen von der Basis aufgetragen wurde. Dass man die Leute z.B. agrikulturell ausbildet, oder den Kindern schreiben beibringt, oder dass man andere wichtige Posten innehält. Was man sich davon abgucken kann, ist die Solidarisierung untereinander und dass der Zusammenhalt stärker ist als hier bei uns in den Gruppen. Was ich auch noch sagen möchte ist, dass es natürlich vom Staat Mexiko Spaltungsversuche gibt, wodurch dann teilweise Gemeinden wirklich gespalten sind. Zum einen politisch, es gibt aber auch religiöse Spaltungen. Eines ist mir in bleibender Erinnerung geblieben: Einer, der dort war, hat erzählt, dass das erste, was die Leute dort hingesetzt bekommen, ist eine Satellitenschüssel und ein Fernseher.

Schwarze Katze: Könntest du dir vorstellen, auch in Chiapas zu wohnen und wie würde dein Leben aussehen, wenn du da geboren worden wärst bzw. da wohnen würdest?

Tine: Das sind ja zwei verschiedene Sachen. Entweder dahinziehen oder da geboren sein. Wenn ich dort aufgewachsen wäre, wäre ich von klein auf in die Arbeit meiner Familie eingebunden gewesen. Sobald man laufen kann, muss man irgendwas irgendwohin tragen, oder Mais schälen oder Bohnen ernten. Ich würde in einer tollen Natur aufwachsen, in der es noch richtige Dschungeltiere gibt. Ich würde in eine funktionierende Basisdemokratie hineinwachsen, was ich mir jetzt als Deutschbürgerin kaum vorstellen kann, und ich glaube, ich würde auch sonst völlig anders denken.

Schwarze Katze: Die Zapatisten wehren sich ja gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Sie sind eine der wenigen Befreiungsbewegungen, die kein klassisch marxistisch-leninistisches Konzept haben. Meine Frage jetzt an dich: Wie können wir hier die Zapatisten unterstützen?

Tine: Geld können sie sehr gut gebrauchen. Und was in dem Vortrag betont wurde: Man sollte nicht einfach irgendwelche Sachen dort ankarren, sondern das wirklich mit denen absprechen, was sie dann brauchen, und nicht irgend etwas bringen, womit sie gar nichts anfangen können. Also, wenn du da Lust drauf hast, kannst du als Menschenrechtsbeobachter dort hinfliegen. Das ist auch sehr wichtig, denn wenn Europäer da sind, ist deren Sicherheit mehr gewährleistet, weil die Europäer da leider wichtiger sind als die indigenen Menschen. Die Europäer haben in der mexikanischen Gesellschaft eine bessere Position. Wegen ihrer Hautfarbe, ihrem Geld und durch den Pass, der ihnen Schutz durch die Botschaft garantiert.

Schwarze Katze: Es gibt ja auch noch die Möglichkeit Kaffee von da zu kaufen, z.B. Cafe Libertad.

Tine: Ja genau, du sagst es. Da gibt es in Hamburg auch einen Laden in Hafennähe, wo man sicherlich noch andere nette Sachen kaufen kann. Den Cafe Libertad hätte ich da gestern auch kaufen können, aber ich war leider abgebrannt.

Schwarze Katze: Das heisst, keine Knete mehr. Aber wer von unseren Hörerinnen oder Hörern noch Knete hat, kann das ja auch im Internet bestellen: www.cafe-libertad.de Würdest du noch mal eine Veranstaltung der Schwarzen Katze oder von Venceremos besuchen?

Tine: Wenn das wieder eine Veranstaltung aus der Klasse wäre, auf jeden Fall. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich denke, dann werden auch die anderen Veranstaltungen ganz toll sein. Deswegen würde ich da gerne wieder hingehen, wenn was los ist.

Schwarze Katze: Vielen Dank für das Lob.

Tine: Gerne. Tschüss.

Schwarze Katze: Tschüss.

Rückblick Friedensfest 04
Schwarze Katze, Sommer 04

Am ersten Juliwochenende 2004 fand in Iserlohn das beliebte Friedensfest statt. Infostände, Musik, Kinderprogramm, lecker Essen und Trinken sorgten für gute Stimmung. Leider spielte das Wetter dieses Jahr nicht mit, mehrere starke Regenschauer vertrieben einige Menschen vom Platz an der Bauernkirche. Deswegen fiel auch kein nennenswerter Überschuss an, der ansonsten wie in den Vorjahren der lokalen Flüchtlingsarbeit zugekommen wäre. Freitag und Samstag liessen Windstösse Zeltplanen mit dem Boden Bekanntschaft machen.


FAU beim Friedensfest, Foto: Schwarze Katze

Das Informationsangebot war reichhaltiger als letztes Jahr. So gab es Infostände von folgenden Gruppen: FAU Dortmund, Schwarze Katze, Venceremos Halver, amnesty international Hemer/Iserlohn, Antifa-Infostand, Friedensgruppe Lüdenscheid, DKP MK, PDS MK, The Voice, Rattenloch Schwerte, Tierrechtsgruppe Iserlohn, Umweltzentrum Münster, Packpapier Versand, Terres des Hommes.

Das ökumenische Friedensgebet sprach wenige gläubige Menschen an, während die Freibierausgabe die zahlreich anwesenden Punks begeisterte. Gut kam die düstere Musikgruppe Saltatio Mortis rüber.

Die begeisterten Besucher konnten aus einem reichhaltigen Essensangebot auswählen. So machten syrische Kurden Falafeln, kongolesische und kamerunische Küche verwöhnten den Gaumen, für die Fleischfresser gabs einen Bratwurststand, die veganen Körnerpicker kamen bei der Tierrechtsgruppe auf ihre Kosten, Vegetarier konnten sich am Grill der anarchosyndikalistischen FAU versorgen. Verschiedene selbstgebackene Kuchen und nicht zu vergessen die Crepes, die von einem Kurden angeboten wurden, rundeten das ganze ab.

Bild vom Iserlohner Friedensfest 2004Negativ fielen rechte Gabbers auf, die für Stress sorgten und wegen denen sogar die Polizei kam. In der Techno-Subkultur werden wohl zuviele Pillen eingeschmissen, die Matsche in der Birne machen. So hiess es von einem Gabber, dass die Linken für Frieden sind, die Rechten für Krieg und er deswegen rechts wäre. Dazu kamen einige unausgereifte deutsch-nationale Sprüche, die auf Widerspruch bei den Punks stiessen.

Eine schöne Tradition des Friedensplenums ist es, am Donnerstag vor dem Friedensfest eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus zu veranstalten. Die eigentlich eingeladene Referentin konnte nicht kommen, so dass ein anderer Vertreter der Jüdischen Gemeinde sprach. Thema war der neue Antisemitismus weltweit. Deutliche Kritik gab es an der einseitig die israelische Regierung und den Bau der Mauer in Schutz nehmenden Ausrichtung der Rede. Kleinere Grüppchen diskutierten anschliessend über den Nahostkonflikt.

Die Schwarze Katze hatte das Friedensfest neben dem Infostand mit drei Radiosendungen unterstützt. Wobei von den 3 Sendungen die Technik für zwei Friedensplenumssendungen gefahren und eine eigene Sendung im Vorfeld produziert wurde. Das Erstellen der Doppelstunde im Hemeraner Studio hat den beteiligten Friedensfreunden viel Spass gemacht. Ausserdem gab es zwei Schwarze Katze Artikel in der Friedensfestzeitung über die Situation in Chiapas und Kriegslügen der USA.

Fazit: Das vom Friedensplenum Iserlohn organisierte Friedensfest war wieder eine runde Sache. Positiv anzumerken ist, dass es auch einige unerwartete Helfer aus anderen Städten gab. Wir werden auch nächstes Jahr dabeisein und können das Friedensfest als gelungene Kombination zwischen Musik, Kultur und Politik nur empfehlen.

Der Eierwurf von Wittenberge - Anfang für mehr?
Schwarze Katze, September 04

So hatte sich Bonzenkanzler Schröder seine Propagandatour nicht vorgestellt. In Wittenberge, wo jede/r 5. arbeitslos ist, wollte der Genosse der Bosse am 24.08.04 den für 76 Millionen Euro sanierten Bahnhof einweihen um nach den vielen Negativschlagzeilen mal wieder positiv in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Das hat nicht geklappt.

Obwohl mit Polizei und Bundesgrenzschutz die Leibgarde des Systems den Bahnhofsvorplatz abriegelte, um die aufgebrachten Arbeitslosen nicht in die Nähe des Sozialraub-Kanzlers zu lassen, wurde er trotzdem mit Eiern beschmissen, ausgepfiffen und ausgebuht. Das Ei verfehlte ihn, Schröder fühlte sich dennoch getroffen. Der Zorn der Arbeitslosen über den Hartz-Sozialraub nimmt zu. Die Menschen wollen sich nicht mehr alles von korrupten Politikern gefallen lassen, die in fetten Bonzenschlitten vorfahren und die Armen bestehlen. Sie fühlen sich nicht mehr von ihnen vertreten und veranstalten wie schon 1989 Montagsdemos. Schon einmal konnte so ein übles Unterdrückungssystem, in dem sich einige Wenige auf Kosten der Massen bereicherten, gestürzt werden.

Während die SPD Altenheimbewohnern ihr Taschengeld kürzt und viele Arbeitslose wegen der Praxisgebühr nicht mehr zum Arzt gehen, können sich die Reichen über Steuergeschenke in Milliardenhöhe freuen. Jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und was ist der Dank? Suppenküche und Kleiderkammer. Hartz und Agenda2010 ist Armut per Gesetz. Für Militär und Repression ist in diesem System immer genug Geld da. Die Gelder werden von unten nach oben umverteilt. Das ist Klassenkampf von oben und Zorn und Wut dagegen ist mehr als verständlich.

1 Euro Jobs sind nichts anderes als staatlich verordnete Zwangsarbeit. Arbeitslose, die dazu gezwungen werden, sollen nach SPD-Vorstellungen nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. Wenn wir uns eins nicht mehr leisten können, dann ist es ein asoziales System und seine korrupten Profiteure. Die bisherigen Mittel und Organisationen haben sich als ungeeignet erwiesen. Unsere Agenda heisst Widerstand!

Der Sozialraub von Regierung und Kapital hat auch etwas positives: Er zerstört Illusionen in die Reformierbarkeit des kapitalistischen Systems. Wir müssen nur aufpassen, dass bei den Montagsdemos Parteivertreter nicht wieder ihr eigenes Süppchen mit dem Elend der Menschen kochen. Solange die Arbeitslosen bei den Sozialprotesten in der Minderheit sind, wird sich nichts grundlegendes ändern. Wie heisst es in der Internationalen: "Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun." Die Befreiung der Arbeiter kann nur das Werk der Arbeiter selbst sein. Es bringt nichts auf Parlamentarier zu hoffen, die sowieso nur ihre eigenen Taschen füllen. Die Politikverdrossenheit nimmt zu und das ist gut so. Sind die Eierwürfe von Wittenberge erst ein Anfang? Wir werden sehen... Wir brauchen keine angepassten Gewerkschaften, keine neue Partei mit profilierungssüchtigen Volkstribunen, keine salbungsvollen Sozialworte der heuchlerischen reichen Kirchen - wir brauchen aufgeklärte Menschen, die anfangen ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Angriff in Lüdenscheid
Schwarze Katze, 24.01.04

Eine etwa zehnköpfige Neonazibande rottete sich grölend am 23.01.04 nachts in Lüdenscheid zusammen. Dabei warfen sie zwei Bierflaschen in Richtung Autonomes Zentrum. Eine Scheibe ging dabei zu Bruch. Dann hauten die Faschos ab, nicht ohne dabei einen griechischen Anwohner zu beleidigen und in der Parallelstrasse eine Jalousie einzutreten. Einige der Faschos fühlen sich dem rechten Gabber-Spektrum zugehörig. Gabber ist eine Techno-Subkultur, in der es teilweise Überschneidungen mit nationalistischen Banden gibt. Andere Gabbers bezeichnen sich als unpolitisch.

Eine Woche vor dem Glasbruch verübten Nazis ebenfalls einen Übergriff: Vier Faschos griffen in der Nähe der Lüdenscheider Christuskirche ein Mitglied der Schülerinitiative gegen Rechts an und verletzten es. Vier gegen einen, das trauen sich die tapferen deutschen Recken. Nachdem die rechten Gewalttäter ihn mit "Scheiss-Zecke" beschimpften, schlugen sie ihm eine Flasche auf den Kopf. Nur durch das mutige Eingreifen eines Passanten, der daraufhin von den Nazis mit Pfefferspray besprüht wurde, ist dem Nazi-Opfer nichts schlimmeres passiert. Die Neonazis, die den Passanten, der Zivilcourage bewies, ebenfalls verletzten, entfernten sich daraufhin vom Tatort in Richtung Knapperstrasse. Beide Angriffe wurden zum Teil von denselben Nazis durchgeführt.

Lüdenscheid ist in der Vergangenheit durch den Donnerversand unrühmlich in Erscheinung getreten. In der Bergstadt gab es in den letzten Jahren vermehrt braune Übergriffe und Demos. Wir haben von der Schwarzen Katze über die vom Staat erlaubten Naziaufmärsche Dokumentationen erstellt:
Braune Aufmärsche in Lüdenscheid und Gegenaktivitäten

  • 26.01.01 Das Reich lebt
  • 24.02.01 Gegen Medienhetze und Pogromstimmung gegen nationale Deutsche
  • 28.04.01 Für eine Zukunft der deutschen Jugend, gegen Drogen, Kinderschänder und Vergewaltiger
  • 19.01.02 Demo anlässlich des Reichsgründungstages

    Die Schwarze Katze ruft die Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger auf, wachsam zu bleiben und Zivilcourage zu beweisen. Nationalistische Ideologien sind inakzeptabel!

    Anarchismus-Film in Hemer
    Am Di., 16.11.04 gabs im kleinen Rahmen von 16.00-19.30 Uhr eine Schwarze Katze Infoveranstaltung. Einem halbstündig freigehaltenen Vortrag zu Anarchismus und Syndikalismus folgte der Film "Vivid la Utopia". Dieser wurde interessiert aufgenommen, es gab aber auch Kritik, dass er zu kompakt sei. Obwohl wir eine Pause eingebaut haben, kamen besonders am Ende bei einer Zuschauerin Konzentrationsschwierigkeiten auf. Dann machen wir eben nächstes Mal eine Pause mehr...
    Eine Zuschauerin mit Interesse aber wenig Geld bekam die aktuelle Ausgabe der direkten aktion geschenkt. Ihr mitgebrachter Bekannter möchte mit seinem Freund selber Bürgerradiosendungen erstellen. Die am Thema Anarchosyndikalismus Interessierten erhielten selbstgemachten Schokoladenkuchen. Hier die Schwarze Katze Inhaltsangabe des 95minütigen Films:

    Noch heute finden Jahrestreffen statt, bei denen sich die Anarchisten treffen, die während der Sozialen Revolution Kollektive und Fabriken errichtet haben. Die Zeitzeugen berichten von der langen organisatiorischen Arbeit, die es ihnen ermöglichte, anarchistische Ideen auszuleben, an einigen Stellen sogar das Geld abzuschaffen und die Arbeitsproduktion zu steigern. Spanien war immer schon von einem anarchistischen Lebensgefühl geprägt. Sehr früh, zur Zeit der Ersten Internationale, siegten die antiautoritäen Ideen Bakunins über die von Marx. Es wird von vielen Zeitungen und Zeitschriften berichtet, die die Anarchisten gründen, von der Vereinigung des Proletariats in die CNT 1910 und den Kampf für den 8-Stunden-Tag. 1919 hatte die CNT 190.000 Mitglieder. 1927 gründete sich die FAI, die immer mehr zur Bildungsstätte wird. Die Arbeiter bekamen revolutionäres Bewusstsein auch durch viele kulturelle Veranstaltungen. Man unterstützte sich gegenseitig, in den modernen Schulen wurden Kinder individuell und pazifistisch erzogen, die Freiheitsidee war überall anzufinden. Man zwang den Jüngeren das Revolutionäre nicht auf. Nachdem die Regierung immer mehr an Einfluss verliert, überlässt man die Organisation der CNT und der FAI, die Mujeres Libres (die "Freien Frauen") kümmerte sich um die Rechte der Frauen, es wurde aufgeklärt über Abtreibung und Sexualität.

    Interessant an diesem Dokumentarfilm ist vor allem, dass es nicht darum geht, irgendwelche Daten herunterzuleiern, stattdessen berichten die Zeitzeugen sehr begeistert von dem, was sie einst geschaffen haben. Das macht den Film nicht nur für AnarchistInnen interessant. Die drei Jahre 1936-1949 werden von den meisten Mitgliedern der CNT als Beweis betrachtet: Man hat der Menschheit gezeigt, dass man auch ohne Regierung und Chefs leben kann, vor allem sehr viel besser und wohler, denn Hungersnot und Arbeitslosigkeit wurden von der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft, die starken Rückhalt bei den Spaniern besass, abgeschafft. Dieser Film ist geradezu ein 95-minütiger Hoffnungsschimmer, nicht nur für Sozialisten. Und gerade das macht ihn sehr interessant, genau dadurch unterscheidet er sich von anderen Dokus.

    Stalinisten in Hagen
    Die von der Antifa Hagen organisierte Demo am 24.04.04 fanden wir eigentlich ganz nett, bis auf eine Sache, die uns übel aufgestossen ist. Zwei Kader der stalinistischen Politsekte MLPD und ihres Jugendverbandes "Rebell" hielten Redebeiträge. Sowas muss nicht sein... Stalinisten haben viele Millionen Menschen umgebracht und die Überlebenden in Unfreiheit gehalten. Ein MLPDler faselte was von Einheit im antifaschistischen Kampf. Ohne uns! Keine Einheit mit Maoisten und Stalinisten. Sowas untergräbt die Glaubwürdigkeit der antifaschistischen Demonstration, wenn Bolschewisten, die immer noch eine Diktatur unter ihrer Führung inklusive Verfolgung Andersdenkender anstreben, von Antifas ein Podium gegeben wird.

    Schwarze Katze Bilder der Hagener Antifa-Demo am 24.04.04

    Kein Raum für Neonazis!

    Kein Anstand - Aufstand!

    VVN-BdA Hagen

    Zuschauer

    Füsse

    Fäuste ballen!

    Viel Tatü-Tata

    massig Polizei drumrum

    vor der Ampel

    interessierte Busfahrgäste

    Demozug von hinten

    mit Hund auf Demo

    interessiert

    ewiggestrige MLPD-Stalinisten

    ab in die Mülltonne

    Nazis von der Strasse fegen!

    Antifa-Fahne auf Lauti

    PDS Hagen

    Anmerkung: weitere Bilder der Demo gibts hier und hier.

    Schwarze Katze Aktivitäten Mai 04
    Zu den Themen Antipat, Soziales, Anarchismus und Anarchosyndikalismus gibt es neue Schwarze Katze Sonderseiten. Da wir jetzt das Geld für eine Digicam-Speicherkarte zusammenbekommen haben, wird es künftig öfter Bilder von Demos und anderen Aktionen zu sehen geben.

    Im Kinoformat haben am 11.05.04 knapp 20 Menschen zwei Filme aus dem Schwarze Katze Archiv gesehen. Leider mit drei Unterbrechungen, da der Beamer zu heiss wurde und erst wieder abkühlen musste, bevor es weiterging. Eine Abkühlpause haben wir zur inhaltlichen Diskussion genutzt. Laut Technik-Verantwortlichen war es das erste Mal, dass der Beamer wegen Überhitzungsproblemen zeitweise ausfiel. Für diejenigen von euch, die nicht dabei waren, die Inhaltsangabe vom ersten Film Bambule in Hamburg: Die andere Sicht. Was geschah vor, während und nach der Räumung des Wagenplatzes Bambule? Ganz parteiisch rücken die Filmemacher mit ihren Kameras nicht nur der sozialen Realität, sondern auch den politisch Handelnden auf den Leib. Der Film spiegelt das alltägliches Leben der Bauwagen-Bewohner vor der Räumung und die Proteste, die genauso alltäglich wurden, nach der Räumung. "Bambule" hieß ihr Platz im Hamburger Karolinenviertel, der am 04.11.02 nach fast 10-jährigem Bestehen geräumt wurde. "Bambule" wurde aber auch zur Parole tausender Menschen, die seither auf annähernd 30 Demonstrationen ihren Missmut über die Räumung und die Politik des Hamburger Rechts-Senats zum Ausdruck brachten. Die Repression, die sich gegen die Bauwagen-Bewohner richtet, ist Ausdruck einer grundsätzlich intoleranten, kleinbürgerlichen Politik der Ausgrenzung. Ein Film über kreative Aktionen, Solidarität, die größten Polizei-Einsätze seit über 10 Jahren, die Unverhältnismäßigkeit der politischen Mittel und das Entstehen einer neuen Bewegung in Hamburg.

    Der zweite Film war eine Doku über einen damals in Hemer wohnenden und politisch aktiven Kurden, der in die Türkei abgeschoben wurde. Interviews mit alevitischen Kurden zeigten im Film die menschenverachtende Politik des türkischen Staates auf. Danach gabs noch eine kurze Diskussion über deutsche Waffenexporte, die Schandtaten des türkischen Militärs, den geplanten EU-Beitritt der Türkei und die derzeitige Menschenrechtssituation in der Türkei. Einer der Anwesenden verteidigte das türkische Militär, da es angeblich im Gegensatz zu den Islamisten die bessere Wahl sei. Dem wurde widersprochen. Sich auf eine Unterdrücker-Seite zu schlagen ist nun mal kritisierenswert... Bei der miesen Behandlung von Kurden gab es Hilfe durch westliche Regierungen wie USA und BRD.

    Lecker war das mitgebrachte exotische Obst. Eine - bis auf die unfreiwilligen Beamer-Pausen - gelungene Veranstaltung.

    Demo gegen Pelzhandel in Dortmund
    Schwarze Katze, 13.11.04


    Banner gegen P&C Dortmund
    Foto: Schwarze Katze, 13.11.04

    Rund 100 Menschen beteiligten sich am Samstag, 13.11.04 bei den Demonstrationen gegen den Pelzverkauf bei Peek & Cloppenburg in Duisburg, Essen und Dortmund. Die tierbefreier e.V. sind zufrieden mit der Resonanz. Einmal mehr hat Peek & Cloppenburg erfahren, dass Menschen energisch gegen das tierquälerische "Produkt" Pelz, das P&C verkauft, protestieren.

    Die Demonstrationen liefen im Grossen und Ganzen geordnet ab. In Essen kam es zu einer kurzen von der Polizei verursachten Rangelei, da sich Demonstranten vor dem Eingang von P&C versammelt hatten. Die Polizei hatte zuvor aus Sicht des grundgesetzlich geschützten Versammlungsrechts unzumutbare Auflagen erlassen, indem die Demonstration hinter P&C vorbeigeleitet werden sollte.

    Es handelte sich bei den Demonstrationen um die 748., 749. und 750. Aktion gegen den Pelzverkauf Peek & Cloppenburg seit Ende 2002. Zu dieser Zeit hatte das bundesweite Netzwerk Offensive gegen die Pelzindustrie zu einer Kampagne gegen Peek & Cloppenburg aufgerufen, da diese darauf beharren Pelzprodukte zu verkaufen, obwohl die Tierquälerei, die damit verbunden ist, bekannt ist.

    Das warme vegane Essen war heissbegehrt. An verschiedenen Ständen gabs Infomaterial und wir verteilten Schwarze Katze Flyer gegen das Tragen von Pelzmänteln. Die Demo durch die volle Dortmunder Fussgängerzone fiel auf. Inhaltsvolle Redebeiträge rundeten das ganze ab. Am Schluss sang der Tierrechtsrapper Albino.

    Nachdem die Demo beendet war, wussten wir nicht mehr, wo der Bahnhof ist. Also fragte ein Schwarze Katze Aktivist einen der vielen Polizisten, welche die Demo "beschützten" nach dem Weg. Der zeigte mit dem Finger in eine Richtung und sagte "Die Strasse lang und dann rechts". Als wir einige hundert Meter gegangen waren, kamen uns leichte Zweifel an der Richtigkeit der Aussage des grünbewandeten Staatsdieners. Also erkundigten wir uns an der nächsten Bushaltestelle bei einer Frau, die nicht in Polizeidienst stand. Sie zeigte mit ihrem Finger in genau die entgegengesetzte Richtung. Ihr haben wir dann doch mehr vertraut als der Staatsgewalt und ihre Aussage hat sich - im Gegensatz zu der des Hüters von Recht und Ordnung - als richtig herausgestellt. Dass Polizisten nicht immer zu trauen ist, konnten wir schon auf dem langen Weg nach Büren feststellen...


    Waschbär: Meine Mutter hängt bei P&C
    Foto: Schwarze Katze, 13.11.04



    Das passiert sonst noch 2004
    Bewegungsarchiv vor der Vernichtung bewahrt Schwarze Katze Archiv, Oktober 04
    Schwarze Katze Radiosendungen 2004
    neue Texte 2004