Antifa-Demo am 30.10.04 in Altena
Schwarze Katze Sonderseite

Fotos von der Antifa-Demo gegen das NPD-Zentrum in Altena dichtmachen, 31.10.04
Demobericht Altena Schwarze Katze AG Antifa, 30.10.04
"Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus" Altenaer Kreisblatt, 02.11.04
Gegen Rechts: Kaum Altenaer gingen mit WR Altena, 02.11.04
Kündigung für NPD-nahes Schulungszentrum in Evingsen Altenaer Kreisblatt, 15.10.04
Demoaufruf Altena 30.10.04, 1. Version
Demoaufruf Altena überarbeitete Version
Antifa-Demo gegen rechte Umtriebe WR Altena, 19.10.04
Altena ist kein Hort der Extremisten AK, 21.10.04
Gegen NPD ein Zeichen setzen AK, 27.10.04
Bündnis gegen rechts blieb weitgehend unter sich WR Altena, 26.10.04
NPD-Zentrum Altena: 1:0 für die Antifa! Antifa, 27.10.04
Antifa erwartet bis zu 150 Demonstranten auf dem Parkdeck WR Altena, 18.10.04
Kommentare zur Demo Indy

Fotos von der Antifa-Demo gegen das NPD-Zentrum in Altena
dichtmachen, 31.10.04

Ca. 120 Personen demonstrierten am Samstag gegen das NPD-Zentrum in Altena-Evingsen (Sauerland/NRW).Im Vorfeld der Demo wurde, aufgrund der Kampagne, bereits vom Vermieter aus die Räume der NPD gekündigt. Mit der Demo sollte dennoch klar gemacht werden, das egal wo die NPD neue Räume sucht oder findet sie mit antifaschistischem Widerstand rechnen muss!



Demobericht Altena
Schwarze Katze AG Antifa, 30.10.04

Etwas über 100 Demonstrantinnen und Demonstranten, davon 15 aus Altena, kamen am 30.10.04 zur Demo gegen das NPD-Schulungszentrum. Die Stadt Altena hat als kleine Schikane verboten sich zum Demoauftakt auf dem Schulhof zu treffen. Deswegen fing das ganze direkt gegenüber dem Schulhof an. Alles lief friedlich ab. Eine unbeteiligte Passantin fragte ernsthaft als sie vom gegenüberliegenden Globus-Warenhaus die Antifas sah: "Sind das Nazis?" Sie hat wohl eine Lektion in Geschichte nötig... Der Redebeitrag eines Antifas, in dem auch "Nie wieder Deutschland" vorkam, regte einen Altenaer Sozialdemokraten so sehr auf, dass er wegging. Insgesamt waren in Altena mehr Polizisten/Staatsschützer als Demonstranten. Die erstgenannten sahen sich die zweitgenannten ganz genau an... Neben Redebeiträgen gab´s mit geringfügig abgeänderter Demoroute einen Zug durch die Gemeinde. Nazis wurden nicht gesichtet - an diesem Wochenende fand der NPD-Bundesparteitag im thüringischen Leinefelde statt, an dem auch NPDler aus dem Märkischen Kreis teilnahmen. Nur durch Demoankündigung und öffentliche Debatte der NPD ihr Zentrum zu nehmen ist schon ein Erfolg. Der Vermieter meinte kurz und bündig: "So etwas wollen wir nicht" und "Kündigungsschreiben geht heute raus". Schön!


"Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus"
Altenaer Kreisblatt, 02.11.04

Antifa ruft zur Demonstration gegen die NPD. Friedlicher Verlauf. Nur wenig Altenaer nehmen teil. Lautstark durch die Innenstadt


Rund 100 Demonstranten marschierten am frühen Samstagnachmittag durch die Altenaer Innenstadt.

ALTENA • "Nazis verjagen - NPD zerschlagen" hallte es am Samstag durch die Altenaer Innenstadt. Antifaschistische Gruppen hatten zu einer Demonstration unter dem Motto "Keine Freiräume für Faschisten in Altena und anderswo" aufgerufen. Mit dieser Kampagne wollten die Mitglieder der Antifa gegen die NPD im Märkischen Kreis Nachdruck verleihen. Rund 100 hauptsächlich Antifa-Mitglieder waren dem Aufruf gefolgt.

Während der Hauptkundgebung auf dem oberen Parkdeck des Behördenparkhauses forderten zwei Schülerinnen des Burggymnasium, "jetzt zu handeln" und riefen dazu auf, sich gegen die NPD zu organisieren. "Den Tag der Kapitulation Deutschlands, den 8. Mai, wollen viele nicht mehr wahr haben", sagte Paul Michalowicz vom autonomen Zentrum Wuppertal. Dies sei eine totale Provokation gegenüber all jenen, die bis 1945 gegen die Nazis gekämpft haben, argumentierte er. Zudem sei es eine Provokation gegenüber dieser Menschen, wenn die NPD jetzt wieder in die Parlamente einziehe. Michalowicz sprach von einem "Aufstand der Unanständigen", zu denen die Antifa gehöre "und Antifa bedeutet Kampf. Wenn Antifa Kampf bedeutet, dann müssen wir das heute deutlich machen, sonst nimmt uns keiner für ernst", forderte er.

Die Burg Altena sei bis 1945 ein beliebter Treffpunkt der Hitler-Jugend gewesen. "Am Ende wurden sie instrumentalisiert und haben alles geglaubt, was ihnen eingetrichtert wurde. Was da propagiert wurde, wurde auch im Schulungszentrum propagiert", sagte Michalowicz daran, dass sich die NPD-Mitglieder noch bis Januar in ihrem Zentrum in Evingsen treffen können. "Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus. Das muss auch heute noch Aufgabe für uns sein", rief er seinen Zuhörern zu.

Teilweise stark vermummt zogen die Demonstranten über die Bahnhofstraße, die Fritz-Berg-Brücke, der Lenneuferstraße entlang bis zur Freiheitstraße. Bei der dortigen Zwischenkundgebung forderten sie die fristlose Kündigung des Mietvertrags und die sofortige Schließung des NPD-Zentrums in Evingsen. Anschließend marschierte die Antifa durch die Lennestraße zum Markaner. "Wir werden wieder kommen, wenn wir es für nötig halten in Altena zu demonstrieren", sagte Michalowicz auf der Abschlusskundgebung. Dann seien alle Bürger aufgerufen, "die Bildzeitung beiseite zu legen" und mit zu demonstrieren. "Leider waren wir auch diesmal wieder von der Polizei eingekesselt. Sie sollten dahingehen wo sie hingehören. In ihre Kasernen", zeigte er seinen Unmut gegenüber der Polizeipräsenz. Beamten hatten die Demonstranten begleitete.

"Wir sind mit 50 behördeneigenen Beamten vor Ort", sagte Michael Bechatzek, Sprecher der Polizei. Zwar sei man auf Ausschreitungen vorbereitet, erwarte aber keine Zwischenfälle. "Die Klientel ist nicht in irgendeiner Form gewaltbereit", so Bechatzek und so verlief die Antifa-Demonstration auch friedlich. Neben einzelnen Bürgern, schlossen sich den Demonstranten auch DKP- und PDS-Mitglieder sowie Mitglieder der Altenaer Friedensbewegung an. Die Antifa hofft, in Altena ein Zeichen gesetzt zu haben. Inwieweit sie erfolgreich waren konnten Verantwortliche kurz nach der Kundgebung noch nicht einschätzen. • sr


Gegen Rechts: Kaum Altenaer gingen mit
WR Altena, 02.11.04


Anlass für die Demo war die Vermutung, dass die NPD ein Schulungszentrum in Evingsen unterhält.

Altena. (iho) "Nazis verjagen - NPD zerschlagen!" Durch Lautstärke, ein ungewohntes Erscheinungsbild und ein großes Polizeiaufgebot machten am Samstag die rund 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der antifaschistischen Aktion auf sich aufmerksam.

Schleppend hatte sich das Parkdeck des Behördenparkhauses gefüllt und schleppend schritt auch die Demo voran: Mit einstündiger Verspätung machten sich Punks, Anhänger und Anhängerinnen der Deutschen Kommunistischen Partei, der PDS, des Bündnisses gegen Rechts und der Friedensbewegung in Richtung Innenstadt auf, um gegen ein mutmaßliches NPD-Schulungszentrum in Evingsen zu demonstrieren. 50 Polizeibeamte aus dem Kreisgebiet begleiteten die Versammlung, die - wie von Polizeisprecher Michael Bechatzeck von vornherein vermutet - friedlich verlief.

Von den Rednern wurden während der Kundgebung deutliche Worte gesagt: "Wir müssen dem Nazi-Pack in die braune Soße spucken und mit allen Mitteln gegen Rechtsradikale vorgehen!", brachte Paul Michalowicz vom Autonomen Zentrum Wupperal seine Meinung auf den Punkt.

Internationale Solidarität gefordert
In seinen zwei Ansprachen erinnerte er an die 40er Jahre, in denen die Burg Altena als Nazi-Treffpunkt galt.

Michalowicz appellierte an die internationale Solidarität, damit sich Faschismus nicht wieder ausbreite: "Da müssen auch die Altenaer mal hinter der Bildzeitung hervorgelockt werden!"

Der Redner schloss mit einem Zitat von Karl Marx und rief mit einem kommunistischen Leitgedanken zur Teilnahme an Demonstrationen gegen die Agenda 2010 auf: "Alles für jeden!"

Verein bleibt zu viel Zeit
Allgemein gegen Rechtsradikalismus sprachen sich zwei Teilnehmerinnen aus. Auf das vermutete Schulungszentrum in Evingsen ging nur Stefan Schmidt vom Bündnis gegen Rechts Lüdenscheid ein, als die Demo auf der Ecke Freiheitsstraße/Langer Kamp zur Anwohnerkundgebung halt machte.

Schmidt bedauerte, dass dem "Sport-und Kulturverein Lüdenscheid 1997", dem nach Beobachtungen antifaschistischer Gruppen NPD-Mitglieder angehören, nach Kündigung der Räume in der Evingser Springerstraße noch jede Menge Zeit gelassen werde, um neue Vermieter in der Nachbarschaft zu finden.

Auf dem Rückweg durch die Altenaer Innenstadt verteilten die Demonstranten und Demonstrantinnen Flugblätter gegen Freiräume für Faschisten an die Passanten und Passantinnen, bevor sich die mit Transparenten ausgestattete Gruppe am Markaner auflöste.

Veranstalter: "Wir kommen wieder"
Trotz minimaler Resonanz aus der Altenaer Bevölkerung zeigte sich Jörg Fischer, der die Demonstration angemeldet hatte, am Ende zufrieden mit dem Geschehen: "Wir haben lautstark auf uns aufmerksam gemacht und kommen wieder, sobald es nötig ist."


Kündigung für NPD-nahes Schulungszentrum in Evingsen
Altenaer Kreisblatt, 15.10.04

Antifa-Gruppen aus ganz NRW planen Demonstration gegen Kameradschaftstreff in einer Fabriketage an der Springer Straße. Firma Diekgraefe als Besitzer reagierte prompt auf eine entsprechende Anfrage des AK: "Kündigungsschreiben geht heute raus"

ALTENA • Völlig überrascht war gestern Björn Boland, Juniorchef der Firma Diekgraefe, als das AK ihn nach den Aktivitäten seiner Mieter in der Springerstraße 23 fragte. Doch kurz darauf handelte Boland unverzüglich und schickte dem "Sport- und Kulturverein Lüdenscheid 1997 Eintracht Sauerland e.V." ein Kündigungsschreiben. Die Mieter hätten eingeräumt, dass einige von ihnen der NPD angehören und die dortigen Veranstaltungen NPD-nahen Zielen dienten, und das stehe schlicht im Widerspruch zum Mietvertrag, sagte Boland: "So etwas wollen wir nicht."

Der Verein habe sich mit einem Deckmäntelchen getarnt und seine Ziele durch den irreführenden Namen und das eingereichte "Satzungsprotokoll" getarnt.

Mit der Kündigung für den Verein entfällt die Grundlage für eine Protestkundgebung, zu der das heimische "Bündnis gegen Rechts" und "Antifa"-Gruppen aus ganz NRW aufgerufen hatten. Für den 30. Oktober, 12 Uhr, ist eine Demonstration auf dem Parkdeck gegenüber dem Burggymnasium angekündigt. Die Räumlichkeiten in Evingsen dienten so genannten "Kameradschaftsabenden" und weiteren Schulungsveranstaltungen, heißt es in dem Aufruf der Veranstalter.

Bislang völlig ungestört können hier Aktionen geplant, der Nachwuchs ideologisch gefestigt und kräftig gefeiert werden. Ansprechbares Potenzial, insbesondere Jugendliche im Märkischen Kreis, gibt es reichlich."

Stefan Krüger als einer der Verantwortlichen für den Demonstrations-Aufruf räumte auf Nachfrage des AK ein, dass bei den Kameradschaftstreffen keine nachweisbaren Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begangen worden seien. Doch durch die Demonstration solle Öffentlichkeit geschaffen und deutlich gemacht werden, dass die Bevölkerung keine Rückzugsorte für rechtsradikale Aktivitäten in ihrer Nachbarschaft dulde.

Timo Pradel, Kreisvorsitzender der NPD bestritt gegenüber dem AK jegliche organisatorische Verbindung mit seiner Partei: "Das ist von einer Privatperson angemietet worden und hat mit der NPD nichts zu tun."


NPD-Zentrum dicht machen!
Demoaufruf - erste Version

Bislang völlig ungestört kann die extrem rechte NPD in einem unscheinbaren Firmengebäude in Altena-Evingsen, einer kleinen Stadt im sauerländischen Nordrhein Westfalen (NRW), ihrem menschen-verachtenden Treiben nachgehen. Hier nämlich unterhält der NPD-Kreisverband Märkischer Kreis angemietete Räume, in denen regelmäßige Treffen sowie Feiern, Parteitage und Schulungen stattfinden. Antifaschistische Gruppen aus NRW wollen diesem Treiben jetzt ein Ende bereiten. Als Startschuss einer antifaschistischen Offensive gegen das "NPD-Zentrum" findet am 30. Oktober 2004 eine Demonstration in Altena statt. Antifaschistische Gruppen aus NRW rufen alle Menschen, die der extremen Rechten auch im Märkischen Kreis etwas entgegensetzen sowie Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus jedweder Form entgegentreten wollen, dazu auf, an der Demonstration teilzunehmen.

Die NPD
Die "Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD) ist die älteste noch existierende Partei der extremen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland. Im September 2004 verbuchte sie bei den Landtagswahlen in Sachsen einen enormen Stimmenzuwachs und zog mit über neun Prozent in den Landtag ein. Von einem derartigen Erfolg war die Partei bei den nordrhein-westfälischen Kommunal-wahlen vor wenigen Wochen zwar noch weit entfernt, doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart, dass auch im Westen keinesfalls Entwarnung gegeben werden kann. Immerhin erzielte die NPD bei den Wahlen acht Stadtrats-, vier Kreistags- und drei Bezirksvertretungsmandate. Hinzu kommen die Stimmen für konkurrierende extrem rechte Parteien. Doch die NPD hat sich nicht nur dem "Kampf um die Parlamente" verschrieben. Schon seit Jahren legt sie recht erfolgreich ihren Aktionsschwerpunkt auf den "Kampf um die Straße". Auch in NRW gehören seit einigen Jahren neo-nazistische Aufmärsche, etliche hiervon von der NPD organisiert, zum Alltag, ebenso wie RechtsRock-Konzerte und andere organisierte Erlebniswelten, durch die sich zahlreiche Jugendliche angesprochen fühlen.

Die NPD im MK
Der Kreisverband der NPD im Märkischen Kreis (MK) gilt als einer der aktivsten in NRW. Der Landesvorsitzende der Partei, der Lüdenscheider Stephan Haase, war einst Stützpunktleiter Lüdenscheid" und ebenso wie ein weiterer Lüdenscheider NPD-Funktionär, Axel Schoppmann, Aktivist der 1992 verbotenen militanten Neonazi-Partei "Nationalistische Front" (NF). Haase gehörte später zu den Leitern des Lüdenscheider "Donner Versandes", damals der bundesweit größte Versand für Neonazi-Devotionalien. Bei den Kommunalwahlen kandidierte er auf Platz 2 der Lüdenscheider "Republikaner"-Liste für den Stadtrat, verfehlte aber den Einzug ins Stadtparlament. Im Gegensatz zu seinem Stellvertreter im NPD-Landesvorstand Timo Pradel aus Iserlohn-Letmathe, der über die kreisweite NPD-Liste in den Kreistag des Märkischen Kreises gewählt wurde. Hier verfehlte die NPD und damit einmal mehr auch Haase als Zweitplatzierter mit 1,9 % nur knapp ein weiteres Mandat. Auch mehrere NPDler/innen aus Altena waren unter den Kommunalwahl-Kandidat/innen zu finden, unter ihnen auch Daniel Mattka, der seit diversen Jahren auf kaum einem landes- und bundesweiten Neonazi-Aufmarsch fehlt. So auch zuletzt am 21. August 2004, als im bayrischen Wunsiedel mehrere tausend Neonazis zu Ehren des 1987 verstorbenen Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess auf- marschierten. Auch Haase und Schoppmann suchten und fanden den Weg zu dieser den Nationalsozialismus offen verherrlichenden Demonstration.

Das NPD Zentrum in Altena
Pradel und Haase mischen ebenso wie der NPD-Kandidat für das Landratsamt des MK, Hagen Prehl aus Schalksmühle, auch federführend bei der NPD-Vorfeldorganisation "Deutsches Kulturwerk"(DKW) mit, das u.a. im Märkischen Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen bereits zahlreiche Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten aus der extremen Rechten des DKW organisiert hat und ebenso wie die NPD keinerlei Berührungsängste zu militanten Neonazis hat. Derartige Veranstaltungen dienen angeblich der "Kulturpflege", stellen tatsächlich aber ein wichtige Scharnierfunktion zwischen den verschiedenen Flügeln der extremen Rechten dar, schaffen Möglichkeiten für eine Strategie-diskussion, Absprachen und für die Schulung von Nachwuchs. Eben diese Nachwuchs-förderung und Stabilisierung der noch recht dünnen Kaderdecke scheint der NPD im MK, aber auch dem Landesverband der NPD und der NPD-Jugendorganisation "Junge National-demokraten" sehr wichtig zu sein. Wie praktisch, dass es in der hiesigen Region, geeignete Räumlichkeiten gibt, um derartige Schulungen durchführen zu können. Eines dieser "NPD-Zentren" befindet sich in Altena-Evingsen, in einen unscheinbaren Firmengebäude in der Springerstrasse 23. Dort finden auch regelmäßig "Kameradschaftsabende" und weitere Veranstaltungen statt. Bislang völlig ungestört können hier Aktionen geplant, der Nachwuchs ideologisch gefestigt und kräftig gefeiert werden. Ansprechbares Potential, insbesondere Jugendliche im MK, gibt es reichlich...

Was tun?!
Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass die von der extremen Rechten ausgehende Gefahr wächst. Auch auf die Proteste gegen Hartz IV, z.B. in Lüdenscheid, versuchten Neonazis mit nationalistischen und rassistischen Tönen einzuwirken. Haase, Pradel, Schoppmann, Prehl und ihre Anhängerschaft stellen eine direkte Bedrohung für alle dar, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen. Sich von Seiten des Staates jedoch die Lösung des Problems zu erhoffen, zum Beispiel durch den Ruf nach mehr Polizei und Verboten, ist der falsche Weg. Das Verbotsverfahren, das die Bundesregierung gegen die NPD eingeleitet hatte, scheiterte u.a. daran, dass diverse NPD-Funktionäre auf der Gehalts-liste der Verfassungsschutzämter standen, in NRW zeitweise sogar die gesamte Spitze des NPD-Landesvorstandes. Einmal ganz abgesehen davon, dass der Ruf nach einem autoritären bzw. noch autoritäreren Staat schon immer den Falschen in die Hände gespielt hat und noch nie emanzipatorische Ansätze gefördert und zu einer Demokratisierung beigetragen hat.

Ein Blick auf die Entwicklung des Neonazismus und die heutige Dynamik und Flexibilität der neonazistischen Szene zeigt zudem, dass Neonazis gelernt haben, mit Repression, z.B. Verboten ihrer Organisation umzugehen bzw. Strukturen geschaffen haben, die wesentlich weniger anfällig für staatliche Repression sind.

Alles muss man selber machen!
Antifaschistisches Engagement muss also – getreu dem Motto "Alles muss man selber machen" – von uns allen kommen! Neonazis machen sich nur da breit, wo es keine Gegenwehr gibt, wo sie ungestört wirken können und niemand den Mund aufmacht. Zeigt mit uns gemeinsam, dass in Altena und im gesamten Märkischen Kreis kein Platz für die extreme Rechte und ihre Inhalte ist! Informiert NachbarInnen, FreundInnen und Bekannte über das NPD-Zentrum in Altena. Fordert mit uns die Schließung des NPD-Zentrums!

Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!
Weg mit dem NPD-Zentrum in Altena!
Keinen Fußbreit den Faschisten!
Kommt zur Demonstration gegen das NPD-Zentrum in Altena!

Samstag, 30. Oktober, 12.00 Uhr, Schulhof Burg-Gymnasium, Bismarckstraße/Gerichtsstraße, Altena

Antifaschistische Gruppen aus NRW

Schwarze Katze AG Antifa Nachtrag: Die Stadt Altena hat verboten sich auf dem Schulhof zu treffen. Deswegen fängt die Demo gegenüber dem Schulhof an. Ort: Parkplatz gegenüber dem Burggymnasium, Bismarckstraße/Gerichtsstraße, Altena. Die Zeit bleibt dieselbe.


NPD-Zentrum dicht machen!
Demoaufruf - überarbeitete Version

Bislang völlig ungestört konnte die extrem rechte NPD in einem unscheinbaren Firmengebäude in der Springerstrasse 23 in Altena-Evingsen ihrem menschenverachtenden Treiben nachgehen. Hier nämlich unterhält der NPD-Kreisverband Märkischer Kreis angemietete Räume, in denen regelmäßige Treffen sowie Feiern, Parteitage und Schulungen stattfinden. Aufgrund der angelaufenen Kampagne "NPD-Zentrum dicht machen!" von antifaschistischen Gruppen aus NRW und des öffentlichen Interesses, hat der Vermieter der Räume reagiert und der NPD den Mietvertrag gekündigt, dies allerdings mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Angemietet wurden die Räume als "Sport- und Kulturverein Lüdenscheid 1997 Eintracht Sauerland e.V. (SKV)". Es spricht für sich, dass Stephan Haase, NRW-Landesvorsitzender der NPD, gleichzeitig Vorsitzender des SKV ist. Bis Anfang des Jahres 2005 also wird die NPD die Räume weiterhin nutzen können und dieses auch tun. Wir haben beschlossen, die Demonstration trotz der Kündigung der Räume durchzuführen. Zum einen, weil die Neonazis bis dahin weiterhin ihre Kameradschaftsabende und Schulungen durchführen können, zum anderen, weil die Bedrohung durch die NPD, insbesondere durch den Kreisverband MK und deren militantem Umfeld bestehen bleibt. Derzeitig ist die NPD auf der Suche nach neuen Räumen, um dort ihr Treiben fortsetzen zu können. Wir wollen mit der Demonstration am 30. Oktober deutlich machen, dass es von nun an keine ruhige Minute mehr für sie geben wird. Egal, wohin sie sich verkriechen wird, wir werden sie finden!

Die NPD
Die "Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD) ist die älteste noch existierende Partei der extremen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland. Im September 2004 verbuchte sie bei den Landtagswahlen in Sachsen einen enormen Stimmenzuwachs und zog mit über neun Prozent in den Landtag ein. Von einem derartigen Erfolg war die Partei bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen vor wenigen Wochen zwar noch weit entfernt, doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass auch im Westen keinesfalls Entwarnung gegeben werden kann. Immerhin erzielte die NPD bei den Wahlen acht Stadtrats-, vier Kreistags- und drei Bezirksvertretungsmandate. Hinzu kommen die Stimmen für konkurrierende extrem rechte Parteien wie beispielsweise für die "Republikaner". Doch die NPD hat sich nicht nur dem "Kampf um die Parlamente" verschrieben. Schon seit Jahren legt sie recht erfolgreich ihren Aktionsschwerpunkt auf den "Kampf um die Straße". Auch in NRW gehören seit einigen Jahren neonazistische Aufmärsche, etliche hiervon von der NPD organisiert, zum Alltag, ebenso wie RechtsRock-Konzerte und andere organisierte Erlebniswelten, durch die sich zahlreiche rechte Jugendliche angesprochen fühlen.

Die NPD im MK
Der Kreisverband der NPD im Märkischen Kreis (MK) gilt als einer der aktivsten in NRW. Der Landesvorsitzende der Partei, der Lüdenscheider Stephan Haase, war einst "Stützpunktleiter Lüdenscheid" und ebenso wie ein weiterer Lüdenscheider NPD-Funktionär, Axel Schoppmann, Aktivist der 1992 verbotenen militanten Neonazi-Partei "Nationalistische Front" (NF). Haase gehörte später zu den Leitern des Lüdenscheider "Donner Versandes", damals der bundesweit größte Versand für Neonazi-Devotionalien. Bei den Kommunalwahlen kandidierte er auf Platz 2 der Lüdenscheider "Republikaner"-Liste für den Stadtrat, verfehlte aber den Einzug ins Stadtparlament. Im Gegensatz zu seinem Stellvertreter im NPD-Landesvorstand, Timo Pradel aus Iserlohn-Letmathe, der über die kreisweite NPD-Liste in den Kreistag des Märkischen Kreises gewählt wurde. Hier verfehlte die NPD und damit einmal mehr auch Haase als Zweitplatzierter mit 1,9 % nur knapp ein weiteres Mandat. Auch mehrere NPDler/innen aus Altena waren unter den Kommunalwahl-Kandidat/inn/en zu finden, unter ihnen auch Daniel Mattka, der seit diversen Jahren auf kaum einem landes- und bundesweiten Neonazi-Aufmarsch fehlt. So auch zuletzt am 21. August 2004, als im bayrischen Wunsiedel mehrere tausend Neonazis zu Ehren des 1987 verstorbenen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß aufmarschierten. Auch Haase und Schoppmann suchten und fanden den Weg zu dieser den Nationalsozialismus offen verherrlichenden Demonstration. Pradel und Haase mischen ebenso wie der NPD-Kandidat für das Landratsamt des MK, Hagen Prehl aus Schalksmühle, federführend bei der NPD-Vorfeldorganisation "Deutsches Kulturwerk" (DKW) mit, das u.a. im Märkischen Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen bereits zahlreiche Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten aus der extremen Rechten organisiert und ebenso wie die NPD keinerlei Berührungsängste zu militanten Neonazis hat. Derartige Veranstaltungen dienen angeblich der "Kulturpflege", stellen tatsächlich aber eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den verschiedenen Flügeln der extremen Rechten dar, schaffen Möglichkeiten für eine Strategiediskussion, Absprachen und für die Schulung von Nachwuchs. Eben diese Nachwuchsförderung und Stabilisierung der noch recht dünnen Kaderdecke scheint der NPD im MK, aber auch dem Landesverband der NPD und der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" sehr wichtig zu sein. Wie praktisch, dass es in der hiesigen Region geeignete Räumlichkeiten gibt, um derartige Schulungen durchführen zu können.

Was tun?!
Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass die von der extremen Rechten ausgehende Gefahr wächst. Auch auf die Proteste gegen Hartz IV, z.B. in Lüdenscheid, versuchten Neonazis mit nationalistischen und rassistischen Tönen einzuwirken. Haase, Pradel, Schoppmann, Prehl und ihre Anhängerschaft stellen eine direkte Bedrohung für alle dar, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen. Sich von Seiten des Staates jedoch die Lösung des Problems zu erhoffen, zum Beispiel durch den Ruf nach mehr Polizei und Verboten, ist der falsche Weg. Das Verbotsverfahren, das die Bundesregierung gegen die NPD eingeleitet hatte, scheiterte u.a. daran, dass diverse NPD-Funktionäre auf der Gehaltsliste der Verfassungsschutzämter standen, in NRW zeitweise sogar die gesamte Spitze des NPD-Landesvorstandes. Einmal ganz abgesehen davon, dass der Ruf nach einem autoritären bzw. noch autoritäreren Staat schon immer den Falschen in die Hände gespielt hat und noch nie emanzipatorische Ansätze gefördert und zu einer Demokratisierung beigetragen hat. Ein Blick auf die Entwicklung des Neonazismus und die heutige Dynamik und Flexibilität der neonazistischen Szene zeigt zudem, dass Neonazis gelernt haben, mit Repression, z.B. Verboten ihrer Organisation umzugehen bzw. Strukturen geschaffen haben, die wesentlich weniger anfällig für staatliche Repression sind.

Alles muss man selber machen!
Antifaschistisches Engagement muss also – getreu dem Motto "Alles muss man selber machen" – von uns allen kommen! Neonazis machen sich nur da breit, wo es keine Gegenwehr gibt, wo sie ungestört wirken können und niemand den Mund aufmacht. Zeigt mit uns gemeinsam, dass in Altena, im gesamten Märkischen Kreis oder wo auch immer, kein Platz für die extreme Rechte und ihre Inhalte ist! Informiert Nachbarn, Freunde und Bekannte über das NPD-Zentrum in Altena. Demonstrieren wir gemeinsam dafür, dass der Raum für die NPD demnächst enger wird.

Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!
Für einen sofortigen Rausschmiss der NPD aus ihrem Zentrum!
Keine Freiräume für Faschisten in Altena und anderswo!
Kommt zur Demonstration gegen das NPD-Zentrum in Altena!

Samstag, 30. Oktober, 12.00 Uhr
Parkplatz gegenüber dem Burggymnasium
Bismarckstraße/Gerichtsstraße, 58762 Altena


Antifa-Demo gegen rechte Umtriebe
WR Altena, 19.10.04


Das Schild auf der Tür weist auf den SKV hin. Antifa-Gruppen vermuten hier ein Schulungszentrum der Neonazi-Szene.

Evingsen/Altena. (km) Nazi-Gegner aus ganz NRW wollen am 30. Oktober in Altena gegen ein vermutetes NPD-Ausbildungszentrum in Evingsen demonstrieren. Ihre Forderung: Das Zentrum soll geschlossen werden. Das hat der Vermieter der Räume bereits in die Wege geleitet: Er kündigte dem Mieter.

Es geht um die Räume Springer Straße 23, die vor etwa eineinhalb bis zwei Jahren an den "Sport- und Kulturverein Lüdenscheid 1997" vermietet wurden. Hinter diesem Verein versteckt sich nach Recherchen von Antifa-Gruppen ein NPD-Zentrum.

Vorsitzender des Vereins ist Stephan Haase. So heißt auch der Landesvorsitzende der NPD aus Lüdenscheid. In den Räumen, durch ein Schild "SKV 97" an der Tür und einem schlichten Schriftzug "Büro" an der Klingel gekennzeichnet, war gestern niemand zu erreichen.

Der "SKV" hat seine Satzung im November 1997 beschlossen; seit Juni 1999 ist er im Lüdenscheider Vereinsregister eingetragen. Haase war damals dritter Vorsitzender.

Björn Boland, Juniorchef der Firma Diekgraefe, der das Gebäude an der Springer Straße gehört, bestätigte gestern gegenüber der WR die Kündigung für die Vereinsräume. Die habe er sofort losgeschickt, nachdem er von dem "Missbrauch der Räume" erfahren hätte. Die Mieter würden "in den nächsten Monaten" ausziehen. Aus der Satzung habe sich der Nutzungszweck nicht erkennen lassen.

Nach ersten Presseveröffentlichungen vergangenen Freitag hat sich der Verein mit Flugblättern bei der School´s-out-Party und in Briefkästen gegen die Kritik "vaterlandsloser Gesellen" gewehrt. Der "SKV" stellt darin dar, dass einige Mitglieder des Vereins der NPD angehören. Der Verein grenze "nationale Jugendliche nicht aus", sondern versuche sie durch Kultur und Sport in die Gemeinschaft zu integrieren. Seine Zusammenkünfte bezeichnet er als "Kameradschaftstreffen". Zugleich werden die Evingser aufgerufen, bei der Suche nach neuen Räumen zu helfen: Es wird um Kontakte zu einem "bodenstämmigen Vermieter" gebeten.

"Unscheinbares Firmengebäude"

Auf den Verein seien die Antifa-Gruppen durch Nachbarn aufmerksam gemacht worden, berichtete ein Antifa-Sprecher. In einem Internet-Aufruf zu der Demo wird über das mutmaßliche Treiben in dem "unscheinbaren Firmengebäude" berichtet.

Der NPD-Kreisverband gilt bei den Antifa-Gruppen als einer der aktivsten in NRW. So beschreiben sie im Internet, dass ein Aktivist aus Altena in diesem Sommer im bayrischen Wunsiedel bei einer Demonstration der Neonazis gesehen wurde.


Altena ist kein Hort der Extremisten
Altenaer Kreisblatt, 21.10.04

Staatsschutz: Nicht auffälliger als andere Städte. Anitfa-Demo findet statt

ALTENA • Altena ist kein Hort der Rechtsextremisten, sagt Kriminalhauptkommissar Löwer vom Staatsschutz in Hagen. Es gebe zwar einzelne polizeibekannte Extremisten, aber das sei auch nicht schlimmer als in anderen Städten. Nur, dass es hier noch Räumlichkeiten für rechtsextreme Umtriebe gebe, unterscheide Altena von anderen Örtlichkeiten.

Dabei haben es die Ultra-Rechten offenbar nicht einfach, länger an einem Ort zu bleiben. Wie Löwer ebenfalls bestätigte, handele es sich bei der Gruppierung in Evingsen um jene, die vor längerer Zeit in Ihmert schon ihre Räumlichkeiten dicht machen musste. Sie sind offenbar nach Evingsen ausgewichen.

Der Sauerländer Sport- und Kulturverein, hinter dem die Antifa-Bewegung ein Schulungszentrum für Rechtsextremisten vermutet, ist nach der Kündigung durch Vermieter Diekgraefe (hervorgerufen durch die Berichterstattung unserer Zeitung), nun auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. In einer Flugblattaktion regt man sich über die Presseveröffentlichung auf und sucht nun einen "bodenständigen Vermieter". Staatsschützer Löwer sagte gegenüber unserer Zeitung, dass man davon ausgehen könne, dass der Verein, wie alle Untergruppierungen der NPD, unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen würde.

Der Antifa-Bewegung ist durch die Kündigung der Räumlichkeiten eigentlich die Grundlage für die angekündigte Demonstration entzogen worden. Dennoch wird demonstriert, weil die Räume des Sport- und Kulturvereins nur fristgerecht gekündigt worden. Noch bis Anfang 2005 könnten die Räume weiter genutzt werden. Deshalb wollen die Gegner der Rechtsextremen am 30. Oktober demonstrieren. Allerdings heißt der Demonstrationsort nun oberes Parkdeck Behördenparkhaus, statt Schulhof BGA. Denn, die Antifa-Bewegung hat es offenbar mit dem Genehmigungsverfahren nicht so ganz genau genommen, hat verbotenerweise wild plakatiert und auch die Stadt nicht gefragt, ob man denn auf dem Schulhof demonstrieren dürfe. Das hat die Stadt Altena nun verboten - jetzt wird ein paar Meter weiter demonstriert.

Dazu gibt es im Vorfeld der Demonstration noch eine weitere Veranstaltung: Am Montag, um 19 Uhr im Lennestein wird über "die NPD im Märkischen Kreis" informiert. • vdB


Gegen NPD ein Zeichen setzen
Bündnis gegen Rechts schätzt Partei momentan als sehr stark ein
Altenaer Kreisblatt, 27.10.04

ALTENA • Obwohl sie ihr Ziel erreicht haben - ein Vermieter hat der NPD die Räume in Evingsen fristgerecht zu Beginn des neuen Jahres gekündigt - wollen antifaschistische Gruppen aus Nordrhein-Westfalen an der geplanten Demonstration am kommenden Samstag festhalten. Bis Anfang des Jahres, so glaubt die Antifa, werde die NPD die Räume auch aktiv nutzen, Kameradschaftsabende und Schulungen durchführen.

Auf einer Informationsveranstaltung am Montagabend im "Haus Lennestein" bekräftigten Vertreter des "Bündnis gegen Rechts" aus Lüdenscheid ihr Vorhaben, die geplante Demonstration trotz Kündigung durchzuführen. Sie wollen erreichen, dass die Räumlichkeiten in Evingsen für die NPD sofort zugemacht werden. "Friedlich", soll die Demonstration verlaufen, erklärten die Referenten der Informationsveranstaltung, die ihre Namen lieber nicht nennen und auch auf Fotos nicht erscheinen wollen - sie befürchten, dass sie selbst oder Verwandte zur Zielscheibe der rechten Szene werden.

"Wer ist die NPD?", "Welches Programm verfolgt die Partei?", "Wo sind Schnittstellen mit dem Nationalsozialismus zu sehen?", waren unter anderem Punkte, die die Vertreter von "Bündnis gegen Rechts" den 25 Besuchern erörterten. Dias von NPD-Demonstrationen und Werbeplakaten wurden gezeigt, die nach Auffassung der Antifa verdeutlichen, wie gefährlich die rechte Partei derzeit ist. "Es ist ihr gelungen, so ein wenig Akzeptanz und Gleichgültigkeit in der Bevölkerung zu erreichen, denn es stellen sich immer weniger gegen diese Aufmärsche." Das NPD-Parteiorgan "Die Deutsche Stimme" gehe an 7000 Abonnenten. Auch aus dem Verbotsverfahren sei die Partei sehr stark herausgegangen, Gräber von ehemaligen Nationalsozialisten seien Pilgerstätten für NPD-Anhänger, beklagen die Referenten.

Der Kreisverband der NPD sei einer der aktivsten in Nordrhein-Westfalen. Mitglieder und Personen der Führungsebene wurden den Zuhörern mittels Dias präsentiert und über deren Aktivitäten berichtet. "In Lüdenscheid hat sich eine große rechtsradikale Szene herausgebildet." Regelmäßig würden sie hier Unruhe stiften. Neonazis machen sich da breit, wo es keine Gegenwehr gibt, so die Antifa. Daher ruft sie alle Bürger auf, am kommenden Samstag zu zeigen, dass es auch in Altena keinen Platz für die extreme Rechte und ihre Inhalte gibt. "Wir hoffen, dass die Altenaer ein Zeichen setzten." Treffpunkt ist um 12 Uhr auf dem oberen Parkdeck im Behördenparkhaus. • sr


Bündnis gegen rechts blieb weitgehend unter sich
WR Altena, 26.10.04

Mit Plakaten wird für die Demo am Samstag geworben.

Altena. (DM/km) Der Abend sollte für die Demonstration am kommenden Samstag gegen ein mutmaßliches NPD-Schulungszentrum in Evingsen mobilisieren. Doch das Bündnis gegen rechts, vor Ort treibende Kraft dieser landesweiten Demo, blieb weitgehend unter sich.

Mit etwa 25 Teilnehmern war diese Informationsveranstaltung über die Rolle und Größenordnung der rechten Partei, die im Haus Lennestein stattfand, relativ gut besucht. Allerdings, das gestanden die Veranstalter ein, sei es kaum gelungen, Schülerinnen und Schüler und andere junge Leute aus Altena zu aktivieren. So war von den Altenaer Akteuren der politischen Linken nur Heinz Mührmann gekommen; außerdem diskutierte eine Gruppe um Franz-Josef Hegemann, dem Vorsitzenden von Altena aktiv, mit den meist jungen Leuten.

Für die Antifa-Sprecher war die Kündigung der Evingser Räume durch den Vermieter (WR berichtete) ein ähnlicher Erfolg wie vor Jahren die Schließung des bundesweit agierenden Donner-Verlages in Lüdenscheid. Die Gruppe berichtete, dass sie von der Nachbarschaft auf das Zentrum aufmerksam gemacht worden sei; Mitglieder der Gruppe hätten es "kurze Zeit unter Beobachtung gesetzt" und gesehen, dass zu einer Zusammenkunft 60 bis 70 Personen, prominente Vertreter der rechten Szene, kamen.

Die Veranstalter der Demo, die von dem Berliner Jörg Fischer, einem Aussteiger aus der Neonazi-Szene angemeldet wurde, wollen mit ihrer Aktion am Samstag auch dafür sorgen, dass die vermeintlich rechte Gruppe keine anderen Vermieter in Altena findet: "Sonst ziehen wir das nächste Mal direkt vor das Zentrum. Dann werden wir auch über NRW hinaus mobilisieren."

Der Staatsschutz in Hagen wollte gegenüber der WR nicht bestätigen, dass es sich bei den Räumen an der Springer Straße um ein NPD-nahes Schulungszentrum handle. Er gestand aber ein, dass rechte Aktivitäten "nicht von der Hand zu weisen seien: Die Demo findet nicht ganz zu unrecht statt."

Das "Bündnis gegen rechts" berichtete am Montagabend, dass bei der Demo - wegen der AlWeWo vor einigen Wochen auf den jetzigen Termin verschoben - u. a. Schüler des Burggymnasiums, der Antifa Hagen und des "Bündnisses gegen rechts" als Redner auftreten werden. Die Demo beginnt um 12 Uhr am Parkdeck Bismarckstraße. Der Anmelder, Jörg Fischer, wird am Abend zuvor in Lüdenscheid bei einer weiteren Informationsveranstaltung auftreten.

In Altena hatte sich die Versammlung mit der Entwicklung der NPD von einer Partei der Altvorderen zu einer Bewegung beschäftigt, die gerade junge Menschen ansprechen wolle. Ihre Jugendorganisation spiele eine große Rolle als Schnittstelle zu einem gewaltbereiten rechten Spektrum. Lokalseite 4


NPD-Zentrum Altena: 1:0 für die Antifa!
Antifa, 27.10.04

Der Vermieter der Räumlichkeiten, die das Zentrum der NPD beherbergen, hat der NPD gekündigt. Nach einer dreimonatigen Kündigungsfrist muss die NPD MK ausziehen. Die Neonazis suchen nun händeringend nach einer neuen Bleibe. Antifaschistische Gruppen demonstrieren am 30.10. in Altena. Im Vorfeld der Demo gegen das NPD-Zentrum in Altena-Evingsen (Sauerland/NRW) kam nun die Kündigung für "Sport- und Kulturverein Lüdenscheid 1997 Eintracht Sauerland e.V. (SKV)", ein Tarnverein der NPD. Stephan Haase, NRW-Landesvorsitzender der NPD, ist gleichzeitig Vorsitzender des SKV.

Trotz des vorzeitigen Endes des NPD-Zentrums wird am Samstag demonstriert. So soll es der NPD unmöglichgemacht werden, einen neuen Vermieter in der Region zu finden. Der nun verunsicherten Nazisszene in der Region gilt es weiterhin entgegenzutreten. Dieser erste Erfolg ist sicher ausbaufähig.

Die Demo startet am 30.10.2004 um 12.00 Uhr in Altena, auf dem Parkplatz gegenüber dem Burggymnasium
Bismarckstraße/Gerichtsstraße, 58762 Altena

Die Menschen vor Ort hoffen auf eure Unterstützung!


Antifa erwartet bis zu 150 Demonstranten auf dem Parkdeck
WR Altena, 18.10.04

Altena. (km) "Die Nazis kämpfen um die Köpfe der Leute. Dazu brauchen sie solche ideologischen Zentren wie in Altena."

Nach außen würden sie sich wie liebe Jungs geben. - Diese Einschätzung gab einer der Redner der für den 30. Oktober geplanten Kundgebung gegenüber der WR. Er hatte die Nazi-Diktatur miterlebt. Für ihn sei es wichtig zu verhindern, dass sich "diese Leute abseits der Hauptstraße niederlassen und glauben, dort ungestört wirken zu können."

Angesichts der ausgesprochenen Kündigung überlegt die Antifa-Szene, ob das bisherige Motto "NPD-Zentrum dicht machen!" beibehalten werden soll. Nach den bisherigen Planungen bleibt es aber bei der Demonstration in Altena. Sie startet am Samstag, 30. Oktober, 12 Uhr, am Parkdeck des Behördernparkhauses und soll dann durch die Altenaer Innenstadt ziehen.

Von Seiten der Veranstalter - die Demo wurde von einem in Berlin gemeldeten Aussteiger aus der Nazi-Szene angemeldet - wird mit 100 bis 150 Teilnehmern gerechnet. Von dieser Zahl geht auch die Polizei aus, deren Einsatz von der Inspektionsleitung in Plettenberg koordiniert wird. Sie, so hieß es gestern, bereite sich "personalmäßig darauf vor", gehe aber von einer friedlichen Aktion aus.


Kommentare zur Demo
Indy

Scheisse war...(erlebnisbericht des tages)
immer wieder ich 01.11.2004 11:38

... leider eine gruppe von punkern, die aus a- oder rechtspolitischer motivation heraus die konfrontation mit einigen antifaschistenInnen suchten. nicht nur das sie diese direkt beleidigten (sie zitierten ein lied der "böhsen onkelz": "antifa- ihr könnt uns mal..."), sie störten auch durch andauerndes gepöbel einen mahnenden redebeitrag zur "reichspogromnacht". nach aufforderung einiger antifas grölten sie weiter und lauter. einen ersichtlichen grund gab es dafür nicht. deshalb ist es auch fraglich was solche leute auf antifademos suchen?

-(etwas ab von der demo) gab es an diesem tag noch ein (geistiges) armutszeugnis für den rechtsruck im punk, als am selben abend einige antifas ein konzert der linken punkband "zsk" besuchen wollten. hier standen bereits vor dem veranstaltungsraum mitglider und sympatisantenInnen der punkband "SSkaliert"(!) die sich über "die dreckigen zsk-hippies" aufregten. drinnen war es auch nicht besser. direkt am eingang saßen einige punks, die sich scheinbar auch nicht mit Antifaschismus anfreunden konnten. auch hier wurde ein antifa als hippi diffamiert, dessen mutter schwul(!!!) sei. weiterhin wurde gesagt das bush schlimmer als hitler sei. das ganze wurde dann mit drei hitlergrüssen getopt. dieser bericht vom konzert soll nur aufzeigen, das solche rechten/rechtslastigen punkerInnen wie sie in altena anzutreffen sind, kein einzelfall sind...

zur demo noch etwas: an sich gelungen, hätten auf jedenfall viiiiiel mehr leute kommen sollen. etwas mehr resonanz auf angestimmte parolen hätte auch nicht geschadet. aber sonst wurde, aus dem was zur verfügung stand, ganz cool agiert.

zur info:
06.11. naziaufmarsch mit kranzniederlegung in erkelenz(nahe gladbach)
06.11. naziaufmarsch in herne
09.11.(!!!) geplanter nazi(fackel)aufmarsch in leverkusen-opladen "gegen einseitige geschichtsbewältigung"(!!!)

weitere Infos zur Altena-Demo
Schwarze Katze AG Antifa 01.11.2004 12:16

sind hier:
Homepage:: http://www.free.de/schwarze-katze/anna/termine/301004.html

Rechtspunkprovo?
Ergänzer2 01.11.2004 12:35

Also ich war auch auf der Demo, jedoch habe ich von den erwähnten Punkern die antifaschistInnen angepöbelt haben sollen, nichts mitgekriegt. Habe keine der Parolen mitgekriegt, und denke auch das es normalerweise zu reaktionen der anderen antifaschistInnen hätte kommen müssen. Nun es mags ein das ich es wirklich überhört habe, aber sooo groß war die demo nun auch nicht ;) ansonsten eine sehr sehr ruhige demo, eine ziemlich biedere "stadt" und keinen großartigen ärger. Die einzige flasche die übrigens zerklirrte, ist versehens von einem Polizisten umgestoßen worden ;)

Nur zusammen...
Keine Ahnung 01.11.2004 17:20

...wird man was erreichen!!! Ich denke hier sollte die Antifa mal n Schritt zurück machen! Ihr seid hier nich die Elite im Land! Kommentare wie "was haben solche Leude auf Antifa Demos zu suchen" sind jawohl der letzte Dreck! Wir sind zusammen gegen Rechts und nur zusammen is was zu erreichen! Im übrigen, oft pöbeln die Antifas als erste gegen bunthaarige...weil man ja kein Bier auf Demos trinken darf und so weider...Ihr solldet euch ma überlegen woher den der Satz "Antifa ihr könnt uns mal" kommt... Wie im Text weider gesagt wird: "Ihr habt es übertrieben..."! Das sehe ich bei solchen Kommentaren auch nur Bestätigt!
Ihr seid nich die Elite Kämpfer gegen den Faschismus!! Jeder Punk erlebt fast täglich den Faschismus, sei es nun von Glatzen oder Bullen, der Bevölkerung oder auch einigen "Antifas"! Ihr solltet euch nich zu weit ausm Fenster lehnen und nich im Glashaus mit Steinen schmeißen... Und wenn ihr euch scho über die geringe Teilnehmer Zahl wundert...meint ihr so werden es mehr? Indem ihr über Punks herzieht??? Seid Tolerant, dann werdet auch ihr toleriert...so einfach!!!!

SS-Kaliert
. 01.11.2004 18:15

Ich kenne jeden Einzelnen von SS-Kaliert, teilweise schon seit Jahren und kann versichern, dass keiner von ihnen Rechts oder Rechtsoffen ist. Im Gegenteil. Der Name ist eine punktypische Provokation (siehe SS Ultrabrutal aus Norddeutschland) und ein Wortspiel. Ihre Single wird auch z.B. im Plastic Bomb Mailorder verkauft, der ja nun wirklich nicht faschistisch ist. Und für seine Fans kann man nichts. Ich könnte mir auch n Robbie Williams-Shirt anziehen und einen Ausländer verprügeln, dass muss noch lange nicht heißen, dass Robbie Williams rechte Musik macht. Mal so als Beispiel.

Sehr gut!
Antifa 01.11.2004 03:04

Sehr gut!
Die kommen echt ins Schwitzen. Immer schön dranbleiben am braunen Mist. Sehr gut auch: Arbeitsplatzverlust, Ausbildungsstätte, Gedisse von Kollegen am Arbeitsplatz, Kündigung vom Vermieter...
>>Öfters mal Hinweise senden ans Umfeld der Faschisten!!
Und schon haben sie auch noch privat ne Menge Stress und weniger Geld..

antifa politik?
bin G. Laden 02.11.2004 05:11

so also was soll den bitte so schlim am liedtext von "böhse onkelz - ohne mich sein? es zeigt doch nur die unpolitische Haltung der band, wenn man sich als onkelzhasser und verbohrter linksradikaler auch mal die 2te und 3te strophe des liedes und dazu das lied "Deutschland im herbst" anhört, wird man feststellen das egal welche politische meinung die onkelz privat wirklich vertreten könnten, das ihre musik jawohl eindeutig als kommerziellen Oi! durchgehen kann, und das ist nicht das naive denken eines 15 jährigen, man kann nicht mit selbiger Blindheit und Hass wie die faschos alles pauschalisieren und sich somit zum feind machen... traurig aber wenn alle mal politik vergessen würden und den menschen die gerechtigkeit geben die wir alle verdienen, und mit demo's ist das nicht weiter als eine karnevalsveranstaltung mit linken oder rechten oder sonstwie leuten die irgendwo hinlaufen sich selbst aber null verwirklichen, schade ...