| buchladen koenig-kurt |
|
[ index ]
[ veranstaltungen ]
[ bücher ]
[ links ] |
|
Geschlecht. Wider die Natürlichkeit Buch und Vorstellung von und mit Heinz-Jürgen VoßDas Buch "Geschlecht" ist Anfang des Jahres in der Reihe theorie.org des Schmetterling Verlags erschienen. Heinz-Jürgen Voß bereitet aktuelle Ergebnisse der Biologie anschaulich auf und zeigt, wie selbst sie in Richtung vieler Geschlechter weisen. Indem er an Gedanken der Entwicklung anknüpft, rückt er den Menschen selbst in den Mittelpunkt, wo bisher die Kategorie und Institution "Geschlecht" fetischisiert wurden. Von hier aus ergeben sich gesellschaftskritische Forderungen im Anschluss an Karl Marx. Der Buchladen König-Kurt freut sich, Heinz für eine Buchvorstellung gewonnen zu haben und erwartet eine rege Diskussion zu Fragen wie: Ist Queer kapitalismuskritisch? Wie geht gessellschaftliche Praxis? Und was immer.Heinz-Jürgen Voß Geschlecht. Wider die Natürlichkeit Schmetterling Verlag ISBN 3-89657-663-1 10,00 € veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
18. März
2011 // 20.30 im az conni Staudamm oder Leben! - Der Widerstand an der Narmana Die Autorin Ulrike Bürger spricht über den Widerstand gegen Staudammgroßprojekte in IndienMehr als 80 Millionen Menschen sind in den letzten fünf Jahrzehnten weltweit allein durch großindustrielle Staudämme vertrieben oder zwangsumgesiedelt worden, davon 30 bis 40 Millionen in Indien. Und ein Ende dieser massiven Gewalt, deren Betroffene zum Großteil indigene Bevölkerungsgruppen sind, ist nicht in Sicht. Denn trotz ideologischer Krisen und weltweiten Widerstands ist in der Praxis die Ideologie der Entwicklung und des industriellen Fortschritts ungebrochen. Ihre Symbole sind industrielle Großprojekte und Staudämme. Das zeigt sich besonders in Indien, das heute zum Global Player des Industriekapitalismus aufsteigen will. Am Beispiel der wichtigsten ökologischen Widerstandsbewegung der letzten Jahrzehnte in Indien, der Bewegung zur Rettung der Narmada (NBA), und des Baus eines riesigen Staudammsystems aus 3000 Dämmen am westindischen Strom Narmada zeigt dieses Buch auf, welche Auseinandersetzungen in den zeitgenössischen Kämpfen um Wasser, Bodenschätze und industrielle Großmacht-Ambitionen im globalen Kapitalismus entstehen. Die Autorin hat längere Zeit in den Gebieten zweier Großbaustellen, Maan und Maheshwar, dieses riesigen Staudammkomplexes an der Narmada verbracht und dabei mit vielen Betroffenen und NBA-AktivistInnen über ihre Lebensbedrohung und ihren Widerstand sprechen und Informationen aus erster Hand sammeln können. Besonders die indigenen Bevölkerungsgruppen werden von ihrem Land verjagt, ihre traditionelle Lebensweise wird zerstört und sie müssen dann noch um völlig unbefriedigende Landkompensation oder Entschädigung kämpfen. Der Widerstand der Menschen an der Narmada und der internationalen Solidarität gegen die brutalen und manipulativen Repressionsstrategien von Staat und Konzernen ist jedoch gleichzeitig der einzig verbleibende Hoffnungsfunke und ein Stachel gegen eine die Vielfältigkeit von Lebensweisen zerstörende monokulturelle Gesellschaft des weltweiten staatlichen Industriekapitalismus.Ulrike Bürger Staudamm oder Leben! Indien: Der Widerstand an der Narmada Verlag Graswurzelrevolution ISBN 978-3-939045-15-1 14,90 € veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
01. Februar
2011 // 20.30 im az conni *Was ein rechter Mann ist ...* Buchvorstellung und DiskussionBuchvorstellung und Diskussion "Geschlechter- und Familienbilder sind konstitutive Elemente rechtsextremer Phänomene, doch in der Forschung ein bislang nahezu unbeachtetes Themenfeld. Doch wenn sich Studien überhaupt mit der Kategorie Geschlecht auseinandersetzten, dann wurden meist Funktionen, Karrieren und Rollen von Frauen innerhalb rechtsextremer Strukturen fokussiert. Männlichkeit hingegen findet selten eine Thematisierung, obwohl dessen Wichtigkeit doch offensichtlich scheint: Ein übergroßer Teil körperlicher Gewalttaten werden von Männern begangen, Kameradschaften gelten als Männerbünde par excezellence und das öffentliche Bild von Rechtsextremismus ist dominiert vom rechten Schläger. Doch wie konstitutiv ist die Kategorie Männlichkeit für rechtsextreme Phänomene? Wie werden Männlichkeiten im Rechtsextremismus konstruiert und diskursiviert? Welchen Stellenwert hat die Kategorie Männlichkeit in der politischen Agitation? Inwiefern ist Männlichkeit als Bias programmatischer Grundsätze zu sehen? Kann von einer genuin rechtsextremen Männlichkeit gesprochen werden? Wie ist die permanente Krisenrhetorik zu deuten, die wir sowohl im Rechtsextremismus als auch im Männlichkeitsbild finden? Das 2010 im Dietz-Verlag erschienene Buch "Was ein rechter Mann ist ..." versucht die inhaltlichen Leerstellen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus zu füllen und soll an diesem Abend vorgestellt werden. Im Anschluss an eine thematische Einführung wird Ulrich Overdieck seinen Beitrag zum Themenkomplex der sog. Rassenschande vorstellen, und dessen Funktion im rechtsextremen Geschlechterdiskurs beleuchten."Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller (Hrsg.) Was ein rechter Mann ist ... Dietz Verlag ISBN 978-3-320-02241-9 14,90 € veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
Gabriel Kuhn
*Perspektiven Autonomer Politik* Eine Buchvorstellung mit dem Autor
Der ak wantok hat in diesem Buch an die 50 Beitraege vereint, die sich mit
der Geschichte, vor allem aber mit der Gegenwart und Zukunft der autonomen
Bewegung auseinandersetzen.
Der Textsammlung liegt die Überzeugung zugrunde, dass die autonome Bewegung
nicht nur ein bedeutendes Kapitel in der neueren Geschichte linksradikalen
Widerstands in Europa darstellt, sondern dass sie einen Rahmen geschaffen
hat, der auch zukünftig das Schaffen und Verteidigen gegenkultureller
Räume ebenso ermöglichen und stärken kann wie den Kampf gegen Herrschaft,
Unterdrückung und Ausbeutung.
Aus der Einleitung: "Autonome Diskussionen finden auf Treffen statt, auf
Veranstaltungen und Demos, in Szeneblättern und Internet-Foren. Sie sind
breit gefächert, vielfältig und komplex, und das ist gut so. Manchmal
jedoch scheinen den Diskussionen gemeinsame Referenzpunkte zu helfen, die
Debatten zusammenfassen, zueinander in Beziehung setzen und in historische
Zusammenhänge rücken. Dies kann zu mehr Klarheit führen, noch einmal neue
Perspektiven ermöglichen und Grundlagen für weitere lebendige Diskussionen
schaffen.
|
|
Making Sex Revisited
Workshop. Buchvorstellung. Film.
Im Gegensatz zu sozialem Geschlecht (gender) gilt biologisches
Geschlecht noch immer als sicher und unabänderlich. Doch Geschlecht wird
gesellschaftlich gemacht. Dies kann das 2010 erschiene Buch "Making Sex
Revisited" von Heinz-Jürgen Voß anhand biologischer Theorien erstmals
dezidiert und differenziert belegen. Der Buchladen koenig-kurt lädt ein,
zusammen mit Heinz-Jürgen Voß den vermeintlichen Gleichheiten und
Differenzen der Geschlechter nachzuspüren, um die Spuren dann gekonnt zu
verwischen.
Heinz-Jürgen Voß Making Sex Revisited Transcript ISBN 978-3-8376-1329-2 34.80 € www.heinzjuergenvoss.de 16:00 Workshop
Es wird ein Text aus "Making Sex Revisited" gelesen,
bearbeitet und diskutiert um eine Verständnissgrundlage zu schaffen.
19:00 Essen20:00 Buchvorstellung und Diskussion mit Heinz-Jürgen VoßDanach Film: "Die Katze wäre eher ein Vogel"
Vier intersexuelle Menschen erzählen in einem visuellen Hörstück oder
dokumentarischen Experiment von ihren Erfahrungen, Gedanken und
Gefühlen.
veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
Koenig Kurt dekolonial.
Lesungen. Kolonialismus war hierzulande ein fast vergessenes Thema. Seit
kürzerem erst wird seine Aktualität für Kultur und Rassismus
verstärkt thematisiert. Der Buchladen Koenig Kurt erinnert mit drei
Lesungen an die Kolonialgeschichte, ihre komplexe Problematik und
ihre Fortwirkungen. Damit wird er lokal Teil der Offensive zur
Erinnerung an die vor 125 Jahren stattgefundene Afrika-Konferenz in
Berlin: www.berliner-afrika-konferenz.de 10. Januar 2010 // 20.00 in der Bibliothek im az conni
Lesung aus "Wie ein Aas für Hunde" von Meja Mwangi
Erzählung aus der Zeit des Mau-Mau-AufstandsSein Gegenschlag war getragen von Hass und Abscheu und Protest gegen Unterdrückung. --- Wann würden die alten Knacker im Notstandsrat die harte Realität der Menschenjagd, des blutigen Buschs und des verfluchten Regens begreifen?17. Januar 2010 // 20.00 in der Bibliothek im az conni
Einen Mann hängen. Einen Elefanten erschießen.
Vorgestellt werden Essays von George Orwell, welche im Spannungsfeld der Wechselbeziehungen von Kolonisatoren und Kolonialisierten angesiedelt sind. Orwell verarbeitet darin Erlebnisse seines Dienstes als britischer Kolonialpolizist in Burma. Erlebnisse, die ihn lebenslang zu einem kapitalismuskritischen Antikolonialisten machten."Aber jedem Weißen drängt sich ein Gedanke auf (und es kommt nicht drauf an, ob er sich selbst als Sozialist bezeichnet), jeder Weiße denkt bei sich, wenn er eine schwarze Truppe vorbeiziehen sieht: wie lange können wir diese Völker noch an der Nase herumführen? Wie lange noch, bis sie die Kanonen umdrehen?" Marrakesch 1939 24. Januar 2010 // 20.00 in der Bibliothek im az conni
Sprachlichkeit dekolonial.
Die Einsprachigkeit von Derrida."Ja, ich habe nur eine Sprache, und die ist nicht die meinige." Also greift der frankomaghrebinische Philosoph Jacques Derrida das Problem des Kolonialismus auf. Eine Sprache zu sprechen, sich gegenüber ehrlich und Dir glaubhaft zu sein, in dem Wissen darum, dass diese Sprache auch die Sprache des Kolonialismus ist, zeigt die umfangreichen Schwierigkeiten, denen Sprechende stets ausgeliefert werden. Nationalität und Kulturalität sind Ausdrücke unserer Sprache. Aus Liebe zu dieser wird die Einsprachigkeit von Derrida gelesen und beschrieben, um ein Verständnis dafür zu bilden, dass Kolonialismus, das Eigentum und die Gewalt seiner Aneignung weder vergangen noch anderswo sind. Dies kann diskutiert werden. |
|
Kerstin Köditz
*Und Morgen? Extreme Rechte in Sachsen* Eine Buchvorstellung mit der Autorin
Zivilcourage ist wichtig, ebenso eine funktionierende Zivilgesellschaft.
Aber selbst wenn beides vorhanden wäre, könnte damit allein der Aufstieg der
NPD nicht gestoppt werden. Der "Aufstand der Anständigen" bleibt Stückwerk ohne
den "Aufstand der Zuständigen". Der allerdings ist in Sachsen die Ausnahme.
Stück für Stück verankert sich die extreme Rechte in der Mitte der Gesellschaft.
Auf der Straße, in den Köpfen, in den Parlamenten... |
|
Gabriel Kuhn
*Neuer Anarchismus in den USA* Eine Buchvorstellung mit dem Autor
Die Proteste gegen das Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle 1999 übten
wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung gegenwärtiger US-amerikanischer Widerstandskultur
aus. Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Entwicklung ist das Wiedererstarken einer
anarchistischen Bewegung, die heute zu einem großen Teil die politische Dissidenz des
Landes definiert. Der vorliegende Band präsentiert diese Bewegung anhand neunzehn individuell
eingeleiteter und kommentierter Texte. Die Texte verbinden die Präsentation einflussreicher
AutorInnen (Lorenzo Komboa Ervin, David Graeber, John Zerzan, Starhawk, Ward Churchill),
Kollektive (CrimethInc., NEFAC, ALF/ELF) und Konzepte (Black Anarchism, Primitivismus,
post-linke Anarchie, Postanarchismus, Freeganism) mit Darstellungen anarchistischer
Alltagskultur (Evasion, Sascha Scatters Nachruf auf Brad Will) sowie Diskussionen um die
Renaissance des Schwarzen Blocks (ACME-Kollektiv), Machoattitüden innerhalb der
anarchistischen Szene (Rock-Bloc-Kollektiv), Segregationsprobleme sozialer Bewegungen
(Elizabeth Martinez) und anarchistische Ökonomie (Michael Albert). Ein allgemeiner
Einführungstext zur Geschichte des Anarchismus in den USA eröffnet den Band.
|
|
Boris Schöppner
*Nachbeben. Chile zwischen Pinochet und Zukunft. Reportagen und Interviews* Eine Buchvorstellung mit dem Autor
1988, vor zwanzig Jahren also, fokussierte sich die politische Auseinandersetzung in Chile
auf die Volksabstimmung. Pinochet, ja oder nein? Es ist bekannt, dass die Mehrheit der
Chilenen und Chileninnen den Diktator aus dem Amt jagten, dass das Plebiszit den Weg frei
machte zur so genannten "transición", dem Übergang zur Demokratie.
Der Journalist Boris Schöppner ist für sein Buch "Nachbeben - Chile zwischen Pinochet und
Zukunft" der Frage nachgegangen, was aus jenen Menschen geworden ist, die in den 70er und
80er Jahren Widerstand geleistet haben, beim politischen Prozess des "paktierten Übergangs"
aber nicht vertreten waren. Denn die neue politische Klasse hatte sich mit den einstigen
Machthabern verständigt, einen sanften Systemwechsel zu vollziehen. Die Versprechen, mit
denen die Parteien beim Plebiszit warben, wie Aufarbeitung der Vergangenheit, Ende des
Neoliberalismus und mehr soziale Gerechtigkeit wurden bis heute zu einem großen Teil nicht
erfüllt. Die Kämpfer von einst reagierten lange Zeit mit Rückzug und Resignation.
In den vergangenen Jahren haben sich neue und nicht ganz so neue Proteste Bahn gebrochen.
Schülerstreiks rüttelten 2006 das Land wach, denn das Er-ziehungssystem - ein Erbe der
Militärdiktatur - verspricht den Bildungsunter-nehmern zwar satte Gewinne, doch
zukunftstauglich ist es nicht. Immer wieder gelangt der Konflikt mit den Mapuche, den
Ureinwohner des Landes, und der Regierung beziehungsweise der Holzunternehmen in die
nationalen Nachrichten. International ist das Interesse am Widerstand der Mapuche gegen den
Raubbau am Regenwald und die Zerstörung ihrer Kultur jedoch recht gering. Im vergangenen Jahr
wurden aus den Kupferminen Chiles von Streiks und Sabotageaktionen berichtet. Auch mit den
Leiharbeitern der Kupferminen und den Aktivisten der Mapuche-Bewegung hat der Journalist
gesprochen. Entstanden ist ein kompaktes ausgesprochen lesenswertes Buch, das zahlreiche
eindrucksvolle Fotografien enthält, die ebenfalls vom Autor stammen.
|
|
Ebermann und Trampert
*Bitteres Vergnügen* Satirische Lesung mit Thomas Ebermann und Rainer Trampert // konkret-verlag.de"Sie gelten als Linksaußen in der deutschen Kabarettszene." - Woran erkennt man das? Sie fordern von ihren Zuhörern die Nutzung eines Organs, das aus der Mode gekommen ist, seit wir alle nicht mehr "klüger als der Markt" sein und selbst die Studenten nur noch lernen statt denken sollen: "Wer beiden folgen möchte, der muß nicht nur die Ohren spitzen, sondern auch das Gehirn einschalten." Das kann, wenn lange unbenutzt, zu Reibung und Qualm führen - "einem Teil des Publikums rauchte zur Pause schon der Kopf." Aber dann findet man sich: "Galgenhumor nennt man das wohl, was auch beim Publikum vergnügte Bitterheit oder bitteres Vergnügen bewirkt." Selbiges wird erziehlt mit "einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Technik: Original-Töne werden mittels Zwischenbemerkungen zur Kenntlichkeit entstellt."Thomas Ebermann/ Rainer Trampert Bitteres Vergnügen. Eine Satirische Lesung. Konkret Verlag ISBN 978-393078652-7 15 € S o n s t Sachzwang und Gemüt. Sarkastische und analytische Texte über die Republik, die Welt und unsere Nachbarn Konkret Verlag, 2002 ISBN 978-3-89458-213-5 10 € Zu Gast bei Freunden. Live-Mitschnitt der Premiere im Polittbüro Hamburg Verlag Edition AV Doppel-CD, ca. 130 Minuten Konkret Verlag, 2006 ISBN 978-3-89458-247-0 nicht mehr lieferbar veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
26.November
2007 // 19.30 in der Buch- handlung Pusteblume
IRMTRAUD MORGNERS
*Erzählungen. Ein Lesebuch.* Lesung mit dem Verleger
Irmtraud Morgner hat neben ihren Romanen immer wieder kleinere Erzählungen verfasst und sie in Zeitungen
und Zeitschriften veröffentlicht. Einige von ihnen, etwa die Gauklerlegende,
haben es dabei zu großer Berühmtheit gebracht, manche nahm sie nachher in die Romane auf, mancher ist nach
seiner Erstpublikation nicht wider gedruckt worden. |
|
5. November
2007 // 21 Uhr im 7.Stock
Gisela Elsners
*Heilig Blut* Lesung mit dem Verleger
Dieser Roman ist eine Rarität, denn zu Lebzeiten der vor 15 Jahren verstorbenen
Gisela Elsner erschien ÂĈeilig BlutÂ?nur in russischer Übersetzung. Dabei war eine
Publikation des Romans geplant, doch Auseinandersetzungen zwischen der Autorin und
ihrem damaligen Verlag verhinderten letztlich ein Erscheinen des Textes. Diese Ausgabe,
die von der Germanistin Christine Künzel nach dem Manuskript letzter Hand herausgegeben
wird, ist also eine deutsche Erstveröffentlichung. In ÂĈeilig BlutÂ?nimmt Elsner die
national geprägte Jägerkultur aufs Korn. Ältere Herren nehmen den Sohn eines erkrankten
Kameraden mit in ihre Jagdhütte, um ihn das Leben zu lehren Â?eine Geschichte mit tödlichen
Folgen. Wie stets nimmt sich Gisela Elsner auch in ÂĈeilig BlutÂ?die Zeit, um deutsche
Gemütlichkeit in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit zu zeigen.
Gisela Elsner wurde 1937 in Nürnberg geboren, 1992 nahm sie sich das Leben.
Für ihr Werk erhielt sie etliche internationale Auszeichnungen, darunter den
Prix Formentor für ihren ersten Roman "Die Riesenzwerge". Sie veröffentlichte
acht Romane (u.a. "Abseits", "Der Nachwuchs", "Das Berührungsverbot", "Der Punktsieg",
"Das Windei"), Erzählungen, Aufsätze, Hörspiele und das Opernlibretto "Friedenssaison".
Mitgliedschaft in PEN und DKP.
|
|
21. Oktober
2007 // 19 Uhr im AZ Conni
Entschwö-
rungstheorie. Niemand regiert die Welt Buchvorstellung mit dem Autor Daniel Kulla
Ist über Verschwörungstheorien nicht längst alles gesagt worden? Liegen denn nicht
überall Bücher in den Auslagen der Geschäfte, die uns erklären, wie Verschwörungstheorien
funktionieren? Nun ja, beantworten diese Bücher die wohl wichtigste Frage, warum welche
Verschwörungstheorien unter welchen Bedingungen geglaubt werden? Oder erklären sie lediglich,
wie die Verschwörungstheorien aussehen, während auf dem Umschlag groß die Worte "Freimaurer"
und "Illuminaten" prangen? Und was für Bücher liegen drumherum? Bücher von Noam Chomsky
vielleicht, in denen es um die "Media Control" geht?
Sehen Sie dort ein Stück weiter das Zeitschriftenregal, von dem aus Enthüllungen über das
"Schattenreich der CIA" versprochen wird? Ist es vielleicht doch nicht so einfach,
Verschwörungstheorien in einen handlichen Sack zu stecken und beiseite zu legen? Ich möchte
die liebgewonnene Gewissheit erschüttern, dass wir es mit einem Randphänomen zu tun haben,
und mich im folgenden vor allem mit der Vermittlung des Verschwörungsdenkens in der
Gesellschaft befassen.
Konsequente Verschwörungstheorien, wie sie sich derzeit im Internet entfalten, können helfen
einzusehen, daß praktisch alle Menschen beständig ihre Interessen verfolgen. Ideologisches
Verschwörungsdenken - der Konspirationismus - dient hingegen politischen Gruppen dazu, sich
selbst als uneigennützig und interessenfrei darzustellen, den verschwörerischen Feind jedoch
der Verfolgung seiner Interessen und damit der Störung einer vermeintlich harmonischen Ordnung
zu bezichtigen. Konspirationismus gedeiht am besten als Staatsideologie, wie vor allem an
der deutschen Geschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte zu zeigen sein wird.
Aus: Daniel Kulla Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt Piepers Medienexperimente 2007 ISBN 3-925817-13-1 14,80 € www.classless.org veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
Fliehkraft.
Gesellschaft in Bewegung-von Migranten und Touristen Vortrag und Diskussion mit dem Autor
|
|
Lebenserfahrung und Geistesarbeit. Simone Weil und der Anarchismus
Lesung mit dem Übersetzer Lou Marin (Verlag Graswurzelrevolution)
Simone Weil (1909-1943) wurde in Frankreich von dissidenten Vertretern der sozialistischen
Bewegung mit Rosa Luxemburg verglichen. Im Gegensatz zur Mehrzahl der französischen
Intellektuellen machte sie sich keine Illusionen über den Charakter der UdSSR, den Aufstieg
des Nationalsozialismus in Deutschland oder die Parteien der französischen Volksfront.
Simone Weil gehörte einer minoritären politischen Kultur an, die das stalinistische Verständnis
des Sozialismus sowie die Identifikation der Arbeiterbewegung mit der Â?rbeiterparteiÂ?nicht
teilte. Nach 1934 gehörte sie zu den wenigen klarsichtigen AktivistInnen, die sich ohne
falsche Hoffnungen mit den Niederlagen der weltweiten Arbeiterbewegung befassten und anfingen,
deren Ursachen methodisch zu untersuchen. Die Erfahrung ihrer Teilnahme an Revolution und
Bürgerkrieg in Spanien 1936 führte sie zu neuerlicher Kritik an revolutionärer Gewaltanwendung,
die im französischen anarchistischen Milieu noch lange nach ihrem Tod und bis heute diskutiert
wird. Mit einer Mischung aus wissenschaftlichen und zeitgenössisch-politischen Texten erinnert
dieses Buch an die anarchistische Lebens- und Schaffensphase Simone Weils, jener praxisnahen
Philosophin, die lange Zeit nur als Christin rezipiert und gewürdigt wurde. Sie stellte sich
den schlimmsten Tragödien des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalsozialismus, Stalinismus,
Bürgerkrieg in Spanien) als gewaltkritische Anarchistin in einzigartiger Weise und entwickelte
aus ihren Lebenserfahrungen einen heute noch aktuellen, utopischen Entwurf dessen, was Freiheit
im politisch-gesellschaftlichen Bereich sowie in der Arbeitswelt bedeutet.
Charles Jacquier (Hg.) Lebenserfahrung und Geistesarbeit Simone Weil und der Anarchismus Mit Texten von: Domenico Canciani, Robert Chenavier, Charles Jacquier, Géraldi Leroy, Adriano Marchetti, Louis Mercier-Vega, Anne Roche, Patrice Rolland, Boris Souvarine, Simone Weil. Aus dem Französischen von Lou Marin, Beate Seeger und Silke Makowski 380 Seiten Verlag Graswurzelrevolution ISBN 3-939045-04-7 24,80 EUR www.graswurzel.net (Verlag Graswurzelrevolution) veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
4. Juli 2006
Das Buch vom Klauen
Lesung mit dem Herausgeber Jörg Sundermeier/ Verbrecher Verlag Berlin
Diebstahl ist eine heikle Sache, denn die oder der Bestohlene stimmt dem Raub zumeist nicht zu. Wenn also geklaut, geklemmt, angeschafft, organisiert, besorgt, hinterzogen oder aber ein Preis erhöht wird, gibt es Interessenskonflikte. Die, die sich des Mundraubs, des Betruges oder des Beischlafdiebstahls schuldig gemacht haben, versuchen zu entkommen oder erfinden Ausflüchte. Ob, wie und warum das gelingt oder nicht, ist die Frage, die hinter all den Geschichten dieses Buches steht. Texte und Bilder von Gisela Elsner, Oliver Grajewski, Ernst Kahl, Barbara Kalender, Dietrich Kuhlbrodt, Leonhard Lorek, Kolja Mensing, Emilija Mitrovic, Sonja Fahrenhorst, Peggy Parnass, Friedhelm Rathjen, Matthias Schönebäumer, Jörg Schröder, Sonja Vogel und Eva Wemme u.a. Der Herausgeber Jörg Sundermeier, geboren 1970 in Gütersloh, ist Mitbegründer des Verbrecher Verlages und freier Autor. Seine Glossensammlung Der letzte linke Student erschien 2004 im Alibri Verlag. Er gab diverse Bücher heraus, zuletzt erschienen: Das Buch vom Trinken (2005) und Haupstadtbuch (2005 herausgegeben zusammen mit Werner Labisch). veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
2. Mai 2006
Zu Gast bei Freunden.
Lesebühne / linkes Kabarett mit Thomas Ebermann und Rainer Trampert
Auch in ihrem neuen Programm kümmern sich Rainer Trampert und Thomas Ebermann wieder um das, was uns bewegt. Werden die deutschen dem Leitmotiv der Fussball-WM 2006, "Zu Gast bei Freunden", schon gerecht oder müssen Gastfreundschaft und gute Laune noch trainiert werden? Wie erfolgreich sind der Karlsruher Verfassungsrichter Di Fabio, der sein Hobby, die Fortpflanzung der deutschen Gattung, zum Beruf gemacht hat, und die Initiative NoFitti in ihrem Kampf gegen GraFitti? Warum sind harmlose Horrorfilme erst ab 16, die Gewalt verherrlichenden Märchen aber schon ab drei Jahren freigegeben? Wer hat Arbeitslose als "Parasiten" enttarnt und warum sind Stasi-IMs für den Unterhosen-Schnüffel- Test in WGs ungeeignet? Ist Kanzlerin Angela Merkel eine "Killer-Queen", ein "Alpha-Tier", eine "Machtphysikerin" oder gar ein "Sumo-Ringer"? In seinen Memoiren "Was ich noch zu sagen hätte" spricht Reinhard Mey zum ersten Mal offen an, dass er ein guter Mensch ist, aber die 68er und intelligente Frauen hasst. Warum rief Benedikt XVI. in Köln: "Eins, zwei, drei!"? Worüber sprachen Schröder, Putin und Chirac in Kaliningrad, und warum haben die Russen die Stadt nicht restauriert? Dabei operieren Rainer Trampert und Thomas Ebermann wieder mit "einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Technik: Original-Töne werden mittels Zwischenbemerkungen zur Kenntlichkeit entstellt". So entsteht, wie es in Kritiken heisst, "eine Kleinkunst, die sie 'Lesebühne' nennen", die aber "in Wirklichkeit das beste linke Kabarett ist, das gegenwärtig zu haben ist". In ihrem Programm überraschen die beiden Autoren erstmals mit der Bereitschaft, über eigene Probleme und über ihre positiven Erfahrungen mit Büchern der aktiven "Lebenshilfe" zu sprechen. veranstaltet vom buchladen koenig-kurt und
az conni
|
|
Kampf der Erinnerungen.
Der spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936 - 2006" Buchvorstellung mit Lou Marin / Verlag Graswurzelrevolution
Unter den Ländern, denen erst in jüngerer Zeit der Übergang von einer Diktatur zur Demokratie
gelang, stellte Spanien lange Zeit einen Sonderfall dar. Denn hier schien die demokratische
Transition ohne eine öffentliche Aufarbeitung von politischer Repression und Gewalt vonstatten
gegangen zu sein. Seit der Jahrtausendwende ist jedoch ein wahrhafter Erinnerungsboom zu
beobachten, der sich in Forschung, Literatur und Massenmedien, aber auch in der von
Bürgerinitiativen betriebenen Suche nach den schätzungsweise 30.000 bis heute Verschwundenen
des Bürgerkrieges niederschlägt. Die Aufarbeitung ungesühnter Menschenrechtsverletzungen der
Franco-Diktatur bedeutet eine substantielle Wende im Umgang mit der jüngeren spanischen
Geschichte.
Das Buch spannt den Bogen von den dreißiger Jahren bis in die Gegenwart. Im Angesicht des 70. Jahrestages des Bürgerkriegsbeginns hebt die Darstellung an mit einem ereignisgeschichtlichen Aufriß der Kriegsereignisse (1936-1939) sowie einer auf Basis der jüngsten Forschungsergebnisse erstellten Opferbilanz aus drei Kriegs- und knapp vierzig Diktaturjahren. Den Schwerpunkt des Buches bildet sodann die Erinnerungsgeschichte von Krieg und Repression in den vergangenen siebzig Jahren, die von deren propagandistischer Verzerrung während des Franquismus über jenen sprichwörtlichen Pakt des Schweigens der Transition seit 1975 bis zum Boom der zivilgesellschaftlichen Vergangenheitsarbeit in jüngster Zeit reicht. Walther L. Bernecker/Sören Brinkmann Kampf der Erinnerungen Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006 378 Seiten Verlag Graswurzelrevolution ISBN 3-939045-02-0 20,50 EUR veranstaltet vom buchladen koenig-kurt
|
|
14. Januar 2006
Das Buch vom Trinken
Lesung mit dem Herausgeber Jörg Sundermeier / Verbrecher Verlag Berlin
Alkohol ist ein großes Thema, es durchzieht die Weltliteratur. Doch zumeist liest man nur von Kameradenabenden, wilden Kneipentouren und leeren Gesten. Dieses Buch versucht einen anderen Blick auf das Sujet zu werfen: Alkohol bei Arno Schmidt und Raymond Chandler, widerständiges Nichttrinken, betrunkene Mädchen und betrunkene Väter werden ebenso behandelt wie die klassische durchtrunkene Nacht. Die Beiträge sind ebenso heiter wie ernst. Texte und Bilder von Doris Akrap, Volker Backes, Maroula Blades, Thomas Blum, Peter O. Chotjewitz, Dietmar Dath, Tatjana Doll, Nils Folckers, Oliver Grajewski, Monika Großerüschkamp, Barbara Kalender, Jürgen Kiontke, Florian Kirchhof, Jens Kirschneck, Kirsten Küppers, Leonhard Lorek, Jochen Möller, Tine Plesch, Friedhelm Rathjen, Christian Y. Schmidt, Jana Schmidt, Sarah Schmidt, Jörg Schröder, Maik Söhler, Jan Süselbeck, Sonja Vogel und Ambros Waibel Titel: Jörg Sundermeier (Hg.) Das Buch vom Trinken Geschichten und Essays 196 Seiten ISBN : 3-935843-46-1 12,00 Â (22,00 SFr) Verbrecher Verlag veranstaltet von buchladen koenig-kurt und az conni
|
|
"go.stop.act!"
Die Kunst des kreativen Straßenprotests. Geschichten. Aktionen. Ideen Buchvorstellung mit Marc Amann, Herausgeber des gleichnamigen Buches
|
|
03.10.2005
New Profile
Eine israelische Jugendorganisation und ihr Engagement im israelisch-palästinensischen Konflikt
Zur derzeitigen Situation in Israel und Palästina - wie KriegsdienstverweigerInnen und andere
sich für eine friedliche Verständigung zwischen den Völkern einsetzen.
Die beiden AktivistInnen aus Israel werden über die aktuelle politische Situation, den Mauerbaus den Rückzug aus dem Gazastreifen berichten sowie über ihre Bemühung zur Erreichung eines dauerhaften Friedens erzählen. Die beiden MilitärdienstverweigerInnen Neta Rotem und Lotahn Raz von New Profile sprechen über die Aussichten und die möglichen Wege einer Verständigung von Israelis und PalästinenserInnen und erläutern die Vorteile der Strategien ihrer Gruppen und Organisationen. New Profile ist eine Organisation, die sich für die Entmilitarisierung der israelischen Gesellschaft einsetzt. Sie engagiert sich insbesondere bei der Arbeit mit Jugendlichen, die vor der Entscheidung stehen zum Militär zu gehen oder nicht. Es ist eine der bedeutendsten Organisationen zur Unterstützung von KriegsdienstverweigerInnen. Sie vertritt feministische Ansätze. Innerhalb dieser Bewegung organisieren sich ca. 250 Jugendliche. Diese gaben kürzlich bekannt, dass sie den Dienst in den besetzten Gebieten verweigern werden. podium veranstaltet von:
|
|
12.05.2005
Im Dilemma
Eindrücke von der radikalen Linken in Israel
Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat
Was bedeutet es, im Staat der Shoah-Überlebenden radikale Staats- und Kapitalkritik zu
formulieren? Linke befinden sich in Israel in einem Dilemma, das aber nur den wenigsten
bewusst zu sein scheint. Der Normalzustand sollte sein, dass man sich als Staatskritiker
gegen die Ideologie zur Wehr setzt, der Staat seien "wir alle", und die Anmaßung des Souveräns
zurückweist, einem, da man nun einmal lebt, auch noch ein "Recht auf Leben" zuzuweisen, mit dem
die staatliche Gewalt stets demonstriert, dass sie dieses Recht jederzeit auch entziehen oder
relativieren kann. Abstrakt trifft das auf Israel ebenso zu; Israel aber ist nicht "normal", ist
kein "Staat wie jeder andere auch", sondern die bürgerliche Emanzipationsgewalt von Juden und
Jüdinnen, ein bewaffnetes Kollektiv zur Abwehr des antisemitischen Terrors. Insofern ist seine
Existenz, auch wenn dieses scheinbare Paradox nur wenige in der radikalen Linken wahrhaben möchten,
die Bedingung für radikale Kritik an Staat und Kapital. Worin unterscheidet sich vor diesem
Hintergrund der israelische Nationalismus von anderen? Wie ist das Verhältnis von zionistischen
und antizionistischen Linken in Israel? Welche Rolle spielt die innerisraelische Kritik für die
Nahostdiskussionen in Europa?
19:30 /// az conni /// rudolf-leonhard-straße 39 |
|
26.03.2005
Kritik und Perspektiven der (Post-)antifa
Vortrag und Diskussion.
|
|
17.03.2005
Geschichte und Gegenwart der Anarchie
Vortrag und Diskussion mit Lou Marin, Marseille [Graswurzelrevolution]Wer wollte nicht immer schon mal wissen, was das ist:
Anarchie, Anarchismus, anarchistische Bewegung? Zustände wie im Irak, im Sudan?
Weit gefehlt! Das ist überhaupt das Gemeine, dass Staaten und Militärs Länder
kaputtmachen und dann behaupten, dort herrsche Anarchie! Lou Marin arbeitet seit
1979 praktisch und theoretisch für die gewaltfrei-anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution.
Er versucht, an diesem Abend den weiten Bogen zu spannen und einen einführenden Überblick über
die Geschichte des Anarchismus und der anarchistischen Bewegung weltweit zu geben und daraus
Positionen und Strömungen bis in die Gegenwart zu erklären und darzustellen.
20:00 /// AZ Conni /// Rudolf - Leonhard - Straße 39 |
|
"Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken"
Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik Vortrag und Diskussion mit Gerhard Hanloser, Herausgeber des gleichnamigen Buches
Angesichts des verheerenden Zustands der linken Bewegung hierzulande, schien der ab den
neunziger Jahren aufkommende antideutsche Diskurs zweierlei miteinander zu verbinden:
Selbstkritik der oftmals nationalistischen und populistischen Linken auf der einen und
eine Schärfung der Kritik des Bestehenden auf der anderen Seite. Nichts von dem trat ein,
vielmehr steht die antideutsche Linke für einen affirmative turn innerhalb der Linken generell.
Eine radikale Kritik der herrschenden Verhältnisse wird nicht umhinkommen, das antideutsche
Phänomen als Teil des Mainstreams im sektenhaften Gewand zu erkennen. Versammelt werden hier
Stimmen von frühen KritikerInnen am anti-deutschen Phänomen und von denjenigen, die eine
praktische und theoretische Beschäftigung mit antideutschen Themenfeldern teilen: Ablehnung
von Deutschland als post-faschistischer Gesellschaft, Anti-Nationalismus, Kritik des (linken)
Antisemitismus.... Gerhard Hanloser wird die Beiträge der AutorInnen - u.a. Ilse Bindseil,
oshe Zuckermann, Holger Schatz, Cazi Caglar und Marcus Mohr - kurz vorstellen und auf die
Geschichte des Anti-Deutschen-Syndroms eingehen. Ein Schwerpunkt liegt auch auf den Positionen
zur Bombardierung Dresdens, woran sich sicher eine spannende Diskussion anschließen wird.
Titel: Gerhard Hannloser Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik Unrast Verlag 2004 ISBN-10: 3-89771-432-9 16 Euro www.unrast-verlag.de 20:00 /// AZ Conni /// Rudolf - Leonhard - Straße 39 |
|
29.11.2004
Diavortrag und Diskussion
Ein Reisebericht von Pierre Mosbeux
Für zehn Tage im März 2004 fuhren im Rahmen eines gewerkschaftlichen Austauschprogramms
19 Aktive aus Gewerkschaften, sozialen Initiativen und Geschichtsprojekten nach Tel Aviv.
Die Reise hatte drei Schwerpunkte: - die Arbeit der Histadrut (der israelische
Gewerkschaftsverband) und der Jugendarbeit von Hano'ar Ha'oved we Halomed
(gewerkschaftlicher Verband) - die Bedeutung des Nationalsozialismus für die Menschen in
Israel und für das israelisch-deutsche Verhältnis - der Nahost-Konflikt und die
Perspektiven für Frieden. Vor dem Hintergrund rückläufiger deutsch-israelischer
Austauschprogramme und eines öffentlichen Klimas in Europa, in dem zunehmend Israel zum
Verursacher der Konflikte in Nahost erklärt wird, soll mit diesem Vortrag und der
Dokumentation der Reise (www.dgb-bwt.de) dazu beigetragen werden, sich der israelischen
Gesellschaft mit Neugier, Empathie und Kritikfähigkeit anzunähern und dazu angeregt werden,
eigene Bilder zu hinterfragen.
20:00 /// AZ Conni /// Rudolf - Leonhard - Straße 39 |
|
Projekt A-Versuch und Scheitern eines
anarchistischen Großprojektes
"In den fruehen 80er Jahren versuchte eine grosse Gruppe von Menschen seit den 70er Jahren entwickelte Vorstellungen von einem gemeinsamen anarchistischen Lebensprojekt (Leben, Arbeiten, Politik) auf der Basis des Konzepts von Horst Stowasser "Das Projekt A" umzusetzen. Aus einem ueber Jahre entstandenen Diskussionszusammenhang den schaetzungsweise 1000 Menschen durchliefen und der sogar international Menschen motivierte, versuchte eine kleine Gruppe Entschlossener, flankiert von anderen Gruppen Sympathisierender und Halbentschlossener sich zunaechst in Alsfeld (Hessen), gleichzeitig Leer (Ostfriesland) und dann Neustadt an der Weinstrasse niederzulassen. Statt 200 starteten nur gut 20 Leute in das Abenteuer. Haeuser wurden gekauft, Betriebe, WGs und eine Kommune gegruendet.
Das Ziel: Anarchie und AnarchistInnen sollten fuer Normalo-NachbarInnen normal werden und als Zerrbild verschwinden. Letzteres gelang bedingt - das Projekt scheiterte ueber mehrere Etappen. Aber blieb nicht folgenlos.
Ueber die Gruende, die Geschichte und Schlussfolgerungen hierzu berichtet in Wort und Bild ein von Anfang an Beteiligter - R@lf G. Landmesser, Schwarzrotbuch Verlag / Libertarian Press Agency / A-Laden Berlin. 20:00 /// AZ Conni /// Rudolf - Leonhard - Straße 39 |
|
EZLN: 20 + 10 - Das Feuer und das Wort. Eine Welt,
in der viele Welten Platz haben.
Buchvorstellung mit der Aktivistin und Autorin Gloria MuïÂ?Acirc;? Ramírez
Im Oktober 2004 organisiert die Gruppe B.A.S.T.A. (Münster) mit Unterstützung zahlreicher
lokaler Organisationen eine Rundreise mit der mexikanischen Aktivistin, Journalistin und
Autorin Gloria MuïÂ?Acirc;? Ramírez, die sieben Jahre mit den aufständischen Zapatistas gelebt
und das Buch "EZLN: 20+10 - Das Feuer und das Wort" verfasst hat.
Das Buch gibt, so Subcomandante Marcos von der zapatistischen Befreiungsbewegung EZLN, den
bisher vollständigsten Überblick über das öffentliche Wirken der zapatistischen Bewegung in
Chiapas / Mexiko und darüber hinaus.
20 und 10 - das sind 20 Jahre Bestehen der EZLN, 10 Jahre Vorbereitung und 10 Jahre Konflikt.
Guerilleros und Guerilleras der EZLN sowie UnterstützerInnen aus den Basisgemeinden kommen im
Buch zu Wort und berichten auch aus ihrer persönlichen Sicht über die ersten zehn Jahre.
Jahr für Jahr wird dann das öffentliche Agieren der Zapatistas nachgezeichnet und analysiert,
vom Augenblick des bewaffneten Aufstandes am 1. Januar 1994, dem Beginn des Krieges, über die
vielfältigen zivilen Mobilisierungen bis hin zur Verkündung der Selbstverwaltung in Rebellion
in den fünf zapatistischen Kommunikationszentren, den "Caracoles", im Jahre 2003.
Subcomandante Marcos äussert sich im dritten Teil des Bandes u.a. zum Krieg, zur Autonomie,
zum "Wort als Waffe und Schweigen als Strategie", zur Antiglobalisierungsbewegung,
zu den zapatistischen Dörfern und zum Widerstand sowie zur zapatistischen Vision "einer Welt,
in der viele Welten Platz haben"...
Mit der Rundreise soll der Aufstand der Zapatistas und die Geschichte der Menschen aus Chiapas,
die so lange ausgeschlossen, ausgebeutet und unterdrückt wurden (und noch immer werden),
"lebendig" werden und der hiesigen Öffentlichkeit intensiv vorgestellt werden.
Dies ist besonders wichtig, da die mexikanische Regierung und zahlreiche Medien die Problematik
zunehmend verschweigen oder nicht wahrheitsgetreu darstellen.
In der Veranstaltung sollen der Aufstand der Zapatistas und seine praktische und theoretische
Bedeutung für Mexiko, Lateinamerika und die Welt erläutert und diskutiert werden.
Gloria MuïÂ?Acirc;? Ramírez wurde 1967 in Distrito Federal, Mexiko, geboren. Nach ihrem
Journalistikstudium an der Autonomen Nationalen Universität von Mexiko (UNAM) begann sie
1988 ihre Laufbahn als Journalistin. Sie arbeitete u.a. für die mexikanischen Zeitungen Punto
und La Jornada sowie für die deutsche Nachrichtenagentur DPA.
Ab 1994 widmete sie ihre Arbeit dem Konflikt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, wo sie
sieben Jahre mit den zapatistischen indigenen RebellInnen lebte.
Heute ist sie Mitherausgeberin der bedeutenden Zeitschrift Rebeldía (Mexiko-Stadt), die
sich mit Diskussionen um "Zapatismus", sozialen Fragen, basisorientiertem Widerstand, Kultur
und internationaler linker Politik beschäftigt.
veranstaltet von:
|