MONETARY FREEDOM NETWORK

ist eine internationale Kontakt- und Kommunikationsgelegenheit für Mitmenschen, die sich für andere als die üblichen Geld- und Zahlungssysteme interessieren. Wir betrachten das staatliche Geldmonopol als die Hauptursache von Massenarbeitslosigkeit, Konjunkturschwankungen, weitverbreiteter Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Die Herausgeber des MONETARY FREEDOM NETWORK - Rundbriefes vertreten die Position der Dezentralisierung, des Antimonopolismus und der Experimentierfreiheit im Geld- und Bankenbereich. In der Literatur darüber wird dieser ökonomische Zustand meist als Geldfreiheit oder monetäre Freiheit (monetary freedom) bezeichnet.

(Bitte nicht mit der "Freigeld" - Bewegung nach Silvio Gesell verwechseln; die Mehrzahl der Gesellianer - nicht alle - wollen Monopolgeld, obwohl sie es oft "Freigeld" nennen...)

Die Kritik an den heutigen Banken und ihrem Monopolgeld nimmt beständig zu, besonders seit der letzten Hochzinsphase 1981/82 und der damals stark zunehmenden Arbeitslosigkeit. Die internationale Schuldenkrise erweckte bei vielen Beobachtern den Eindruck, sie würde zu einem Finanzkollaps führen.

Die gegenwärtige Phase relativ (!) niedriger Zinsen löst die monetär geschaffenen Probleme nicht, sie bremst nur noch deren weiteres Wachstum. Wirklich gefährlich wird es unserer Meinung nach spätestens dann, wenn die Zinsen wieder deutlich steigen - noch eine Million mehr Erwerbsarbeitslose, zunehmender Rechtsradikalismus und doppelt so viele zahlungsunfähige Firmen pro Jahr sind dann wohl im Bereich des Möglichen.

Wir wollen aber keine Panikliteratur verbreiten, sondern in erster Linie Informationen über emanzipatorische, antimonopolistische Geld- und Bankensysteme vermitteln. Vielleicht gibt es wirklich bald den großen Crash, einen, der mehr als nur die Aktien betrifft - sollen wir denn warten, bis der Staat "neues" Monopolgeld in Verkehr bringt, nach dem selben alten System, nur mit den Köpfen der neuesten Finanzminister auf den Banknoten?

Von wenigen Ausnahmen abgesehen herrscht aber weltweit völlige Unwissenheit über unabhängige, dezentrale Geldemission. Für die Abwesenheit selbst des einfachsten "gewußt wie" gibt es gute Gründe. Spätestens seit 1914 ist das staatliche Geldmonopol in allen Ländern im Wesentlichen vollständig durchgesetzt, und in dieser Angelegenheit unterscheiden sich marxistische, faschistische und kapitalistische Staaten überhaupt nicht.

Das "Wesentliche" am Geldmonopol oder seine vollständige Form besteht aus einer Kombination von drei Einzelmonopolen, die sich auf ein Monopolgut beziehen: die Banknoten und Münzen der staatlichen Zentralbanken. (Bei dem heutigen Monopolgeld sind die Münzen lediglich auf Metall gedruckte Banknoten, wobei der Metallwert für den Zahlungsverkehr bedeutungslos ist.)

- das sind spätestens seit 1914 die unausgesprochenen Voraussetzungen sowohl der etablierten Wissenschaft als auch der meisten Sozialreformer, die sich mit dem Geld beschäftigt haben.

Geldfreiheit bedeutet Währungsfreiheit, Emissionsrecht (Verrechnungsfreiheit) und die Abwesenheit eines gesetzlichen Rechtsanspruchs der Gläubiger auf Bezahlung in Währungsgeld. Diese letztgenannte Freiheit ist die wichtigste im Geld- und Bankenbereich und wird seit mindestens 2000 Jahren staatlich verweigert.

In unseren Veröffentlichungen informieren wir über Geldtheorien, berichten von praktischen Experimenten, weisen auf weitere Literaturquellen, Kontaktadressen, und Veranstaltungstermine zum Thema hin.

Berlin/München 1985


Copyright Siegfried H. Schwenke
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