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Ich glaube, dass wir in einer neuen Zeit leben, in der Dinge geschehen, die wir früher nicht für möglich gehalten hätten. Sowie vor 100 Jahren sich kaum jemand vorstellen konnte, dass ein Mensch auf dem Mond landen würde, so werden die Prozesse im geistigen Bereich beschleunigt. Ich nenne das das geistige Wachstum. Geistiges Wachstum können wir dann erzielen, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen. Es bedeutet, über Erfahrungen zu Erkenntnissen zu kommen, die neue Verhaltensweisen ermöglichen. Ein wichtiger Prozess besteht im Weg nach Innen, im Meditieren oder Beten, im Sich Besinnen und Sich Ruhe Gönnen. Dabei kann es geschehen, dass sich uns eine ganz neue Welt präsentiert, eine Welt mit Tiefgang und gleichzeitig Einfachheit. Dinge geschehen, die wie Wunder erscheinen, Wünsche und Gedanken erfüllen sich, ohne dass ich handeln muss. Durch das Nach Innen Schauen erreichen wir eine anderen Ebene. Das Leben gewinnt an Qualität und hört auf, ein ewiger Kampf zu sein.
Ich sitze auf dem Bahnhof in Essen und möchte etwas essen, weil mein Magen
laut knurrt. Da meine Tasche nichts, aber auch gar nichts Essbares enthält,
fange ich an, mir in Gedanken Leckeres vorzustellen. Pizza wäre das Richtige,
mit Champignons und Käse oder Artischocken und anderem Gemüse. Hmmm-
das Wasser läuft mir im Mund zusammen. Käme doch schon der Zug, damit
ich mir in Dortmund wenigstens ne Stulle schmieren könnte.Der kommt aber
erst in 20 Minuten. O.k. da kann ich nichts machen. Jetzt beginne ich mich ein
wenig umzusehen. Rechts neben mir auf der Bank entdecke ich eine Tüte.
Was da wohl drin ist? Ob die jemand vergessen hat? Ich greife danach und merke,
dass sie etwas Warmes enthält. Tja, es sind drei kleine Pizzen mit Champignons
und Käse und anderem Gemüse. Vor Freude lache ich auf, bedanke mich,
nehme mir eine Pizza heraus und lege die Tüte wieder an ihren Platz für
den nächsten Hungrigen.
Was ist geschehen? Hat das mit Zauberei zu tun oder mit Mystik? Sicherlich
hat jemand die Tüte liegen lassen, weil er oder sie schnell in den Zug
springen musste. Wir alle haben schon mal Dinge irgendwo vergessen. Für
diese Situation gäbe es auf jeden Fall mehrere Erklärungen. Und dennoch
hat sie auch etwas mit mir und meinen Gedanken zu tun.
Vor einiger Zeit las ich, dass unser Gehirn nur zu 10 % entwickelt sei und 90 % brachliegen. Grosse Genies wie Albert Einstein kämen vielleicht auf 15 %. Ich stelle mir vor, was alles möglich sein könnte, wenn wir unser Gehirn weiterentwickeln würden. Stattdessen haben wir unseren Schwerpunkt auf die Beschaffung von materiellem Eigentum gelegt. Wir ackern und rackern von morgens bis abends, um an die wertvollen Dinge zu kommen. Um uns in Schwung zu halten, bestimmen wir selber, dass unser Eigentum sich vergrössern und ständig erneuert werden muss. So gibt es genügend zu tun und kaum noch Zeit, um über das Wieso und Warum nachzudenken. Manchmal fragen wir uns, ob das alles Sinn macht. Aber dann beruhigen wir uns wieder, weil alle es so machen. Dann muss es doch in Ordnung sein. Diejenigen, die nicht mitmachen, aus welchen Gründen auch immer, sind die Verlierer. Sie gelten nichts, weil sie nichts haben. Die meisten dieser Habenichts fühlen sich im Defizit und hätten gern mehr. Also können wir doch froh sein, nicht zu ihnen zu zählen und wenigstens eine Arbeitsstelle zu haben, auch wenn sie uns nicht gefällt. Und so bleibt alles beim Alten.