antisemitische Schmierereien an Hagener Synagoge
Schwarze Katze Sonderseite

Widerliche antisemitische Schmierereien an Hagener Synagoge Schwarze Katze, 22.11.03
Schmierereien im Umfeld der Hagener Synagoge Schwarze Katze, 22.11.03
Synagoge mit antisemitischen Schmierereien besprüht Weitere Spuren entdeckt WR Hagen, 24.11.03
Anschlag auf Hagener Synagoge /Polizei schützt antisemitische Veranstaltung Antifa Hagen, 22.11.03
Synagoge mit antiisraelischen Parolen beschmiert Frankfurter Rundschau, 24.11.03
Unbekannte Täter beschmierten Jüdische Synagoge mit Graffiti Neue Ruhr Zeitung, 24.11.03
Hagener Synagoge ab sofort wieder bewacht WR Hagen, 24.11.03
Synagoge in Hagen - Mit Graffiti beschmiert taz, 24.11.03
Jüdische Synagoge mit Graffitis beschmiert Polizei Hagen, 23.11.03 03:21 Uhr
Sprayaktion nahm ihren Ausgang in der Gerberstraße Polizei Hagen, 23.11.03 19:15 Uhr
Synagoge in Hagen beschmiert WDR, 22.11.03
Unbekannte Täter beschmierten jüdische Synagoge mit Graffitit Revierportal, 23.11.03
Synagoge in Hagen mit antiisraelischen Parolen beschmiert yahoo, 22.11.03
Hagener Synagoge mit antiisraelischen Parolen beschmiert yahoo, 23.11.03
Zur Schändung der Synagoge in Hagen VVN-BdA Hagen, 24.11.03
Staatsschützer fassen Schmierer WP Hagen, 29.11.03
Synagoge: Die Schmierer sind erwischt WR Hagen, 29.11.03
Die Polizei hat die Jugendlichen gefasst, die für die Schmierereien an der Synagoge verantwortlich sind. Radio Hagen, 28.11.03
Schmierereien an Synagoge: Polizei nimmt zwei Jugendliche fest WAZ, 28.11.03
"Ich sah eine alte Angst in den Gesichtern" Leserbrief, WR Hagen, 29.11.03
"Nicht allein der Staat hat hier zu handeln" Leserbrief, WR Hagen, 29.11.03
Antisemitische Parolen auf Synagoge geschmiert WR Hagen, 23.11.03
Synagoge mit antisemitischen Schmierereien besprüht Weitere Spuren entdeckt WR Hagen, 23.11.03


Widerliche antisemitische Schmierereien an Hagener Synagoge
Bericht und Fotos: Schwarze Katze, 22.11.03


In der Nacht auf den 22.11.03 beschmierten Antisemiten die Hagener Synagoge. "Fuck Israel" und "Fuck Sion" (gemeint war wohl Zion) auf einer Synagoge ist ungeheuerlich. Die gesamte Aussenfront wurde mit Hetzparolen versehen. Verschiedene Schriftarten und Schriftfarben deuten darauf hin, dass es sich um mehrere Spiessgesellen gehandelt hat. Am Mittag des 22.11.03 fand eine Kundgebung vor der Synagoge statt. Wir lehnen Antisemitismus strikt ab und finden es widerlich, dass so etwas passiert. Hier Bilder von den Schmierereien und den Bannern der antifaschistischen Kundgebung:


Anschlag auf die Synagoge in Hagen


Am Mittag des 22.11.03 fand eine Mahnwache vor der Synagoge statt.


An der Strasse, die an der Hagener Synagoge vorbeiführt,
wurde das Transparent "Stopp Antisemiten" aufgehängt.


noch eine Schmiererei an der Hagener Synagoge


"Fuck Israel" an einer Synagoge in
Deutschland ist schon übel...

Die Antisemiten beschmierten auch das Schild
der Christlich-Jüdischen Begegnungsstätte.


Gegen Antisemitismus!




Weitere Schmierereien an der Hagener Synagoge.

Bekämpft Antisemitismus und
jede andere Form des Rassismus!

Schwarze Katze, 22.11.03




Schmierereien im Umfeld der Hagener Synagoge
Fotos: Schwarze Katze, 22.11.03, Giambattista Bodoni



Rechtschreibung: Mangelhaft
Betragen: Ungenügend


Eine christliche Botschaft?


Die Arschlöcher nennen
sich greekmafia


Hat denn jedes Arschloch
eine Webseite?
Antisemiten markierten ihr Revier. Bevor die vier antisemitischen Arschlöcher die Hagener Synagoge besprühten, zogen sie eine schmierige Spur: Vom Arbeitsamt an der Altenhagener Brücke führt ein schmaler Fussweg zwischen eingezäunten Privatgrundstückstrücken und der Volme. Ohne jeden künstlerischen Anspruch markierten die Täter wie Hunde ihr Revier. Sie lieferten der interessierten Öffentlichkeit und sogar den bei vergleichbaren Taten eher schwach ermittelnden Behörden Informationen frei Wand. Neben unflätigen Sprüchen sprühten sie griechische und christlich-orthodoxe Symbole und Drohungen. Aufgrund ihrer gesprühten Visitenkarte kam man ihnen schnell auf die Schliche. In ihrer Verblendung dürften sie nicht gemerkt haben, dass es das Revier des in der Volme herumstolzierenden Graureihers ist.


Auch in dieser Hohlen Gasse
sei der Herr mein Hirte


Zwei Farben - Zwei (fast gleiche) Zeichen


Es ist sein Revier und er ist
schöner als die vier Arschlöcher!




Synagoge mit antisemitischen Schmierereien besprüht Weitere Spuren entdeckt
WR Hagen 24.11.03

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Roman Kanarek (r.), und OB Horn vor dem beschmierten Gebäude. Im Hintergrund bereits eines der Plakate, mit der Hagener Bürger noch am Samstag ihre Solidarität zeigten.

Hagen. Die Hagener Synagoge und das jüdische Gemeindehaus an der Potthoffstraße wurden am Freitagabend von Unbekannten massiv mit antisemitischen, aber auch antiamerikanischen Parolen beschmiert. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter nicht aus der Neo-Nazi-Szene stammen.

Oberbürgermeister Wilfried Horn war noch am Samstagmorgen vor Ort, um der Gemeinde, die gerade ihren Gottesdienst zum Sabbat gefeiert hatte, die Verbundenheit der Hagener zu übermitteln. Vor Ort waren bereits Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und der Hagener Antifa. Aber auch Nachbarn hatten sich eingefunden, um mit spontan selbstgestalteten Plakaten ein sichtbares Zeichen gegen Antisemetismus zu setzen.

Trotz dieser positiven Zeichen konnten einige Gemeindemitglieder auch am Mittag ihre Tränen nicht zurückhalten. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Roman Kanarek, war die Betroffenheit anzusehen. Er freute sich aufrichtig, dass Horn verdeutlichte, dass die Hagener nicht gewillt sind, ihre Mitbürger jüdischen Glaubens allein zu lassen.

Derweil können sich die polizeilichen Ermittlungen auf Aussagen stützen. Zeugen gingen am Freitag gegen 21.45 Uhr über die Potthofstraße und sahen vor der Synagoge einen dunkel gekleideten jungen Mann, der dort "Schmiere stand". Als dieser die Zeugen bemerkte, rief er etwas in ausländischer Sprache in Richtung Synagoge, von wo drei weitere Jugendliche oder Heranwachsende kamen und gemeinsam über die Dahlenkampstraße in Richtung Innenstadt flüchteten. Die Zeugen konnten den Geruch von Sprühfarbe wahrnehmen. Die Verdächtigen waren dunkel gekleidet, zwei von ihnen sollen Sturmmasken getragen haben. Die Polizei bittet Zeugen, die vier Verdächtigen in diesem Bereich gesehen haben, dringend um Hinweise unter Tel: 02331/986 2066.

Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer reagierte betroffen. Noch in der Vorwoche sei die Sicherheitslage überprüft worden." Ab sofort werde die Synagoge wieder rund um die Uhr von einer mobilen Wache geschützt. Diese Wache war dort bereits im Oktober 2000 aufgestellt, später aber wieder abgezogen worden. Eine Maßnahme, die Ulrich Krüger, Sprecher der Antifa Hagen, scharf kritisiert: "Dass die Polizei nach eigener Aussage niemals mit einem solchen Anschlag gerechnet hat, zeigt nur ein weiteres Mal die Unfähigkeit der Hagener Polizei, die Gefahr des Antisemitismus richtig einzuschätzen".

Heute will Oberbürgermeister Wilfried Horn prüfen lassen, wie der Gemeinde, aber auch einer benachbarten Arztpraxis, die ebenfalls beschmiert wurde, schnell und unbürokratisch geholfen werden kann.

Die Polizei hat gestern weitere Spuren der Sprayer gefunden: Ausgangspunkt war am Freitag eine Plakatwand an der Gerberstraße. Die Schmiereien dort stimmten mit denen an der Synagoge überein. Der ca. 1,5 km lange Weg führte zum Fußweg Am Widey. Er setzte sich fort über die Springmannstraße/ Kaufmannsschule, Grashofstraße, Rathausstraße und Potthoffstraße. Die Täter besprühten Außenrollos von Wohnungen, Brückenpfeilern, Stromzählern, einen Aushang einer Kirche, die Volmemauer, der Fensterfront der Berufsschule, Bauzäunen und Hauswänden. Die Polizei sucht Zeugen Tel: 02331/986-2066.


Anschlag auf Hagener Synagoge /Polizei schützt antisemitische Veranstaltung
Antifa Hagen, 22.11.03

In der vergangenen Nacht von Freitag auf Samstag haben Unbekannte die Hagener Synagoge in der Potthoffstraße mit antisemitischen Parolen beschmiert ("fuck israel" u. a.). Sofort nach Bekanntwerden der Tat rief die Antifa Hagen zu einer Solidaritätskundgebung für die Hagener jüdische Gemeide vor der Synagoge auf. Ulrich Krüger, Sprecher der Antifa Hagen, bezeichnete den Anschlag als Beleg für den zunehmenden Antisemitismus in der bundesdeutschen Gesellschaft. Radikale Islamisten auf der einen Seite und deutsche Politiker und Intellektuelle wie Hohmann, Möllemann und Walser auf der anderen Seite seien nur die Spitze dieser Entwicklung, so Krüger.

Die Hagener Polizei will nun wieder rund um die Uhr eine mobile Wache vor der Synagoge postieren. Diese war nach dem Ende des sogenannten "Austand der Anständigen" schnell wieder vor der Synagoge abgezogen worden und stand im vergangenen Sommer meist zur Drangsalierung Obdachloser im Hagener Volkspark.

Dass die Polizei nach eigenen Angaben niemals mit einem solchen Anschlag gerechnet hat, zeigt nur ein weiteres Mal die Unfähigkeit der Hagener Polizei die Gefahr des Antisemitismus richtig einzuschätzen. Ein entschiedenes Vorgehen von Seiten der Hagener Polizei gegen Antisemitismus hat es bisher nicht gegeben. So konnte noch vor wenigen Wochen der Neonazi Horst Mahler im Beisein des Staatsschutz in einer Hagener Gaststätte ungestört über die "jüdische Weltverschwörung" fabulieren, Veranstalter war damals das neonazistische "Deutsche Kulturwerk". Eben dieses konnte ausgerechnet heute wieder eine Veranstaltung in der näheren Umgebung durchführen. In der Gevelsberger Gaststätte "Haus Lichtenplatz" hetzte das NPD-Vorstandsmitglied Holger Apfel unter Polizeischutz ungestört gegen Israel. Mitglieder der Antifa Hagen, die die antisemitische Veranstaltung verhindern wollten, wurden von einem massiven Polizeiaufgebot zurückgedrängt. Ulrich Krüger dazu: "Die Polizei hat sich wieder einmal zum Helfer von Neronazis gemacht".


Synagoge mit antiisraelischen Parolen beschmiert
Frankfurter Rundschau, 24.11.03, Rubrik: In Kürze

Unbekannte haben am Wochenende eine Synagoge im westfälischen Hagen mit antiisraelischen Parolen beschmiert. Die mutmaßlichen Täter wurden wohl von Passanten gestört, als sie in der Nacht zum Samstag beleidigende Parolen im Eingangsbereich und rund um das Gemeindehaus sprühten, teilte die Polizei mit. Die vier Jugendlichen seien daraufhin zu Fuß geflüchtet. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei auszuschließen, hieß es. Der Staatsschutz ermittelt. ap


Unbekannte Täter beschmierten Jüdische Synagoge mit Graffiti
Neue Ruhr Zeitung, 24.11.03

Hagen (dpa/lnw) - Unbekannte Täter haben die Jüdische Synagoge in Hagen in der Nacht zum Samstag mit Graffiti und Schriftzügen beschmiert. Von den Tätern fehlt nach Angaben der Polizei vom Sonntag bislang jede Spur. Symbole seien auch am Gemeindehaus aufgesprüht worden. Zeugen hätten zur Tatzeit vier Jugendliche in der Nähe der Synagoge gesehen. Ein rechtsextremistischer Hintergrund ist nach Polizeiangaben auszuschließen. Allerdings ließen die Schriftzüge eine mögliche antiisraelische Motivation der Täter erkennen.


Hagener Synagoge ab sofort wieder bewacht
WR Hagen, 24.11.03

Oberbürgermeister Wilfried Horn (l.) und Roman Kanarek von der jüdischen Gemeinde an der Synagoge.

Hagen. (bau) Die Hagener Synagoge wird nach den Schmierereien ab sofort wieder rund um die Uhr bewacht.

Zeugen sahen am späten Freitagabend vier junge Männer davonrennen. Es war noch der Geruch von Farbe wahrnehmbar. Beschmiert hatten die Täter die Synagoge, das Gemeindehaus, in dem auch eine Arztpraxis untergebracht ist, und einen Pkw.

Hagens Oberbürgermeister Wilfried Horn und Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer zeigten sich betroffen. Horn und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Hagen, Roman Kanarek, besuchten am Samstag den Tatort. Vor dem Gemeindehaus hatten Bürger bereits Solidaritäts-Plakate angeheftet. Eine Bewachung der Synagoge war bereits im Herbst 2000 veranlasst, später aber eingestellt worden.


Synagoge in Hagen
Mit Graffiti beschmiert

taz, 24.11.03, Seite 7

Unbekannte Täter haben die Jüdische Synagoge in Hagen Samstagnacht mit Graffiti und Schriftzügen beschmiert. Dies teilte die Polizei mit. Zeugen hätten zur Tatzeit vier Jugendliche in der Nähe der Synagoge gesehen. Die Schriftzüge ließen eine mögliche antiisraelische Motivation der Täter erkennen, so die Polizei. (dpa)


Jüdische Synagoge mit Graffitis beschmiert
Polizei Hagen, 23.11.03 03:21 Uhr



Hagen (ots) - In der Nacht zum 22.11.2003 haben bislang unbekannte Täter die Jüdische Synagoge in der Potthofstraße mit zahlreichen Farbschmierereien versehen. Sowohl im Eingangsbereich als auch rund um das Gemeindehaus wurden bis in etwa zwei Meter Höhe in unterschiedlichen Farben, schwarz, silber, hell- und dunkelblau, zahlreiche Symbole und Schriftzüge aufgesprüht. Ein auf dem nebenliegenden Parkplatz abgestellter VW Golf wurde in gleicher Weise von den Tätern angegangen. Die Schriftzüge wie "fuck israel", "fuck sion" etc. lassen eine mögliche antiisraelische und antisemitische Motivation der Täter erkennen. Ein rechtsextremistischer Hintergrund ist auszuschließen.

Nach ersten Ermittlungen der Beamten des Staatsschutzes gibt es Zeugen, die die Tatverdächtigen aus der Entfernung gesehen und sie vermutlich bei der Tatausführung gestört haben dürften. Die Zeugen gingen am 21.11.2003 gegen 21.45 Uhr durch die Potthofstraße und sahen vor der Synagoge einen dunkel gekleideten jungen Mann, der dort offensichtlich Schmiere stand. Als dieser die Zeugen bemerkte, rief er etwas in ausländischer Sprache in Richtung Synagoge, von wo drei weitere Jugendliche oder Heranwachsende angelaufen kamen und alle gemeinsam über die Dahlenkampstraße in Richtung Innenstadt flüchteten. Dabei nahmen die Zeugen von den vermutlich ausländischen Tatverdächtigen ausgehend noch den Geruch von frischer Farbe und Treibgas wahr.

Alle vier Jugendlichen / Heranwachsenden waren dunkel gekleidet, zwei von ihnen sollen zudem Sturmmasken getragen haben. "Die Sicherheitslage wurde in der vergangenen Woche aktuell überprüft. Mit einer derart verabscheuungswürdigen Verunglimpfung der Jüdischen Gemeinde hätte die Polizei in Hagen niemals gerechnet", erklärte dazu Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer. "Wir werden die Ermittlungen intensiv fortführen und alles in unseren Kräften stehende tun, um diese Tat aufzuklären. Die Polizei wird zum Schutz der Synagoge wieder rund um die Uhr eine mobile Wache einsetzen".

Weitere Zeugen, die Täterhinweise geben können oder zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen in der Potthofstraße, Dahlenkampstraße oder in der Fußgängerzone gemacht haben, werden gebeten sich bei der Polizei unter Tel. 986-2066 zu melden.


Sprayaktion nahm ihren Ausgang in der Gerberstraße
(Nachtrag zur Pressemeldung vom 22.11.2003 - Jüdische Synagoge mit Graffitis beschmiert)

Polizei Hagen, 23.11.03 19:15 Uhr



Hagen (ots) - Aufgrund von Ermittlungen der Polizei und Hinweisen aus der Bevölkerung konnte der Weg der Sprayer am heutigen Sonntag rekonstruiert werden. Ausgangspunkt war eine Plakatwand in der Gerberstraße. Die dort gefundenen Symbole, Schriftzüge und Graffitis waren mit denen an der Synagoge gefundenen identisch.

Neben schwarzer, dunkelblauer, hellblauer und silberner Farbe versprühten die unbekannten Täter zum Beginn ihrer "Aktion" auch großflächig rote Farbe.

Der durch die Farbschmierereien gekennzeichnete Weg führte über die Gerberstraße zum Fußweg "Am Widey". Er setzte sich fort über die Springmannstraße / Kaufmannsschule, Grashofstraße, Rathausstraße und Potthoffstraße.

Die Täter hinterließen ihr "Werk" u.a. auf Außenrollos von Wohnungen, Brückenpfeilern, Stromzählern, einem Aushang einer Kirche, der Volmemauer, der Fensterfront der Berufsschule, Bauzäunen und Hauswänden.

Insgesamt beläuft sich die Strecke vom Ausgangspunkt bis zur Synagoge auf ungefähr 1,5 km.

Die Polizei Hagen bittet Zeugen, die in der Nacht zum 22.11.2003 im Bereich der beschriebenen Strecke verdächtige Feststellungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 02331 / 986-2066 zu melden.


Synagoge in Hagen beschmiert
WDR, 22.11.03

Vermutlich kein rechtsextremistischer Hintergrund

Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Samstag (22.11.03) die Jüdische Synagoge in Hagen mit Grafitti und Schriftzügen beschmiert. Wie der Staatsschutz mitteilte, wurden auf die Wände im Eingangsbereich bis zu zwei Meter hohe anti-israelische Symbole aufgesprüht. Auch die verwendeten Sprüche ließen eine mögliche anti-israelische Motivation der Täter erkennen, so der Staatsschutz weiter. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei nach Auffassung der Ermittler aber auszuschließen. Die Vorgehensweise deute eher auf Täter aus der Grafitti-Sprayer-Szene.

Polizei fahndet nach vier unbekannten Jugendlichen

Zeugen hätten zur Tatzeit vier Jugendliche in der Nähe der Synagoge gesehen, so die Hagener Polizei. Sie sollen sich in einer ausländischer Sprache unterhalten haben. Die Polizei in Hagen kündigte an, wieder rund um die Uhr eine mobile Wache an der Synagoge einzusetzen. Mit einer derartigen Verunglimpfung der Jüdischen Gemeinde habe man niemals gerechnet. Die Sicherheitslage der Synagoge sei erst in der vergangenen Woche überprüft worden.


Unbekannte Täter beschmierten jüdische Synagoge mit Graffiti
Revierportal, revierpower.de, 23.11.03

Hagen (dpa/lnw) - Unbekannte Täter haben die Jüdische Synagoge in Hagen in der Nacht zum Samstag mit Graffiti und Schriftzügen beschmiert. Sowohl im Eingangsbereich als auch am Gemeindehaus seien zahlreiche Symbole aufgesprüht worden, teilte die Polizei in Hagen am Samstag mit. Zeugen hätten zur Tatzeit vier Jugendliche in der Nähe der Synagoge gesehen. Ein rechtsextremistischer Hintergrund ist nach Polizeiangaben auszuschließen. Allerdings ließen die Schriftzüge eine mögliche antiisraelische Motivation der Täter erkennen


Synagoge in Hagen mit antiisraelischen Parolen beschmiert
yahoo, Samstag 22. November 2003, 15:07 Uhr

Hagen (AP) Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Samstag eine Synagoge im westfälischen Hagen mit antiisraelischen Parolen beschmiert. Wie die Polizei mitteilte, wurden die mutmaßlichen Täter offenbar von Passanten gestört, als sie beleidigende Parolen im Eingangsbereich und rund um das Gemeindehaus aufsprühten. Die vier vermutlich ausländischen Jugendlichen seien daraufhin zu Fuß geflüchtet. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei auszuschließen, hieß es. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.


Hagener Synagoge mit antiisraelischen Parolen beschmiert
yahoo, Sonntag 23. November 2003, 11:27 Uhr

Hagen (AP) Unbekannte haben am Wochenende eine Synagoge im westfälischen Hagen mit antiisraelischen Parolen beschmiert. Wie die Polizei mitteilte, wurden die mutmaßlichen Täter offenbar von Passanten gestört, als sie in der Nacht zum Samstag beleidigende Parolen im Eingangsbereich und rund um das Gemeindehaus sprühten. Die vier vermutlich ausländischen Jugendlichen seien daraufhin zu Fuß geflüchtet. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei auszuschließen, hieß es. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.

Hagens Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer sprach von einer «verabscheuungswürdigen Verunglimpfung der jüdischen Gemeinde», mit der die Polizei niemals gerechnet habe. Als Konsequenz kündigte sie an, dass die Synagoge rund um die Uhr bewacht werden solle.


Zur Schändung der Synagoge in Hagen
VVN-BdA Hagen, 24.11.03

Es ist nicht das erste Mal, dass nach Kriegsende jüdische Einrichtungen in Hagen Ziel antisemitischer Aggression wurden; wir erinnern nur an die beiden bisher spektakulärsten im letzten Jahrzehnt: 1996 das Ankleben der DIN A1-formatigen "95 Thesen zum Lutherjahr" des Naziterroristen Manfred Roeder an der Eingangstür der Synagoge (auch an der Martin-Luther-Kirche und anderswo) und die Schändung des jüdischen Friedhofes in Eilpe.

Daneben waren alle Demonstrationen von Neonazis in Hagen von zumindest unterschwellig antisemitischen Akzenten geprägt: immer wurden in eindeutiger Absicht palästinensische Flaggen mit der Aufschrift "Freies Palästina" mitgeführt, und der frühere Hitlerjunge Friedhelm Busse entblödete sich nicht, dabei in der Franzstraße unwidersprochen zu schwadronieren: "dreckiger Jude darf ich ja nicht mehr sagen...", und das Anmeldungs-Motto des inzwischen verstorbenen Maik Müller zu der Anti-Spiegel-Demo lautete "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel". Abgesehen davon war von den im Rahmen bundesweit durchgezogener Islamisten-Demonstrationen im April letzten Jahres auch Hagen betroffen. Die mitgeführten Plakate mit volksverhetzenden Aufschriften wie z.B. "Sharon - Kindermörder" wurden nicht beanstandet.

Vor kurzem erst konnte der notorische Antisemit Horst Mahler im Bonifatiusheim vor ausgewähltem Publikum seine Ansichten ungestört darlegen...

In einem derartigen politischen Klima, in dem es anscheinend weder den Politikern noch der Executive gelingt, dem Treiben ein Ende zu bereiten, kann es eigentlich nicht allzusehr überraschen, wenn nun die Synagoge gezielt angegriffen wurde. Dass die Täter an anderen Stellen im Stadtgebiet ebenfalls sprayten, dürfte als ein Kaschierungsversuch des eigentlichen Verbrechens zu betrachten sein.

Die VVN-BdA Hagen bittet die Medien herzlich, weiterhin kritisch und immer wieder sich ihrer Verantwortung bewußt bleibend beharrlich darauf hinzuarbeiten, dass der Antisemitismus, eine Unterart des Rassismus, nicht noch weiter gesellschaftsfähig wird. Vor Allem sollte immer wieder betont werden, dass der falschen Gleichsetzung von "Juden" und "Staat Israel" eine völkische Stereotypie zugrunde liegt, die der Ideologie des Faschismus eigen ist - wie es die aufgesprühten Texte an der Synagoge überdeutlich vor Augen führen.


Staatsschützer fassen Schmierer
WP Hagen, 29.11.03

Hagen. Die Sprayer, die in der Nacht zum vergangenen Samstag die jüdische Synagoge in der Potthofstraße, angrenzende Bauteile und einen Pkw beschmierten, sind ermittelt. Es handelt sich um vier Jugendliche griechischer Abstammung im Alter zwischen 15 und 18 Jahren.

Nachdem die Ermittlungskommission des Staatsschutzes um Kriminalrätin Daniela Robach vergeblich im Tatortumfeld nach Spuren oder Zeugen suchte, brachte auch die Rückkopplung mit den Ermittlern rund um die Graffiti-Szene keinen Erfolg. Sowohl die Beamten als auch heimische Sprayer waren sich einig, dass es sich bei den Schmierereien um stümperhafte Werke handelte.

Erst die Recherchen im Internet ergaben Hinweise auf altgriechische Schriftzeichen. Entsprechend forschten die Fahnder nach Schulen im Umland, die noch Altgriechisch lehren und stießen auf ein Gymnasium in Dortmund. Dort schauten die Staatsschützer gestern Vormittag vorbei und blickten nach Rücksprache mit der Schulleitung in verschiedene Hefte der aus Hagen stammenden Schüler. Drei verdächtige Jugendliche wurden vorläufig festgenommen und im Hagener Polizeipräsidium vernommen. Zwei Schüler legten Geständnisse ab, der dritte wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Von zwei angeblichen Mittätern aus Dortmund und Witten konnte gestern einer ebenfalls gefasst werden.

Daniela Robach und Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli wollten gestern noch nicht ausschließen, dass es sich bei der Tat (gemeinschädliche Sachbeschädigung) um mehr als antiisraelische Vorbehalte unter Schülern handelte. "Es gibt aber keinen klassischen rechtsradikalen Hintergrund - das können wir definitiv ausschließen", legte sich Pauli gestern fest.


Synagoge: Die Schmierer sind gefasst
WR Hagen, 29.11.03

 
Die Menschen vor der Synagoge zeigten gestern, dass sie fest gegen jeden Antisemitismus stehen.

Hagen. (aw/bau) Die Urheber der Schmiereien an der Synagoge und dem jüdischen Gemeindehaus sind ermittelt. Es handelt sich um vier Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren griechischer Abstammung. Drei von ihnen wurden gestern vernommen und sind geständig. Dies wussten die Teilnehmer der Demonstration vor der Synagoge nicht.

Der Platz vor der Synagoge füllte sich schnell. Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen sprachen der jüdischen Gemeinde ihr Mitgefühl aus. Schmierige Angriffe auf jüdische Gotteshäuser seien auch Angriffe auf christlichen Gotteshäuser und damit eine Attacke gegen die Menschlichkeit aller Menschen. Ein Vertreter des Kirchenkreises Hagen mahnte: "Es reicht nicht, wenn es uns immer wieder leid tut. Wir müssen daran arbeiten, dass es nicht so weitergeht."

Dank ging auch an Oberbürgermeister Wilfried Horn, der mit seinem Erscheinen auf der spontanen Kundgebung am vergangenen Samstag ein Signal gesetzt habe.

Zu diesem Zeitpunkt war Horn nicht bekannt, dass die Ermittlungskommission innerhalb einer Woche Erfolg hatte. Die Spur hatten die jugendlichen Täter selbst gelegt, indem sie "Die Zeit wird kommen" und das Zeichen für Hellas auf Altgriechisch an die Wand schmierten. Nicht bedacht hatten die vier, - zwei stammen aus Hagen, einer aus Dortmund, einer aus Witten - dass es im Umkreis nur eine Schule mit altgriechischem Zweig gibt: ein Gymnasium in Dortmund. Unter den insgesamt drei Schülern aus Hagen waren die beiden Täter schnell ermittelt. Sie gaben Hinweise auf die anderen.

"Sie haben keinen einschlägigen Hintergrund und zeigten bei der Vernehmung Reue", so Kriminalrätin Daniela Robach. Nach der Vernehmung wurden sie bei ihren Eltern abgegeben. "Die wären wohl lieber bei der Polizei geblieben", meinte Robach zum Empfang. Oberstaatsanwalt Dr. Gerhardt Pauli wartet erst die Ermittlungsergebnisse ab, bevor er die Anklage erhebt. "Es ist allerdings im Jugendrecht ideal, wenn eine Tat so schnell aufgeklärt und geahndet wird", so Pauli, "denn der Erziehungseffekt sollte im Mittelpunkt stehen."


Die Polizei hat die Jugendlichen gefasst, die für die Schmierereien an der Synagoge verantwortlich sind.
Radio Hagen, 28.11.03

Die Polizei hat die Jugendlichen gefasst, die für die Schmierereien an der Synagoge verantwortlich sind. Es handelt sich um griechische Schüler aus Hagen, Dortmund und Witten. Sie hatten vergangene Woche antiisraelische Parolen an die Synagoge und eine angrenzende, türkische Arztpraxis gesprüht. Wie sich herausstellte, handelte es sich um altgriechische Schriftzeichen. Eine Ermittlungskommission des Staatsschutzes hatte die Schriftzeichen untersucht - und eine Dortmunder Schule ausfindig gemacht, die altgriechisch unterrichtet. Mit Hilfe der Schulleitung ermittelten die Beamten dann zwei Schüler, die in Hagen wohnen. Schriftproben aus Schulheften bestätigten den Verdacht, dass die beiden die Täter waren. Die zwei haben mittlerweile gestanden und sogar noch zwei weitere Mittäter genannt. Ein Jugendlicher aus Dortmund wurde bereits festgenommen, nach einem Jungen aus Witten wird noch gesucht. Der Hintergrund der Tat sind laut der Polizei antisemitische Tendenzen.


Schmierereien an Synagoge: Polizei nimmt zwei Jugendliche fest
WAZ Ruhrgebiet, 29.11.03

Hagen - Eine Woche nach Graffiti-Schmierereien auf einer Synagoge in Hagen hat die Polizei zwei Jugendliche festgenommen. Unbekannte hatten auf dem Gotteshaus Schriftzüge und Symbole hinterlassen, die zwar nach Polizeiangaben nicht rechtsextremistisch, jedoch antiisraelisch waren. Nähere Einzelheiten will die Polizei auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag bekannt geben. Zeugen hatten am Tattag vier Jugendliche in der Nähe der Synagoge beobachtet.


"Ich sah eine alte Angst in den Gesichtern"
Leserbrief eines jüdischen Mitbürgers zu den Schmierereien an der Hagener Synagoge.

WR Hagen, 29.11.03

Was wir wollten, war friedlich und gut nachbarlich mit den nichtjüdischen Bürgern zusammen leben. Von unserer Gemeinde ging nie eine Handlung aus, die sich gegen die Menschen in unserer Stadt, in diesem Land richtete. Wir standen uneingeschränkt zu den Grundrechten unserer Demokratie.

Vielmehr haben wir darüber hinaus unsere Türen geöffnet und fast wöchentlich Schulklassen empfangen und andere Gruppen in unserer Gemeinde stets willkommen geheißen. Mehrfach im Jahr fanden Veranstaltungen in unseren Räumen statt, die gegenseitiges Kennenlernen und das Näherbringen der Religion zum Ziel hatten.

Jetzt, nach dem schrecklichen Ereignis in der Nacht zum 22. November, bin ich ebenso schockiert wie die übrigen Gemeindemitglieder. In den Gesichtern unserer älteren Mitglieder sah ich eine Angst, eine alte Angst, die schon fast vergessen schien. Wut verspüre ich, wenn ich die Botschaft lese, die an die Wände der Gemeinde geschmiert wurde. Diese "Botschaft" lautet Antisemitismus. "F.ck Israel." "F.ck Sion" ist keine akzeptable Kritik an der Politik Israels.

Selbstverständlich ist vernünftige Kritik an der Politik Israels kein Antisemitismus, aber eine solche Äußerung gegen Israel, nicht an irgendeine Wand gesprayt, sondern an die Wände der jüdischen Gemeinde, deren Mitglieder Juden sind und keine Israelis, die Israels Politik nicht machen, nicht machen wollen und nicht machen können, ist Antisemitismus.

Diese Form der Äußerung ist ein antisemitisches Bekenntnis, eine Kampfansage gegen die Kinder und Eltern und Großeltern unserer Gemeinde, gegen Juden im Allgemeinen.

Ob hier Rechtsradikale am Werk waren, Linke, Bürgerliche, vom Stammtisch aus, aus den Universitäten oder aus der Politik, für mich gibt es keine Wertigkeitsstufen, wenn Antisemitismus, in welcher Form auch, geäußert wird.

Antisemitismus beruht auf Lügen. Und diese Lügen dürfen nicht wieder als unumstößliche Wahrheiten gehandelt werden.

G.G.
Hagen


"Nicht allein der Staat hat hier zu handeln"
Leserbrief in der WR Hagen, 29.11.03

Zu den Farbschmierereien an der Synagoge Potthofstraße:

Die Farbschmierereien an der jüdischen Synagoge in der Potthofstraße haben uns wieder einmal gezeigt, wie einfältig manch ein Zeitgenosse seine niederen Instinkte ausleben kann, ohne Rücksicht und Sensibilität im Umgang mit den Gefühlen anderer. Die Empörung und der Ruf nach verstärkter Polizeipräsens ist nachvollziehbar, ob es ausreicht, ich denke nicht.

Nicht der Staat allein hat hier zu handeln, wir müssen uns entscheiden, nämlich für ein konsequentes Wahrnehmen und aufmerksames Hinsehen. In früheren Zeiten wurde dies Nachbarschaftshilfe genannt und vermittelte ein Gefühl von Sicherheit.

Die Aufmerksamkeit füreinander schuf ein Klima des Hinschauens und der Hilfe, Werte, die man nicht verlieren und an die wir uns erinnern sollten. Durch die Kultur des Hinsehens und Bemerkens erteilen wir als Nachbarn der Dumpfheit und Unbelehrbarkeit eine klare Absage, Antisemitisrnus hat in unserer Nachbarschaft keinen Platz.

U.L.
Hagen



Antisemitische Parolen auf Synagoge geschmiert
WR Hagen, 23.11.03


Die Polizei fahndet nach vier jungen Männer, die am Freitagabend die Synagoge über und über mit antisemitischen Parolen beschmiert haben. Ermittlungsstand ist, dass es sich dabei nicht um Täter aus dem rechtsradikalen Milieu handelt. Oberbürgermeister Horn besuchte die Gemeinde noch am Sasmtagmorgen. Auch VVN und Antifa waren da schon vor Ort.



Synagoge mit antisemitischen Schmierereien besprüht Weitere Spuren entdeckt
WR Hagen, 23.11.03


Hagen. Die Hagener Synagoge und das jüdische Gemeindehaus an der Potthoffstraße wurden am Freitagabend von Unbekannten massiv mit antisemitischen, aber auch antiamerikanischen Parolen beschmiert. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter nicht aus der Neo-Nazi-Szene stammen.

Oberbürgermeister Wilfried Horn war noch am Samstagmorgen vor Ort, um der Gemeinde, die gerade ihren Gottesdienst zum Sabbat gefeiert hatte, die Verbundenheit der Hagener zu übermitteln. Vor Ort waren bereits Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und der Hagener Antifa. Aber auch Nachbarn hatten sich eingefunden, um mit spontan selbstgestalteten Plakaten ein sichtbares Zeichen gegen Antisemetismus zu setzen.

Trotz dieser positiven Zeichen konnten einige Gemeindemitglieder auch am Mittag ihre Tränen nicht zurückhalten. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Roman Kanarek, war die Betroffenheit anzusehen. Er freute sich aufrichtig, dass Horn verdeutlichte, dass die Hagener nicht gewillt sind, ihre Mitbürger jüdischen Glaubens allein zu lassen.

Derweil können sich die polizeilichen Ermittlungen auf Aussagen stützen. Zeugen gingen am Freitag gegen 21.45 Uhr über die Potthofstraße und sahen vor der Synagoge einen dunkel gekleideten jungen Mann, der dort "Schmiere stand". Als dieser die Zeugen bemerkte, rief er etwas in ausländischer Sprache in Richtung Synagoge, von wo drei weitere Jugendliche oder Heranwachsende kamen und gemeinsam über die Dahlenkampstraße in Richtung Innenstadt flüchteten. Die Zeugen konnten den Geruch von Sprühfarbe wahrnehmen. Die Verdächtigen waren dunkel gekleidet, zwei von ihnen sollen Sturmmasken getragen haben. Die Polizei bittet Zeugen, die vier Verdächtigen in diesem Bereich gesehen haben, dringend um Hinweise unter Tel: 02331/986 2066.

Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer reagierte betroffen. Noch in der Vorwoche sei die Sicherheitslage überprüft worden." Ab sofort werde die Synagoge wieder rund um die Uhr von einer mobilen Wache geschützt. Diese Wache war dort bereits im Oktober 2000 aufgestellt, später aber wieder abgezogen worden. Eine Maßnahme, die Ulrich Krüger, Sprecher der Antifa Hagen, scharf kritisiert: "Dass die Polizei nach eigener Aussage niemals mit einem solchen Anschlag gerechnet hat, zeigt nur ein weiteres Mal die Unfähigkeit der Hagener Polizei, die Gefahr des Antisemitismus richtig einzuschätzen".

Heute will Oberbürgermeister Wilfried Horn prüfen lassen, wie der Gemeinde, aber auch einer benachbarten Arztpraxis, die ebenfalls beschmiert wurde, schnell und unbürokratisch geholfen werden kann.

Die Polizei hat gestern weitere Spuren der Sprayer gefunden: Ausgangspunkt war am Freitag eine Plakatwand an der Gerberstraße. Die Schmiereien dort stimmten mit denen an der Synagoge überein. Der ca. 1,5 km lange Weg führte zum Fußweg Am Widey. Er setzte sich fort über die Springmannstraße/ Kaufmannsschule, Grashofstraße, Rathausstraße und Potthoffstraße. Die Täter besprühten Außenrollos von Wohnungen, Brückenpfeilern, Stromzählern, einen Aushang einer Kirche, die Volmemauer, der Fensterfront der Berufsschule, Bauzäunen und Hauswänden. Die Polizei sucht Zeugen Tel: 02331/986-2066.