Am 15.11.03 fand in Münster eine von der antideutschen Gruppe "Offene Antifa Münster" organiserte Demo statt, wo in gewohnter Manier Israelfahnen geschwenkt wurden. Nachfolgend dokumentieren wir Kritik an der Demo auf indymedia, wobei die Bildunterschriften nachträglich von der Schwarzen Katze hinzugefügt wurden:


Nationale Demo in Münster, na klasse :-(
1er-aus-Münst@ 16.11.2003 00:11
Aussage und Wirkung der Demo waren primär nationalistisch, keinesfalls emanzipatorisch.
Ein paar Hundert Leute laufen hinter einer Nationalfahne her. Hinter der Nationalfahne, unter der SoldatInnen arabische Menschen foltern und ermorden, geraubte Gebiete absichern und neue erobern, arabische Infrastruktur zerstören. Ein Symbol des Nationalismus.
Auch das dominante Transparent "No tears for Krauts" vermittelt Nationalismus: Manche Nationen sind besser, ihre Opfer von Nationalsozialismus und Militarismus sind es wert zu weinen. Eine andere Nation ist schlechter, ihre Opfer sind keine Träne wert.
Ich möchte die DemoteilnehmerInnen sehen, wenn sie jüdischen, linken, schwulen, lesbischen, behinderten ... "Krauts", die das NS-System überlebten, oder den Angehörigen von solchen "Krauts", die das NS-System nicht überlebten, ihre anti-deutsche Menschenverachtung erklären. Und junge Soldaten, die als Kanonenfutter des Nationalsozialismus verheizt wurden, darunter auch Kinder - sind sie Krauts, die keine Träne wert sind?
Leute, die ihr auf der Demo wart und sie nicht vorzeitig verlassen habt:
Es geht _nicht_ darum, die "Nationen" dieses Planeten in "gut" und "böse" einzuteilen. Das zu tun ist Nationalismus, diese Demo war ein Ausdruck von Nationalismus. Über Herrschaftsstrukturen, über Kritik an Nationalismus, Patriarchat, Militarismus, Rassismus, Kapitalismus hat diese Demo wenig vermittelt.
Was vermittelt wurde ist: Nationalismus ist gut, hinter Nationalfahnen herlaufen ist gut, nur die Deutschen sind böse.
Die Kategorie "Nation" gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Das habt ihr nicht vermittelt. Ihr selbst habt Menschen anhand der Eigenschaft "Nation" ("Krauts") in Menschen (deren Tod beweinenswert ist) und Untermenschen (?) (deren Tod keine Träne wert ist) eingeteilt. Nicht anhand ihrer individuellen Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen, nein, anhand ihrer Nationalität. Und ihr habt eine Nationalfahne hochgehalten bzw. seid hinter ihr hergelaufen.
Was habt ihr also demonstriert, was habt ihr vermittelt?
Nach dem Republikaner-Treffen in Hiltrup wäre auch eure Veranstaltung ein geeignetes Ziel für emanzipatorische, anti-nationalistische Linke gewesen.
*gähn*
BB 16.11.2003 00:54
fahnenaufmarsch einer k-sekte.
Völkischer Nationalismus
vdc 16.11.2003 01:07
ZITAT: "Vor allem hat sie den Vorschlaghammer der Kritik dort anzusetzen, wo aus der Logik bürgerlicher Gesellschaft selbst Antisemitismus, Rassismus und völkischer Nationalismus entstehen...."
Vorschlaghammer der Kritik - lächerliche Formulierung.
Die Israel - Fahne auf diesem Aufmarsch entwertet alle anderen Aussagen. Hier wurde völkischer Nationalismus zelebriert.