Was wollen wir im nahen Osten erreichen?
Ist es unser Ziel einen gewaltfreien und gerechten Zustand zu schaffen(zumindest Ansätze für diesen zu erarbeiten) oder wollen wir weiter polarisieren.
Manchmal glaube ich, dass der ein oder andere Demokrat (im Sinne der politischen Mitte, auch wenn diese theoretisch gar nicht existiert) vernünftigere Vorstellungen zum Palästina Konflikt hat, als die meisten so genannten deutschen "Linksradikalen".
Klar sollte sein.
Die rechte Politik Sharons gilt es anzuprangern.
Im Gegenzug muss man sämtliche Hamas Attentate angreifen, sowie diejenigen, die diese rechtfertigen und glorifizieren.
Anscheinend sind die meisten von dem Teufelskreis der Gewalt derart frustriert, dass sie das Dilemma der Auseinandersetzungen nur überwinden wollen/können in dem sie sich blind auf eine Seite schlagen.
Nun erarbeitet man im eigenen Sinne theoretische Humbug Konstrukte, die die einen als faschistische (Islamisten) Antisemiten und die anderen als imperialistische Zionisten diffamieren. Dies geschieht auf völlig pauschaler Ebene.
Das Schema bleibt schließlich dasselbe.
Hier werden Bilder von Kinderattentätern im weißen Hamas Gewand gezeigt, dort kursieren Fotos von israelischen Soldaten, die ihre Gewehre auf Kinder richten.
Beides existiert ohne Frage.
Doch da eben auf beiden Seiten Übel bestehen, darf man diese nicht einseitig als Argumentationsbasis missbrauchen.
Es macht den Anschein, als habe der Mensch genug von der hochgradig komplizierten und komplexen Situation in Israel/Palästina. Er will nun endlich zur Tat schreiten, bzw. sich eindeutig und klar (mit dem dazugehörigen Feindbild) positionieren.
Da dies jedoch in Anbetracht der aktuellen Verhältnisse fatal ist, muss man auch hier, wesentlich differenzierter vorgehen.
Manche missverstehen eine intelligente Sichtweise, die die Welt nicht in böse und gut einteilt, und bezeichnen diese als reformistisch und anti- revolutionär.
Zum Schluss will ich noch ein Zugeständnis an die "Antideutschen" machen.
Ich möchte einen positiven Ansatz dieser Strömung (auch wenn es hier natürlich wieder inhaltliche Differenzen gibt) hervorheben, der für mich oft viel zu kurz kommt. Ich halte es nämlich für richtig und entscheidend, dass man nicht nur die aktuelle Politik eines Landes zum Maßstab nimmt sondern auch den Fortschritt der jeweiligen Gesellschaft berücksichtigt.
Denn genau dieser lässt leider, insbesondere in vielen islamischen Ländern zu Wünschen übrig. Doch auch hier gilt es wieder zu bedenken, dass nicht nur aus dem Islam reaktionäre Gesellschaftsverhältnisse resultieren.
In diesem Sinne bedarf es einer revolutionären Linken, die sich der Welt mit all ihrer Komplexität annimmt.
++ Patriarchat und Kapitalismus bekämpfen!
++ Gegen romantischen Antikapitalismus!