Wenn die Grundbedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf,genug zu essen, angemessene Kleidung, befriedigt sind, kann ich da schon von Lebensqualität sprechen, oder beginnt die, wenn der Luxus einsetzt? Und was ist Luxus? Im Lexikon steht: reiche Ausstattung, Verschwendung. In unserer kapitalistischen Welt strebt die Masse Verschwendung an. Je mehr, desto besser. Damit scheint Glück und Reichtum verbunden zu sein.
Obwohl ich kein eigenes Dach über dem Kopf habe, nicht einmal ein gemietetes, obwohl ich heute nicht weiss, was ich morgen essen werde, wie ich von einem Ort zum anderen komme, und andere Selbstverständlichkeiten in meinem Leben nicht selbstverständlich sind, weil ich seit Jahren kein Geld mehr benutze, wächst meine Lebensqualität ständig. Von allem gibt es genug und mehr, so dass ich vieles weiterschenken kann, weil ich mich nicht mit überflüssigen Dingen belasten möchte. Das gehört zu meiner neuen Lebensform, die mit einer Verschiebung der Wichtigkeiten zu tun hat. Mein Lebensentwurf basiert nicht auf Verzicht und Askese sondern auf Einfachheit. Ich strebe nur das an, was ich wirklich brauche. Dadurch schaffe ich mir mehr Zeit für Wesentliches. Die Zeit, die ich sinnvoll nutzen kann und die Freude, die dadurch entsteht, sind in meinem Leben der
Luxus.
Zwar erhalte ich die meisten für mich notwendigen Dinge von anderen Menschen, die von ihrem Überfluss abgeben, den sie sich mit Geld erwirtschaftet haben, und so scheint es, dass ich statt vom Geld nun von ihnen abhängig bin und mein Leben komplizierter als vorher sein müsse. Das ist jedoch ein Trugschluss. Achtete ich zu Beginn meines neuen Lebens akribisch darauf, dass ich durch mein Geben das Nehmen sofort ausglich, damit niemand mich für eine Schnorrerin halten könnte, hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Jetzt muss die Gabe anderer keineswegs sofort von mir beglichen werden. Manchmal liegen lange Zeiten dazwischen, oder ein Ausgleich erfolgt durch eine dritte Person. Ausserdem gelingt es mir zusehendst, statt meiner Hände meine Gedanken einzusetzen. So formuliere ich mir einen Wunsch, schicke ihn in den Kosmos und lasse wieder los. Ich erhalte das Gewünschte meistens schon nach kurzer Zeit. Obwohl diese Wunder täglich geschehen und ich sie für selbstverständlich halten könnte, bin ich jedesmal von Freude und Dankbarkeit erfüllt.
Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel für die Öffnung der
neuen Türen und der neuen Lebensqualität, Dank-barkeit und meine Ge-
dank- en. Gelingt es mir, Ängste und Zweifel aufzulösen, dann kann
ich etwas überwinden, was als normal angesehen wird, weil wir ja Menschen
sind, die sich bestimmten Zwängen unterwerfen müssen. Es gibt schon
einige Lebensentwürfe, in denen die Betroffenen sich von diesen Zwängen
befreit haben. Vor ein paar Jahren wurde eine junge Frau in verschiedenen Fernsehsendungen
präsentiert, weil sie auf die herkömmliche Nahrung verzichtet und
nur noch von Licht lebt. Wie oft haben mir Menschen dazu gesagt, dass diese
Frau eine Spinnerin sei, dass sie heimlich ässe und was ihnen sonst noch
dazu einfiel. Sie wollten nicht glauben, was nicht sein kann.