Mahnwache in Hemer
dokumentiert von Schwarze Katze
von der Friedensinitiative Hemer

Mahnwache in Hemer gegen den Krieg in Afghanistan

  • Sa., 10.11.01 12-12.30 Uhr Die Friedensinitiative Hemer ruft zu einer Mahnwache gegen den Krieg in Afghanistan auf. Alle Mitbürger sind in der Zeit von 12 - 12.30 Uhr auf dem Marktplatz (Hemer-City) zur Teilnahme herzlich willkommen.

    Nie wieder deutsche Soldaten in fremde Laender! In einer Presseerklärung schreibt die Hemeraner Friedensinitiative folgendes:

    "Mit völliger Fassungslosigkeit nimmt die Friedensinitiative Hemer die nunmehr seit vier Wochen andauernden Luftangriffe der USA und Großbritanniens in Afghanistan zur Kenntnis. Damit sind die Befürchtungen, die in der ersten Stellungnahme der Friedensinitiative nach den Anschlägen in den USA geäußert wurden, aufs Schlimmste bestätigt.

    Die Spirale an Gewalt hat erneut an Tempo gewonnen. Eine Vielzahl von Toten auch unter Zivilisten steht mittlerweile fest.

    Der Tod oder die Verhaftung des angeblich für die Terroranschläge verantwortlichen Täters steht noch aus, ist nach Auskunft des US-Verteidigungsministers u. U. auch gar nicht zu erwarten.

    Die Angriffe der USA mögen trotz ihrer völligen Widersinnigkeit und ihrer völkerrechtlichen Unhaltbarkeit noch mit dem "Trauma der Verwundung" erklärbar sein. Dass aber ganz Europa und speziell auch Deutschland diesen Krieg nicht nur unkritisch toleriert, sondern sogar tatkräftig unterstützt, schockiert uns.

    Wir möchten uns mit Hemers Bürgerinnen und Bürgern erneut treffen und überlegen, wie wir mit dazu beitragen können, dass der Krieg in Afghanistan aufhört. Dazu laden wir für Mittwoch, 7. November, um 20.15 Uhr ins ,Art-Café´ (1. Etage) ein."

    Der Hass wird größer
    Iserlohner Kreisanzeiger 09.11.2001 Hemeraner Seite

    Hemer. (rd) Die Friedensinitiative nimmt mit großer Empörung zur Kenntnis, dass nun auch deutsche Soldaten sich am Krieg gegen Afghanistan beteiligen sollen. In der aktuellen Stellungnahme heißt es:

    "Seit vier Wochen dauern nunmehr die Luftangriffe der USA und Großbritanniens gegen Afghanistan an. Das Versprechen des US-Präsidenten Bush, keinen Krieg gegen das afghanische Volk fuhren zu wollen, erweist sich als falsch.

    Die von den Alliierten eingesetzten Waffen (zum Beispiel Streubomben und nunmehr auch Brandbomben) treffen immer mehr die Zivilbevölkerung und führen zum Anschwellen der Flüchtlingsströme. Und Fakt bleibt, dass dieser Krieg bislang nur einen noch stärkeren Hass in den wirren Köpfen der Fundamentalisten hervorgerufen hat.

    Die Attentate vom 11. September waren auch deshalb so erschreckend, weil sie unschuldige Menschen, Frauen und Kinder in den Tod rissen. Wer sich des Leids der Angehörigen der Opfer von New York bewusst ist, der kann nicht allen Ernstes gleichzeitig fordern, diesen Krieg fortzuführen und somit den Tod von weiteren unschuldigen Menschen billigend in Kauf zu nehmen. Wenn es um das Leben von Menschen geht, egal welcher Nationalität, dann darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.

    Anstatt sich am Krieg zu beteiligen, muss Deutschland jetzt den befreundeten Regierungen der USA und Großbritanniens widersprechen und ein Ende der Bombardements verlangen. So kurz vor Beginn des Winters gibt es nur eine Alternative: massive Hilfsleistungen und die Einrichtung von Schutzzonen für die Bevölkerung. Wir verlangen eine Rückkehr zu diplomatischen und politischen, polizeilichen und juristischen Mitteln im Kampf gegen den Terror, und zwar unter sofortiger eindeutiger Führung der Vereinten Nationen."

    Die Friedensinitiative erinnert an die Mahnwache gegen den Krieg in Afghanistan am morgigen Samstag von 12 bis 12.30 Uhr auf dem Neuen Markt.