Ausstellung über die Verbrechen der deutschen Soldaten
Schwarze Katze Sonderseite


Wehrmachtsausstellung in Hagen Nov./Dez. 02

Einladung zur Hagener Wehrmachtsausstellung November 02
Warum der Besuch der Ausstellung heute noch wichtig ist
Wann findet die Ausstellung in Hagen statt?
Nationalisten besuchten Ausstellung in Hagen Antifa Hemer
Die Macht der Bilder schreckt Schüler auf WR Hagen 04.12.02
Sendemanuskript Schwarze Katze Radiosendung zur Wehrmachtsausstellung

Wehrmachtsausstellung in Altena Oktober 01


Das Glück der Lücke: Der Inhalt zählt WR Altena, 03.10.01
Bericht über die Wehrmachtsausstellung WR Altena, 08.11.01
Bericht über die Wehrmachtsausstellung Altenaer Kreisblatt, 01.11.01
Bericht über die Wehrmachtsausstellung Schwarze Katze

Wehrmachtsausstellung in Lüdenscheid Jan. 02

Im Geiste marschiert die Wehrmacht noch WR Lüdenscheid 15.01.02
Folgekosten der Wehrmacht Lüdenscheider Nachrichten 23.01.02
Wehrmacht erneut im Zwielicht Lüdenscheider Nachrichten 10.01.02

Deutsche Soldaten waren Adolf Hitler treu ergeben...

Das erste Bild der Ausstellung:
Der Eid auf den Führer: "Ich schwöre bei Gott den heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen." Welche Verbrechen unter diesem Eid begangen wurden, ist bekannt.

Die sehenswerte Ausstellung lief in der Hagener Stadthalle bis zum 13.12.02. Vom 5.-8.12.02 wurde die Ausstellung abgehängt.


Wehrmachtsausstellung in Hagen



Einladung zur Wehrmachtsausstellung Hagen
Einladung zur Eröffnung der Ausstellung
"Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" Friedenszeichen Hagen

Sehr geehrte Damen und Herren !
Liebe Freundinnen und Freunde !

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN lädt Sie ein zur Eröffnung der Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis"

am Dienstag, 12. November 2002, um 17 Uhr
in der Stadthalle Hagen

Grußwort
Ansprache des Vorsitzenden des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN, Dr. Christian Kingreen Ausführliche Einführung in die Ausstellung, besonders für LehrerInnen und andere MultiplikatorInnen. Der Lüdenscheider Künstler Heinz Richter, der die eindrucksvolle Fotoausstellung gestaltet hat, wird ebenfalls anwesend sein und steht für Fragen zur Verfügung.

Seitdem die Ausstellung im November 1997 erstmals in Hagen gezeigt wurde, ist sie durch viele Rathäuser, Kirchen und Schulen in Westfalen gewandert und hat überall großes Interesse gefunden. Jetzt - nach fünf Jahren - kehrt sie nach Hagen zurück, an prominente Stelle. Sie wird bis zum 15. Dezember in der Stadthalle zu besichtigen sein.

Die Ausstellung macht deutlich, wohin Ausgrenzung und Fremdenhass, Führerkult und be-dingungsloser Gehorsam in letzter Konsequenz führen:

VOM VORURTEIL ZUM MASSENMORD.

Die Ausstellung gewinnt dadurch aktuelle Bezüge.

Sie kann im Rahmen von Veranstaltungen in der Stadthalle, aber auch tagsüber besichtigt werden.

Im Rahmen der Ausstellung veranstaltet das HAGENER FRIEDENSZEICHEN einen Informations- und Diskussionsabend mit dem Friedensforscher Dr. Hajo Schmidt Institut für Frieden und Demokratie der FernUniversität Hagen

am Dienstag, 4. Dezember um 19.00 Uhr In der Stadthalle Hagen

Thema: In den Zeiten der neuen Kriege - Neue Anlässe und Formen der Kriegsführung seit dem Zweiten Weltkrieg


Warum der Besuch der Ausstellung heute noch wichtig ist
"Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis"

Die in vielen westfälischen Rathäusern und Schulen gezeigte Ausstellung ist endlich auch in Hagen zu sehen

in der Stadthalle, vom 12. November bis 15. Dezember 2002

Sehr geehrte Damen und Herren ! Liebe Kolleginnen und Kollegen ! Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN lädt Sie ein, mit Ihren Schülerinnen und Schülern die Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" in der Stadthalle Hagen zu besu-chen. Sie zeigt auf großen, eindrucksvollen Fotos das Bündnis von Wehrmacht und NS-Führung. Die Ausstellung umspannt den gesamten Zeit-raum des Zweiten Weltkrieges vom Treueid auf den "Führer" 1934 bis zum Meineid der letzten Russland-Heimkehrer 1955, nur "nach den Gesetzen des Krieges" gehandelt zu haben.

Die Ausstellung macht deutlich, wohin Ausgrenzung - ob sozial oder rassisch begründet - und Fremdenhass, Führerkult und bedingungsloser Gehorsam in letzter Konsequenz führen:

VOM VORURTEIL ZUM MASSENMORD.

Welchen Sinn macht der Besuch einer solchen Ausstellung 57 Jahre nach der Befreiung vom Nazi-Terror?

· Die Ausstellung weckt größeres Interesse für die gründliche Behandlung des Natio-nalsozialismus im Unterricht.
· Sie verdeutlicht Fremdenfeindlichkeit und Rassismus als Kern der NS-Ideologie und Praxis.
· Sie zeigt die Folgen eines "Gehorsams bis zum Mord" und umgekehrt den Mut derer, die nach ihrem Gewissen handelten.
· Sie beweist, dass der Zweite Weltkrieg von der Wehrmacht und von Hitler gewollt und seit langem geplant war - und nicht, wie die Neonazis des EN-Kreises zum Antikriegstag am 1. September 2001 behaupteten, den Deutschen aufgezwungen wurde!

Der Besuch der Ausstellung setzt keine besonderen Kenntnisse der Nazi-Zeit voraus, kann sie aber andererseits vertiefen, kann den Unterricht der Geschichte / Sozialkunde, aber auch den Religionsunterricht bereichern. Die Ausstellung ist ab dem 8. Schuljahr zu empfehlen. Es sollten mindestens 50 Minuten für den Besuch angesetzt werden.


Wann findet die Ausstellung in Hagen statt?
In der Stadthalle Hagen, vom 12. November bis 15. Dezember 2002

Im Anschluss an die Eröffnung am 12. November um 17 Uhr wird eine erste ausführliche Führung für MultiplikatorInnen stattfinden.

Führungen für Schulklassen sind an folgenden Tagen möglich:

November
vormittags: 13., 15., 19., 21., 22. und 25. November
vormittags und nachmittags: 18. und 26. November

Dezember
vormittags: 2., 3., 8., 11., 12. und 13. Dezember
vormittags und nachmittags: 4. und 9. Dezember


Nationalisten tauchten bei Ausstellung auf
Antifa Hemer

Bei der Ausstellungseröffnung in der Stadthalle Hagen am 12.11.02 tauchten NPD´ler aus dem Märkischen Kreis auf. Vielleicht sehen sie jetzt ein, was für Verbrechen die Wehrmacht begangen hat. Wir glauben zwar nicht dass sie nun Erkenntnis der geschichtlichen Wahrheit über die Verbrechen der Wehrmacht erworben haben, aber mensch sollte die Hoffnung nie aufgeben...


Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis":
Die Macht der Bilder schreckt Schüler auf
WR Hagen 04.12.02

Sebastian Stiller möchte verstehen. Der Gymnasiast möchte die Ursachen ergründen, warum der Hass auf Deutsche in manchen Ländern immer noch so groß ist - nach all´ den Jahren, die seit dem Zweiten Weltkrieg vergangen sind. Ein paar Antworten fand der Zwölftklässler von der Ricarda gestern in der Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis". Zusammen mit seinem Geschichtsgrundkurs besuchte Stiller die Bilder-Schau in der Stadthalle. Vor den ersten Exponaten, die die Glorifizierung der Person Adolf Hitler zeigen, schweigen die meisten noch. Anblicke vom zerstörten Rotterdam oder völlig zerbombten Warschau, sind bekannt. Aber, dass auch Soldaten der Wehrmacht vor allem in Osteuropa mordeten, Jugendliche, Partisanen, Frauen, Alte - mit dem Befehl in der Tasche. Hinrichtungen ohne Verfahren, Stiller ist schockiert. "In der Schule sind wir bisher nur zu dem Kapitel gekommen, warum es den Krieg gab. Dann ist Schluss", erzählt Stiller. Die Thematik stehe erst in Stufe 13 an, ergänzt Geschichtslehrer Dietmar Bach, der wenigstens den Besuch der Ausstellung im Unterricht vorbereitete. Stiller reicht das nicht, er möchte die deutsche Geschichte vertieft behandeln, um zu erkennen, "wie wertvoll die Demokratie ist, in der wir leben".

Fotos fangen Gefühle ein

Kopfschüttelnd gehen manche Schüler an den großforamtigen Bildern, die auf Augenhöhe hängen und sich förmlich aufdrängen, vorbei. Nehmen Gesten und Blicke wahr. "Guck´ mal, wie der guckt. . .", zeigt eine Schülerin mit dem Finger auf einen Wehrmachtsoffizier, der gerade einer jungen Frau den Strick um den Hals legt. Die Kamera war ganz nah dran. Das Gesicht ist fast ohne Ausdruck, der Mann bleibt unberührt von seinen Handlungen. Solche Stimmungen können trockene Texte in Geschichtsbüchern kaum transportieren. Wie die Geschichten zwischen den Zeilen: Der Opa von Agisilaos Soultanidis hat sich den deutschen Besatzern in seinem Heimatland Griechenland widersetzt. Dafür wurde er verhaftet und verschleppt. "Der Hass auf die Deutschen ist in Griechenland immer noch groß", schätzt Soultanidis. Daher gebe es kaum Neonazis in Griechenland, meint der Schüler. Die Austellung läuft noch bis Sonntag, 15. Dezember. Für Führungen von Gruppen und Klassen sind noch Termine frei, Anmeldungen werden unter Tel: 5 26 82 oder Tel: 5 09 84 angenommen.


Sendemanuskript Schwarze Katze Radiosendung zur Wehrmachtsausstellung, 05.12.02 21-22 Uhr

[musikal. Einführung]

Anmoderation: "Deutsche Soldaten haben während der Zeit des Zweiten Weltkriegs viele Verbrechen begangen. Darum geht es heute Abend auch in dieser Sendung. Es läuft nämlich eine interessante Ausstellung in Hagen und wir von der Schwarzen Katze haben ein Interview mit einem der Organisatoren der Ausstellung gemacht, und das kommt nach dieser Musik."

[musikal. Unterbrechung]
[Interview Beginn]

"Ich spreche jetzt mit Heinz Richter. Hallo! Heinz Richter hat eine Ausstellung über die Verbrechen der deutschen Wehrmacht konzipiert und realisiert und diese Ausstellung ist im Moment in Hagen zu besichtigen. Wo ist die Ausstellung denn da zu besichtigen?"

"Die ist in der Hagener Stadthalle zu besichtigen und ist am letzten, am 12.11. eröffnet worden."

"Bis wann ist die zu besichtigen?"

"Bis zum 13.12. ist sie zu besichtigen."

"Was ist denn auf diesen Bildern genau zu sehen?"

"Die Bilder geben einen Querschnitt durch die wichtigsten Ereignisse innerhalb der Jahre der Naziherrschaft in Bezug auf die Wehrmacht. Das erste Bild zeigt die Vereidigung der ehemaligen Reichswehr auf den Führer und Oberbefehlshaber und geht dann über 1936, den spanischen Bürgerkrieg mit dem Einsatz der 'Legion Condor' weiter zum August 1939 mit der Bombardierung der offenen Hauptstadt Polens, Warschau; geht in den Frankreichfeldzug, bis hin zum Ende 1944/45 in Berlin mit dem zerschossenen Brandenburger Tor."

"Dazwischen sind ja auch noch einige Bilder zu sehen, wo ganz direkt Verbrechen der deutschen Soldaten zu sehen sind und da gab es nämlich eine ganze Menge in der deutschen Geschichte und auch Geiselerschießungen."

"Ja, in Pancevo, Jugoslawien, wurden Menschen zusammengetrieben, und als Geiseln erschossen und teils erhängt. In Condomari, Kreta, wurde die männliche Dorfbevölkerung dieses Dorfes Condomari zusammengetrieben und von Fallschirmjägern in einer Waldlichtung erschossen. In Minsk, eines der eindrucksvollsten und deprimierendsten Bildern, ist die Erhängung von zwei Jungen, in Anführungsstriche "Partisanen", die von deutschen Wehrmachtsoffizieren persönlich an den Strick geknüpft werden und erhängt sind."

[musikal. Unterbrechung]

"Wie haben denn jetzt ältere Leute, die auch in der Wehrmacht eventuell noch drin waren, halt darauf reagiert?"

"Hm, ja, es kommen immer welche dazu, die also deutlich dann ihr Missfallen äußern über die Art und Weise der Präsentation, wahrscheinlich weil sie ihnen zu sehr nahe geht, und operieren dann mit dem Begriff der 'Fälschung'. Aber das ist ja alles an den Haaren herbeigezogen und längst widerlegt."

"Vielleicht waren sie aber auch selber an Verbrechen der deutschen Wehrmacht beteiligt, das könnte ja auch sein? Es gibt aber auch Jüngere, die die Bilder auch kritisieren, vor allem aus dem Nazispektrum und da hat's ja auch schon einige Vorfälle gegeben. Es gab nämlich einmal den Vorfall in Iserlohn, wo ein Bild verunstaltet worden ist, und dann gab's jetzt noch vor einigen Tagen noch einen negativen Vorfall in Hagen, wo zehn Mitglieder der rechten, nationalistischen NPD eben auch da waren. Was ist in Iserlohn passiert und was ist vor allen Dingen dann in Hagen passiert?"

"Ja, in Iserlohn, da entsinne ich mich noch, wurde unmittelbar vor der Eröffnung im Rathaus auf einmal Bombenalarm gegeben. Wir mussten den Raum, in dem die Ausstellung stattfinden sollte und auch aufgebaut war, mussten wir verlassen, vor das Rathaus gehen, und da nach einiger Zeit hieß es denn, es hat sich als ein, nur ein privater Koffer herausgestellt. Das war also dann ein gutes Ende dieser Schreckensnachricht."

"Das eine Bild in Iserlohn ist ja auch verunstaltet worden."

"Ja, das ist verunstaltet worden und ist durch die Versicherung ersetzt worden und neu angefertigt worden."

"Was ist jetzt in Hagen passiert?"

"Hm ja, ich würde sagen, der Ausdruck 'passiert' ist vielleicht etwas scharf, auf jeden Fall sind in Hagen am Dienstag bei der Eröffnung Neonazis, also jüngere Leute, etwa vielleicht 10 jüngere Leute aufgetreten, die sich dann als Neonazis outeten bzw. von Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung als solche erkannt wurden. Es gab so kleine Wortwechsel, wobei es dann auch um 'Fälschung' und ähnliche Tiraden ging; war aber im Großen und Ganzen, hmm, konnte es den Eindruck der Ausstellung nicht mindern."

"Das heißt, sie wollen also die geschichtlichen Tatsachen nicht anerkennen?"

"Genau das, ja!"

"Wer jetzt von unseren Hörerinnen oder Hörern jetzt Interesse hat, die Ausstellung anzugucken... könntest du nochmal sagen, bis wann die stattfindet und wo die stattfindet?"

"Ja, die Ausstellung läuft derzeit bis zum 13. Dezember 2002. Allerdings empfiehlt es sich, in der Stadthalle vorher anzurufen, da es an einigen Tagen durch andere Veranstaltungen möglich ist, dass die Ausstellung nicht zu sehen ist. Ich könnte eigentlich mal, ich hab hier so'n paar Daten... dann ist am 5., 6., 7. und 8. Dezember abgehängt und dann läuft sie die Woche über bis zum Freitag, den 13."

"Wer das jetzt so schnell nicht mitbekommen hat, die ganzen Daten und wann und wo das stattfindet, das steht auch auf der Schwarze Katze-Internetseite unter der Rubrik 'Termine'; dort ist auch ein Bild der Ausstellung schonmal abgebildet. Es ist halt im Internet zu erreichen unter www.radiokatze.de.vu."

[musikal. Unterbrechung]

"Ich spreche jetzt mit Heinz Richter, Mitorganisator der Ausstellung 'Die Wehrmacht - Das Schwert der Nazis'. Hallo!"

"Guten Abend"

"Was hat die Wehrmacht eigentlich für Verbrechen begangen?"

"Die Wehrmacht hat die Verbrechen gegangen, für die Nazis willfährig zu sein und die Naziideologie über ganz Europa zu tragen. Das ist der erste Punkt, den man der Wehrmacht vorwerfen kann. Und es begann mit dem Eid auf den Führer 1934 - nicht auf die Verfassung, sondern persönlich auf den Führer."

"Von rechter Seite ist ja bestritten worden, dass die Wehrmacht überhaupt Verbrechen begangen hat. Könnten Sie da Beispiele zu nennen, dass die Wehrmacht wirklich Verbrechen begangen hat?"

"Ja, ich führe das ja hier an diesen Bildern aus, die in der Ausstellung zu sehen sind. Hier, wir stehen gerade vor einem Bild, betitelt '22. April 1941, Pancevo, Belgrad'. Da kann man sehen, wie die Wehrmacht serbische Zivilisten aus dem Dorf holt, abführt zu einem aufgebauten Galgen hinführt und die Zivilisten an Galgen aufhängt. Auf einem Nebenbild, auch vom 22.April 1941, Pancevo bei Belgrad, steht ein Offizier, das ist übrigens ein sehr bekanntes Bild, ein Offizier mit der Pistole und schiesst auf die halbtoten Zivilisten noch, gibt denen den sogenannten Gnadenschuss. Und im Hintergrund Scharen von Soldaten, die sich dieses Schauspiel betrachten. Daneben kommt der 2. Juni 1941, Condomari in Kreta. Das ist ein Fallschirmjägerüberfall auf die griechische Insel gewesen, und auch hier wieder ganz deutlich, wie lustvoll diese 'Spezialisten', diese 'Elitesoldaten', Fallschirmjäger zivile Männer zusammentreiben und auf einer Lichtung im Olivenhain in Massen erschießen."

[musikal. Unterbrechung]

"Die Ausstellung fängt an mit dem Bild 'Der Eid auf den Führer, 1934'. Könnten Sie speziell dazu etwas sagen?"

"1934, im August, starb der Reichspräsident Hindenburg und am gleichen Tage wurde die damalige Reichswehr direkt auf den Führer vereidigt. Es spielte keine Rolle mehr die Verfassung, es war der persönliche Eid auf den Führer, der willenlos von allen Angehörigen der Reichswehr geleistet wurde. Daneben steht ein bezeichnendes Bild 1935: 'Armee und Partei. Hitler, der Reichskriegsminister Blomberg und der Propagandaminister Göbbels im Dreiergespräch vertieft'."

"1939, an Hitlers 50. Geburtstag gibt es auch ein Bild."

"Ja, und zwar eine riesengroße Parade der Wehrmacht vor dem 'Geburtstagskind', dem Führer, anlässlich des 50. Geburstages in einer unheimlichen nazistischen Dekoration, geradezu als Galavorstellung präsentiert."

"Die nächsten drei Bilder behandeln Verbrechen der Wehrmacht außerhalb Deutschlands."

"Ja, hier unmittelbar im Eingangsbereich habe ich drei Bilder nebeneinander gehängt, und zwar den 26. April 1937, Guernica, mit einem Ausschnitt des weltberühmten Bildes von Picasso; 1939: Warschau, eine Ruinenstadt als Luftbild gezeigt und 1940, Rotterdam, dem Erdboden gleich gemacht. Diese drei Bilder sind der Beginn des Terrorangriffs der deutschen Lutwaffe auf zivile Städte. Und diese Argumente, die uns immer vorgehalten werden, 'Dresden war ja noch viel schlimmer!', diesen Argumenten habe ich die drei Bilder entgegengesetzt. Wären Guernica, Warschau und Rotterdam nicht gewesen, hätte es kein Dresden gegeben."

[musikal. Unterbrechung]

"Bekannt ist ja auch das Foto vom Warschauer Ghetto...?"

"Hier, bei diesem Foto, 1943: Warschauer Ghetto, ist eindrucksvoll zu sehen, wie die Wehrmacht Frauen und Kinder im Warschauer Ghetto zusammentreibt und dann abführt."

"Warum haben Sie diese Ausstellung konzipiert?"

"Ja, die Ausstellung ist angeregt worden durch die Ausstellung des Hamburger Institutes über die Verbrechen der Wehrmacht. Wir hatten den Gedanken, uns diese Hamburger Ausstellung nach Hagen zu holen, haben dabei aber erfahren, dass wir die Kosten dafür, die sich in Höhe von 30.000 Mark bewegen sollen, nie aufbringen können, und zum anderen sei diese Ausstellung auf Jahre hin ausgebucht. Daraufhin haben wir gesagt, dann machen wir unsere eigene Ausstellung und das Ergebnis sehen wir hier."

[musikal. Unterbrechung]

"Bis zum 15. Dezember 2002 wird es in der Hagener Stadthalle noch die Ausstellung 'Die Wehrmacht. Das Schwert der Nazis' geben. Seitdem die Ausstellung in November '97 in Hagen erstmals gezeigt wurde, ist sie durch viele Rathäuser, Kirchen und Schulen und Westphalen gewandert und hat dort überall großes Interesse gefunden. Jetzt, nach fünf Jahren, kehrt sie nach Hagen zurück an prominente Stelle. Sie wird bis zum 15. Dezember in der Stadthalle Hagen zu besichtigen sein.

Die Ausstellung macht deutlich, wohin rassistische und nationalistische Ausgrenzung und Fremdenhass, Führerkult und bedingungsloser Gehorsam in letzter Konsequenz führen - nämlich zum Massenmord. Bei der Ausstellungseröffnung in der Hagener Stadthalle am 12.11.2002 tauchten NPD-Mitglieder aus dem Märkischen Kreis auf. Vielleicht sehen sie jetzt ein, was für Verbrechen die Wehrmacht begangen hat. Wir glauben zwar nicht, dass sie nun Erkenntnis der geschichtliche Wahrheit über die Verbrechen der Wehrmacht erworben haben, aber mensch sollte die Hoffnung nie aufgeben. Vielleicht hören ja auch einige von ihnen zu und für sie, aber nicht nur für sie, ist jetzt das Lied 'Das weiche Wasser bricht den Stein'."

[musikal. Unterbrechung]

Abmodi Schwarze Katze: "Heute Abend gings in der Schwarze Katze-Radiosendung die ganze Zeit um die Wehrmachtsausstellung in der Hagener Stadthalle, die noch bis zum 15. Dezember stattfindet. die Ausstellung zeigt auf großen eindrucksvollen Fotos das Bündnis von Wehrmacht und Naziführung. Sie macht deutlich, dass der Glaube, die Wehrmacht sei der weitgehend unbefleckte Hort von Anstand und Ehre inmitten der Nazibarbarei gewesen, durch die Forschung der letzten Jahre widerlegt ist. 'Die Wehrmacht war das Instrument Hitlers zur Führung eines vebrecherischen Angriffskrieges', so der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe von der CDU am 13. März 1997 im Bundestag. Die Ausstellung beschränkt sich dabei nicht auf die Zeit von 1941 bis 1944, wie die Reemtsma-Ausstellung, sie umspannt die gesamte Epoche des zweiten Weltkrieges, vom Eid auf die Person des Führers 1934 über die Geiselerschießung durch deutsche Soldaten bis zum Meineid der letzten deutschen Russlandheimkehrer 1955. Sie schworen und die logen, nicht gemordet, nicht geschändet, nicht geplündert zu haben, sondern nur nach den 'Gesetzen' des Krieges gehandelt zu haben.

Also, das ganze ist ziemlich interessant und wie gesagt, das findet in der Hagener Stadthalle bis zum 15. Dezember statt. Wir haben halt auch 'ne Sonderseite über die Ausstellung im Internet bereitgestellt, und die kann halt auch über die Schwarze Katze-Internetseite eingesehen werden, und die Adresse lautet: www.radiokatze.de.vu, und dann auf 'Termine' klicken.

Jou, das wars dann, schönen Abend noch!

[musikal. Ausklang]


Wehrmachtsausstellung in Altena


Das Glück der Lücke: Der Inhalt zählt

Kommentar von Jutta Wieloch in der WR Altena vom 03.10.2001

Mit der Repräsentanz ist es wie mit der Chronistenpflicht: Wer sich um Vollständigkeit bemüht, eckt nicht an. Wer Schwerpunkte setzt, schafft Lücken. Und dazu gehört bisweilen Mut.

Ausgerechnet der Eröffnung der Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" im Burggymnasium fernzubleiben, scheint jedoch eher feige: War es für die Initiatoren schon schwer genug eine Räumlichkeit zu finden, hätten sie sicher mehr Aufmerksamkeit von offizieller Seite verdient. Eine Würdigung des Engagements der Friedensgruppen aus der Region wäre ein Besuch der Vertreter der Stadt, der Parteien, der Kirchen und anderer Institutionen gewesen - und gleichzeitig ein Zeichen gegen Krieg, gegen Unrecht, gegen Rechts.

Besser Tiefgang als glatte Oberfläche

Zu beachten ist dabei allerdings: Mehr Repräsentanten hätten nur die Oberfläche der Veranstaltung geglättet. Unterstellt man Besuchern wie Klaus-Peter Trappe, Bereichsleiter Schulen bei der Stadt, Büchereileiter Antonius Gusik, Stadtführerin Ulla Rinke und Pfarrer Heinz-Jürgen Roch tiefes Interesse, ist das doch viel mehr wert.

Wer vermisst Hülle aus Betroffenheit?

Den anderen bleibt immerhin noch ein Bedauern aus der Ferne - um zu späteEinladung oder andere Termine, wie bei Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Der Atmosphäre der Eröffnung hat das Wegbleiben vieler "Offizieller" höchstens gut getan: Beteiligte wie Heinz Mührmann von der Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung MK sowie Günter Sauerbier vom Hagener Friedenszeichen kamen zu Wort, Interessierte hörten gebannt zu - wer vermisst bei soviel Inhalt eine Hülle aus Grussworten und Betroffenheitskundgebungen?

Vielleicht sollte das Beispiel sogar Schule machen: Dass nur redet, wer auch etwas zu sagen hat, und nur zuhört, wer auch wirklich Interesse hat. Die Chronisten wären lückenlos glücklich.


Kriegsbilder gegen die Verdrängung

WR Altena 08.11.2001

Altena. Gerade in den 18-Uhr-Nachrichten war der Krieg in Afghanistan wieder die erste Meldung. Jetzt, hier in der Zentralen Raumgruppe des Burggymnasiums, geht es auch um Krieg. Zerstörte Städte, erhängte Menschen, nach Brot bettelnde Gefangene.

Bis zum 23. November zeigt die Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung 27 großformatige Tafeln und Bilder. Der martialisch und zugleich antiquiert klingende Name der Ausstellung - "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" - steht im eigentümlichen Kontrast zu den dürren Metallgestellen, an denen die Fotos hängen. Dazu sind noch einige Kopien und Schriftstücke auf die Betonwände geheftet.

Der erste Eindruck ist verwirrend, die Kühle und Nüchternheit des Raumes überwiegen. Was sagen Schwarz-Weiss-Dokumente von Trümmern und Aufmärschen, von Leichen und Erschießungen heute noch aus, wo eine bunte Fernsehwelt mit Gruseldetails und blutgetränkten Gewaltszenen zum Alltag gehört?

Die Macher der Ausstellung, das Hagener Friedenszeichen, hat sich von der Hamburger Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" inspirieren lassen. Doch anders als beim populären Vorbild geht es der Ausstellung im Burggymnasum nicht darum nachzuweisen, dass die Wehrmacht an Verbrechen beteiligt war. Ihr Anliegen ist grundsätzlich: Krieg ist ein Verbrechen!

Das aufzunehmen, bedarf es ein wenig Zeit. Zeit, sich auf die Fotos einzulassen, Gesichter, Szenen wirken zu lassen, Zeit, auch die erklärenden Texte zu lesen, selbst wenn sie recht lieblos angepappt sind und oft sogar in die Fotos hinein ragen.

Die Ausstellung beginnt 1934 mit der Unterwerfung der Reichswehr unter die Nazi-Herrschaft durch den Eid auf die Person des "Führers". Der Chronologie entsprechend folgen bald ein Bild von der spanischen Stadt Guernica, 1937 von den Deutschen bombardiert, bevor die Fotodokumente den Zweiten Weltkrieg behandeln. Ein Schwerpunkt ist der Balkan. Dort schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart. Dem Foto vom Luftangriff 1941 auf Belgrad steht ein anderes zur Seite: Ein Bild von den Bombardements 1999, als die Nato mit 40 000 Einsätzen von Kampfflugzeugen vergeblich versuchte, eine "humanitäre Katastrophe" im Kosovo zu verhindern.

Ein anderer Themenkomplex ist die Verfolgung der Juden. Dabei muss nicht immer Blut fließen: auch die demütigende Szene, in der einem alten Mann der Bart abgeschnitten wird, zeigt wie widerlich es ist, wenn Menschen wie Freiwild behandelt werden. Ein Schritt weiter sieht man junge Leute, die zur Abschreckung aufgehängt wurden. Oder die Geschichte des 41-jährigen Deserteurs, der durch einen Genickschuss am Lüdenscheider Buckesfeld starb.

Die Bilderschau reicht bis 1955 zum Heimkehrer-Schwur, den ein Dr. Schenck vorgesprochen hatte mit der Versicherung, nicht gemordert, nicht geschändet, nicht geplündert zu haben. Jener Dr. Schenck, der als Ernährungsinspekteur der Waffen-SS die Brote mit Sägemehl strecken ließ und behauptete, Gott habe ihnen das Recht gegeben, selbst Richter zu sein.

Tafel für Tafel ein Stück Krieg. Jetzt ist es die Schlichtheit der Präsentation, die das Einfühlen ermöglicht.

Die Ausstellung ist montags und freitags von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Anmeldungen für Schulklassen werden im Sekretariat des Burggymnasiums, Tel: 92 73-0, entgegengenommen.


Das Gefühl bekommen, dabei zu sein

"Die Wehrmacht, das Schwert der Nazis": Ausstellung im Burggymnasium. Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg verdeutlichen Einzelschicksale
Quelle: Altenaer Kreisblatt 01.11.01

ALTENA • Ein Fallschirmjäger steht breitbeinig, uniformiert auf einer Straße in Rom, daneben liegt ein Toter auf dem Bürgersteig. Erschossen. Erschossen werden auch die Geiseln bei Paris, von Soldaten wie denen auf den Bildern - das Gewehr im Anschlag, der Gesichtsausdruck: starr, der Kopf: vollgepumpt mit Hitlers Indoktrinationen. "Die sehen so unbeteiligt aus", sagt Annette Julius. Verstehen, sagt sie, kann sie das nicht, was damals nicht nur in Nazi-Deutschland passierte.

Die 30 großflächigen Fotos, die im Rahmen der Ausstellung "Die Wehrmacht, das Schwert der Nazis" gezeigt werden, erschüttern und befremden zugleich. Gestern wurde die Ausstellung in der in der ZRG des Burggymnasiums offiziell eröffnet. Heinz Mührmann hatte sich als Mitglied der Friedensinitiative für diese Ausstellung eingesetzt. "Sie soll eine Mahnung sein", sagte er während der Einführung. Er selbst habe als "Pimpf" die jahrelange Propaganda miterlebt. "Uns wurde damals in der HJ gesagt, dass die Fahne mehr wert sei als der Tod."

"Die Jugendlichen erfahren den Krieg in Afghanistan als Videoereignis. Hier wird deutlich, dass es einen klinisch sauberen Krieg nicht gibt", machte Schulleiter Uwe Muhs auf die Einzelschicksale aufmerksam, die sich hinter den bloßen Zahlen von Toten und Verletzten verbergen. Eindringliche Worte zu den Fotos, von denen einige aus der Hamburger Reemtsa-Ausstellung übernommen worden sind, fand auch der Hagener Historiker Günter Sauerbier. Man wolle jedoch keine Verbrechen beweisen, "wir wollen einfach nur zeigen." Zeigen, wie Soldaten den Eid auf den "Führer" schwören, wie Juden mit dem Stern auf der Jacke zur Arbeit getrieben wurden, zeigen, wie Nicht-Arier gehängt wurden.

Nicht nur Schüler ließen die Fotos gestern auf sich wirken. Auch viele Besucher waren zur Eröffnung gekommen, darunter auch Pastor Heinz-Jürgen Roch und Klaus-Peter Trappe seitens der Stadtverwaltung.

"Schockierend" fand Elmar Wetterau die Bilder, von denen er einige bereits aus Geschichtsbüchern kannte. Schockierend vielleicht wegen der auffälligen Größe. Die hat der Lüdenscheider Heinz Richter, der die Ausstellung konzipierte, bewusst gewählt. "Ich wollte den Beschauer direkt ins Geschehen hinein versetzen. Er kriegt das Gefühl, dabei zu sein."

Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 23. November. • sim


Bericht der Schwarzen Katze über die Wehrmachtsausstellung

Vom 02.-23.11.01 findet in Altena die Wehrmachtsausstellung statt. Für Schulklassen ist sie an Schultagen von 8-14 Uhr geöffnet. Montags und Freitags sind die Bilder von 16.00 bis 20.00 Uhr zu besichtigen. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 31.10.01 um 11.30 Uhr im Berggymnasium, Bismarckstr. 10 in Altena statt. Anschliessend gibts eine eingehende Führung von einem Historiker.

Da die Eröffnung mit einer gründlichen Erklärung und Einführung verbunden ist, wäre es sinnvoll, wenn die an einem Klassenbesuch interessierten Lehrer daran teilnehmen könnten. Aber auch für alle anderen ist das interessant. Veranstalter ist die Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung MK. Die Schwarze Katze begrüsst diese Ausstellung und ruft dazu auf sie zu besuchen. Eine Radiosendung der Schwarzen Katze ist in Vorbereitung.

Die Ausstellung zeigt auf grossen, eindrucksvollen Fotos das Bündnis von Wehrmacht und NS-Führung. Sie macht deutlich, dass "der Glaube, die Wehrmacht sei der weitgehend unbefleckte Hort von Anstand und Ehre inmitten der Nazi-Barbarei gewesen, durch die Forschung der letzten Jahre widerlegt ist. Die Wehrmacht war das Instrument Hitlers zur Führung eines verbrecherischen Angriffskrieges." (so der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) am 13. März 1997 im Bundestag)

Deutsche Nazisoldaten beim Eid auf Adolf Hitler

Das erste Bild der Ausstellung:
Der Eid auf den Führer: "Ich schwöre bei Gott den heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen." Welche Verbrechen unter diesem Eid begangen wurden, ist bekannt.

Die Ausstellung beschränkt sich nicht auf die Zeit von 1941-1944 wie die Reemtsma-Ausstellung - sie umspannt die gesamte Epoche des 2. Weltkrieges vom Eid auf die Person des "Führers" 1934, über Geiselerschiessungen durch deutsche Soldaten bis zum Meineid der letzten Russland-Heimkehrer 1955, die schworen, nicht gemordet, nicht geschändet, nicht geplündert zu haben, sondern nur "nach den Gesetzen des Krieges" gehandelt zu haben.

  • Diese Ausstellung weckt grösseres Interesse für die gründliche Behandlung des Faschismus im Unterricht
  • Sie macht die Fremdenfeindlichkeit und den Rassismus der NS-Ideologie und Praxis deutlich
  • Sie zeigt die Folgen eines "Gehorsams bis zum Mord" und umgekehrt den Mut derer, die nach ihrem Gewissen handelten.
  • Sie beweist, dass der II. Weltkrieg von Adolf Hitler und der Wehrmacht gewollt und seit langem geplant war - und nicht, wie die Neonazis zum Antikriegstag, dem 1.9.01 behaupteten, den Deutschen aufgezwungen wurde.

    Die Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" ist von der Hamburger Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht inspiriert, hat jedoch eine eigene Konzeption:

  • Grossformatige Fotos, ca. 1,20 m hoch und 1,50 m breit, vermitteln dem Besucher den Eindruck, Teilnehmer der jeweiligen Situation zu sein.
  • Die Ausstellung beginnt 1934 mit der Unterwerfung der Reichswehr unter die Nazi-Herrschaft durch den Eid auf die Person des Führers.
  • Mit der Bombardierung der offenen Stadt Guernica 1937 in Spanien durch die deutsche "Legion Condor" beginnt die mörderische deutsche Aggression der Wehrmacht in Europa.
  • Der chronologische Ablauf der Ausstellung dieser Ausstellung mit dokumentarischen Texttafeln von Historikern zeigt deutlich das unmenschliche Handeln der deutschen Wehrmacht auf den Kriegsschauplätzen.

  • Unsere Folgerung aus dieser Chronologie des Schreckens:
    Wer sein Leben riskierte, um an diesem Verbrechen nicht teilzunehmen, darf heute in Kenntnis all dieser schauerlichen Tatsachen, nicht als Verbrecher angesehen und diffamiert werden, wie zu Nazizeiten. Deshalb: Streichung der Vorstrafen für deutsche Deserteure!


    Wehrmachtsausstellung in Lüdenscheid



    Im Geiste marschiert die Wehrmacht noch
    WR Lüdenscheid 15.01.02

    Ausstellung in der Adolf-Reichwein-Gesamtschule thematisiert die Rolle des Militärs unter den Nationalsozialisten. Eröffnung der Präsentation stößt auf beträchtliches Interesse der Bürger. Auch alte Gegensätze prallen dabei wieder aufeinander

    Nachdenkliche Momente: Die bedrückenden Fotos der Ausstellung berührten wohl die meisten Besucher der Ausstellungseröffnung.

    LÜDENSCHEID • Das Thema polarisiert noch immer. Als gestern in der Adolf-Reichwein-Gesamtschule unter beträchtlicher Resonanz der Bürger die Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis" eröffnet wurde, da prallten auch die alten Gegensätze wieder aufeinander. Dort jene, die die diversen Untaten des Militärs unter Hitler dokumentieren wollen, dabei aber auffällig bemüht sind, eine Kollektivschuld zu verneinen. Dort diejenigen, denn auch dieser Ansatz keineswegs behagt und die ungebrochen das Image einer "sauberen" Wehrmacht pflegen. Doch der Reihe nach.

    Die Ausstellung, die seit gestern in der Gesamtschule zu sehen ist, wurde vom Verein "Hagener Friedenszeichen" mit Unterstützung des Lüdenscheider Künstlers Heinz Richter gestaltet. Nach Vorbild der bundesweit bekannten Präsentation "Verbrechen der Wehrmacht", aber mit klarer eigener Konzeption. Sie zeigt in großformatigen Fotos Verhaltensweisen der Wehrmacht: die Vereidigung auf Adolf Hitler, Bombardements im westlichen und östlichen Ausland, Hinrichtungen oder die Demütigungen von jüdischen Bürgern.

    Die Initiatoren des Projekts geben sich mit ihren Absichten indes betont vorsichtig. Günter Sauerbier, einer der verantwortlichen Historiker der Ausstellung: "Wir wollen mit unseren Bildern nicht verurteilen oder beweisen, sondern darstellen, was alles passiert ist". Bereits zu Beginn der Ausstellungseröffnung hatte sich Gesamtschulleiter Harald Kredler geäußert: "Die Wehrmacht hat zweifelsohne Verbrechen begangen. Die meisten Soldaten waren aber überzeugt davon, ihre Pflicht zu erfüllen und ihr Land zu verteidigen".

    Wo die deutschen Soldaten dies alles taten, zeigen die Bilder der Ausstellung auch: in Rotterdam und Paris, in der Ukraine und in Belgrad.

    Die bedrückenden Fotos von Erschießungen und zerbombten Städten berührten dabei wohl die meisten, nicht aber alle Besucher. "Was wissen denn schon die Historiker", so raunte gestern ein ehemaliger Wehrmachtsangehöriger, "von diesem Krieg. Die waren doch überhaupt nicht dabei".


    Folgekosten der Wehrmacht
    Lüdenscheider Nachrichten 23.01.02

    Stadt will Verleihgebühr für Ausstellung an der Gesamtschule mit Hinweis auf prekäre Finanzlage der Kommune nicht übernehmen. Spekulationen über politische Gründe

    LÜDENSCHEID • Die Wehrmachtsausstellung, die derzeit an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule läuft, sorgt weiter für Gesprächsstoff. Schon bei ihrer Eröffnung Mitte Januar hatte die Präsentation die Debatte über die Rolle des Militärs unter Hitler neu angefacht. Dann löste ein Vorstoß von JU-Pressesprecher Oliver Gerhards Unruhe und Unmut aus. Der CDU-Nachwuchsmann wollte die Schau mit Hilfe von Bürgermeister Friedrich Karl Schmidt verbieten lassen.

    Jetzt hingegen zeigt sich die Schulpflegschaft der Gesamtschule, aus deren Reihen die Anregung für die Ausstellung kam, enttäuscht. Der Grund: Der Verein "Hagener Friedenszeichen", der die Ausstellung konzipiert hat, soll laut Vertrag eine Verleihgebühr von 256 Euro (500 Mark) erhalten.

    Die Schulpflegschaft der - städtischen - Gesamtschule hat nun die Stadt gebeten, diese Verleihgebühr zu übernehmen. Auch mit Hinweis darauf, dass die Ausstellung von Schülern aller weiterführenden Schulen Lüdenscheids besucht werden könne und somit ein Bildungsangebot für breite Schichten darstelle.

    Doch mit diesem Anliegen hat sich die Schulpflegschaft eine Abfuhr geholt. In einem Schreiben hat Bürgermeister Friedrich Karl Schmidt mit Verweis auf die prekäre Finanzlage der Kommune jetzt mitgeteilt, dass die Stadt die Verleihgebühr nicht übernehmen könne. In der Schulpflegschaft wird unterdessen auch über einen politischen Hintergrund der Ablehnung spekuliert.

    Unterdessen haben sich 23 Schulklassen der Adolf-Reichwein-Gesamtschule und anderer Lüdenscheider Schulen für einen Besuch der Ausstellung angemeldet.


    Wehrmacht erneut im Zwielicht
    Lüdenscheider Nachrichten 10.01.02

    Ausstellung in der Gesamtschule beleuchtet die Rolle des Militärs unter Hitler

    LÜDENSCHEID • Alternative Geschichtslektion an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule: Am 14. Januar eröffnet in der Bildungseinrichtung eine Ausstellung mit dem Titel "Die Wehrmacht, das Schwert der Nazis". Sie soll Schülern der Gesamtschule, aber auch Jugendlichen anderer Lüdenscheider Schulen eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Militär während der Nazi-Herrschaft ermöglichen. Der Anstoß für das Projekt kam aus Reihen der Schulpflegschaft.

    Die Ausstellung lief unlängst bereits unter beträchtlicher Resonanz in Altena. Sie lehnt sich thematisch an die bundesweit bekannte Präsentation "Verbrechen der Wehrmacht" an, verfügt aber über ein eigenes Konzept. Zusammengestellt wurde die Schau vom "Hagener Friedenszeichen", einem Förderverein für Völkerverständigung und Friedensarbeit. Auf den großformatigen Fotos werden dabei reale Verhaltensweisen der Wehrmacht dokumentiert: etwa die Vereidigung auf Adolf Hitler, die Zerbombung Rotterdams und Belgrads, die Hinrichtung von Deserteuren, die Zerstörung russischer Dörfer oder die Demütigung von Juden.

    Der Hagener Historiker Günter Sauerbier wird die Ausstellung am Montag um 14 Uhr im Freizeitbereich der Adolf-Reichwein-Gesamtschule mit einer geschichtlichen Einführung eröffnen.