Berlin: Am 23.9. wurden Freunde von uns, die sich im Café Morgenrot das Video zum Grenzcamp ansehen wollten, von einem stadtbekannten Aktivisten der "Antideutschen" bedroht und einem von ihnen ins Gesicht geschlagen.
Wir haben keinen Bock auf einen "Szenekrieg" und Gewalt unter Linken. Hier unsere Stellungnahme, zunächst auf indymedia...
„Antideutsche“: (?) Es reicht!!!! (enough is enough....)
Am Dienstag, dem 23.09.03, saßen drei Freunde von uns vor dem Café Morgenrot (Kastanienallee 85, P`berg), wo sie sich das Video über das antirassistische Grenzcamp in Köln ansehen wollten. Plötzlich und ohne jeglichen Anlass wurden sie von einem stadtbekannten Aktivisten der „antideutschen Szene“ namens X, der aus dem Cafe herauskam, angegriffen; einer unserer Freunde wurde ins Gesicht geschlagen und es wurde allen dreien von X in Schläger-Hooligan-Manier angedroht: „Kommt mit, wenn Ihr es alle haben wollt.“
Unsere Freunde ließen sich nicht provozieren und beobachteten, wie X anfing, mit seinem Handy herumzutelefonieren; sie selber gingen dann ins Cafe und sahen sich das Video an.
Als sie das Morgenrot verließen, saßen dort dann „zufällig“ eine ganze Reihe anderer ihnen bekannter „Antideutscher“ herum.
Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art:
09.11.2002: Bei der Antifa-Demo in Moabit wird eine ganze Gruppe von DemonstrantInnen von „Antideutschen“ äußerst aggressiv als „Antisemiten“ und „Assis“ diffamiert.
Januar 2003: Bei einer Veranstaltung mit der grün-„antideutschen“ Europa-Abgeordneten Ilka Schröder werden einige Antifas während der Diskussion aufs Übelste angemacht und aufgefordert, „in Zukunft doch zusammen mit der NPD zu marschieren.“
O6.09.03: Bei der Demo gegen das Vertriebenentreffen in Mitte werden Genossen, die ein Flugi für die „Freiräume-Verteidigen“-Demo (http:// www.de.indymedia.org/2003/09/60965.shtml) verteilen, von „Antideutschen“ als „Antisemiten“ beschimpft und ihnen Schläge angedroht, wenn sie das Verteilen nicht unterließen.
Dies sind nur einige von mehreren konkreten Vorfällen der letzten Monate.
Des weiteren wurden/werden Leute aus linken Zusammenhängen als „schlecht gekleidete Assis“ bezeichnet.
Unsere Frage an die „Antideutschen“ in diesem Zusammenhang lautet: Seid Ihr Euch im Klaren darüber, dass solche Formulierungen auf einer Art von Gedankengut beruhen, das –konsequent zu Ende gedacht- im „Schwarzen Winkel“ (Nazi-Kennzeichen für so genannte „asoziale“ KZ-Häftlinge) enden kann?!
Weitere „antideutsche“ Kommentare: „Hier stinkts nach Antisemiten“; „Hier stinkts nach Assi-Vokü-Mief“(jaja, Deutsche hatten ja schon immer eine gute Nase, vor allem, wenn’s um „Minderwertiges“ geht....), „Leben in Bauwägen ist doch menschenunwürdig“ (und die „nicht sesshaften“ Sinti und Roma?!!!!), etc.
Hier noch eine Kostprobe aus dem neuesten, von mehreren „antideutschen“ Gruppen unterzeichneten Flugblatt: „Stoppt den nationalsozialistischen Aufmarsch der Achse für den Frieden!“ (Quelle auf Nachfrage)
Dies ist eine ätzende und unglaubliche Relativierung des NS, vergleichbar mit der „Begründung“ des grünen BRD-Außenministers Joseph Fischer, Deutschland müsse gegen Jugoslawien Krieg führen, „um im Kosovo ein neues Auschwitz zu verhindern.“
Merken die „Antideutschen“ überhaupt, was sie anrichten????
Spaltungen in der Linken, Verwirrung stiften, den Antisemitismus zum einzig relevanten Thema machen und gleichzeitig relativieren: Dies alles führt zu einer Schwächung der Linken. Die Auseinandersetzung mit den „Antideutschen“ raubt unheimlich viel Zeit, Kraft und Energie, die anderweitig vonnöten wäre: Kampf gegen Hartz-Projekt und Sozialraub, Kampf gegen Krieg, Nazis bekämpfen, Castor-Transporte verhindern, Freiräume verteidigen und neu schaffen, Gipfel stürmen, u.s.w.
Wir stellen fest, dass die Politik der „Antideutschen“ im wesentlichen auf Oberflächlichkeit, Polemik, Denunziation und Geschichtsverfälschung beruht. (Quellen auf Nachfrage)
Wir fordern eine genaue, sachliche und politische Auseinandersetzung mit allen, die dazu bereit sind.
Einen „Szenekrieg“ halten wir für fatal.
Wir fordern alle linken Berliner Gruppen und Projekte auf, sich bei/zu Vorfällen wie den oben geschilderten eindeutig zu verhalten.
In diesem Sinne:
Inhaltliche Auseinandersetzung statt Szenekrieg!
Gegen Antisemitismus und Rassismus in jeder Form!
Kampf dem Faschismus – egal, auf welche Nation/Religion er sich bezieht!
Kapitalismus/Imperialismus zerschlagen!
Kampf (nicht nur) den deutschen Zuständen!
3.Oktober – X- Berg!
15 Uhr Demo Ex- Bolle, U1,15 Görlitzer Bahnhof
17- 22 Uhr Konzert und VOKÜ Heinrichplatz
Berliner Anti-Nato-Gruppe (B.A.N.G.)
SternBurgBrigade
Und autonome Antifas