Die unabhängige Betriebsgruppe an den AmperKliniken Dachau sowie die Sektion Gesundheits- und Sozialberufe der FAU-München rufen zu einer aktiven Mittagspause im Klinikum Dachau auf.

Pausen sind für die meisten Klinikbeschäftigten eher ein Fremdwort. Der Arbeitsalltag ist durch Stress, Überlastung, Personalmangel und der Ignoranz seitens der Geschäftsführung geprägt. Die aktive Mittagspause ist Teil einer Kampagne, die all diesen Missständen den Kampf ansagt.

Das Flugblatt zur Aktion kann hier runtergeladen werden:

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Datum 2017-02-19
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Seit Jahren verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen am Helios Klinikum in Dachau, regelmäßig gibt es Proteste gegen die entsprechenden Zustände. Doch trotz öffentlicher Aufmerksamkeit und der dringenden Notwendigkeit einer Verbesserung der Bedingungen reagiert Europas größter Klinikkonzern nicht und wartet lieber, dass das öffentliche Interesse weiter abebbt. Die Zeitung Direkte Aktion hat mit einem Mitglied der Betriebsgruppe zu den aktuellen Entwicklungen interviewt. Wir veröffentlichen hier das ungekürzte Gespräch mit Matthias Gramlich.

Die Kritik an den Arbeitsbedingungen in den Helios Amper Kliniken Dachau reißt nicht ab. Auch der Merkur griff das Thema heute erneut auf.
Da die Unternehmensführung versucht die Missstände totzuschweigen und die anhaltende Kritik auszusitzen, wird die FAU München Infostände in der Dachauer Altstadt durchführen. Auf die Forderungen der Beschäftigen wird gar nicht eingegangen. Somit werden wir sie weiter öffentlich formulieren:

Wir fordern einer sofortige Entlastung:

- Umgehende Sperrung von Betten
- Abbau der Überstunden
- Einhaltung gesetzlich geregelter Pausenzeiten

Wir fordern mittelfristig:

- Mehr Personal in der Pflege, Reinigung, Bettenaufbereitung und bei den Menüassistentinnen

Personal statt Profit


Infostände am 19.,20., 21. Dezember // jeweils ab 15:30 Uhr

Altstadt Dachau // Augsburger Straße 17

Genug ist genug! Unterstützt die Beschäftigten der Amper Kliniken! Zeigt Solidarität!

In der Presse wurde viel über horrenden Personalmangel, unzumutbare Arbeitsbedingungen und mangelnde Hygiene am Dachauer Klinikum berichtet. Unsere Podiumsdiskussion wird dort als "legendär" bezeichnet, die "einem Schiedsgericht über Helios glich". Und schlecht war sie wirklich nicht!

Auf UNGESUND LEBEN gibt es ein Dossier mit allen Berichten vom Oktober und natürlich zur Podiumsdiskussion.

Leider müssen wir feststellen, dass sich rein gar nichts bewegt hat. Im Gegenteil, die Bedingungen haben sich noch weiter verschärft: Auf drei Abteilungen mit je 77 bzw. 76 Betten ist seitdem über die letzten Wochen Unterbesetzung mit sogar zwei Pflegekräften weniger ein fast täglicher Zustand und in einem Stockwerk sogar täglich in jeder Schicht. Es hat den Anschein als möchte man uns alle für unsere öffentliche Kritik bestrafen. Auf der Podiumsdiskussion wurde die konkrete Forderung aufgestellt umgehend Betten zu sperren. Helios möchte partout keinen Millimeter einlenken?

Wir werden es auch nicht. So lassen wir nicht mit uns umspringen. Wir sehen uns auf der Straße!

Achtet auf Terminankündigungen, bleibt solidarisch

Mehr Personal muss her!

Eure KollegInnen in der Unabhängigen Betriebsgruppe

 

Die Botschaft war klar, der Andrang groß. Über 80 Klinikbeschäftigte stellten auf einer Podiumsdiskussion am 25.10.2016 im völlig überfüllten Café Gramsci eine Forderung gegenüber der Helios Unternehmensführung nach mehr Personal und eine Sperrung von Betten bis dahin auf.

Die Unabhängige Betriebsgruppe am Klinikum lud zu der Veranstaltung mit Matthias Gramlich (Unabhängige Betriebsgruppe), Stefan Löwl (Landrat, Mitglied des Aufsichtsrats) und Claus Dieter Möbs (Bettriebsratsvorsitzender), ein. Bereits Anfang Oktober wurden die KollegInnen seitens der Betriebsgruppe in einem Flugblatt aufgefordert, dafür zu sorgen das ständige Arbeiten in Unterbesetzung nicht mehr zu dulden, stattdessen zusammen zu halten und für mehr Personal zu kämpfen. Mitte Oktober griff auch die Presse den Personalmangel und die schlechten hygienischen Zustände im Klinikum auf.

Personal oder Profit?

Diskussion über Arbeitsbedingungen und Zukunft der Helios Amper Kliniken Dachau

Es diskutieren:

Matthias Gramlich (Krankenpfleger, Unabhängige Betriebsgruppe am Klinikum Dachau)

Stefan Löwl (Landrat, Mitglied des Aufsichtsrats)

Claus Dieter Möbs (Betriebsratsvorsitzender)

Vor zwei Jahren übernahm die Helios GmbH mehrheitlich ihren Konkurrenten Rhön Klinikum AG. Das bedeutete für die Amper Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf eine erneute Übernahme durch damit Europas größten Klinikkonzern.

In diesem Zeitraum haben nicht nur die bereits zuvor bestehenden Probleme des Personalmangels und die damit verbundene hohe Arbeitsbelastung im Klinikum Dachau enorm zugenommen. Sie haben sich derart verschärft, dass die Berufsgruppen Pflege, Reinigung, Bettenaufbereitung und Patienten Service täglich am Rande des Machbaren arbeiten und immer öfter darüber hinaus. In der Reinigung wurden Stellen reduziert, in der Pflege die Stellen von freiwilligen Kündigungen nicht nachbesetzt. Die Küche wurde im Juli diesen Jahres komplett geschlossen, die Mehrheit des Personals gekündigt.

Die Interessen der Beschäftigten spielen im Klinikkonzern eine untergeordnete Rolle im Streben nach der vorgegebenen Gewinnspanne. Und das, obwohl die Amper Kliniken schon im Rhön Konzern eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken darstellten. Der Druck diese Ziele zu erreichen landet tagtäglich auf den Schultern des überlasteten Personals.

In letzter Zeit wurden in der Presse Mängel bei Personal und vor allem in der Hygiene thematisiert.

Missstände sind für die Dachauer Bevölkerung als potentielle Patientinnen und Patienten oder Angehörige von Interesse. Ebenso für die Kreispolitik, da der Landkreis 5,1% Anteile an den Kliniken hält.

Es muss eine öffentliche Debatte mit Beschäftigten, Betroffenen und der Politik darüber geführt werden, in welche Richtung sich die Kliniken bewegen.

Dienstag, 25. Oktober 2016, 20:00

Ort: Cafe Gramsci, Burgfriedenstraße 3, Dachau Altstadt