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Eine neue Religion wird unter dem schmachtenden Volk verbreitet. Als Symbol werden nicht die gefalteten, sondern die zu »T« übereinandergestellten Hände verwendet. Der neue Glaube verspricht Reichtum und Wohlstand für alle. Die neue Überzeugung heißt, wenn ich schon keinen Arbeitsplatz habe oder unter miesen Bedingungen arbeiten muß, und von meinem Lohn nur wenig mehr als die Grundbedürfnisse abgedeckt werden, und ic h zudem sowieso noch nie im Lotto gewonnen habe, dann will ich jetzt wenigstens endlich von den Gewinnen großer Konzerne partizipieren.
Reichtum und Wohlstand für alle
Der neue Glaube heißt Telekom. Ihre Kirche nennen sie Börse. Der Prediger heißt nicht Jesus, sondern Manfred Krug. Die Gläubigen nennen sich Aktionäre und sie beten nicht das Kreuz an, sondern ein Stück Papier. Wie bei jedem Glauben hat alles recht wenig mit Rationalität, Vernunft und Realismus zu tun. Wie bei jeder Religion muß diese mit barer Münze finanziert werden. Was bleibt, ist die Hoffnung. Denn leider ist die Kirche hoch verschuldet. Und, leider läuft ihre derzeitige Monopolstellung ab, und andere Kirchen werden sich um die Gläubigen, bzw. deren Geld bemühen. Auch hat der Staat schon gemerkt, daß ihm diese neue Bewegung Geld einbringen kann, und erwägt in Zukunft, auf die etwaigen Gewinne, die auf die Papierfetzen ausgeschüttet werden sollen, Steuern zu erheben. Auch müssen die Gläubigen gerade erleben, wie ihre Brüder und Schwestern der Volkswagenaktien wahre Kursstürze hinnehmen müssen. Und dies nur, weil so ein abtrünniger Spanier der Opelaktiengläubigen heimlich Teile der Opelbibel zu VW gebracht hat. Aber ganz berauscht von ein paar Werbespots vergaben sie alles, was sie bis dato über Pleiten, Crashs und Kursverluste gehört hatten.
Papierfetzenanbeter
Über zwei Millionen Mitglieder hat die Kirche schon. Jetzt sitzen sie täglich vor dem Fernseher und glotzen n-tv, um immer den neusten Preis ihrer Ablaßzettel zu erfahren. Wenn der Preis steigt, können sie sicher sein, daß der begeistertste Jünger des neu en Glaubens McKinsey seinem Ziel, die Anzahl der Meßdiener von 200000 auf 170000 zu reduzieren, ein ganzes Stück nähergekommen ist. Schlank ist eben modern. Aber auch bei anderen magersüchtigen Börsengläubigen wird darüber nachgedacht, wie noch mehr Aktion äre gewonnen werden könnten. So zum Beispiel die Chemiebrüder aus Hoechst. Statt schäbigen Tariflohnerhöhungen (bäh) möchten sie ihren Meßdienern lieber Aktien (ah) zukommen lassen.
Aktien statt Ziggies
Aber auch die Börsianer wollen beim Einfangen neuer PapierfetzenanbeterInnen nicht nachstehen. So haben sie quasi über Nacht abgeschafft, was seit Jahrzehnten Bestand hatte. Der sogenannte Nennwert für einen Ablaßzettel wurde von bisher 50 auf 5 Mark gesen kt. Die Brüder und Schwestern der Telekomgemeinde mußten immerhin fast 30 Mark zahlen. Jetzt können die Menschen endlich darüber nachdenken, ob sie statt eines Päckchens Zigaretten lieber zu dem neuen Rauschmittel Aktie greifen. Endlich ist das moderne Opium für jeden und jede erschwinglich.
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Deshalb hast Du nicht die Bildung, Erziehung, Beziehungen, Manieren, Auftreten und den guten Geschmack um jemals einer von uns zu werden. Um genau zu sein: Man bräuchte wahrscheinlich ein Buch, dessen Dicke vergleichbar mit den Gelben Seiten ist, um all die unfairen Vorurteile aufzuzählen, die wir Dir gegenüber haben. Deshalb sind wir auch so beruhigt zu wissen, dass Du immer noch an die albernen Märchen von "Gerechtigkeit" und "gleiche Chancen für alle" in Deutschland glaubst.
Natürlich war in einem hierarchischem System wie dem unseren nie viel Platz an der Spitze. Mal abgeseghen davon, was sind schon hier - und uns gefällt es hier oben so gut, dass wir beabsichtigen, dass so beizubehalten. Aber es gibt immer welche, noch niedriger auf der Gesellschaftsleiter als Du, denen Du Dich überlegen fühlen und von Zeit zu Zeit die Zähne eintreten kannst. Selbst ein Tellerwäscher findet ganz einfach einem armen Penner, der noch niedriger in der Hackordnung zum Spotten und Spucken steht. Sei dankbar für alle Migranten, Asylsuchende, Prostituierte und Obdachlose.
Vergiss niemals: Wenn alle von Euch wirtschaftlich so abgesichert und sozial privilegiert wären wie wir, gäbe es niemanden, der die ganzen langweiligen, gefährlichen und schlechtbezahlten Arbeiten in unserer Wirtschaft machen würde. Und niemanden, um unsere Kriege zu kämpfen oder blindlings Befehle in unserern totalitären Aktiengesellschaften zu befolgen. Und mit Sicherheit niemanden, der demütig seinem Tode entgegentritt ohne ein erfülltes und kreatives Leben gehabt zu haben. Deshalb unsere Bitte. Mach weiter so! Du hast wahrscheinlich auch nicht den gleichen gierigen, zwingenden Trieb, Reichtum, Macht uind Ansehen zu besitzen, den wir haben. Und obwohl Du vielleicht ernsthaft Dein Leben verändern möchtest, hast Du auch Angst vor genau dieser herbeigewünschten Veränderung, somit also Dich und Deinesgleichen in einem ängstlichen Zustand der Vorhölle hältst. Und so gehst Du mechanisch durch dein Leben, Deine zugewiesene Rolle spielend, verängstigt darüber, was andere denken würden, solltest Du jemals wagen, aus der starren Ordnung auszubrechen.
Natürlich probieren wir, Euch gegeneinander auszuspielen, wann immer und wie es uns passt: gutbezahlte gegen schlechtbezahlte Arbeiter, Gewerkschaftsmitglieder gegen Nichtmitglieder, Männer gegen Frauen, Deutsche Arbeiter gegen Italienische gegen Polnische gegen Türkische gegen Kurdische gegen Vietnamesische... Immer wieder drücken wir die Löhne unter Berufung auf den "Wirtschaftsstandort Deutschland", "ausländische Konkurrenz", dem Gesetz von "Angebot und Nachfrage", "innere Sicherheir" oder dem "Schuldenberg". Wir schmeissen Dich auf die Arbeitslosenmüllhalde, wenn Du aus der Reihe tanzt oder unsere Profite gefährdest. Und um Dir mal gelegentlich eine kleine Pause von der Eintönigkeit unserer täglichen wirtschaftlichen Erpressung zu gönnen, erlauben wir Dir an unseren inszenierten Mach-ein-Kreuz-Falschspielchen teilzunehmen, dem gemeinen Pöbel besser bekannt als "Wahlen". Zum Glück hast Du keine Ahnung, was wirklich vor sich geht - stattdessen machst Du Fremde, Schwarzarbeiter, Juden, Sozialschmarotzer, Krankfeiernde, auf Bäumen lebende Umweltschützer und unzählige andere für Deine unangenehme Lage verantwortlich.
Wir sind auch überaus erfreut darüber, dass viele Euch immer noch den "Arbeitsethos" umarmen, obwohl die meissten Jobs in unserer Wirtschaft die Umwelt verschmutzen, Deinen körperlichen und emotionalen Gesundheitszustand allmählich zerstören und im Grunde genommen Dein einziges Leben förmlich aus Dir heraussaugen. Es liegt auf der Hand, dass wir nicht viel über Arbeit wissen, aber wir sind zweifellos froh, dass Du es weisst.
Natürlich könnte Leben anders sein. Die Gesellschaft könnte intelligent organisiert sein, um die wahren Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Du und Deinesgleichen könnten gemeinsam kämpfen, um Euch von unserer Herrschaft zu befreien. Aber das weisst Du nicht. Eigentlich kannst Du Dir noch nicht einmal vorstellen, dass ein anderes Leben möglich ist. Und das ist wahrscheinlich die größte und bedeutsamste Leistung unseres Systems - Dich Deiner Phantasie, Deiner Kreativität, Deiner Fähigkeiten, selbst zu handeln und zu denken, zu berauben.
Folgende Punkte werden als bindend für den Betrieb von atomtechnischen Anlagen im Sinne des Atomgesetzes festgelegt:
§ 1 (1) Die Atomindustrie verspricht, dass alles ganz sicher ist und praktisch nichts passieren kann.
§ 2 (1) Alles muss schön umweltfreundlich zugehen.
§ 3 Sämtliche Generatoren werden strikt nach dem Rotationsprinzip betrieben. Andernfalls droht die sofortige Stillegung.
§ 4 (1) Frauen, Ausländer, Ausländerinnen und behinderte MitbürgerInnen haben jederzeit freien Zugang zum Reaktorkern.
§ 5 (1) Atommüll muss sortenrein getrennt und in mindestens drei verschiebenfarbigen Behältern aufgehoben werden.
§ 6 (1) Sogenannte weiche Drogen sind auf dem gesamten Gelände des AKW legal.
§ 7 (1) In sogenannten Schnellen Brütern dürfen nur noch Freilandelektronen aus Bodenhaltung verwendet werden.
§ 8 (1) Homosexuelle dürfen im AKW heiraten.
§ 9 Politisch Verfolgte geniessen Asyl.
§ 10 Uran darf nicht aus solchen Ländern bezogen werden, wo es von kleinen Kindern mit blossen Händen abgebaut wird.
§ 11 (1) Niemand darf Blutkrebs bekommen.
§ 12 Die Grünen müssen an der Regierung bleiben, sonst macht die Atommafia, was sie will.
Die Olympischen Spiele sind vorbei - doch in welcher Form sind die Castor-Gegner? Jetzt wollen wir mal sehen, wer am Besten auf den nächsten Castor-Transport vorbereitet ist und wer das offizielle Zertifikat zum geprüften Castor-Gegner erhält! Anmeldungen an die Schwarze Katze schicken. Gerade auch in Biblis, wo noch dieses Jahr Transporte rollen sollen werden Castor-Gegner gebraucht, auch wer noch nicht so in Form ist erhält hier eine Möglichkeit zum Training. Die castorlympischen Disziplinen: - ICE-Trassen-Hopping - Schienensägen und Stacheldraht-Petzing - Blockaden-Technik (wer kann sich am längsten gegen der Räumung widersetzen?) - Verletzten-Tragen (wie schnell können verletzte DemonstrantInnen zur Verletzten-Sammelstelle gebracht werden?) Los geht es am Samstag, den 4. November 2000 um 12.00 Uhr am Bahnhof Biblis.
Bekanntlich unterliegen gerade Zeitungen dieses "Schlages" einem häufigen Leserwechsel, so mussten wir feststellen, dass 5,78 % unserer Leser häufig ihren festen Wohnsitz mit dem einer Haftanstalt eintauschen. Diese Leser gehören allerdings dann meist zu dem langjährigen und festen Leserkreis.
Nur 1,25 % unseres Abonenntenstammes ist bei einer Bundesbehörde angestellt und bezieht die Zeit- und Druckschrift (Beamtendeutsch) im Auftrage einer Behörde.
Der Streuungsgrad der BEFREIUNG - ein wichtiger Massstab, vor allem für bürgerliche Zeitungen - ist relativ hoch. Wie unser hausinternernes Meinungsbefragungsinstitut "ANARCHOFRAS" in einer repräsentativen Umfrage festgestellt hat, wird BEFREIUNG nachweislich von 3,9 Lesern gelesen. Diese 3,9 Leser setzen sich zusammen, aus einem Abonnenten, sowie 2,9 Bundesbediensteten aus verschiedenen Verwaltungsbereichen (Abteilung T, Verfassungsschutz, K 14 etc.!). Diese Anzahl ist in soweit beachtlich, da sie doch zeigt, dass in allen Bevölkerungsschichten die Meinung der Anarchisten durchaus wichtig ist und ernst genommen wird.
Aber halten wir uns mit diesen Zahlen, die lediglich für unsere Anzeigenkunden sind, da sie ja bei uns inserieren, um ihre Zielgruppe anzusprechen, nicht länger auf. Das Leseverhalten, das heisst welche Artikel, Comix u.ä. fanden die besondere Aufmerksamkeit unserer Leser:
Seitenzahlen.............98,0 %
Wie sich herausgestellt hat, widmen unsere Leser besonders den Seitenzahlen ihre Aufmerksamkeit, da sie bereits von uns verwechselt wurden, so dass es nur noch an der Intelligenz unserer Leser lag, die richtige Fortsetzung zu finden, da wir in der Vergangenheit häufig unsere Kontaktadresse, sowie das Postscheckkonto gewechselt haben, erfreut sich auch dieser Teil der BEFREIUNG einer relativ hohen Leserzahl von 95,6 %.
Dass unsere Spendenaufrufe selten gelesen wurden, war uns bereits vor (der) Umfrage klar, da wir die Spendeneingänge auswendig kennen, sowenig waren es. Lediglich das Inhaltsverzeichnis erfreut sich allergrösster Beliebtheit. Dass so viele dem Inhaltsverzeichnis zusprechen, liegt wohl mehr an der Tatsache, dass halt jeder wissen will, was wieder für ein Scheiss in der BEFREIUNG steht, als darin, dass das Inhaltsverzeichnis gut layoutet ist. Wie sich weiter herausstellte, handelt es sich bei den restlichen 0,1 % lediglich um Redaktionsmitglieder, die das Inhaltsverzeichnis bereits vorher kannten. Somit können wir bei dem Inhaltsverzeichnis von einer 100%igen Leserquote sprechen.
Dass auch Satiren und Geschichten gerne und vermehrt gelesen werden, sieht mensch auch daran, dass dieser Artikel bis hierher aufmerksam verfolgt wurde. Eine Tatsache, die jeden erfreut, der Artikel schreibt und sie, weil es keine seriösen Verleger mehr gibt - in der BEFREIUNG abdrucken lassen muss.
Wegen des in der Werkskantine des H&S-Konzerns üblichen Lärmpegels verstand Antonius nicht gleich. Was ging vor? Tatsächlich erfuhr Franziska brisante Neuigkeiten gewöhnlich etwas eher als andere. Deshalb war ernstzunehmen, was sie sagte. Allmählich schälte sich der Kern ihrer wort- und gestenreichen Erklärung heraus: Eine unfreundliche Übernahme stand bevor!
Die Vorgeschichte dieser Entwicklung lag schon eine Weile zurück. Damals war ein Vorstandsmitglied des Himmel&Seligkeits-Konzerns namens Luzifer nach einem misslungenen Management-Buy-Out vom Aufsichtsratsvorsitzenden geschasst worden. Daraufhin hatte er einige der führenden Köpfe abgeworben und mit ihnen die Konkurrenzfirma H&V (Hölle und Verdammnis) gegründet. Seitdem liefen die Geschäfte hier bei H&S zunehmend schlechter. Man munkelte, Luzifer habe seinerzeit hochgeheime Firmenunterlagen wie Kundenlisten, Planungskonzepte und ähnliches mitgehen lassen, was ihm einen uneinholbaren Informationsvorsprung sicherte. Aber genaues konnte nie nachgewiesen werden.
Selbst ein allmählicher Wechsel der Corporate Identity bei H&S weg vom verstaubten Inquisitions-Image hin zum mehr humanitär-sozialen Anstrich hatte keine dauerhafte Verbesserung gebracht. Als Ursache erwies sich nach und nach eine mangelnde Verbundenheit des H&S-Personals mit der Firmenphilosphie "Liebe deinen Nächsten". Die von H&V dagegengesetzte Leitlinie "Jeder ist sich selbst der Nächste" traf dagegen auf überraschend grosse Zustimmung auch bei den H&S-Mitarbeitern. Das Phänomen der inneren Kündigung grassierte. Die Führungsspitze der H&S-Hauptniederlassung in Rom wurde deswegen in einem Jahr zweimal ausgewechselt. Erfolglos! Auch der momentane Filialleiter schien seinen Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Er kümmerte sich viel mehr um Repräsentation und Anhebung der Geburtenzahlen als um Linderung von Not und Elend in der Welt.
Und jetzt unterbreitete der H&V-Konzern den Anteilseignern von H&S ein Abfindungsangebot, das diese in ihrer grossen Mehrheit kaum ablehnen dürften, nämlich 30 Jahre Leben in Saus und Braus im Tausch für ihre Seelen.
Das würde für die H&S-Stammbelegschaft bedeuten, darin waren sich Antonius und Franziska einig, Massenentlassungen, Schliessung des Pensionsheimes "Himmelsfrieden", Verlust der Betriebsrenten, womöglich nicht einmal ein kleiner Sozialplan...
Das just in diesem Moment leise einsetzende Weihnachtsgeläut von der Erde klang in beider Ohren jetzt mehr nach der Glocke des Versicherungskonzerns Lloyds, die eine neue Hiobsbotschaft ankündigte, als nach Kirchenglocken, die die (wenigen verbliebenen) Gläubigen zum Gottesdienst riefen.
Daher möchten wir Dir aufrichtig von unserem ganzen herzlosen Herzen danken. Deine Aufopferung ermöglicht unseren korrupten Luxus; Deine Arbeit erhält unser System. Vielen, vielen Dank dafür, "Deinen Platz" zu kennen - ohne es überhaupt zu wissen.
Rundbrief X-tausendmal quer überall # 8/00, August 2000
(2) Falls doch was passiert, sind jedenfalls nicht die Grünen schuld.
(2) Als zulässige Höchstgeschwindigkeit bei der Teilchenbeschleunigung gilt Tempo 100.
(3) Im Reaktorkern wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet.
(4) Die elektrischen Anlagen des Atomkraftwerks werden durch eine auf dem Dach des AKW installierte Solaranlage versorgt.
(2) Frauen dürfen aber nicht alleine schweres Wasser heben. Dabei muss ihnen jemand helfen, z.B. ein Behinderter.
(3) Auf dem Hof vom Atomkraftwerk müssen ausreichend Fahrradständer und beleuchtete Frauenparkplätze vorhanden sein.
(2) Atommüll darf aber erst weggeworfen werden, wenn ganz sicher ist, dass man nicht noch irgendwas davon brauchen kann.
(3) Es darf aber nicht immer derselbe dran sein mit Atommüll runterbringen.
(4) Wer Brennstäbe in die falsche Tonne wirft, kann was erleben.
(2) Natürlich auch in der Schaltzentrale.
(3) Immer schön langsam machen.
(4) Die komischen Farben haben nichts zu bedeuten und waren vorher schon da.
(2) Sämtliche Schutzanzüge müssen asbestsaniert werden.
(3) Der Kraftwerksbetreiber wird von der Pflicht zur Bereitstellung einer vegetarischen Vollwertmahlzeit auch dann nicht entbunden, wenn ein GAU oder so eintreten sollte.
(4) Der Bierpreis beträgt auf dem gesamten AKW-Gelände fünf Mark pro Liter.
(5)Die zum Betrieb eines AKW nötigen Tiertransporte dürfen nicht über 150 Kilometer Entfernung führen. Der Fahrer muss zwischendurch auch mal anhalten und den Tieren gut zureden.
(2) Und Kinder adoptieren.
(3) Aber nicht missbrauchen.
(2) Sonst muss er zum Arzt.
abgedruckt im Schwarze Katze Rundbrief 02.11.00
"Befreiung - anarchistische Zeitung" 9/76
Impressum................95,6 %
Spendenaufrufe............3,7 %
Inhaltsverzeichnis.......99,9 %
Serien......................73,7 %
Satire, Geschichten......99,9 %
B. Stechlichs Marktgerüchte
Wirtschaftswespe # 5, 01.11.93
Haberfeld, August 86
Zeitschrift für Ausgegrenzte und Weggeschlossene
Bewerbungsschreiben der Bielefelder–Reichtum–Diskussion
als „Profis der Nation“ – direkt an Peter Hartz
Quelle: Schwarze Katze Rundbrief 21.01.03
Lieber guter Herr Hartz,
wir möchten uns gerne bei Ihnen als „Profis der Nation“ bewerben - so wie Sie es in Ihrem wunderbaren Konzept beschrieben haben. Wir finden es nämlich total gut, dass Ihr – 15 verantwortungsbewusste Millionäre und Spitzenverdiener, von denen keiner unter 10.000 Euro netto im Monat nach Hause geht – Euch endlich mal zusammengesetzt und einen Plan geschmiedet habt, wie die Arbeitswelt in Deutschland inklusive der Arbeitslosen noch günstiger für die Unternehmer und ihre Profiterwartungen gestaltet werden kann. Das wurde Zeit! Was für einen geballten Sachverstand ihr repräsentiert, sieht man sofort an den tollen Ideen:
die Arbeitslosen sollen endlich weniger Geld kriegen, den Noch-Beschäftigten und ihren Gewerkschaften wird angeraten, nicht so hochnäsig an ihren unzeitgemäßen Tarifverträgen festzuhalten, Sozialklimbim wie Kündigungsschutz gehört sofort in die Mottenkiste, da er ein einziges Hindernis für neue Beschäftigung ist, , dynamische „Job Center“ machen mit einem "filigranen System von Sanktionen" Stimmung fürs Arbeiten, die Langzeitarbeitslosen, die keinen Job kriegen, weil sie sich nicht genug Mühe geben – was schließlich jedes Kind weiß –, nun ja, das ist hart, die werden zwangsweise Leiharbeiter, aber wo gehobelt wird, fallen halt Späne, Unternehmer können ihre bindende Stammbelegschaften abbauen und die Leute dann später als Ich– AG oder Minijobber wieder anheuern, denn wir wissen ja: Deutschland braucht nichts so dringend wie Tagelöhner, pardon "moderne Dienstleistende", das Leiden der Arbeitgeber, die neben Arbeit auch noch Lohn "geben" müssen, wird abgemildert, indem die, welche Arbeit "nehmen", praktischerweise gleich 100.000 Euro Kredit als Begrüßungsgeld mitbringen, womit dem sanften 'floaten' in einen Job doch nun wirklich nichts mehr im Wege stehen dürfte – und das ist gut so..Hut ab, das alles hat Stil. Da erkennt man neidlos das Talent eines hochdotierten VW– Spitzenmanager und verdienten Parteifreundes unseres obersten "Genossen der Bosse", sonst fallen einem solche pfiffigen Konzepte nicht ein. Dass auch Herr Clement, unser kundiger neuer Superminister, der bekanntlich in seiner Wirkungszeit in NRW so bahnbrechende Erfolge bei dem Bemühen erzielte, Arbeitslose nicht unnütz rumstehen zu lassen, da von einem „großen Wurf“ schwärmt – wen wundert’s?
Diese ganzen Menschenmassen im Lande, die immer nur „nehmen“ – Arbeit wie Lohn – aber gar nicht daran denken, wie das freie Unternehmertum über die Runden kommen soll, sind immer noch nicht ganz so, wie Sie, Staat & Kapital es ehrlich verdient hätten. Ob nun Lohnabhängig, und hin und wieder etwas unter Stress, oder bequem auf der Reservebank abhängend – irgendwie haben wir das aufmüpfige deutsche Proletariat in Verdacht, sich überbordende soziale Ansprüche und eine fatale Forderungsmentalität angewöhnt zu haben:
nach Tarif möchten sie entlohnt werden - irgendwie altmodisch! jede einzelne der paar Überstunden will man extra bezahlt haben - kleinkariert! bei Krankheit wird auf Lohnfortzahlung beharrt – ziemlich frech! und selbst im hohen Alter will man noch versorgt sein, ohne auf den demographischen Faktor irgendwelche Rücksichten zu nehmen – sehr verantwortungslos!Tja, da schüttelt man doch den Kopf. Können „wir“ – diese großartige Familie kleiner und kleinster Lohnempfänger bis hin schließlich zu Dr. Oetker und anderen Persönlichkeiten an der Spitze – uns das alles wirklich noch leisten in Zeiten der globalen Weltmarktkonkurrenz? Müssen wir nicht Angst haben, dass sich die wachsende Zahl von Millionären in Deutschland zunehmend unglücklich fühlt und vom Acker macht, weil Leistung hierzulande nicht mehr lohnt? Dass große Konzerne, die hier bekanntlich kaum noch etwas verdienen, so dass ihnen der Herr Eichel sogar aus der Körperschaftssteuer schon Geld zurückspendieren musste, um wenigstens die ärgste Not zu lindern – dass solche 'global player' demnächst ihre Geschäfte lieber in Indien oder an der Elfenbeinküste abwickeln ... wer mag ihnen das verdenken?
Der deutsche Arbeitsmann mit seinem Nobelauto, der dicken Geldbörse, den fetten Nettolöhnen, unangemessen hohen sozialen Standards wie etwa Zahnersatz und sonst noch alles; die deutsche Hausfrau in ihrer Luxuswohnung, wo die Elektronik schnurrt und alle Arbeit wie von selbst verrichtet wird, wenn die nicht mal mehr die Oma in Pflege nehmen will... Also liebe 60% von der malochenden Unterschicht und Reservemannschaft: Überlegt euch ernsthaft, ob ihr das alles dem hart(z) arbeitenden Kapital abverlangen könnt?
Selbst eure Gewerkschaften, vor allem deren Bosse, die sich selbst stets nur mit bescheidenen Apanagen im sechsstelligen Eurobereich begnügen, sagen in allen 5.000 Talkshows bundesweit: So kann das nicht weiter gehen. Arbeitsförderung zu kapitalistischen Bedingungen heißt nun mal, den Lieblingsbürgern der Nation, die ihren Reichtum irgendwann geerbt haben, stets willig und billig zu Diensten zu sein. Da wollen wir uns doch nichts vormachen. Und sind wir wirklich willig und billig genug, damit dem Unternehmerlager das noble "Geben" von Job wieder Freude macht und wenigstens ein paar Euro einbringt?
Sind wir langzeitarbeitslosen ALHI–EmpfängerInnen es dem Herrn Eichel, der doch so ein großes Haushaltsloch hat und nicht gerne die Millionäre mit einer Vermögenssteuer behelligen möchte, nicht einfach schuldig, auch mal generös 2,5 Mrd. Euro aus der eigenen Tasche locker zu machen, wo doch unsere Lebensgefährten soviel Geld auf der hohen Kante liegen haben?
Und wir 'alten Knacker' über 55 Jahre, müssten wir nicht endlich aufhören im Betrieb so senil auf den Kündigungsschutz zu pochen? Wie soll sich denn das Kapital noch um eine anständige Reichtumsvermehrung kümmern können, wenn es ständig solchen Schnickschnack an den Hacken hat?
Oder junge Menschen mit ihrem heutigen Anspruchsdenken – so einfach in Bielefeld eine schicke Wohnung einrichten, wenn in Magdeburg an der Pommesbude für 3,75 Euro die Stunde noch der Job hinter der Friteuse frei ist? Spricht Peter Hartz da nicht nur elementare Wahrheiten aus, wenn er für mehr Mobilität, soziale Eigenverantwortlichkeit und geografische Flexibilität plädiert? Es liegt doch klar auf der Hand: Bei dem heftig geführten Klassenkampf der Unterschichten in Deutschland, die sich in den letzten 20 Jahren immer größere Stücke vom Kuchen einverleiben konnten, verkümmert der Reichtum, dieses zarte Pflänzlein. Wir alle – ob nun einfacher Gefolgsmann oder "Profi der Nation" – müssen uns einfach fragen: Wollen wir das?
Wollen wir wirklich, dass große und mittlere Unternehmen am Standort D gar keine Profite mehr erwirtschaften können, weil für sie nichts mehr übrig bleibt vom Kuchen? Wollen wir wirklich, dass fleißige Immobilienbesitzer sich über ihre Häuser nur noch ärgern müssen, weil die nichts mehr abwerfen? Können wir uns nicht neidlos mit der Chefärztin freuen, die 50.000 Euro Einkommensteuer spart, wenn die rot–grüne Steuerreform erst richtig greift? Schließlich belebt doch ihr Luxuskonsum die Nachfrage und den lahmenden Konjunkturmotor.
Dies sind Sorgen, lieber Peter Hartz, die wir uns stets auch schon um die Wohlfahrt der Nation gemacht haben – schön, dass Sie sie nun so einfühlsam und brillant noch einmal zu Papier gebracht haben. Es ist auch gut, dass die Bundesregierung sich nicht erst lange mit demokratischem Firlefanz aufhält, wenn es um solche großen Fragen geht, sondern neuerdings immer gleich hochkarätige Kommissionen einsetzt. Welch' niederer Wicht möchte diesen Inkarnationen des geballten wirtschaftlichen Sachverstandes noch widersprechen? Wir erwarten, dass die Regierung nun tatkräftig darangeht, diese "größte Arbeitsförderungsreform in der Geschichte der Bundesrepublik" auch zügig "eins zu eins" umzusetzen. Nicht, dass nachher eine Mogelpackung rauskommt, wie sich der SPIEGEL für uns alle sorgt: Hartz steht drauf, und kaum noch Hartz ist drin.
Auch das Rumgammeln in den Amtsstuben hat nun Gottlob bald ein Ende, wie Ver.di freudig erregt schreibt: Die Schreibtische der Arbeits– und Sozialamtsmitarbeiter werden im frisch tapezierten „Job Center“ zusammengeschoben und dann wird fleißig in die Hände gespuckt. Jedes Früchtchen aus der sozialen Hängematte kriegt seinen persönlichen Controletti, pardon „Fallmanager“ und dann geht’s hurtig in Arbeit. 3,4,5,6 Monate – die PSA, die „PersonalServiceAgentur“, wartet schon. Herumhänger, wir kriegen dich schon noch auf Zeit vermittelt. Nehmt euch ein Beispiel an den fleißigen Tagelöhnern, die schon ganz früh morgens 2 Stunden als Ich–AG malocht haben, dann ein kleines unbezahltes Päuschen hatten und nun am Handy sitzen und warten, ob nicht noch jemand ein paar Euros springen lässt für einen schnellen Job. Aber aufgepasst, nicht von der Leiter fallen als selbständiger Subunternehmer. Bei nur 10% Pauschalsteuer kann dem Staat schließlich nicht auch noch zugemutet werden, Unfall– oder Krankheitstage großzügig zu alimentieren.
Ach, und ehe es die Gattin des betuchten Rechtsanwaltes vergisst: Sagen Sie ihrem Mann doch bitte heute Abend, dass die Putze jetzt als „Minijobberin“ läuft. Das kann von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Ist doch toll, die Gute kann sich jetzt mit 10% Sozialabgabe endlich am Gemeinwohl beteiligen, statt schwarzarbeiten zu müssen. Bilanzieren wir also einmal:
550.000 Ich–AGs, 500.000 Minijobs, 500.000 rumhängende Sozialhilfeempfänger in Arbeit gebracht ... macht 2 Millionen geteilt zum Beispiel durch Bielefeld = 35.000. Baoh, überhaupt keine arbeitsscheuen Loser mehr hier. Und Karstadt sucht noch einen, der als Ich–AG die Kippen vor der Tür aufliest. Allerdings ist man über die Bezahlung noch uneins. Der gute Mann fordert 4,25 Euro die Stunde. Zum Glück kommt nächste Woche noch ein Schub frischer Subunternehmer aus Kasachstan, deren Kinder sind ganz bescheidene Esser. Daher nehmen die nur 2,95 Euro. Das bringt die lahmende Konjunktur in Deutschland endlich wieder voran und die Arbeitsamtsstatistik spart Papier. Freies Unternehmertum in einem Laden, wo nun bald in edles Gesetzeswerk gegossen ist, daß man sich hier auch arm arbeiten kann ('working poor', um die Hartz'schen Anglizismen zu vervollständigen) – das ist doch eine feine Sache, da kriegen die Arbeitgeberverbänden bestimmt bald Appetit auf mehr.
Wir machen da auf jeden Fall mit, damit die grau–in–grau–Stimmung, lieber Herr Clement, in Deutschland endlich aufhört. Also packen wir's an, Freunde und Freundinnen der Arbeit. Und guckt nicht so auf den Taler.
Danke, lieber Peter Hartz! Und bitte teilen Sie uns doch umgehend mit, welche weiteren ideologischen Voraussetzungen wir als „Profis der Nation“ erfüllen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre künftigen „Profis der Nation“
von der Bielefelder–Reichtums–Diskussion
gehalten vom Kabarettist Gerald Wolf bei der Abschlußkundgebung der Demo gegen SPD-Sozialkahlschlag
Quelle: Schwarze Katze Rundbrief 08.11.03
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Im Namen der HiBa - Himmlische Basiszelle 1 – sende ich Euch die besten revolutionären Kampfesgrüße aus dem Jenseits! Genossen: Von hier oben, auf meiner Wolke sitzend, habe ich den absoluten Durchblick und frage Euch: Kennt ihr den Unterschied zwischen Christentum und Sozialdemokratie? Das Christentum, das predigt die Armut, die SPD verwirklicht sie! Mit der SPD droht die Apokalypse! Ließe Schröder darüber abstimmen, ob die Erde eine Scheibe ist und koppelte dies mit der Vertrauensfrage: Er bekäme auch dafür eine 80%ige Mehrheit! |
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Tabulos und phantasievoll, so schallt es uns aus den herrschenden Medien entgegen, solle die Diskussion um den Umbau des Sozialstaats geführt werden. Nun denn.
Die international renommierte Finanzberatung Merrill Lynch wies im Juni darauf hin, daß die Anzahl der Millionäre in Deutschland Ende 2002 gegenüber 2001 um 25 000 Personen auf 755 000 Menschen angewachsen sei. Nicht nur insgesamt, sondern auch pro Kopf – trotz der Newcomer – sei das dort konzentrierte Vermögen gewachsen. In Europa lebten insgesamt 2,6 Millionen Millionäre – mehr als alle Einwohner Hamburgs. Sie verfügten über 8,4 Billionen Euro.
Dank der Politik von SPD und CDU wird diese Wachstumsrate des Reichtums vermutlich auch in diesem Jahr nicht geringer werden. Das erleichtert uns eine grobe rechnerische Überlegung.
Wir gehen mal von vier Millionen Arbeitslosen aus und rechnen bis Ende dieses Jahres mit dann 800 000 Millionären. Also teilen sich gewissermaßen fünf Arbeitslose einen Millionär, der – statistisch gesehen – im Schnitt 3,3 Millionen Euro auf der hohen Kante hat, ohne Immobilienbesitz wohlgemerkt.
Tabulos und phantasievoll gedacht: Wie wäre es, wenn wir die Arbeitslosenversicherung zum 1.1.2004 einfach abschaffen würden? Jeder, der Arbeit hat, hat 50 oder gar 100 Euro mehr netto in der Tasche, und die Unternehmen müssen auch weniger zahlen. Jeweils fünf Arbeitslose bekommen einen rechtsgültig einklagbaren Titel in Höhe ihres bisherigen Arbeitslosengeldes gegenüber einem Millionär. Die werden per Zufallsgenerator zugeordnet, damit es kein Subventionsgekungel gibt.
Der Millionär kann dann entweder seine Arbeitslosen einfach auszahlen. Rechnen wir mal mit 1000 Euro pro Monat und Erwerbslosen, dann sind das 12 x 5 x 1000, also 60 000 Euro im Jahr. Das ist ziemlich genau die Summe, welche die oberste Schicht dieser Klasse, die Einkommensmillionäre, netto durch die von Herrn Schröder geplante Absenkung des Spitzensteuersatzes von 48 auf 42 Prozent einspart. Die Abschaffung der Arbeitslosenversicherung kostet also weder sie noch irgendwem anders Geld. Der Reichtum bleibt. Er wird sogar größer, weil die 3,3 Millionen sich ja weiter verzinsen. Er wächst nur nicht mehr so schnell wie ohne diese Umverteilung der Millionen Arbeitslosen auf die Millionäre. Selbst die ärmsten Millionäre, also die, die nur eine Million Euro besitzen und nichts nebenbei dazu verdienen, bräuchten von ihrer Bank nur eine Verzinsung von 6 Prozent auf ihr eingezahltes Kapital bekommen, um ihre Arbeitslosen zu bezahlen. Die verbleibende Million sollte reichen, um selbst anständig über die Runden zu kommen.
Wohlmeinende und besser verdienende Millionäre können ja auch Weihnachtsgeld zahlen – das erwirtschaften sie locker aus ihren Zinsen, ohne an das Vermögen gehen zu müssen. Richtige Leistungsträger und Unternehmerpersönlichkeiten, die es unter den Millionären ja zahlreich geben soll, erhalten das Recht, ihren Arbeitslosen zu zeigen, wie Marktwirtschaft geht und mit ihnen ein Kleinunternehmen zu gründen. Wenn’s nicht fluppt, können diese Angestellten ja ohne jeglichen Kündigungsschutz sofort wieder von ihm von der Unternehmenskasse in die familieninterne Arbeitslosentransfer-Kasse umgebucht werden, völlig unbürokratisch.
Organisiert wird das alles vom Arbeitsamt, das mit der Zeit immer weniger zu tun haben wird. Die dann dort entstehenden neuen Arbeitslosen werden den in diesem Lande mit Sicherheit nachwachsenden neuen Millionären zugeordnet. So erreicht dann die SPD doch noch das Ziel der alten revolutionären Sozialdemokratie, die Arbeitslosigkeit abzuschaffen und verschafft gleichzeitig im Sinne der Modernisierer den Millionären eine soziale Aufgabe.