Stimmen von unten für einen neuen Gesellschaftsvertrag
In einer bunten und bewegenden Dokumentation kommen Menschen aus Mexiko und den USA zu Wort, die in den Mainstream-Medien meist nur als „Problemfälle“ gesehen werden. Trotz und wegen ihrer von Repression und Ausgrenzung geprägten Lebenssituation vermitteln sie äußerst kreative Visionen für eine andere Gesellschaft jenseits des kapitalistischen Systems und der etablierten politischen Klasse:
Los Angeles, USA: Bilder der Polizei, die Jagd auf mexikanische Migrant_innen ohne Papiere macht; Bilder der Migrant_innen, die ums Überleben kämpfen und darum, ihre Wurzeln und ihre Kultur nicht zu verlieren.
Auf der anderen Seite der Grenze, im Südosten Mexikos, wird an diesem 1. Januar 2006 der Sprecher der aufständischen Zapatistas, Subcomandante Marcos, von Tausenden von Indígenas verabschiedet. In ihrem Auftrag wird er in den folgenden sechs Monaten das Land bereisen: Von Chiapas, im Südosten des Landes, bis an die Grenze zu den USA, um mehr über den Widerstand der Menschen zu erfahren, die ebenfalls für ein anderes, gerechteres Land kämpfen.
Was haben sie gemeinsam, die Indigenen aus den vergessenen Winkeln des Landes und die Sexarbeiter_innen in der Hauptstadt des Landes? Was verbindet jugendliche Skater mit Kleinbäuer_innen, die für Megaprojekte vertrieben werden sollen, und was mit Migrant_innen, die sich ohne Papiere in den USA durchschlagen?
Gemeinsam haben sie den alltäglichen Kampf um ein Leben in Würde und ihr tiefes Misstrauen gegenüber der politischen Klasse.
Es ist der Versuch, das Bild des anderen Mexikos zu zeichnen. Das des Mexikos von unten, das in der Darstellung der Massenmedien nicht existiert.
Diese Reise, dieser Versuch, das Gesicht des rebellischen, würdevollen Mexikos von unten zu erkennen, birgt viele Risiken. Doch der Ruf, der als leises Flüstern begann, wird während der Reise immer lauter: „Es lebe Mexiko!“
Die Filmdokumentation regt die Debatte um eine radikale Demokratisierung der mexikanischen – und globalen - Gesellschaft an und verweist ermutigend auf Lösungsansätze für die sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit, die von den betroffenen Menschen in Selbstorganisation erarbeitet und vorgeschlagen werden.
Dokumentarfilm 120 Min., Mexiko 2010, Nicolas Défossé