Im folgenden wird eine Zusammenfassung einiger der Höhepunkte der Konferenz zusammen mit meinem Kommentar dazu wiedergegeben.
Senator Phil Gramm (Gramm-Rudman!) hielt eine ziemlich allgemeine Rede für die Freiheit, in welcher er sagte, "nur eine Idee kann eine Idee vernichten ... deren Idee ist mehr Staat, unsere Idee ist mehr Freiheit." Interessiert erfuhr ich, daß Gramm einen "Ph.D." in Ökonomie hat und früher an der Texas A&M University lehrte.
Kevin Dowd von der University of Nottingham in England sprach allgemein über freies Geld und Bankfreiheit. Er argumentierte, daß das Modell vermehrter Staatsinterventionen zur Korrektur von Problemen notwendig ist, welche von vorhergehenden Staatsinterventionen geschaffen worden sind. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Dies ist ein besonderer Fall einer Hypothese, welche ich lange Zeit in Bezug auf natürliche Systeme für wahr hielt - je mehr der Mensch in natürliche Systeme eingreift, desto mehr muß er eingreifen um die Ungleichgewichte zu bekämpfen, die er verursacht. Daher müssen wir vorsichtig sein, wenn wir für etwas Verantwortung übernehmen, was wir zu verwalten versuchen. Bis ich nach Hause kam habe ich Dowd's Broschüre 'Private Money' (eine IEA Veröffentlichung) gelesen, welche mir ein besseres Verständnis seines Denkens erlaubt. Es enthält einige wertvolle Argumente gegen politisches Geld und das Zentralbankmonopol. Es diskutiert Warenstandards und Papiergeldstandards. Es bietet auch einen Vorschlag für einen Standard aus zusammengesetzten Waren, beschreibt ihn aber nicht im Detail.
David Glasner von der Federal Trade Commission lag fast richtig mit seiner Darstellung, daß sich das Staatsmonopol im Geldwesen aus dem Bedürfnis nach nationaler Verteidigung und Sicherheit ableitet. Ich denke, daß es tatsächlich eine Usurpation (widerrechtliche Aneignung) von Macht und eine Vermögensaneignung durch die Staatsdiener ist, die es dem Staat erlaubt, immer größer und mächtiger zu werden. Er führte aus, die Abschaffung der beschränkten Haftung für Besitzer von Bankaktien könne ein Weg sein, um die Verantwortung der Banken zu gewährleisten.
Richard Rahn, Vizepräsident und Chef-Ökonom der US-Handelskammer, sprach sich zu Gunsten einer Währung aus mit einer aus zusammengesetzten Waren bestehenden Deckung und erwähnte die "Constant"-Währung, aber nicht ihren Begründer Ralph Borsodi. Er schlug die Beseitigung der Umsatzsteuer beim Warenhandel vor, um die Entstehung von warengedeckten Währungen zu ermöglichen. Er vertrat die Ansicht, daß die kürzliche Entwicklung von "Inflations(ab)sicherungen" das Entstehen von Privatgeld weniger wahrscheinlich gemacht hat. Rahn berichtete, daß die ungarische Regierung großes Interesse an der Einrichtung eines "free-market banking"-Systems geäußert hat und er eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet plant.
Lawrence White von der University of Georgia faßte die historischen Charakteristika eines freien Geldes und der Bankfreiheit zusammen und schlug einige mögliche Abweichungen für die Zukunft vor. Diese beinhalten:
Die kontroverseste und stimulierendste Präsentation war die von Leland Yeager und Robert Greenfield. Sie wiesen auf den "fatalen Fehler" der Verwechslung von Werteinheit und Tauschmittel hin. Dies ist eine meiner Position stark ähnelnde Idee. Ein großer Teil der folgenden Diskussion konzentrierte sich auf diesen Punkt und spiegelte ferner die großen Schwierigkeiten der Menschen wieder, wenn sie sich eine Werteinheit getrennt von einer Geldeinheit vorstellen sollen. Meine eigene Ausarbeitung zu diesem Thema im 3. Teil meines Buches "Money and Debt" ("Geld und Schulden") beschreibt, wie wesentlich es für die Befreiung des Austausches ist, das Wertmaß konkret (in Waren) zu definieren und ihm einen von allen anderen Geldeinheiten verschiedenen Namen zu geben. Yeager und Greenfield machten in ihrer Präsentation nicht klar, wie sie den Wert-Standard definieren oder welche Art von Tauschmittel sie befürworten würden. Ich bin neugierig, ihre Papiere zu lesen, um zu sehen, ob diese Fragen gestellt werden.
Richard Timberlake, Professor für Ökonomie an der University of Georgia, gab eine exzellente Übersicht über die Entwicklung des Geldes und Bankwesens in den USA seit ihrer Gründung und die monetäre Macht des Staates, wie sie von den Gründungsvätern artikuliert und in der Verfassungsdebatte ausgedrückt worden war.
Einer der beeindruckendsten Sprecher der Konferenz war der Nobelpreisträger James Buchanan von der George Mason University, der die programmatische Rede der Konferenz hielt. Gleich am Anfang gewann Buchanan meine Zuneigung, als er sagte, daß "viele Ökonomen nicht wissen, worüber sie sprechen". Er beklagte auch die Tatsache, daß keine wirksame ökonomische Verfassung existiert und daß die Ökonomen im allgemeinen so widerstrebend das bestehende Regime verdammen. Er sagte, es gebe einen tragischen Fehler in der keynesianischen Ökonomie - sie bürde eine von Sachverständigen konstruierte Theorie einer fehlerhaften Struktur auf und verewige ein fundamentales Mißverständnis des ökonomischen Prozesses.
David Fand von der Wayne State University hat die korrumpierenden Wirkungen des gegenwärtigen monetären Kontrollmechanismus (welchen er und andere den "random walk monetary standard" <dt. etwa: ein aufs Geratewohl dahinexistierender Geldstandard> nennen) sehr gut analysiert und die Faktoren beschrieben, welche die kürzliche Inflation auf einem vergleichsweise bescheidenen Niveau hielten. Diese sind:
Fand wies ferner darauf hin, wie ich das in meiner Broschüre auch tue, daß sogar bei einem mäßigen Zinseszins der Zuwachs mit der Zeit enorm wird. Er wies auf den Anstieg der Preise um das 8-fache des 1940er Niveaus hin in etwas weniger als 50 Jahren. Wenn ich seine Zahl als richtig voraussetze, errechne ich, daß dies einer jährlichen durchschnittlichen Inflation von 4,34% entspricht. (Kürzlich erhielt ich von jemand aus Georgia mit der Post ein Papier, welches zeigt, daß das CPI ständig Erhöhungen der Lebenshaltungskosten zu gering angibt).
Trotzdem enttäuscht mich Fands Papier. Das einzige Heilmittel, welches er anbietet, ist der Ruf nach einer "Geldverfassung", die ich als Gesetz auffasse. Er akzeptiert die bestehende Struktur einer unabhängigen Zentralbank und des Geldmonopols. Wenn Fand es mit der Entpolitisierung des Geldes ernst meint, wird er noch viel tiefer über dessen Natur und kreativer über mögliche Alternativen nachdenken müssen.
Zwei junge Ökonomen, Tyler Cowen von der University of California und Randall Kroszner von Harvard brachten einige neue Ideen vor und zeigten Vorstellungskraft. Sie nahmen Bezug auf ein Buch von Menger (das ich nicht kenne), von welchem sie sagen, daß es die Evolution des Geldes beschreibe und einige interessante Vorschläge mache, wie z.B.:
Cowen und Kroszner schlagen die Strukturierung von Banken als gegenseitige Geldmarktfonds vor. Die Einleger würden "equity-claims" auf das Bankportfolio haben und keinen festen Dollaranspruch, nicht-Pari-Clearing würde das Problem von Runs auf die Banken lösen und das Darlehensgeschäft würde von getrennten Institutionen übernommen. Dies sind auch Merkmale des System, welches ich mir vorstelle. Zu den Hindernissen, welche ihrer Ansicht nach der Verwirklichung eines solchen Systems im Wege stehen, zählen das Glass-Stiegel Gesetz, das "equity"-Investitionen einschränkt, der Zugang zum Clearinghouse-System und Steuern, wie z.B. die Kapitalertragssteuer auf Portfolio-Transaktionen.
Die letzte Präsentation gab Jerry Jordan, Chef-Ökonom und Senior-Vizepräsident der First Interbank Corp. Jordan zeigte sich als scharfsinniger Banker und bot einige Vorschläge an, die das Gebiet des Bankwesens öffneten und die Macht der FED einschränkten. Zu seinen Vorschlägen zählten die folgenden: