Fiese Tricks von Polizei und Justiz
Schwarze Katze Veranstaltung am 30.10.07

Schwarze Katze und Seitenhieb Verlag präsentieren: Die fiesen Tricks von Polizei und Justiz. Am 30.10.07 findet die 5. öffentliche Schwarze Katze Veranstaltung im Jahr 2007 statt. Nach zwei Bildungsveranstaltungen in Aschaffenburg, einer in Düsseldorf und der Anti-Atom Reihe in Hemer ist jetzt Iserlohn dran. Insgesamt kommen 14 BesucherInnen zum Info-Abend, der von 18.00-21.45 also 3 3/4 Stunden dauert. Die Überlänge hat sich gelohnt. Jörg Bergstedt, ein ausgewiesener Polizei- und Justizkritiker und Autor des Buches "Tatort Gutfleischstrasse. Die fiesen Tricks von Polizei und Justiz", legt ein rasantes Tempo vor und bringt seine Erfahrungen mit der Staatsmacht unterhaltsam und humoristisch rüber.

Ein grosser Büchertisch lädt zum Schmökern ein, darunter etliche Bücher und Broschüren des Seitenhieb Verlags, die gerade frisch aus der Druckerpresse herausgekommene Iserlohner Hausbesetzerzeitung und Schwarze Katze Flugis. Durchgehend positive Resonanz des Publikums. Ein interessanter und inhaltlich aufschlussreicher Abend, der klar aufzeigt, wie Politik Justiz, Polizei und Medien gemeinsam handeln. Nachfolgend ein Feedback zur polizeikritischen Schwarze Katze Veranstaltung:

Der Abend war für mich anstrengend lang, aber auch aus meiner Sicht genial. Sicherlich habe ich andere Lebensschwerpunkte und -voraussetzungen, aber die geschilderten Erfahrungen decken sich wirklich sehr erstaunlich mit ersten eigenen Erfahrungen. Wie gesagt, die Zugänge sind abweichend. Ich habe den Abend wirklich genießen können.

Aus dem Schwarze Katze Einladungsflugi:

Die Ton-Bilder-Schau zu fünf ausgewählten Storys
Ihr macht eine Gedichtelesung ... und landet im Polizeiknast mit dem Vorwurf, einen Brandanschlag versucht zu haben. Einen Brandsatz hat sich die Polizei selbst gebastelt. Das glaubt niemand? Die Polizeiakten selbst belegen es. Aber das ist nur ein Fall: Verfolgung wegen Graffitis, die es nie gab. Gipsabdrücke von Schuhen des gewünschten Tatverdächtigen, die aber nicht am Tatort, sondern von der Polizei später selbst hergestellt wurden. Beweisvideos und -fotos verschwinden aus den Polizeizimmern, Falschaussagen werden gedeckt, Observationen verschwiegen, um Straftaten zu erfinden: Das Leben ist ein Bond-Film.

Ein erschreckender, zuweilen witziger und immer spannender Vortrag mit konkreten Fällen, Auszügen aus nichtöffentlichen Polizei- und Gerichtsakten auf Overheadfolien - ein tiefer Blick hinter das Grauen von Polizei- und Justizalltag! Fast so spannend wie selbst Aktionen machen...
Eine Mischung aus Enthüllung, Kriminalroman, Kino, Kabarett und Straftaten!

Ein Betroffener zur Veranstaltung:

Vier Jahre haben Betroffene und BeobachterInnen zum uniformierten Treiben recherchiert und jährliche Berichte verfasst. Im Sommer 2007 erschien ihr Buch "Tatort Gutfleischstraße. Die fiesen Tricks von Polizei und Justiz". Bestätigt wurden die ungeheuerlichen Enthüllungen inzwischen vom Deutsche Depeschendienst, der am 22. November 2007 eine Reportage veröffentlichte, die mit den Sätzen begann: "Die Vorwürfe klingen ungeheuerlich: Polizisten basteln einen Brandsatz oder fertigen Gipsabdrücke selbst an, um Beweismittel zu haben. Beweisvideos und -fotos verschwinden, Falschaussagen werden gedeckt, Observationen verschwiegen, um Straftaten erfinden zu können. Alles Hirngespinste von Verschwörungstheoretikern? Offenbar nicht. Denn die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat die Ermittlungen in einem Fall aufgenommen." Und auch von offizieller Seite sind die Recherchen der aus dem Raum Gießen stammenden AkteurInnen inzwischen bestätigt: Das Oberlandesgericht Frankfurt urteilte am 18. Juni 2007, dass die Gießener Justiz und Polizei rechtswidrig handelte und dabei Methoden aus der Nazizeit zur Anwendung brachte (20 Ws 221/06).

Doch noch gibt es kaum Konsequenzen. Die DrahtzieherInnen in Polizeirevieren und Gerichten sind weiter im Amt. Sie schalten und walten als StaatsschützerInnen, Polizeiführer oder RichterInnen.

Fünf "Fiese Tricks" an die Leinwand

Für die Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz" wurden fünf Fallbeispiele ausgewählt. Zu allen werden fesselnde und immer wieder witzige Geschichten erzählt, während Auszüge aus Polizei- und Gerichtsakten an der Leinwand zu sehen sind. So sollen die ZuschauerInnen in das Geschehen hineingenommen werden und sich in der Schau wie AkteurInnen in den Abläufen fühlen.